Akuter Speichermangel: „Es scheint so, als würde nur Acer nicht leiden“

Volker Rißka
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Akuter Speichermangel: „Es scheint so, als würde nur Acer nicht leiden“

Wenige Tage nach Acers Aussage, dass Speicher ja gar nicht mehr so knapp sei, kommt ein Widerspruch vom Phison-Chef. Dieser macht mit den Worten „es scheint so, als würde nur Acer nicht leiden“ deutlich, dass die ganze Branche noch einige harte Jahre vor sich habe.

Das taiwanische Finanzportal BigGo fasst dabei die Aussagen des Phison Electronics CEO Khein-Seng Pua zusammen, die zuvor bereits in sozialen Medien aufgetaucht waren. Speicher bleibt demnach noch lange ein Problem, wobei auch Geld allein nicht hilft.

Die tatsächliche Speicherknappheit stehe demnach immer noch am Anfang, wobei diese Aussagen durchaus von Fakten untermauert werden. In dieser Woche hatte beispielsweise XMG transparent dargelegt, wie es um die Versorgung bestellt ist. Die Preise bei DRAM haben sich binnen eines Jahres knapp versechsfacht, eine Entspannung ist nicht in Sicht. Was dabei auch deutlich wird: Die Branche steckt „erst“ seit einem Jahr überhaupt in der Krise, steht also noch am Anfang.

Phisons Chef führt dabei aus, dass nach den letzten vier Jahren mit Fokus auf den Servermarkt und dessen Ökosystem nun viele weitere Bereiche hinzukommen werden, während auch die bisherigen Bereiche durch den breiteren AI-Einsatz weiter wachsen und Datacenter in großem Stil ausgebaut werden, wie Elon Musk erst heute früh bestätigte. Und sie alle benötigen viel Speicher, die Thematik sei am Ende viel komplexer, als sie auf den ersten Blick erscheint.

Chinas DRAM-Ausbau hilft, aber es braucht viel mehr

Acers Chef setzte bei seinen Aussagen große Hoffnungen auf chinesischen Speicher und gesteigerte Kapazität in der Fertigung. Das Problem dabei ist jedoch: Außerhalb Chinas dürfte dieser jedoch kaum in größeren Mengen verfügbar sein, was dadurch primär die Versorgungslage in China und Teilen Asiens etwas abfedern könnte. Zuletzt sprachen viele Indizien deshalb dafür, dass die Versorgungslage bei DRAM und NAND noch auf Jahre angespannt sein wird.

Dass sich im kommenden Jahr und auch bis 2028 hinein wenig tun wird, gilt nahezu als gesetzt. Denn größere zusätzliche Kapazitäten in der Fertigung kommen erst ab 2028 online. Aber selbst hier gab es Zweifel, ob das reichen wird. Prognosen aus dem Sommer erklärten, dass der Bedarf für 2030 mit allen Neu- und Ausbauten nur zu 76 Prozent gedeckt werden könnte.

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