CPU-Marktanteile: AMD dank Servern, SoCs und Notebooks zum Allzeitrekord

Volker Rißka
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CPU-Marktanteile: AMD dank Servern, SoCs und Notebooks zum Allzeitrekord
Bild: AMD

Die neuen Zahlen für Marktanteile bei CPUs zeigen den Aufschwung von AMD im Notebook und Server, aber deutlichen Abschwung im Desktop. Das hatte sich in den letzten Monaten manifestiert, fehlende Neuheiten lassen AMD deutlich abrutschen. Für den Gesamtmarkt gesehen, reicht es aber erstmals zum Überschreiten der 25-Prozent-Marke.

Neuer Allzeitrekord von AMD

25,6 Prozent Marktanteil steht laut den aktuellen Schätzungen von Mercury Research auf der Habenseite von AMD im gesamten Markt für x86-Prozessoren im vierten Quartal des Jahres 2021. Das entspricht einem Plus von 3,9 Prozentpunkten gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 2020. Diese 3,9 Prozent kommen natürlich von Intel, deren Marktanteil sich binnen eines Jahres von 78,3 auf 74,4 Prozent negativ entwickelte.

AMDs Marktanteil von 25,6 Prozent würde nach Bestätigung der Zahlen einem Allzeitrekord entsprechen: AMDs bislang höchster x86-Gesamtanteil betrug 25,3 Prozent im 4. Quartal 2006.

Notebook stark, Server noch stärker

Bei Notebooks lag das Plus gegenüber dem Vorjahr bei 2,6 Prozentpunkten. 21,6 Prozent sind aber etwas weniger als im dritten Quartal letzten Jahres, als AMD bereits 22 Prozent Marktanteil hatte. Geschlagen ist Intel hier also noch lange nicht.

Deutlicher ist AMDs Wachstum bei Servern: 3,6 Prozentpunkte mehr markieren das Wachstum von 7,1 auf nun 10,6 Prozent Marktanteil. Intel rettet hier nach wie vor der Umstand, dass sich der Bereich extrem langsam bewegt. AMD hat für viele Teilsegmente mit Epyc das eigentlich bessere Produkt, aber alteingesessene Verbindungen aufzubrechen ist nach wie vor extrem schwer für AMD, sodass Intel auch jetzt noch 89,3 Prozent Marktanteil besitzt. Aber AMD bleibt am Ball, das elfte Quartal in Folge haben sie Anteile von Intel abgeknabbert und dürften das auch in diesem Jahr fortsetzen, denn echte Neuheiten kommen in messbaren Größen frühestens zum Jahresende.

Im Desktop ist Intel zurück

Im Desktop muss AMD weiter deutlich Federn lassen, hier ist Intel definitiv zurück. Ein Plus von 3,1 Prozentpunkten kann Intel hier auf Kosten von AMD verbuchen, 83,8 Prozent Marktanteil entfällt wieder auf Intel. AMD hingegen bestückt nur noch 16,2 Prozent der Desktop-PCs mit CPUs, nach 19,3 Prozent vor einem Jahr. Für AMD bedeutet das den niedrigsten Stand seit drei Jahren.

Marktanteile von AMD-Prozessoren
Segment Marktanteile
Q4/2021
Veränderung
zu Q3/2021
Veränderung
zum Vorjahr
Desktop 16,2 % – 0,8 PP – 3,1 PP
Notebook 21,6 % – 0,4 PP + 2,6 PP
Server 10,7 % + 0,5 PP + 3,6 PP
Gesamt (inkl SoC & IoT) 25,6 % + 1,0 PP + 3,9 PP
Daten von Mercury Research, PP = Prozentpunkte

Dass der gesamte Marktanteil letztlich höher ausfällt als die drei großen Teile, liegt an den Sparten IoT und SoC, die darin nicht inbegriffen sind. In letzterer laufen alle Konsolenchips, die AMDs Marktanteil bei allen ausgelieferten x86-Chips letztlich deutlich ausbauen.