Red Dead Redemption im Test: Benchmarks mit 20 Grafikkarten von Nvidia, AMD und Intel
Red Dead Redemption ist 14 Jahre nach Release auf der PlayStation 3/Xbox 360 deutlich nach Red Dead Redemption 2 ebenfalls für den PC erschienen. ComputerBase wirft im Test einen Blick auf die Technik der PC-Version. Im Fokus stehen Grafikkarten-Benchmarks mit Nvidia-, AMD sowie Intel-GPUs und eine Analyse der Bildqualität.
Red Dead Redemption: Die Technik der PC-Version
Das ist mal eine ungewöhnliche Reihenfolge: Im Jahr 2019, ein Jahr nach dem Konsolen-Release, war Red Dead Redemption 2 (Test) für den PC erschienen, jetzt folgt der erste Teil. In diesem Fall hat es allerdings 14 Jahre gedauert, denn zum Release gab es das Spiel ausschließlich für die PlayStation 3 und die Xbox 360, es folgten Xbox One und PlayStation 4.
Rockstar Games hat die PC-Version gegenüber dem Original technisch etwas verbessert, wobei es sich dabei primär um die Integration aktueller Features handelt. So gibt es mit DLSS sowie FSR modernes temporales Upsampling und Ultra HD mit einer maximalen Framerate von 144 FPS wird unterstützt. Dasselbe gilt für HDR10 sowie Widescreen-Auflösungen in den Formaten 21:9 sowie 32:9. Die Grafik als solche bleibt hingegen unangetastet.
Die RDR-Grafik ist nicht gut gealtert
Und das hat nach 14 Jahren seine Folgen. Red Dead Redemption sieht nach heutigen Maßstäben nicht mehr schön, ja, teilweise schon gruselig aus. Die Darstellung der Gesichter ist der Tiefpunkt, sie wirken leblos bis stellenweise grotesk.
Die restliche Grafik inklusive der Städte und der Landschaften kann sich da schon eher auch im Jahr 2024 behaupten, auch wenn man der Grafik das Alter ebenfalls ansieht – in den 14 Jahren hat sich einfach sehr viel getan. Das gilt auch für das vorherrschende Farbschema: Braun.
Deutlich besser als im Original ist in der PC-Version jedoch die Kantenglättung. Red Dead Redemption hat auf den Konsolen das damals übliche FXAA benutzt, das mit der Vegetation oder den Gebäuden überhaupt nicht zurecht kam und vor allem in Auflösungen unter Ultra HD einfach nur massives Flimmern hervorrief – für die PC-Version gilt das weiterhin. Nvidia DLSS und AMD FSR, die neu hinzugekommen sind, machen einen weitaus besseren Job – weiter unten dazu mehr.
Red Dead Redemption | Eigenschaften |
---|---|
Entwickler | Rockstar Games |
Publisher | Rockstar Games |
Engine | Rockstar Advanced Game Engine (RAGE) |
API | DirectX 12 |
Nvidia Reflex | ✓ |
AMD Anti-Lag 2 | Nein |
HDR | ✓ |
Widescreen (21:9) | ✓ (Screenshot-Vergleich) |
Kantenglättung | FXAA |
Temporales Upsampling | |
Nvidia DLSS Super Resolution | ✓ |
Nvidia DLSS Frame Generation | ✓ |
Nvidia DLSS Ray Reconstruction | Nein |
AMD FSR Super Resolution | ✓ |
AMD FSR Frame Generation | Nein |
Intel XeSS Super Resolution | Nein |
Native Auflösung + Upsampling | ✓ (DLAA, FSR Native) |
Direkt zur Upsampling-Analyse | |
Raytracing | Nein |
60 FPS im Benchmark ab (mit DLAA/FSR Native) | |
FHD | GTX 1060 / RX 580 / Arc 580 |
WQHD | GTX 1070 / RTX 2060 / RX Vega 64 / RX 5600 XT |
UHD | RTX 2070 / RTX 3060 / RX 6700 XT / RX 7700 XT |
Direkt zu den Benchmarks | |
Release-Datum | 29. Oktober 2024 |
Preis zum Release | 50 Euro |
Upsampling (Nvidia DLSS / AMD FSR) in der Analyse
Red Dead Redemption unterstützt als Upsampling Nvidia DLSS 3.7.0.0 sowie FSR 3.0 jeweils in der Super-Resolution-Ausführung, Intel XeSS ist dagegen nicht vertreten. Darüber hinaus gibt es DLSS Frame Generation, das konkurrierende FSR Frame Generation fehlt.
Sowohl DLSS als auch FSR liefern einen deutlich besseren Job ab als die spieleigene Kantenglättung FXAA, die bezüglich der Bildstabilität – wie für FXAA üblich – im Endeffekt versagt: Selbst in Ultra HD flimmern viele Bildelemente noch sichtbar, in Full HD ist das Spiel eine regelrechte Flimmerhölle. Selbst FSR Performance sieht im direkten Vergleich besser aus.
Noch einmal deutlich beeindruckender sind dagegen die höheren Modi Quality, die gegenüber FXAA sowohl mit DLSS als auch mit FSR das Bild regelrecht transformieren und eine massiv bessere Qualität abliefern. Aufgrund der simplen Grafik kann auch FSR durchweg ein gut geglättetes Bild abliefern – auch in Full HD.
Noch einmal eine Ecke besser sind DLAA oder FSR Native, also das Rendern in nativer Auflösung mitsamt dem DLSS- oder dem FSR-Algorithmus, die die spieleigene Kantenglättung komplett ersetzen. DLSS liefert dabei wie gewohnt einen besseren Job ab als FSR, jedoch ist der Unterschied in Red Dead Redemption ziemlich gering.
Die Upsampling-Empfehlung
Die spieleigene Kantenglättung FXAA sollte gemieden werden. Aufgrund der geringen Hardware-Anforderungen das Spiels ist auf GeForce-RTX-Grafikkarten unabhängig von der Auflösung DLAA der Modi der Wahl, auf allen anderen Grafikkarten dagegen FSR Native. Geht die GPU-Leistung dennoch zu Neige, kann bedenkenlos sowohl bei DLSS als auch bei FSR der Quality-Modus aktiviert werden.
DLSS Frame-Generation ist hingegen ein zweischneidiges Schwert: Im GPU-Limit bringen die künstlichen Bilder in Red Dead Redemption so gut wie keinerlei FPS-Gewinn. Im CPU-Limit ist es dagegen sehr groß und liegt nahe an einer Verdoppelung der Performance. Je nachdem welche Komponente limitiert, kann der Nutzen entsprechend groß oder auch kaum bis nicht vorhanden sein.
Widescreen im Kurz-Test
Die meisten Spiele unterstützen heute die beliebten Widescreen-Formate, alle Titel dann aber immer mal wieder doch nicht – oder auch nicht korrekt. ComputerBase hat folgende 2 Screenshots in der Auflösung 3.440 × 1.440 (UWQHD) sowie 2.560 × 1.440 (WQHD) aufgenommen, was dem 21:9- und dem klassischen 16:9-Format entspricht. Daran lässt sich erkennen, wie das Spiel mit Widescreen-Auflösungen um geht.
Die offiziellen Systemanforderungen
Minimal | Empfohlen | |
---|---|---|
Prozessor | Intel Core i5-4670 AMD FX-9590 |
Intel Core i5-8500 AMD Ryzen 5 3500X |
Arbeitsspeicher | 8 GB RAM | |
Grafikkarte | Nvidia GeForce GTX 960 AMD Radeon R7 360 |
Nvidia GeForce RTX 2070 AMD Radeon RX 5700 XT |
Grafikspeicher | 2 GB VRAM | 8 GB VRAM |
Speicherplatz | 12 GB HDD/SSD | 12 GB SSD |
Betriebssystem | Windows 10 (64-Bit), DirectX 12 |
Das Grafikmenü im Detail
Eigenschaften | |
---|---|
Grafik-Presets | ✓ (Ultra, Hoch, Mittel, Niedrig) |
Einzelne Grafikoptionen | ✓ |
FPS-Limiter | ✓ (maximal 144 FPS, nicht abstellbar) |
Dynamische Auflösung | ✓ |
Spieleigenes Up-/Downscaling | Nein / Nein |
Spatiales Upscaling von AMD/Nvidia | Nein / Nein |
Nachschärfen | Nein |
FPS-Counter | Nein |
Sonstige Overlays | Nein |
VRAM-Auslastungsanzeige | ✓ |
Live-Vorschau | Nein |
Vergleichs-Screenshots | Nein |
Detaillierte Beschreibungen | Nein |
Integrierter Benchmark | Nein |
Die Ladezeiten
Manche Spiele laden unglaublich schnell, andere wiederum benötigen eine schiere Ewigkeit. Mit einer Stoppuhr ausgestattet, misst die Redaktion die Ladezeiten ins Hauptmenü und dann von dort in die Testsequenz. Da Ladezeiten variieren können, wird dies insgesamt dreimal durchgeführt und dann ein Durchschnitt gebildet. Zwischen jedem Versuch wird der Rechner neu hochgefahren, sodass keine Dateien mehr im Cache vorliegen. Falls es abbrechbare Intros oder Videosequenzen gibt, werden sie weggeklickt, denn nur die reine Ladezeit ist wichtig. Sofern das Spiel bemerkbar einmalig Shader vorab kompiliert, wird dieser Lauf nicht in die Rechnung einbezogen. Die Zeit der Shader-Erstellung wird separat angegeben.
Dabei ist zu bedenken, dass ComputerBase einen High-End-PC besitzt, der unter anderem mit einem Ryzen 9 7950X3D und einer Seagate FireCuda 530 als PCIe-4.0-fähige NVMe-SSD ausgestattet ist. Entsprechend werden die Ladezeiten auf den meisten Systemen länger ausfallen. Die Werte hier sind nur zur Orientierung gedacht.
In das Hauptmenü | Vom Menü zur Testsequenz | Shader-Kompilierung |
---|---|---|
47 Sekunden | 9 Sekunden | Ja (wenige Sekunden) |
Offizielle Steam-Deck-Kompatibilität
Wenn Spiele auf der Plattform Steam erscheinen, laufen sie auch oft auf dem Steam Deck. Zwar hat die Redaktion bei Technik-Tests nicht immer die Möglichkeit, die Performance auf der tragbaren Konsole zu überprüfen, doch gibt Steam bei den Titeln auch stets eine generelle Einordnung der Kompatibilität an. Wie sie ausfällt, findet sich hier im Artikel.
Aktuell hat Valve aber noch keine Einordnung zur Steam-Deck-Kompatibilität für Red Dead Redemption bekanntgegeben.