Quartalszahlen: AMD liefert stärkstes Quartal ab, Aktie dennoch im Sinkflug

Nicolas La Rocco
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Quartalszahlen: AMD liefert stärkstes Quartal ab, Aktie dennoch im Sinkflug
Bild: AMD

AMD hat im zweiten Quartal 2026 das bislang stärkste Quartal der Unternehmens­geschichte erzielt. Getragen wurde das Wachstum vom Datacenter-Geschäft, das den Umsatz mehr als verdoppelte. Gleichzeitig verbesserten sich Profitabilität und Margen deutlich. Auch Client- (ohne Gaming) und Embedded-Produkte entwickelten sich positiv.

Im zweiten Finanzquartal 2026 hat AMD einen Rekordumsatz von 11,54 Milliarden US-Dollar erzielt und den Vorjahreswert damit um 50 Prozent übertroffen. Gegenüber dem ersten Quartal 2026 entspricht dies ebenfalls einem Wachstum von 13 Prozent. Der Bruttogewinn nach GAAP verdoppelte sich auf 6,20 Milliarden US-Dollar (+103 Prozent), während die Bruttomarge von 40 auf 54 Prozent kletterte. Als wesentlichen Grund nennt AMD den deutlich höheren Anteil des Datacenter-Geschäfts am Gesamtumsatz, das zudem höhere Margen abwirft.

Nettogewinn springt um 163 Prozent

Auch die Profitabilität verbesserte sich erheblich. Das operative Ergebnis nach GAAP stieg von einem Verlust von 134 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal auf einen Gewinn von 1,99 Milliarden US-Dollar. Die operative Marge erhöhte sich entsprechend von minus zwei auf 17 Prozent. Unter dem Strich erzielte AMD einen Nettogewinn von 2,30 Milliarden US-Dollar, ein deutliches Plus von 163 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das Datacenter-Geschäft boomt

Den mit Abstand größten Beitrag zum Wachstum lieferte erneut das Datacenter-Segment. Der Umsatz sprang gegenüber dem Vorjahresquartal um 107 Prozent auf 6,72 Milliarden US-Dollar und machte damit deutlich mehr als die Hälfte des gesamten Konzernumsatzes aus. Das operative Ergebnis verbesserte sich von einem Verlust von 155 Millionen US-Dollar auf einen Gewinn von 2,10 Milliarden US-Dollar, womit die operative Marge von minus 5 auf 31 Prozent stieg. AMD führt diese Entwicklung auf die anhaltend hohe Nachfrage nach Epyc-Serverprozessoren sowie den weiteren Hochlauf der Instinct-GPU-Familie für KI-Anwendungen zurück.

Datacenter-Geschäft
Datacenter-Geschäft (Bild: AMD)

Rack-Scale-Plattform nimmt an Fahrt auf

Parallel dazu baute das Unternehmen sein Portfolio für Rechenzentren und künstliche Intelligenz weiter aus. Im Quartalsbericht erwähnte AMD unter anderem die Helios-Rackscale-Plattform, Instinct-MI450-GPUs, Epyc-Prozessoren der sechsten Generation sowie neue Pensando-Netzwerkprodukte.

Lisa Su präsentiert Helios
Lisa Su präsentiert Helios

Dabei ging AMD auch auf die jüngst angekündigte strategische Zusammenarbeit mit Anthropic ein, bei der bis zu zwei Gigawatt an Instinct-MI450-GPUs in Helios-Racks eingesetzt werden sollen. Ebenfalls erweitert wurde die Zusammenarbeit mit Microsoft, das Helios-Systeme und Epyc-Prozessoren in Azure-Rechenzentren einsetzen will. Mit ROCm.ai stellte AMD vor Kurzem außerdem eine neue KI-orientierte Entwicklerplattform vor und ergänzte das Portfolio um die Instinct-MI350P-GPU für bestehende Rechenzentren.

Client & Gaming wird von Ryzen-Prozessoren getragen

Das Segment Client & Gaming entwickelte sich insgesamt positiv, wenn auch deutlich moderater als das Datacenter-Geschäft. Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf 3,84 Milliarden US-Dollar. Dabei legte das Client-Geschäft mit Ryzen-Prozessoren deutlich zu und wuchs von 2,50 auf 3,06 Milliarden US-Dollar. AMD begründet dies mit einer starken Nachfrage nach Ryzen-Prozessoren sowie weiteren Marktanteils­gewinnen. Das Gaming-Geschäft mit Radeon-Grafikkarten und Semi-Custom-Produkten entwickelte sich dagegen rückläufig und sank von 1,12 Milliarden auf 779 Millionen US-Dollar. Trotz des höheren Gesamtumsatzes verringerte sich das operative Ergebnis des Segments um 24 Prozent auf 582 Millionen US-Dollar, da höhere Betriebsausgaben die Umsatzsteigerung überkompensierten.

Client and Gaming
Client and Gaming (Bild: AMD)

Embedded-Segment erholt sich weiter

Das Embedded-Segment setzte seine Erholung fort. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 19 Prozent auf 977 Millionen US-Dollar. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 40 Prozent auf 386 Millionen US-Dollar, wodurch die operative Marge von 33 auf 40 Prozent zunahm. AMD führt die Entwicklung auf eine steigende Nachfrage in mehreren Märkten sowie einen vorteilhaften Produktmix zurück.

Embedded-Segment
Embedded-Segment (Bild: AMD)

Rosiger Ausblick auf das nächste Quartal reicht nicht

Für das laufende dritte Quartal zeigt sich AMD optimistisch. Das Unternehmen erwartet einen Umsatz von rund 13 Milliarden US-Dollar (+/- 300 Millionen US-Dollar). Die bereinigte Bruttomarge soll mit etwa 56 Prozent auf dem hohen Niveau des zweiten Quartals verbleiben. An der Börse zeigte man sich trotz der deutlich positiven Zahlen und des Ausblicks auf das nächste Quartal, aber auch aufgrund der höheren Investitionsausgaben im abgelaufenen Quartal dennoch unzufrieden und schickte die AMD-Aktie zwischenzeitlich bis zu zwölf Prozent ins Minus. Aktuell bewegt sich AMD mit minus acht Prozent ungefähr auf dem Niveau von vor 24 Stunden.

Ausblick auf Q3 2026
Ausblick auf Q3 2026 (Bild: AMD)
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