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Im Test vor 15 Jahren: Ein WLAN-Audioplayer zum günstigen Preis

Robert McHardy
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Im Test vor 15 Jahren: Ein WLAN-Audioplayer zum günstigen Preis

tl;dr: Mit dem Noxon Audio stellte TerraTec (Test) im Januar 2005 einen WLAN-Audioplayer vor, der vor allem durch seinen günstigen Preis von 80 Euro punkten konnte. Neben einem obskuren Nutzerhandbuch hatte er auch noch Schwächen technischer Natur.

Brachte Hi-Fi-Anlagen ins WLAN

Dem Noxon Audio lag die Beobachtung zugrunde, dass viele hochwertige Soundanlagen über keine WLAN-Verbindung verfügten. Um diese für Nutzer mit dem Heimnetzwerk zu verbinden, konnte der Noxon Audio zwischengeschaltet werden. Dieser konnte sich mit WEP-gesicherten WLANs verbinden und mittels eines 3,5-mm-Klinkenanschlusses und passenden Cinch-Adapters direkt an die heimische Hi-Fi-Anlage angeschlossen werden. Die Steuerung erfolgte über eine beigelegte Infrarot-Fernbedienung, während am Noxon Audio selbst keinerlei Steuertasten verbaut wurden.

Um den Noxon Audio in das Heimnetzwerk einzubinden, gab es mehrere Möglichkeiten. Zum einen konnte er eine Ad-hoc-Verbindung mit einem PC aufnehmen oder direkt mit dem Router verbunden werden. In beiden Fällen war es – bei bestehender Internetverbindung – möglich, auf diverse Internetradios sowie, bei Vorhandensein eines lokalen UPnP-Servers, auf eine lokale Mediathek zuzugreifen. In puncto Codecs konnte der Noxon Audio zwar mit den Standardformaten MP3 und WMA, aber dafür weder mit OGG Vorbis noch AAC umgehen. Bis zu vier Profile erlaubten es, verschiedene Netzwerke und die dazugehörigen Parameter abzuspeichern und den Noxon Audio ohne erneute Konfiguration in diese einzubinden.

Für 80 Euro mussten Features gestrichen werden

Für einen Preis von 80 Euro konnte TerraTec beim Noxon Audio nicht alle Features bieten, die die teurere Konkurrenz aufwies. Unter anderem hieß dies, dass der Audioplayer tatsächlich nur Audiodateien abspielen und nicht beispielsweise an einen Fernseher angeschlossen und als Videoplayer genutzt werden konnte. Obwohl der Noxon Audio 802.11g unterstützte, der bis zu 54 MBit/s übertragen konnte, lag die maximale Bandbreite bei lediglich 11 MBit/s. Und auch auf einen Ethernet-Anschluss verzichtete der Hersteller. Der Verzicht auf eine eigene UPnP-Serversoftware war Segen und Fluch zugleich. Zwar hatten Nutzer so die freie Wahl zwischen den vielen Drittanbieter-Softwarepaketen, diese musste aber auch getroffen werden. Eine sehr bequeme Funktion war, dass die Liste der verschiedenen Internetradios automatisch aktualisiert und angezeigt wurde.

Niedriger Preis für Jugendliche

Ein Blick in das Handbuch erklärte schnell die minimalistische Ausstattung und den beschnittenen Funktionsumfang. Mit Absätzen wie „Da der Stecker des Netzteils ohne rohe Gewalt eh nur in einen (sic!) der beiden Buchsen passt, ist der Hinweis, dass dies die von vorne gesehen rechte Seite ist, völlig unnötig. Ha! Zeilen gespart.“ war klar, dass der Noxon Audio mit seinem günstigen Preis von 80 Euro vor allem für Jugendliche gedacht war, die ihre Stereo-Anlage per WLAN mit Musik oder Internetradio versorgen wollten. In Anbetracht dessen war der Noxon Audio auch durchaus eine Überlegung für alle wert, die für wenig Geld im WLAN Audio streamen wollten. Alle anderen waren bei der teureren Konkurrenz mit mehr Features und Anschlüssen besser aufgehoben.

In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:

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