Im Test vor 15 Jahren: Lenovo X1 und X220 waren schön oder praktisch
Lenovos ThinkPads waren bei professionellen Anwendern bekannt und beliebt, ein schickes oder elegantes Design stand jedoch nie im Vordergrund. Mit dem ThinkPad X1 (Test) wollte der Hersteller in diesem Punkt im Jahr 2011 nachbessern, wobei das ThinkPad X220 als klassischer Vertreter der Linie auf die alte Designsprache setzte.
Der Schöne und der Praktische
Mit dem ThinkPad X1 wollte Lenovo das Arbeitstier „ThinkPad“ mit einem modernen, schickeren Design in Richtung eines MacBook Air kombinieren. Das ThinkPad X220 blieb seinen Ursprüngen hingegen treu und setzte auf die nahezu gleiche Technik in einem etwas klobigeren Äußeren.
Beide Laptops nutzten einen Intel Core i5-2520M mit zwei Kernen und vier Threads bei maximal 3,2 GHz kombiniert mit vier GByte DDR3. Während der X1 nur ein Speichermodul fasste, konnten Anwender bei dem X220 ein zweites Modul nachrüsten. Beim X220 sollte es allerdings gelegentlich zu starken Schwankungen der CPU-Taktrate kommen, sofern zwei Speicherriegel verbaut waren. Ebenfalls gemein war beiden Laptops die integrierte Intel-HD-3000-Grafikeinheit.
| Lenovo X1 (NWK2PGE) | Lenovo X220 (NYG37GE) | |
|---|---|---|
| Prozessor | Intel Core i5-2520M 2 Kerne, 4 Threads, 2,5 – 3,2 GHz 3 MByte L3-Cache, AES-NI, VT-d, VT-x |
|
| Display | 13,3" (33,7 cm) LED-Hintergrundbeleuchtung spiegelnd |
12,5" (32 cm) LED-Hintergrundbeleuchtung matt |
| Auflösung | 1.366 × 768 Pixel (16:9, 118 ppi) | 1.366 × 768 Pixel (16:9, 125 ppi) |
| Grafik | Intel HD 3000, GPU-Takt 650 MHz | |
| Grafikspeicher | shared | |
| Standards | DirectX 10.1, Shader 4.1, OpenGL 3.0 | |
| Arbeitsspeicher | 4 GByte DDR3-1333 ein Modul, eine Bank insgesamt |
4 GByte DDR3-1333 ein Modul, zwei Bänke insgesamt |
| Massenspeicher | Hitachi HTS723232A7A364 320 GByte, HDD, S-ATA 3Gbit/s, 7.200 U/min, 16 MByte Cache |
|
| Optisches Laufwerk | nicht vorhanden | |
| USB 2.0 | 2× (links, hinten) | 3× (rechts, links) |
| USB 3.0 | 1× (hinten) | nicht vorhanden |
| eSATA | 1× (hinten, kombiniert mit USB 2.0) | nicht vorhanden |
| Thunderbolt | nicht vorhanden | |
| Netzwerk | 1× RJ-45 (1.000 MBit/s) | |
| VGA | nicht vorhanden | 1× (links) |
| DisplayPort | 1× (hinten, Mini-Anschluss) | 1× (links) |
| HDMI | 1× (hinten) | nicht vorhanden |
| Audio | 1× (links, 3,5 mm, kombinierter Ein- und Ausgang) | 1× (rechts, 3,5 mm, kombinierter Ein- und Ausgang) |
| Express Card | nicht vorhanden | 1× (links, Express Card 54) |
| Sonstige Anschlüsse | Erweiterungsakku | Dockingstation, Erweiterungsakku |
| WLAN | 802.11 b/g/n | |
| Bluetooth | 3.0 | |
| Mobilfunk | UMTS/HSPA (maximal 21 MBit/s, integriertes GPS) | |
| Webcam | 0,9 MP | |
| Kartenleser | SD, MMC | SD |
| Kensington Lock | hinten | rechts |
| Sonstige Ausstattung | Fingerabdruck-Scanner | Fingerabdruck-Scanner, „Innenraum“-Beleuchtung |
| Akku | 4 Zellen, 38,4 Wh, Lithium-Polymer, fest verbaut | 6 Zellen, 63 Wh, 5.600 mAh, Lithium-Ionen, austauschbar |
| Maße [B × T × H, in mm] | 337,0 × 231,0 × 21,3 | 305,0 × 207,0 × 35,0 |
| Gewicht inkl. Akku | 1,75 kg | 1,54 kg |
In puncto Ausstattung konnte das ThinkPad X220 nicht ganz mit der moderneren Ausstattung des X1 mithalten. Während das X220 über drei USB-2.0- sowie einen VGA- und DisplayPort-Anschluss verfügte, war einer der USB-Ports beim X1 nach 3.0-Standard ausgeführt und aus dem VGA-Anschluss wurde HDMI. Wer auf mehr Akkulaufzeit Wert legte, der sollte beim X1 die Möglichkeit schätzen, einen zweiten Akku anschließen zu können. Für den stationären Betrieb konnte das X220 hingegen an eine Dockingstation angeschlossen werden.
In der Praxis zwischen toll und mäßig
Abseits des Äußeren fanden sich bei den beiden Notebooks die Unterschiede im Detail. Das Lenovo ThinkPad X1 verfügte über ein 13,3 Zoll großes, verspiegeltes Display, während das X220 ein 12,5 Zoll großes, mattes Display nutzte. Beide Bildschirme boten die gleiche Auflösung, aber drastisch andere Nutzungserlebnisse. Zum einen war das Display des X1 zwar in der Spitze heller, aber dafür deutlich ungleicher ausgeleuchtet. Zum anderen war es aufgrund der Verspiegelung nicht für eine Nutzung im Freien geeignet, da es in direkter Sonneneinstrahlung kaum abzulesen war. Ein weiteres signifikantes Manko des X1 war die vergleichsweise kurze Akkulaufzeit. Beim X220 reichte es bei normaler Nutzung für immerhin 6 Stunden. Das ThinkPad X1 machte hingegen bereits nach vier Stunden schlapp.
Bei der Verarbeitung waren beide Notebooks über alle Zweifel erhaben. Bei der Designsprache holte das X1 von beiden ganz klar den Sieg, musste sich aber auch etwas Kritik für die grünen Status-LEDs und die unpassenden Designs der Hersteller- und Produktlogos gefallen lassen. Das X220 gewann zwar keinen Schönheitswettbewerb, glänzte aber mit einer robusten Optik.
Fazit
Am Ende des Tests konnte vor allem das ThinkPad X220 in typischer Lenovo-Bauart überzeugen, während das X1 zwar schick aber dafür in der Praxis nicht so praktisch war. Zudem: An ein MacBook Air oder Samsung 900X3A kam auch das X1 in Sachen Design nicht heran. Für das sehr gelungene Gesamtpaket erhielt das X220 eine ComputerBase-Empfehlung. Viel konnten Anwender, die nach einem portablen Arbeitstier suchten, nicht falsch machen.
In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:
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