Amazon: Das ist die neue Alexa+ mit generativer AI
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Amazon hat in New York auf einem Event Details über das neue Alexa mit generativer AI auf Basis des eigenen Nova-AI-Modells vorgestellt – Alexa+. Die neue Version des Sprachassistenten, die sich aufgrund anhaltender Probleme massiv verspätet hatte, startet zunächst nicht in Deutschland, sondern den USA – kostenlos mit Prime.
Alexa+ ist eine komplette Neuentwicklung
Für die neue Version von Alexa musste die gesamte Architektur des Sprachassistenten neu entworfen werden. Eine Mischung aus alter und neuer Alexa ist auf Dauer nicht sinnvoll möglich, was den Wechsel von der bisherigen Alexa auf die AI-Alexa noch herausfordernder machte, denn jeder möchte den Sprachassistenten auch weiterhin so benutzen können, wie er es die letzten 10 Jahre gewohnt war. In den USA startet Alexa+ zudem mit einer neuen Standardstimme, die es von der bisherigen Alexa unterscheidbar macht und absetzt.
Informationen und Aktionen kombinieren
Während generative AI bzw. ein AI-Chatbot beispielsweise sehr gut darin sei, einen Speiseplan zu erstellen, sei es nicht trivial, dass er auch eine Lebensmittel-Bestellung aufgebe oder passende Einladungen an Freunde verschicke. Ein Chatbot basierend auf einem aktuellen AI-Modell allein sei für Alexa deshalb keine Lösung gewesen. AI Alexa muss den Nutzer sowohl verstehen als auch Handlungen daraus ableiten und nicht nur Informationen bereitstellen.
Verbesserungen für das Smart-Home
AI Alexa ist nun aber in der Lage Essensreservierungen oder Konzerttickets zu bestellen, passende Kalendereinträge vorzunehmen und den Babysitter zu bestellen. Darüber hinaus kann Alexa aber auch Smart-Home-Automationen ausführen, mit denen beispielsweise langsam das Licht heller, Kaffee gebrüht und Musik gespielt wird. Aber Alexa+ wird auch aus der Ferne anhand der gespeicherten Termine und Orte ein passendes Uber bestellen können.
AI Alexa reagiert auf Stimmung und Tonfall
Das neue Alexa soll bei allen Antworten und Aktionen stets den individuellen Nutzer und das, was es über ihn weiß, berücksichtigen, etwa seine Vorlieben und Gewohnheiten. Man kann Alexa+ auch proaktiv sagen, was man beispielsweise nicht gerne isst, damit dies bei der Suche nach Restaurants künftig berücksichtigt wird.
Gleichzeitig soll es sich auch für jede Art von Unterhaltung eignen. Dabei kann auch Alexa die Stimmung und den Tonfall des Nutzers erkennen und berücksichtigen. Einen nervösen, aufgeregten Nutzer werde Alexa+ deshalb versuchen zu beruhigen.
Alexa+ kann die Kamera und Dokumente auswerten
Nutzt man ein Alexa-Gerät mit Kamera, etwa einen Echo Show, kann das neue Alexa+ auch die über die Kamera aufgenommenen Bilder analysieren. Außerdem kann man nun mit Alexa+ Dokumente wie Docs und PDFs teilen, die von der KI ausgewertet und zusammengefasst werden können. Zudem kann man spezifische Fragen stellen, die Alexa anhand der Informationen aus dem Dokument beantwortet.
Für Kinder, die Alexa+ danach fragen, kann der Sprachassistent auch Geschichten erfinden und diese auch mit AI-Bildern untermalen. Amazon nutzt hier offenbar eine ganze Fülle verschiedener AI-Modelle. Alexa+ ist nach eigenen Angaben die größte und umfassendste Integration von Diensten, Assistenten und LLMs bisher. Man nutze zu jeder Zeit das für die jeweilige Aufgabe beste Modell, anstatt nur ein Modell einzusetzen.
Der günstigste Weg, einen AI-Sprachassistenten umzusetzen, ist dies ganz sicher nicht. Bei den zu erwarteten Millionen von Anfragen an Alexa+ täglich entstehen durchaus relevante Kosten für den Betrieb all dieser Modelle.
Alexa+ vereint Amazon-Dienste
Auch bei der Steuerung von Smart-Home-Geräten und der Musik soll man künftig einfach die normale Sprache nutzen können, anstatt den Namen jedes Lautsprechers im Kopf haben zu müssen. Etwa indem man Alexa+ sagt, dass überall Musik gespielt, aber das Baby nicht geweckt werden dürfe, wird die Ausgabe auf die Lautsprecher anhand der vorliegenden Informationen entsprechend angepasst.
Verzahnung mit Sicherheitssystem
Bei einem Musiktitel aus einem Film kann man Alexa auch bitten, zur passenden Filmszene zu springen, an der der Titel im Film vorkommt – passendes Abo vorausgesetzt. Nutzt man Ring-Kameras, zeigt Alexa auf die Frage, ob gestern jemand mit dem Hund rausgegangen ist, passende Videoaufnahmen des Vortags. Mit Amazon Fresh lassen sich Lebensmittel sowohl sprachgesteuert als auch über das Display eines Echo Show bestellen.
Amazon scheint somit mit Alexa+ auch das lange währende Problem angegangen zu sein, dass die einzelnen Dienste des Unternehmens schlecht bis gar nicht verzahnt sind. An dieser Stelle greifen sie – zumindest in der Präsentation – jedoch sehr gut ineinander. Voraussetzung ist, dass man Dienste wie den Kalender, Prime Video, Amazon Music, Ring und Co im Alltag nutzt.
Gezeigt auf einem Echo Show mit Display
Amazon hat Alexa+ auf dem Event vollständig auf einem Echo Show gezeigt, da die neue AI-Version starken Gebrauch von der Visualisierung auf dem Display macht. Wie sich Alexa+ auf einem normalen Echo-Lautsprecher schlägt, bleibt somit abzuwarten.
Einige Funktionen wird man aber auch über Alexa.com und eine neue Smartphone-App nutzen können. Wie diese genau aussehen wird, blieb aber noch offen.
Kostenlos für Prime-Mitglieder
Alexa+ kostet in den USA monatlich 19,99 US-Dollar, ist für Prime-Mitglieder aber kostenlos. Die Prime-Mitgliedschaft kostet hierzulande 8,99 Euro im Monat und 14,99 US-Dollar in den USA. Das AI-Alexa soll mit „nahezu jedem“ Alexa-Gerät kompatibel sein, das Amazon bisher verkauft hat.
Wann genau Alexa+ in anderen Ländern verfügbar wird, wurde auf dem Event nicht ganz klar. Im Vorfeld gab es auch Gerüchte, dass sich der Start noch einmal nach hinten verschoben haben könnte. In den USA soll der Dienst ab März ausgerollt werden.
Von Amazon heißt es zur Verfügbarkeit in Deutschland und anderen Ländern: „Alexa+ wird zunächst in englischer Sprache für Kund:innen in den USA verfügbar sein und schrittweise in allen Ländern ausgerollt, in denen Alexa heute verfügbar ist.“
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