US-Regierung: Die Zölle für Halbleiter­hersteller kommen erst noch

Volker Rißka
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US-Regierung: Die Zölle für Halbleiter­hersteller kommen erst noch
Bild: The White House

Von den aktuellen Zöllen der US-Regierung sind Halbleiter noch weitgehend ausgenommen. Doch diese sollen alsbald folgen, die US-Regierung will die Chipindustrie aus Taiwan zurück in die USA holen, heißt es. Wer nicht mitspielt, zahlt einen entsprechenden Preis.

Die Argumentation von Commerce Secretary Howard Lutnick ist dabei die gleiche wie zuvor. Warum müssen US-Firmen wie Apple ihre iPhones in Asien fertigen lassen, fragt er bei CNBC und FOX. Das könnten doch Roboter in den USA erledigen, schlägt er dann vor.

Zuletzt hatte die neue Regierung bereits angedroht, auf Halbleiterprodukte aus Asien und vor allem Taiwan Zölle von bis zu 100 Prozent erheben zu wollen. Aber auch in Südkorea bereitet man sich auf eine Konfrontation vor, nach Taiwan ist vor allem dieses Land stark von der Halbleiterindustrie abhängig. Unter anderem die modernsten HBM-Chips kommen bisher nahezu allesamt aus Südkorea, Kunden wie Nvidia, AMD, Microsoft, Google, Amazon und weitere sind damit letztlich ebenfalls von den Zöllen betroffen.

Ausrüstung für US-Fabs bereits jetzt betroffen

Schon nach der Bekanntgabe der ersten Zölle durch die Trump-Administration, die einer extrem einfachen Rechnung zugrunde liegen, kamen Informationen ans Licht, dass zwar die Halbleiterindustrie per se erst einmal ausgenommen sei, nicht aber alle Zulieferer und Fabrikausrüster. Ganz oben stehen unter anderem ASMLs Maschinen aus der EU, auf die der volle Satz an Zöllen greifen wird, unzählige andere Gerätschaften und Materialien sind ebenfalls betroffen.

Chips aus den zukünftigen US-Fabriken werden, gepaart mit den notwendigen Teilen, die in den USA gar nicht gefertigt werden, am Ende also ebenfalls teurer, denn die höheren Preise für die Fabriken, deren Ausrüstung und Betrieb werden an die Kundschaft umgelegt. Diese Foundry-Kunden können dann wiederum entscheiden, ob sie die höheren Preise an ihre Kundschaft weitergeben wollen, oder ihre Margen in den Keller schicken.

Solche Rechenspiele, natürlich primär den Einkauf der Produkte aus Asien im Blick, gab es seit gestern zuhauf. Apple würden so beispielsweise Milliarden an US-Dollar entgehen. Dass ein Unternehmen dies so umsetzt, gilt als eher unwahrscheinlich, Preissteigerungen für die Kundschaft sind realistischer.

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