Im Test vor 15 Jahren: Sechs Kerne für alle mit dem AMD Phenom II X6 1090T BE
Nachdem Intel mit dem Core i7-980X sechs Kerne im Desktop pionierte, folgte AMD kurz darauf mit dem Phenom II X6 1055T und 1090T Black Edition (Test). Anstatt nahezu 1.000 Euro wie Intel zu verlangen, sprach AMD mit Preisen von 190 respektive 290 Euro die breite Masse an.
Sechs Kerne auf Sockel AM2+ und AM3
Sowohl der Phenom II X6 1055T als auch der 1090T BE setzten auf sechs physische Kerne ohne Hyper-Threading, verfügten über 512 KByte L2-Cache pro Kern sowie einen geteilten 6 MByte L3-Cache. Die Taktrate des 190 Euro günstigen 1055T lag bei 2,8 GHz, während der 1090T mit einer Frequenz von 3,2 GHz arbeitete. Neu mit den beiden Sechskernern war ein Turbo-Modus, der die Hälfte der verfügbaren Kerne mit einer um 400 respektive 500 MHz höheren Frequenz betreiben konnte. Beide Phenom II X6 unterstützten sowohl Sockel AM2+ mit DDR2- sowie Sockel AM3 mit DDR3-Arbeitsspeicher. Gefertigt wurden die CPUs in einem 45-nm-Verfahren und kamen auf eine Die-Fläche von für (damalige) Prozessoren gigantische 346 mm². Zum Vergleich: Die Phenom-II-X4-Modelle kamen mit ihren vier Kernen auf 258 mm² und der Core i7-980X auf 240 mm².
| Familie | Modell | Takt / mit Turbo | Kerne | L2- / L3-Cache | Sockel | TDP |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Phenom II X6 | 1090T | 3,2 / 3,6 GHz | 6 | 3 MByte / 6 MByte | AM3 / AM2+ | 125 W |
| Phenom II X6 | 1055T | 2,8 / 3,3 GHz | 6 | 3 MByte / 6 MByte | AM3 / AM2+ | 125 W |
Davon abgesehen gab es technisch keine Besonderheiten bei den Phenom II X6. Für Anwender war vor allem der geringe Preis von 190 respektive 290 Euro das herausstechende Merkmal.
Durchwachsene Leistung
In den Benchmarks zeigte der AMD Phenom II X6 1055T und 1090T BE eine durchwachsene Leistung. Angefangen bei Spielen platzierten sich beide CPUs hinter dem Phenom II X4 965 BE, der zwar nur vier Kerne aber dafür mit 3,4 GHz eine höhere Taktrate besaß. Die Konkurrenz von Intel war deutlich weiter vorne zwischen 20 (i7-860 und i5-750) und 31 Prozent (i7-960 und i7-870) bis hin zu 43 Prozent (i7-980X). In Anwendungen konnte der Phenom II X6 1090T BE den Phenom II X4 965 BE um immerhin 20 Prozent abhängen, lag aber weiterhin 26 Prozent hinter dem i7-980X. In den theoretischen Tests schrumpfte der Vorsprung gegenüber dem Vierkerner auf 16 Prozent zusammen und die Distanz zum i7-980X wuchs auf 36 Prozent.
In den B-Noten wiesen die Prozessoren eine gemäßigte Leistungsaufnahme auf, vor allem im Zusammenspiel mit der neuen Chipsatzgeneration 890FX. Sehr gemäßigt fielen auch die Kerntemperaturen der mit einem Noctua NH-U12P mit NF-P12 gekühlten CPUs aus. Wer den Phenoms mehr Leistung entlocken wollte, der war vor allem mit dem 1090T Black Edition mit freiem Multiplikator gut beraten. Im Test waren bei 1,6 Volt, die mit Luftkühlung unproblematisch waren, stabil 4,2 GHz auf allen sechs Kernen möglich.
Fazit
Insgesamt konnten die beiden Phenom II X6 vor allem über den Preis überzeugen. Dementsprechend stand der 190 Euro günstige Phenom II X6 1055T sehr attraktiv da. Wer einen Prozessor primär für Spiele suchte, der war bei Intel prinzipiell besser beraten. Wenn viele Anwendungen auf dem Programm standen, dann konnte AMD die sechs Kerne besser ausspielen. Hier war der 1055T eine absolute Empfehlung wert.
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