Intel-Ausblick zur Vision 2025: Gelsingers Pläne werden fortgesetzt, Intel 18A in „risk production“

Nachdem der neue CEO Lip-Bu Tan gestern Intels Weg für die Zukunft aufgezeigt hatte, der dem von Ex-CEO Pat Gelsinger ziemlich nah kommt, folgten heute Produktfahrpläne. Diese zeigen ebenfalls sehr viel Bekanntes, Intel erklärt aber auch, 18A sei fertig, die risk production laufe nun an.
Pat Gelsinger dürfte die erste Performance vom neuen Chef Lip-Bu Tan sicher auch mit Spannung verfolgt haben. Dass dabei am Ende auch noch so viele Übereinstimmungen hervorkamen, zeigte, dass auch Tan den gewählten Weg von Gelsinger als aktuell einzig richtigen erkannt hat. Der Fokus auf das Kerngeschäft, Abschaffung der Nebenschauplätze und noch viel besser auf die Kundschaft hören, ist der Plan von Lip-Bu Tan. Exakt das hat Gelsinger so angeleiert, unter anderem ein dutzend Geschäftsbereiche geschlossen.
Aber Tan geht weiter. Er wird Intel weiter verschlanken (müssen), soviel wurde in der Nacht auch deutlich. Es müssen weitere harte Entscheidungen getroffen werden, denn in Bereichen wie AI in der großen Skalierbarkeit ist Intel nahezu nicht präsent. Gaudi3 ist quasi der Fehlschlag, um den Intel im letzten Jahr noch herum getanzt ist, doch die Umsätze blieben hinter den Erwartungen zurück. Es war nicht das A-Game, dass Tan nun wieder liefern will, auch in anderen Bereichen war das der Fall. Zu Intels Zukunft gehören dabei aber auch die eigenen Fabriken, wie Intels neuer CEO erneut klarstellte.
Die Roadmaps sind die altbekannten
Echte Produktneuheiten hatte Intel in den zwei Tagen nicht im Gepäck. Nach 14 Tagen im Amt ging es nun wohl auch erst einmal darum, die Kennenlernphase durchzuziehen, bevor harte Entscheidungen anstehen. Über die schon bekannten Produkte ließ Intels CEO dann auch die jeweiligen Abteilungsleiter sprechen.

Intels Chefin für Produkte Michelle Johnston Holthaus setzte die drei Prioritäten klar: AI im PC-Segment, Datacenterbereich stärken und im Bereich AI allgemein eine Innovation finden, die Intel nach vorn bringt. Das Client-Portfolio in diesem Jahr sei sehr breit aufgestellt, erklärte Intel auf der Bühne weiter. Vor allem Intel Lunar Lake komme extrem gut an. Panther Lake mit vielen positiven Eigenschaften von Lunar Lake wird dieses Jahr in Produktion gehen und das Produkt in Intel-18A-Fertigung für das Jahr 2026 sein, bestätigte Intel erneut. Die Masse an Panther Lake wird also definitiv nicht dieses Jahr erscheinen, sondern wie bei Intel Arrow Lake nach dem Start im Herbst erst zu Beginn des nächsten Jahres.

Xeon hatte es zuletzt schwer, zu viele Verzögerungen zogen die Serie nach unten. Die neuen P-Core-CPUs der Serie Xeon 6 sind durchaus gut, Sierra Forrest hingegen ging ein wenig am Markt vorbei – hier hatte sich Intel einmal mehr erhofft. Für 2026 stehen dennoch weitere E- und P-Core-Lösungen im Programm, sie sollen konkurrenzfähig sein, bestätigte Intels Übergangschefin in DCAI-Bereich Karin Eibschitz Segal. Und auch Custom-Lösungen sollen das Xeon-Programm zurück in die Spur bringen.
AI ist auch bei Intel ein großes Thema, das Unternehmen vertröstet hier damit, dass es noch immer die Anfangstage seien. Ähnliches hatte man zuletzt aus dem Samsung-Lager gehört, auch das Unternehmen hat bisher wenig bis nichts im Programm. Der Google-Suche-Moment ist bei AI noch lange nicht erreicht – genau dort soll es aber hingehen, es soll für jedermann und überall verfügbar sein. Dazu will Intel viel mehr auf Partner hören, keinen Alleingang mehr durchziehen, so wie es bisher eher der Fall war.
Intel Foundry und Packaging
Am Ende steht dann aber auch immer noch Intel Foundry, Intels COO nannte sie quasi ein Startup. Es gibt weiterhin extrem viel zu lernen, um eben nicht nur Intel-Chips zu fertigen, wie schon Jahrzehnte zuvor. Intel 18A ist der erste und vielleicht auch wichtigste Schritt, er entwickle sich gut, bestätigte Intel auf der Bühne erneut. Die risk production laufe, nun wird die Fertigung hochgefahren, damit zum Ende des Jahres zehntausende Wafer damit gefertigt werden können. Am 29. April wird Intel Foundry ein eigenes Event abhalten und vermutlich auch neue Kunden nennen.
Packaging ist dann auch noch ein Thema. Intel erklärte vor zwei Wochen bereits, man habe freie Kapazitäten, würde gern für andere Unternehmen packen. Dies könnte zusammen mit einer passenden Intel-Fertigung anziehen.
Im Nachgang der Vision sah sich Intels PR um etwas Schadensbegrenzung bemüht. Vor allem ging es dabei um die Aussagen zu Panther Lake und die dafür auf der Bühne gezeigte Folie. In vielen Medien hieß es nun nämlich nur noch, dass der Chip erst 2026 erscheint.

Intel gab gegenüber ComputerBase klar zu verstehen, dass Panther Lake ein Produkt für das Jahr 2025 ist. Demnach sieht der Startfahrplan tendenziell eher so aus, wie bei Intel Lunar Lake: Dort gab es im Herbst nach der Vorstellung der ersten Chips direkt auch die ersten Notebooks mit passenden CPUs – siehe ComputerBase-Test von Ende September 2024. Im Jahr darauf folgten aber auch hier erst die größeren Volumen für den breiten Markt, sprich jetzt. Ein Starttermin von Panther Lake im Herbst ist damit nun für das sogenannte „Early Enablement“ quasi gesetzt.

