Phantom: Spielekonsole taucht wieder auf

Frank Hüber
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Immer wieder hatten wir über ein Konsole Namens Phantom berichtet, die bisher eher durch ihre gesetzten Ziele als durch wirkliche Taten von sich Reden machte. Nachdem viele nicht mehr mit ihr gerechnet hatten, gibt es nun Neuigkeiten aus dem Hause Infinium Labs.

Anfang 2005 soll das Phantom nun erstmals auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas präsentiert werden. Nach der E3 im Mai 2004 war von der Konsole nicht mehr viel zu hören und auch die Infinium Labs verbrachten ihre Zeit wohl eher mit Rechtstreits gegen Journalisten, die Einzelheiten über die Unternehmensführung veröffentlicht hatten.

Einige Firmen drehten den Spieß jedoch um und so fing sich auch Infinium Labs im Jahre 2004 einige Klagen ein. Neben einem ehemaligen Angestellten wurden die Infinium Labs jedoch auch von DiStream verklagt, die Infinium Labs bezichtigten die eigene Softwaretechnik kopiert zu haben. Anfang Dezember reichte auch die Investment-Bank SBI-USA eine Klage wegen Betrug und Vertragsverletzung ein. Infinium Labs wies die Vorwürfe der Bank jedoch zurück, da sie selbst keine Investoren finden konnte. Wie „Where is Phantom?“ berichtet, wurde zusätzlich vom Dienstleister Baytree Associates eine Klage eingereicht, da Inifinium Labs offene Rechnungen nicht beglichen hat.

Die Konsole heißt mittlerweile „Phantom Game Receiver“ und soll auf der CES 2005 dem kritischen Publikum demonstriert werden. Die von uns bereits veröffentlichten technischen Daten haben sich konkretisiert, so dass der auf Windows XP Embedded basierende „Phantom Game Receiver“ mit einem Athlon XP 2500+, einem nForce 2 Ultra 400 Mainboard, einer GeForce FX 5700 Ultra, 256 MB Speicher und einer 40 GByte Festplatte ausgestattet sein wird. Eine drahtlose Tastatur, Maus und ein Gamepad sorgen für die Kommunikation zwischen Benutzer und Konsole. Auch wenn eine GeForce FX 5700 Ultra in einem PC nicht mehr für Höhenflüge sorgt, ist eine derartige Grafikkarte leistungsfähiger als alle anderen Grafikeinheiten in aktuellen Spielekonsolen.

Phantom
Phantom

Die Spiele werden dabei mittels Breitband über den „Phantom Game Service“ bereit gestellt, der ebenfalls auf der CES 2005 präsentiert werden soll. Ebenfalls 2005 soll dann sowohl die Konsole auf den Markt kommen als auch der Game Service gestartet werden, nachdem sich interessierte Käufer bereits seit der Ankündigung Anfang 2003 gedulden mussten. Ein genauer Termin ist bisher jedoch nicht bekannt. Im September 2004 wurden 20 Publisher bekannt gegeben, die ihre PC-Spiele für den „Phantom Game Service“ anpassen möchten. Neben Atari, Codemasters und Eidos, zählt auch Vivendi Universal zu diesen Publishern. Ob die Phantom Konsole, nunmehr als Phantom Game Receiver bezeichnet, jedoch in einer Zeit, in der schon laut über die Spezifikationen der Xbox 2, des Nachfolgers des GameCubes und der Playstation 3 spekuliert wird, auf dem umkämpften Markt der Spielekonsolen bestehen wird, ist sehr fraglich. Denn wahrscheinlich noch bevor die Konsole erhältlich sein wird, werden Sony, Nintendo und Microsoft die genauen Spezifikationen und eventuell einen definitiven Release-Termin ihrer neuen Spielekonsolen nennen, so dass Käufer wahrscheinlich eher warten werden, als in eine neue Technik eines auf dem Markt neuen Herstellers zu investieren.