Framework Desktop: Firma der modularen Notebooks überrascht mit AMD Strix Halo
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Framework, die Erfinder des modularen Notebooks, überraschen. Neben neuen Notebooks wurde erstmals ein Desktop-System enthüllt. Der Framework Desktop ist mit AMDs stärkster APU Strix Halo alias Ryzen AI Max bestückt. Damit soll das System nicht nur Spieler ansprechen. Im Verbund sind sogar kleine Server möglich.
Das ist der Framework Desktop
Der Framework Desktop ist praktisch ein tragbarer Mini-PC. Im Inneren des 4,5-Liter-Gehäuses mit Tragegriff sitzt ein Mainboard im Mini-ITX-Formfaktor auf dem wiederum AMD Strix Halo sitzt, jene „Monster“-APU mit der leistungsstärksten Grafikeinheit aller Zeiten. Damit soll sich der kleine Rechner für unzählige Aufgaben eignen, darunter Gaming, KI-Anwendungen oder Grafikprogramme.
In Kooperation mit Cooler Master und Noctua wurde die Kühllösung entwickelt die selbst bei Dauerlast mit Ausreizen der 120 Watt TDP noch leise agieren soll. Der 120-mm-Lüfter stammt wahlweise von Cooler Master oder Noctua. Die Stromversorgung erfolgt über ein Flex-ATX-Netzteil von FSP, das speziell angepasst wurde und ebenfalls möglichst leise agieren soll.
Unter den externen Anschlüssen finden sich zweimal USB4, DisplayPort, HDMI, 5G-Ethernet und ein Audioausgang. Via WiFi 7 ist drahtloses Netzwerk möglich. Die Hauptplatine bietet unter anderem zwei M.2-Slots, einen PCIe-4.0-x4-Steckplatz sowie klassische Lüfteranschlüsse.
Die Front des Framework Desktop lässt sich mit Kacheln individuell gestalten und beim Seitenteil besteht die Wahl zwischen einer geschlossenen Variante oder einem Sichtfenster.
Modular geht beim RAM nicht
Dass der modulare Grundgedanke bei diesem PC nicht ganz aufgeht, musste sich Framework aber eingestehen. Denn bekanntlich gibt es Strix Halo nur mit verlötetem LPDDR5X-Speicher, der sich also weder wechseln noch aufrüsten lässt. Dafür sorgt der Speicher für einen hohen Durchsatz von 256 GB/s.
Partner AMD protzt mit Benchmarks
Bei der Vorstellung wurde Frank Azor vom Partner AMD auf die Bühne geholt, der mit Benchmarks die Leistungsfähigkeit beim Spielen untermauerte.
KI auf dem Desktop statt in der Cloud
Die integrierte GPU lässt sich aber auch für KI-Anwendungen nutzen, wobei ihr der riesige Speicher zugute kommt. KI sollte aus Sicht von Framework nicht in der Cloud, sondern auf dem eigenen Desktop-PC nutzbar sein, damit die Daten der Nutzer bleiben wo sie sind.
Beispielsweise könne Metas Llama 3.3 70B in Echtzeit auf dem Framework Desktop laufen. Die Open-Source-Community soll mit diesem Produkt unterstützt werden.
Framework Desktop im Verbund
Für LLMs, bei denen selbst die 128 GB nicht ausreichen, lassen sich auch mehrere Framework Desktops zusammenschalten um so einen kleinen „Supercomputer“ zu simulieren.
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Varianten, Preise und Verfügbarkeit
In drei Konfigurationen wird der Framework Desktop angeboten. Der Einstieg erfolgt mit dem Ryzen AI Max 385 mit 8 CPU-Kernen, Radeon 8050S und nur 32 GB LPDDR5X für 1.099 USD. Den Ryzen AI Max 395+ mit vollen 16 Kernen und Radeon 8060S gibt es ab 1.599 USD mit 64 GB oder in der maximalen Ausführung mit 128 GB für 1.999 USD.
Selbst die teuerste Ausführung sei dabei noch günstiger als KI-Workstations wie Apples Mac Studio oder Nvidias Digits.
Der Marktstart ist für das dritte Quartal 2025 geplant, lässt also noch einige Monate auf sich warten. Auf den US-Seiten des Herstellers lässt sich der Framework Desktop bereits konfigurieren und mit 100 USD Rabatt vorbestellen.
Modell | AI Max 385 | AI Max 395+ | AI Max 395+ |
---|---|---|---|
RAM | 32 GB | 64 GB | 128 GB |
CPU-Kerne | 8 | 16 | |
GPU | Radeon 8050S | Radeon 8060S | |
Preis | 1.099 USD | 1.599 USD | 1.999 USD |