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Amazon Kindle Scribe Colorsoft (2026) im Test: Neue Technik, Formatunterstützung und Lesen auf dem Scribe Colorsoft

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Michael Schäfer
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Neuere Technik für mehr Leistung

Auch an der verbauten Technik hat Amazon gearbeitet. So werden alle neuen Modelle nun von einem nicht näher beschriebenen SoC mit nun vier Kernen angetrieben. Manche Quellen gehen hier von einem MT 8115 aus dem Hause MediaTek aus, welcher auch in E-Book-Readern oder E-Notes anderer Hersteller zum Einsatz kommt. Auch beim Arbeitsspeicher hat Amazon noch einmal nachgelegt: Während beim normalen Graustufenmodell 2 GB zum Einsatz kommen, setzt der Hersteller bei der Colorsoft-Variante sogar auf 4 GB.

Diese Kombination soll für eine um bis zu 40 Prozent höhere Geschwindigkeit beim Blättern und Schreiben sorgen. In der Praxis hat der Scribe Colorsoft gegenüber seinem monochromen Vorgänger tatsächlich, wenn auch nur leicht, die Nase vorn, wobei dieser bei Farbdarstellungen gleichzeitig auch mehr Pixel ansteuern muss. Die neue Grundlage sorgt somit zumindest dafür, dass sich die Dauer bei einem Seitenwechsel nicht verlängert. Auch bei komplexeren Inhalten gibt sich der neue Colorsoft keine Blöße.

Die Verbindung zu Amazons Bücher-Shop wird nach wie vor über die WLAN-Konnektivität hergestellt, was im 2,4- und 5-GHz-Band erfolgt.

Inhalte und Formatunterstützung

Bei den Möglichkeiten, Inhalte auf den neuen Kindle Scribe zu übertragen, verhält sich Amazon teilweise widersprüchlich. Einerseits hat das Unternehmen in letzter Zeit einige Funktionen gestrichen oder eingeschränkt, andererseits wurden andere Wege vereinfacht oder neu hinzugefügt.

Zu fast jedem Buch lassen sich kleine Informationen abrufen
Zu fast jedem Buch lassen sich kleine Informationen abrufen

So besteht die Möglichkeit, Inhalte per USB-Verbindung auf den Scribe Colorsoft zu übertragen, zwar weiterhin, da Amazon allerdings im Februar des letzten Jahres die Download-Funktion für E-Books aus dem eigenen Online-Shop entfernt und zudem ein neues DRM-System eingeführt hatte, dürfte die Anzahl der Bücher, die sich auf diesem Weg auf das E-Note übertragen lassen, künftig immer weiter abnehmen.

Goldener Käfig wird immer enger

Eine native Epub-Unterstützung besitzt auch der Kindle Scribe weiterhin nicht. Entsprechende Dateien können nach wie vor lediglich über den Umweg von „Send-to-Kindle“ auf das E-Note übertragen werden. Diese Funktion hatte Amazon allerdings bereits vor etwas mehr als einem Jahr deutlich beschnitten, indem hierfür keine Teiladressen oder reinen Domainadressen („@xyz.de“) mehr verwendet werden dürfen. Dies dürfte sich insbesondere auf Unternehmen und Bildungseinrichtungen auswirken, die ihre Bücher, Unterlagen oder Dokumente direkt auf mehrere Geräte verteilen wollen. Für viele Unternehmen dürfte diese Funktion allerdings ohnehin nicht infrage kommen, da der Versand grundsätzlich über die Server von Amazon erfolgt und dies nicht nur datenschutzrechtliche Probleme mit sich bringen dürfte, sondern ebenso gegen interne Vorgaben verstößt.

Die PDF-Unterstützung hat sich hingegen etwas verbessert, liegt aber dennoch weit hinter dem zurück, was andere Hersteller bieten. So werden Funktionen wie PDF-Reflow, bei dem bei textbasierten Dateien der Text herausgelöst und wie ein normales E-Book formatiert und angepasst werden kann, weiterhin nicht unterstützt, aber zumindest das Beschreiben von per USB-Übertragung auf den Scribe gebrachten Dokumenten des Formates ist nun möglich. Bislang mussten auch diese Dateien über die Server von Amazon verarbeitet werden, was gerade für Unternehmen ein Ausschlusskriterium gewesen sein dürfte.

Hinzugekommen ist zudem die native Unterstützung für Google Drive und Microsoft OneDrive, womit nicht nur unterstützte Formate direkt auf das Gerät übertragen werden können, sondern ebenso die Möglichkeit zum Export besteht.

Lesen auf dem Scribe Colorsoft

Auch wenn Amazon bei seinen Kindle-Readern die Nutzungsmöglichkeiten zunehmend einschränkt, bleiben sie bei der Lesequalität weiterhin das Maß der Dinge. Texte werden nach wie vor sehr scharf dargestellt, sodass diese auch bei kleineren Schriftgrößen sehr gut lesbar bleiben.

Dank des großen Displays kann der Scribe Colorsoft viel Text darstellen
Dank des großen Displays kann der Scribe Colorsoft viel Text darstellen

Dennoch machen auch hier die Kürzungen nicht halt. So lässt sich die Schriftgröße nur noch in 14 Stufen einstellen, zudem stehen lediglich neun Schriftarten zur Auswahl. Darüber hinaus können das Format im Hoch- oder Querformat, die Seitenränder in drei Abstufungen sowie die Textausrichtung festgelegt werden. Die Einstellung der Zeilenabstände sind hingegen in die Schrifteinstellungen gewandert und wurden dort zudem um die Abstände der Absätze, Wörter und Zeichen ergänzt.

Der Einfluss auf die Textdarstellung bleibt auch beim Scribe Colorsoft mager
Der Einfluss auf die Textdarstellung bleibt auch beim Scribe Colorsoft mager

Bei farbigen Texten fällt dagegen insbesondere bei Überschriften die technisch bedingte reduzierte Pixeldichte von 150 ppi auf. Reine Grafiken, Diagramme und ähnliche Inhalte werden vom System dennoch sehr gut dargestellt. Dadurch eignet sich der Kindle Colorsoft nicht zuletzt aufgrund des großen Displays auch für Fachliteratur, Zeitschriften und Comics. Wer allerdings eine ähnlich kräftige Farbdarstellung wie bei einem Tablet erwartet, dürfte schnell enttäuscht werden, da die Farben sichtbar matter wirken. Somit kann er zwar ebenso Photos darstellen, Spaß machen diese aber weniger.

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