Atomfall im Test: Spielkritik und Fazit

 3/3
Wolfgang Andermahr
138 Kommentare

Wie gut ist Atomfall?

Fallout in England mit einer Prise Doctor Who verspricht Atomfall. Das geht nicht ganz auf. Das Setting ist allerdings unschuldig. Die Entwickler bei Rebellion stolpern mit ihrem Survival-RPG an vielen kleineren Stellen, verraten Rezensionen, und punkten mit geweckter Neugier, dem Setting und dem Verzicht aufs Händchenhalten.

Das spannende Setting garantiert noch keinen Hit. Es trägt aber wie das Kernkonzept dazu bei: Als Stärke nennen Tester einstimmig neben einem Einschlag englischen Charakters die offene Welt und die Spielerführung bei der Suche nach Gründen für ein Reaktorunglück und darauf folgende seltsame Ereignisse rund um das Windscale-Kraftwerk in England. Spieler müssen dabei selbst erkunden und Lösungen finden, Questmarker und Co spart sich Rebellion. Eurogamer findet zwar Bugs in der Spielerführung, die einige Ecken unzugänglich machen, insgesamt unterhält der Verzicht auf das Händchenhalten aber gut.

Diese Sandbox mit groß geschriebenen Freiheiten ist, das fügen die Tests an, der größte Motivator, den Atomfall neben dem der Story zu Grunde liegenden Mysterium um einen Reaktorunfall hat: Es gibt nur Hinweise, den Rest muss der Spieler machen. „Fast nichts in Atomfall ist gelenkt“, schreibt Dual Shockers, wenngleich die Seite von den Enden der Story nicht überzeugt wird.

Gameplay-technisch okay

Movement und Aiming überzeugen grundsätzlich weniger, vor allem das Schleichen wird als hölzern und rudimentär empfunden. Die Systeme befindet Eurogamer etwa für „noch ok“, aber mehr auch nicht. Schießereien schneiden besser ab, weil Rebellion hier Mechaniken aus Sniper Elite übernimmt – was regelmäßig von Testern hervorgehoben wird. Am stärksten geht dabei PC Gamer mit dem Titel ins Gericht: Seine vielen Systeme blieben flach, viele Ideen würden nicht weit genug gedacht.

So wird Atomfall für GamePro mehr als die Summe seiner Teile, das Spiel habe Charakter und hebe sich damit von der Masse ab. Ähnlich bilanzieren auch andere Seiten. Stets wird hervorgehoben, dass Atomfall von offener Welt, Setting und Neugier lebe, nicht so sehr von seinen übrigen Systemen, die, heißt es nüchtern, nur nicht im Weg stehen, aber selten begeistern. In dem Fall passt das, zumal Atomfall als Teil des GamePass gespielt werden kann und dort zwischen 10 und 25 Stunden lang für Abwechslung sorgt.

Wertungsüberblick für Atomfall
Publikation Wertung
Eurogamer 3/5
DualShockers 8.5/10
GamePro 77/100
PC Gamer 62/100
Rock, Paper, Shotgun
VG247 3/5
Metacritic Presse: 76/100
Nutzer: -/10

Fazit

Mit Atomfall wagt sich Rebellion an ein ganz anderes Genre als beim Traditions-Titel des Studios, Sniper-Elite, während die Technik die gleiche bleibt. Die hauseigene Engine wurde zwar etwas aufgebohrt, kann mittlerweile aber einfach nicht mehr verstecken, dass sie nicht für die aktuelle Spiele-Generation gedacht gewesen ist. Vor allem das andauernde Flackern stört sehr, hier muss in Zukunft einfach eine temporale Kantenglättung her – dann wäre auch endlich Upsampling in Form von Nvidia DLSS und AMD FSR möglich, beides gibt es nicht. Im Jahr 2025 ist das nur schwer zu verkraften.

Immerhin oder quasi als Ausgleich ist die Framerate auch „nativ“ ziemlich hoch, eine schnelle Grafikkarte benötigt es für die maximalen Grafikdetails in Atomfall nicht. Auch aktuelle Einsteiger-Grafikkarten erreichen ihre 60 FPS in Full HD. Erst in Ultra HD steigt der GPU-Hunger eine gute Ecke an, eine aktuelle Mittelklasse-Grafikkarte ist aber nach wie vor schnell genug. Wer mehr FPS benötigt, muss aber an die Grafikdetails heran, Upsampling ist wie bereits geschrieben nicht vorhanden.

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Atomfall im Benchmark-Test

Einen guten Job haben die Entwickler in Sachen Frame Pacing gemacht, hier zeigt sich Atomfall von seiner guten Seite. Es gibt zwar ab und zu leichte Traversal-Stotterer beim Nachladen von Level-Inhalten, davon abgesehen ist die Bildausgabe aber wirklich gelungen. Auch beim VRAM-Bedarf zeigt sich das Spiel zart besaitet, hochauflösende Texturen gibt es dafür aber eben auch nicht.

Technische Probleme sind beim Test nicht aufgefallen, es gab weder Bugs, noch Abstürze. Wer sich Atomfall also kaufen möchte, kann bedenkenlos zur PC-Version greifen.

Die technischen Merkmale
Atomfall Eigenschaften
Entwickler Rebellion
Publisher Rebellion
Engine Asura
API DirectX 12
Nvidia Reflex Nein
Nvidia Reflex 2 Nein
AMD Anti-Lag 2 Nein
HDR
Widescreen (21:9) (Screenshot-Vergleich)
Kantenglättung SMAA (oder ähnliches)
Temporales Upsampling
Nvidia DLSS 4 Transformer Nein
Nvidia DLSS Super Resolution (SR) Nein
Nvidia DLSS Ray Reconstruction (RR) Nein
Nvidia DLSS Frame Generation (FG) Nein
Nvidia DLSS Multi Frame Generation (MFG) Nein
AMD FSR 4 Super Resolution (SR) Nein
AMD FSR Super Resolution (SR) Nein
AMD FSR Frame Generation (FG) Nein
Intel XeSS Super Resolution (SR) Nein
Intel XeSS Frame Generation (FG) Nein
Native Auflösung + Upsampling Nein
Raytracing Nein
60 FPS im Benchmark ab (mit DLSS/FSR Quality)
WQHD RTX 4060 Ti / RTX 5070 / RX 7700 XT / RX 9070
UWQHD RTX 4070 / RTX 5070 / RX 7800 XT / RX 9070
UHD RTX 4070 Ti / RTX 5070 / RX 7900 XT / RX 9070
Release-Datum 27. März 2025
Preis zum Release 50 Euro
70 Euro (Deluxe Edition)

ComputerBase hat Atomfall von Publisher Rebellion zum Testen erhalten. Das Spiel wurde unter NDA zur Verfügung gestellt. Die einzige Vorgabe war der frühstmögliche Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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