Retro

Im Test vor 15 Jahren: Die GeForce GTX 280 als schnelle Enttäuschung

Robert McHardy
102 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: Die GeForce GTX 280 als schnelle Enttäuschung

Nach der legendären GeForce 8800 Ultra tat sich Nvidia schwer, den hohen Erwartungen der Kundschaft gerecht zu werden. Nicht anders sah es bei der GeForce GTX 280 (Test) aus, die zwar bedeutend schneller als die GeForce 8800 Ultra war, aber nicht den erhofften unrealistischen Leistungssprung vollbrachte.

1,4 Milliarden Transistoren für mehr Leistung

Das Herzstück der GeForce GTX 280 bildete die GT200-GPU mit 1,4 Milliarden Transistoren. Grundlegend basierte der GT200 auf der alten G80-Architektur, die bereits in der GeForce 8800 Ultra zum Einsatz kam. Dementsprechend fehlte es dem GT200 an DirectX-10.1-Unterstützung. Mit einem 512 Bit breitem Speicherbus kam die GeForce GTX 280 auf eine Bandbreite von knapp 142 GByte/s zwischen der GPU und dem 1 GByte großem GDDR3-Speicher. Insgesamt standen der GeForce GTX 280 knapp 88 Prozent mehr Shader-Einheiten zur Verfügung, was in einer theoretisch 80 Prozent höheren Compute-Leistung resultierte.

Radeon HD 3870 X2 GeForce 8800 Ultra GeForce 9800 GTX GeForce GTX 280 GeForce GTX 260
Chip R680 (2 × RV670) G80 G92 GT200
Transistoren ca. 2 × 666 Mio. ca. 681 Mio. ca. 754 Mio. ca. 1,4 Mrd.
Fertigung 55 nm 90 nm 65 nm
Chiptakt 825 MHz 612 MHz 675 MHz 602 MHz 576 MHz
Shadertakt 825 MHz 1.512 MHz 1.675 MHz 1.296 MHz 1.242 MHz
Shader-Einheiten
(MADD)
2 × 64 (5D) 128 (1D) 240 (1D) 192 (1D)
FLOPs (MADD/ADD) 2 × 528 GFLOPS 581 GFLOPS 643 GFLOPS 933 GFLOPS 715 GFLOPS
ROPs 2 × 16 24 16 32 28
Pixelfüllrate 2 × 13.200 MPix/s 14.688 MPix/s 10.800 MPix/s 19.264 Mpix/s 16.128 MPix/s
TMUs 2 × 16 64 80 64
TAUs 2 × 32 32 64 80 64
Texelfüllrate 2 × 13.200 MTex/s 39.168 MTex/s 43.200 MTex/s 48.160 MTex/s 36.864 MTex/s
Shader-Model SM 4.1 SM 4
Hybrid-CF/-SLI
effektive Windows
Stromsparfunktion
Speichermenge 2 × 512 MByte GDDR3 768 MByte GDDR3 512 MByte GDDR3 1.024 MByte GDDR3 896 MByte GDDR3
Speichertakt 900 MHz 1.080 MHz 1.100 MHz 1.107 MHz 999 MHz
Speicherinterface 2 × 256 Bit 384 Bit 256 Bit 512 Bit 448 Bit
Speicherbandbreite 2 × 57.600 MB/s 103.680 MByte/s 70.400 MByte/s 141.696 MByte/s 111.888 MByte/s

Zudem handelte es sich bei der GT200 um die erste Nvidia-GPU, die einen tatsächlichen Stromsparmechanismus implementierte. Dieser sorgte dafür, dass die Grafikkarte neben dem normalem Modus einen Video- sowie einen Leerlauf-Modus besaß, in dem die Taktraten und Spannungen entsprechend abgesenkt wurden. Zudem konnten ungenutzte Blöcke innerhalb der GPU komplett abgeschaltet werden.

Deutlich schneller als die GeForce 8800 Ultra

In den Benchmarks machte die GeForce GTX 280 eine beeindruckende Figur. Im Vergleich mit der GeForce 8800 Ultra war sie je nach Einstellungen im Durchschnitt zwischen 40 und 50 Prozent schneller. Insbesondere in höheren Auflösungen und mit zugeschaltetem Anti-Aliasing und anisotroper Filterung zog die GeForce GTX 280 davon. Das konnte im Extremfall auch für einen Vorsprung von durchschnittlich 20 Prozent gegenüber der GeForce 9800 GX2 mit zwei G92-GPUs reichen.

Rating
Rating – 1280x1024
    • Nvidia GeForce GTX 280 SLI
      150,4
    • Nvidia GeForce 9800 GX2
      107,2
    • Nvidia GeForce GTX 280
      100,0
    • ATi Radeon HD 3870 X2
      82,0
    • Nvidia GeForce 9800 GTX
      71,4
    • Nvidia GeForce 8800 Ultra
      70,7
    • Nvidia GeForce 8800 GTS 512
      68,8
    • Nvidia GeForce 8800 GTX
      64,5
    • Nvidia GeForce 8800 GT
      61,2
    • ATi Radeon HD 3870
      54,7
    • Nvidia GeForce 9600 GT
      50,9
    • ATi Radeon HD 3850 512
      47,4
    • ATi Radeon HD 3850
      45,6
    • Nvidia GeForce 9600 GSO
      44,8
    • Nvidia GeForce 8600 GTS
      23,2
    • ATi Radeon HD 3650
      20,7
    • Nvidia GeForce 8600 GT
      18,8
Einheit: Prozent, Arithmetisches Mittel

Nicht ganz so gut lief es in den B-Noten. Der neue Dual-Slot-Kühler der GeForce GTX 280 war zwar im Leerlauf mit 47 dB(A) noch vertretbar, sorgte unter Last mit 58 dB(A) aber für einen ohrenbetäubenden Krach. Dass diese hohe Lautstärke nicht nötig gewesen war zeigte ein Blick auf die Temperaturen: 45 °C im Leerlauf und 80 °C unter Last ließen einigen Spielraum für langsamere Lüfterdrehzahlen. Der Leistung entsprechend fiel die Leistungsaufnahme sehr hoch aus und erreichte einen Gleichstand mit den Dual-GPU-Grafikkarten Radeon HD 3870 X2 und GeForce GTX 9800 GX2.

Diagramme
Lautstärke
  • Idle:
    • Nvidia GeForce 8600 GT
      43,0
      Passivkühlung
    • ATi Radeon HD 3850
      43,5
    • Nvidia GeForce 9800 GTX
      43,5
    • Nvidia GeForce 8800 GTS 512
      43,5
    • ATi Radeon HD 3870
      44,0
    • Nvidia GeForce 9600 GT
      44,0
    • Nvidia GeForce 8800 GT
      44,0
    • Nvidia GeForce 8800 GTX
      44,5
    • ATi Radeon HD 3870 X2
      45,5
    • ATi Radeon HD 3650
      46,0
    • Nvidia GeForce 8800 Ultra
      46,0
    • Nvidia GeForce 8600 GTS
      46,0
    • Nvidia GeForce GTX 280
      47,0
    • Nvidia GeForce 9800 GX2
      47,5
    • Nvidia GeForce GTX 280 SLI
      49,0
    • Nvidia GeForce 9600 GSO
      54,0
  • Last:
    • Nvidia GeForce 8600 GT
      43,0
      Passivkühlung
    • Nvidia GeForce 8800 GTS 512
      43,5
    • ATi Radeon HD 3850
      44,0
    • Nvidia GeForce 8800 GT
      44,0
    • ATi Radeon HD 3870
      45,0
    • Nvidia GeForce 9600 GT
      46,0
    • Nvidia GeForce 8600 GTS
      46,0
    • ATi Radeon HD 3650
      47,0
    • Nvidia GeForce 8800 Ultra
      48,5
    • Nvidia GeForce 8800 GTX
      49,0
    • Nvidia GeForce 9800 GTX
      50,0
    • Nvidia GeForce 9600 GSO
      54,0
    • ATi Radeon HD 3870 X2
      56,5
    • Nvidia GeForce GTX 280
      58,0
    • Nvidia GeForce 9800 GX2
      58,5
    • Nvidia GeForce GTX 280 SLI
      60,0
Einheit: dB(A)

Fazit

Eigentlich handelte es sich bei der GeForce GTX 280 – abgesehen von der hohen Lautstärke und Leistungsaufnahme – um eine sehr gute Grafikkarte. Mit einem Preis von 550 Euro war sie dementsprechend teuer und mit Abstand die teuerste Grafikkarte vor 15 Jahren – Dual-GPU-Modelle wie die GeForce GTX 9800 GX2 für 350 Euro inklusive. Mit diesem hohen Preis konnte die GeForce GTX 280 den ohnehin hohen Erwartungen nicht gerecht werden. Die erhoffte doppelte Leistung gegenüber einer GeForce 8800 Ultra lieferte sie bei weitem nicht ab.

In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:

Noch mehr Inhalte dieser Art und viele weitere Berichte und Anekdoten finden sich in der Retro-Ecke im Forum von ComputerBase.