Xbox-Reset: Halo zu Activision, Ninja Theory vor dem Aus

Philipp Ernicke
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Xbox-Reset: Halo zu Activision, Ninja Theory vor dem Aus
Bild: Microsoft

Der im Sommer begonnene Xbox-Reset geht in die nächste Runde. Microsoft ordnet große Teile seiner Studio-Landschaft neu und verteilt bekannte Marken auf weniger Einheiten. Besonders weitreichend ist der Wechsel bei Halo, während für Ninja Theory die Zukunft ungewisser denn je ist.

Activision übernimmt Halo und Rare

Die Änderungen nennt Xbox-Content-Chef Matt Booty in einer internen Nachricht, die Microsoft im Xbox Wire veröffentlicht hat. Demnach entfallen 268 Stellen bei Halo Studios, weiteren First-Party-Studios sowie in Management- und Zentralfunktionen. Zusammen mit den seit Juli umgesetzten Maßnahmen sei damit rund drei Viertel der angekündigten Restrukturierung abgeschlossen.

Deutlich sichtbarer ist die neue Ordnung der Studios. Activision erhält künftig die Zuständigkeit für Rare und World's Edge und übernimmt auch die Entwicklung des nächsten Halo. Dafür wird ein neues Team aufgebaut, das organisatorisch von Call of Duty getrennt bleibt. Bei den bisherigen Halo Studios verbleibt eine kleinere Mannschaft, die veröffentlichte Spiele und die Community betreuen soll.

Damit geht Microsoft bei einer der wichtigsten Xbox-Marken noch einen Schritt weiter als beim Umbau von 343 Industries zu Halo Studios samt Wechsel auf die Unreal Engine. Das nächste Halo entsteht künftig nicht mehr beim bisherigen Stammstudio.

Auch anderswo werden Einheiten gebündelt. Playground Games und Turn 10 bilden künftig ein gemeinsames Studio für Forza und Fable. King übernimmt Microsoft Casual Games, während Bethesda zusätzlich für Obsidian zuständig wird. Das bereits im Juli angekündigte neue Fallout von Obsidian entsteht weiterhin gemeinsam mit Bethesda Game Studios.

Ninja Theory steht vor der Schließung

Beim Schicksal der kleineren Studios werden aus den im Sommer angekündigten Plänen inzwischen Tatsachen. Anfang Juli hatte Microsoft beim großen Xbox-Reset den Abbau von insgesamt rund 3.200 Stellen angekündigt. Compulsion Games und Double Fine sollten unabhängig werden, für Undead Labs und Ninja Theory wurden Käufer gesucht. Schon zuvor hatte es Berichte gegeben, dass mehrere kleinere Xbox-Studios vor Verkauf oder Schließung stehen.

Compulsion und Double Fine sind inzwischen samt Marken und Spielekatalogen an ihre Management-Teams übergegangen. Undead Labs hat einen ähnlichen Schritt vollzogen und soll State of Decay 3 mit einem neuen Publisher weiterhin zum Start im Game Pass veröffentlichen.

Für Ninja Theory scheiterten dagegen zwei geplante Vereinbarungen. Microsoft beginnt deshalb nun Gespräche über eine mögliche Schließung, will parallel aber weitere Optionen prüfen. Beim französischen Arkane Lyon laufen die Beratungen ebenfalls weiter und sollen bis Ende des Jahres andauern.

Der neue Zuschnitt folgt damit sichtbar der Ende Juli formulierten Strategie, bekannte und große Marken stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Halo, Fallout, Forza und Fable werden enger gebündelt, während kleinere Studios aus dem Konzern herausgelöst werden oder um ihre Zukunft kämpfen.

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