Bargeldzahlungen auf 5.000 Eur begrenzen- Der Abschied vom Bargeld

Obergrenzen könnten zwar durchaus helfen gegen Geldwäsche vorzugehen allerdings sind 5000 € doch schon verdammt wenig. Bei wirklich organisierter Geldwäsche werden doch wesentlich höhere Beträge umgesetzt. Zudem gibt es doch schon eine recht gute Regelung. Bei Bargeldzahlung über 15000 € muss der "Verkäufer" doch eh einen Nachweis über die Herkunft des Geldes verlangen. Warum nutzt man diese wesentlich weniger restriktive Regelung nicht besser aus?

Ohne Bargeld wäre das Verhalten und die Lebensweise des einzelnen viel zu transparent. Nicht nur dass eingesehen werden kann wann und wo ich etwas gekauft habe. Es können damit auch Bewegungsprofile gut ergänzt werden.
 
Sinthuria schrieb:
Obergrenzen könnten zwar durchaus helfen gegen Geldwäsche vorzugehen allerdings sind 5000 € doch schon verdammt wenig. Bei wirklich organisierter Geldwäsche werden doch wesentlich höhere Beträge umgesetzt. Zudem gibt es doch schon eine recht gute Regelung. Bei Bargeldzahlung über 15000 € muss der "Verkäufer" doch eh einen Nachweis über die Herkunft des Geldes verlangen. Warum nutzt man diese wesentlich weniger restriktive Regelung nicht besser aus?

Same song:
Unkontrollierbare Geldgeschäfte werden durch derlei Regelungen genauso wenig kontrollierbarer, wie durch ein totales Bargeldverbot.
Im "formellen" Sektor funktioniert die Regelung sicher, aber der "informelle" Sektor hält sich eben nur an seine eigenen Regeln - und eine lautet eben "wo das Geld herkommt, ist egal, solange es nicht bei Dir (i.e. Verkäufer) geklaut wurde".
Von einer begrenzung des Bargeldverkehrs ist nur eines zu erwarten, der erweiterte Umstieg der Geldwäscher auf digitale Währungen (laut INTERPOL schon heute ein ernstzunehmender Posten).

Ich halte von bargeldlosem Zahlungsverkehr nichts, und das seit der ersten Kreditkarten-Zahlung an der Supermarktkasse (Kunde vor mir). Dieser Vorgang dauerte so lange, wie die 5 Barzahlungen davor und danach zusammen. Ähnliches passiert immer wieder, bloß liegt es diesmal nicht daran, dass die EC-Geräte zu langsam sind, heute sind es eher die Kunden, denen der Gebrauch (natürlich) jedes mal aufs neue erklärt werden muss, die erst auf Anfrage über ihre PIN nachdenken (und sie wohlmöglich trotzdem falsch eingeben) oder an verdreckten und zerkratzten Magnetstreifen oder EC-Chips (weil die Karte ja problemlos in die Hosentasche passt ... zusammen mit alten Bonbons und dem Haustürschlüssel).

Ich wünsche mir im Supermarkt mindestens EINE Kasse, über der gut leserlich steht "KEINE KARTENZAHLUNG". Denn Bargeld geht in den meisten Fällen einfach schneller.
Zeitersparnis durch EC ist mMn einfach nur ein Märchen.

Mein Portemonaie habe ich noch nie verloren ... Dinge in Check-Karten-Format hingegen schon oft.
Wer sein Portemonaie verliert, dem ist sein Inhalt offensichtlich nicht so wichtig.

Und Handys? HAHAHAHA ... 2008 (?) wurden in öffentlichen Toiletten in England insgesamt 8000 Handys gefunden ... da achten die Leute schenbar auch nicht besser drauf.


Zu 1 und 2 Centstücken.
Es gab mal eine Zeit, da war es nötig, solche Geldstücke im Umlauf zu haben, da es Produkte gab, die eben nur 2 oder 3 Cent/Stk gekostet haben.
Zusätzlich haben psychologisch geschulte Marketing-Experten erkannt, dass 1 cent unter Umständen den Unterschied zwischen Kauf und Verzicht bedeutet. Das menschliche Unterbewusstsein ist tatsächlich in der Lage, einen Artikel für "überteuert" zu halten, wenn er €3,00 kostet, den gleichen Artikel aber als "günstig" zu empfinden, wenn er nur €2,99 kostet (das funktioniert ohne Centbeträge natürlich auch ... €299,- sind subjektiv viel weniger als €300,- und der subjektive Differenzbetrag ist dabei auch sehr viel höher, als €1,00 ... der macht manchmal den Unterschied zwischen "Wucher" und einem "unwiderstehlichen Schnäppchen" aus).
Die krummen Beträge, denen wir heute die Existenz von 1 und 2 Cent-Münzen verdanken, sind DER zentrale Faktor bei der Gewinnmaximierung des Einzelhandels. Ein Cent weniger ist nicht viel, kann aber u.U. bis zu 50% mehr Absatz bedeuten. Und wenn du statt 20 Stück für €3,00/Stk dann 30 Stück für €2,99/Stk verkaufst dann machst du bei 10 bzw. 9 cent Gewinn/Stk im ersten Fall €2,00 Gewinn, im zweiten aber €2,70 - 70c mehr Gewinn bei fast gleichem Preis, das ist Magie ... da kann der Preisstratege einfach nicht widerstehen - also braucht er 1c und 2c Münzen, denn erst die machen das in der Form möglich.
Die gleiche Psycho-Magie steckt auch hinter der kleinen 9 bei den Spritpreisen ;)
Solange das so läuft, ist jede Kampagne zur Abschaffung diese "Kleinstgeldes" als aktive Wirtschaftsschädigung zu betrachten - selbst wenn die Produktionskosten dieser Münzen ihren Marktwert weit übersteigen.


Das eigentliche Problem sehe ich viel eher darin, dass unsere Gesellschaft die Kontrolle über Menge und Wert der Währung den Zentralbanken überlassen hat - und damit Wirtschaftsunternehmen, die schon vom Grundprinzip ausschließlich an Profit orientiert sein können.
Ein volkswirtschaftlich "vernünftiger" Umgang mit dieser Macht ist aus der Ecke einfach nicht zu erwarten.

Es gab noch kein einziges Wirtschaftssystem, welches als ganzes von einer Geldkontrolle durch Banken profitiert hätte ... es ist sogar noch schlimmer - wann immer die Banken diese Kontrolle erlangt hatten, stolperte das betroffene Wirtschaftssystem praktisch nur noch von Krise zu Krise.
Die aktuelle Situation ist nur dadurch anders, dass zum ersten Mal der Staat die Banken rettet, nach dem sie in gewohnter Manier wiedermal Mist gebaut haben.

Der Begriff der "Bad Bank" ist schon ein historischer Witz - als hätte es jemals eine "good Bank" gegeben.

@Idon
Wenn ich deine Beiträge so lese, dann warte ich praktisch drauf, dass die ersten Einkaufslisten auf meiner facebook-pinwand auftauchen ... "Dir und 33.000 anderen Personen gefällt, dass Schnullipups gestern (um 15:42.23.274) 3 Liter Milch, eine Banane, ein Kg Mehl (Typ405) und eine Kiste Becks Lemon (24x0,33L) bei REWE an der Musterstraße 3 in 37353 Musterhausen gekauft hat; Zahlung €17,74 per Mastercard".
Flankiert wird diese Meldung dann von entsprechender Werbung (Chiquita, Becks, REWE, Mastercard usw.).
Zweifellos würde das gut in die "Kommunikationskultur" bei Facebook hineinpassen ... ich fänd es aber trotzdem einfach nur lächerlich ... aber ich bin ja auch (fremd)erklärter Fortschrittsfeind.
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja es würde ja schon ausreichen, dies mit einem z.B. Auszahlungsbeleg der Bank zu untermauern. Ist so etwas nicht vorhanden könnte man das ein Geschäftja auch untersagen.
 
Sinthuria schrieb:
Naja es würde ja schon ausreichen, dies mit einem z.B. Auszahlungsbeleg der Bank zu untermauern. Ist so etwas nicht vorhanden könnte man das ein Geschäftja auch untersagen.

Dann heb ich halt Geld ab und zahl dann trotzdem mit anderem Geld bzw. zahls wieder ein? Was soll so ein Auszahlungsbeleg denn bitte belegen.

Das ist alles unlogisch und bringt nichts. Bargeldzahlungen begrenzen? Dann zahl ich eben auf Raten... am selben Tag versteht sich, vllt auch Rückdatiert interessiert doch niemanden und rechtlich nicht angreifbar. Mir fallen jetzt schon viele Möglichkeiten ein, so eine Obergrenze zu umgehen, natürlich sind die rechtlich nicht einwandfrei, aber eben auch nicht nachweisbar.
 
Zuletzt bearbeitet:
Interessant, dass hier aufgeführt wurde "Bargeld ist lästig". Ich persönlich denke mir das von Leuten die Beträge kleiner als 10€ mit der Karte zahlen. :rolleyes: Generell bezahle ich mit Bargeld schneller als mit Karte und weiß danach auch wenn der Geldbeutel leer ist. Es gibt Szenarien da ist bargeldloses Bezahlen eigentlich richtig ineffizient, wie z.B. Weinfeste oder sonstige Dorffeste. Da würden die Kosten für solche Systeme alles übersteigen.


Aber generell gibt es aus Sicht der Politik und Banken genügend Ideenspiele das Bargeld abzuschaffen. Dass Terrorismusbekämpfung vorgeschoben wird ist mittlerweile auch üblich. Generell gilt ja in der Politik, dass die breite Masse alles glaubt was man nur oft genug wiederholt. Das sieht man auch hier teilweise bei manchen Beiträgen.

Bzgl. der Terrorismusbekämpfung durch Bargeldverbot hatte ich zumindest Letztens etwas über eine Studie von einen Prof. gehört, dass dadurch gerade mal 5% von deren Geschäften eingedämmt werden würde. Die Studie habe ich gerade aber nicht zur Hand.

Die wesentlich wahrscheinlicheren Gründe sind 1) Negativzins, 2) Verhinderung des Bankenruns und 3) Kontrolle des Bürgers.

1) Klar ist, dass sobald der Bürger sein Geld nicht mehr abheben kann die Banken alles tun können was sie möchten und somit den Konsum noch ein letztes Mal anheizen können. Denn es wird wohl jeder versuchen sein Geld wegzuschaffen bevor es wertlos wird.


2) Ist ggf. auch mit 1) verbunden, aber 1) ist keine Zwangsvoraussetzung. Wenn es in Deutschland so zuginge wie in Griechenland, dann würden die Leute auch versuchen ihre Konten zu leeren, aber das Geld nicht rauswerfen, sondern bunkern. Ich meine mich zu erinnern, dass wenn nur ca. 10% des Deutschen "Barvermögens" abgehoben wird, sind die Banken heutzutage zahlungsunfähig. Die haben weder diese Menge an Bargeld verfügbar noch zur kurzfristigen Verfügung. Das sah man an Griechenland. Quellen gibt's aber bestimmt auch irgendwo.

3) Naja hierzu muss man nicht viel sagen. Aus der Vergangenheit hat man nichts gelernt und macht eben die gleichen Fehler immer wieder. Wenn ich hier dann laut manchen etwas "zu verbergen" habe, dann soll er eben der Meinung sein. Letztendlich werden solche Personen die Folgen früher zu spüren bekommen als Leute, die sich nicht gerne durchleuchten lassen.

Es gibt diverse Petitione eins und zwei.


Für mich persönlich ist das Problem hier ganz klar die Politik und die Banken sowie diverse "korrupte" Lobbyisten. Das aktuelle System ist zwar nicht perfekt, aber es braucht keinen radikalen Wandel. Dennoch müsste man an gewissen Stellschrauben drehen. Diese findet man u.a. bei den drei genannten Problemgruppen.
 
DerOlf schrieb:
Die krummen Beträge, denen wir heute die Existenz von 1 und 2 Cent-Münzen verdanken, sind DER zentrale Faktor bei der Gewinnmaximierung des Einzelhandels. Ein Cent weniger ist nicht viel, kann aber u.U. bis zu 50% mehr Absatz bedeuten. Und wenn du statt 20 Stück für €3,00/Stk dann 30 Stück für €2,99/Stk verkaufst dann machst du bei 10 bzw. 9 cent Gewinn/Stk im ersten Fall €2,00 Gewinn, im zweiten aber €2,70 - 70c mehr Gewinn bei fast gleichem Preis, das ist Magie ... da kann der Preisstratege einfach nicht widerstehen - also braucht er 1c und 2c Münzen, denn erst die machen das in der Form möglich.
Die gleiche Psycho-Magie steckt auch hinter der kleinen 9 bei den Spritpreisen ;)
Solange das so läuft, ist jede Kampagne zur Abschaffung diese "Kleinstgeldes" als aktive Wirtschaftsschädigung zu betrachten - selbst wenn die Produktionskosten dieser Münzen ihren Marktwert weit übersteigen.

wie du schreibst, funktioniert das auch mit grossen Beträgen (299/300€) in der Schweiz gibts bekanntlich auch keine 1 Rappen Stücke, hier werden die Preise halt auf CHF 2.95 gesetzt, um denselben Eindruck zu erwecken. Kleinstgeld kann also problemlos abgeschafft werden (meinetwegen auch gleich die 5 cent bzw. 5 Rappen Stücke).

Ich finde es grundsätzlich bedenklich, Bargeldverkehr einzuschränken. Dass grosse Beträge nur der Anfang vom Weg, Bargeld abzuschaffen ist, sollte eigentlich offensichtlich sein.
Was machen wir dann, wenn zB bei Bauarbeiten die Internetverbindung eines Einkaufszentrums gekappt wird und keine Terminals mehr funktionieren?
 
Na sicher klappt dieser Psychotrick auch mit 5er Beträgen ... aber da "verzichtet" der Einzelhandel auf 4c, die ihm der Kunde sonst "schenkt". Rechne das mal auf tausender Margen hoch, und du weißt, dass der Einzelhandel (und die Produktionsindustrie) nur sehr ungern auf 1c und 2c verzichten wird.

Ich brauch auch nicht dringend dieses Kleinstgeld ... Das einzige, was mich stört, ist der Umstand, dass ohne diese Kleinstbeträge ein Artikel mit <1c Produktkonskosten am ende einer ordenlichen KLR zur Preisermittlung mindestens 5c kosten muss ... nicht weil das unternehmen gerne >4c Gewinn einstreicht, sondern weil kleinere Beträge im dt. Geldsystem nicht zahlbar sind (solche Artikel gibts dann evtl. nur noch im 10er oder 100er-Pack - sehr geil, wenn man nur eins braucht).
Kleinstgeld ermöglicht neben gemeinen Psychotricks eben auch eine genauere Preiskalkulation. mit der Abschaffung von kleinstgeld wäre die Genauigkeit hier dahin ... aber das stört natürlich erst, wenn der Sprit dann nicht von 1,19 auf 1,32 steigt, sondern direkt auf 1,35 steigen MUSS ... BILD wird verbal Amok laufen.
Vergrößerte Teuerungsraten lassen sich auf die weise natürlich viel besser verschleiern ... dann ist es nämlich normal, dass Produkte gleich mal 5c, 10c oder 20c mehr kosten - weniger Preissteigerung geht dann halt nicht.

Zur Geldwäsche fällt mir gerade noch was ein. Ich habe neulich in einer Doku einen Zöllner etwas über große Geldscheine sagen hören. Für mich klang das einleuchtend. Es ging dabei nicht direkt um Geldwäsche sondern um Geldschmuggel. Er ärgerte sich über die 500-Euro Scheine, die es möglich machen, relativ große Geldbeträge in einem Briefumschlag zu transportieren. Sein Beispiel für eine "best practice" war da das Amerikanische System, in dem es keine wirklich großen Geldscheine gibt (die gibt es schon, aber doch eher als Sammlerstücke denn im Umlauf).
Er zeigte einfach zum Vergleich einen Umschlag mit 10.000 Euro in Fünfhundertern und einen Koffer mit dem gleichen Betrag in Dollarnoten. In den Umschlag hätte man noch ein paar tausend rein gekriegt - der Koffer war randvoll. Statt das Kleinstgeld abzuschaffen, sollte man eher die großen Geldscheine einziehen, denn damit ist dem Internationalen Geldschmuggel (der scheinbar größtenteils in Euro abgewickelt wird) das Medium genommen, durch das er große Geldmengen in kleinen Behältnissen transportieren kann. Wie gesagt, der Koffer war randvoll mir Dollarnoten, und für den gleichen Betrag in Euro hätte man nichtmal das ganze Futter aufschneiden müssen.
Nebenbei sind die meisten Geschäfte garnicht drauf vorbereitet, auf einen 500er rauszugeben ... die meisten nehmen solch große Scheine nichtmal an ... wozu gibt es also die Dinger, wenn nicht für das "tolle" Gefühl, oder für möchtegern-Gangster-Gehabe (und sogar die möchtegern Gangstar nehmen dafür doch lieber Dollars, weil die "cooler" aussehen).
Zweifelsohne ist es praktisch, wenn man dringend >5000 für ein Business-Coat ausgeben muss und das eben in Bar zahlen will, oder ein Auto, Haus, Pool uäm. Aber rechtfertigt das, Kriminellen solch paradiesische Transportbedingungen einzuräumen? Ich persönlich würde auch gerne wissen, wie es sich anfühlt, das neue Auto mit einem 7,5tonner voll Kupfergeld zu bezahlen ;) oder mit einem Koffer voll 5er und 10er. Ist bestimmt spaßiger, als Kreditkarte.
 
Zuletzt bearbeitet:
@DerOlf

Der Treibstoffpreis ist aber ein schlechtes Beispiel, denn hier sind wir doch schon im Zehntel-Cent Bereich bei der Preisangabe. Sprich einen Liter kannst du gar nicht "richtig" bezahlen, oder wie funktioniert das zurzeit mit 1.098€?

Durch die genaue Portionierung des Sprits funktioiert das aber, dass man eben auf einen zahlbaren Betrag kommt. Genau 1 Liter tanken funktioniert auch jetzt schon nicht ;) (also ohne, dass gerundet wird) Ich musst auf der Tankstelle den 1 Cent der vllt noch drüberrutscht wenn ich genau 50€ ansteuere noch nie bezahlen.
 
Die Zehntel-Beträge beim Treibstoff haben aber mit der möglichst exakten Preisermittlng nichts zu tun ... sonst würde sich die 3. Nachkommastelle nämlich ab und zu mal verändern. Und DAS tat sie nichtmal zur Euroumstellung - vorher hatten die Spritpreise alle eine 9 an dieser Stelle - also 0,9pf. Heute sind es 0,8c. Das hängt wohl mit der Umrechnung zusammen (2x0,9 = 1,8). Es hat sich also seit mindestens 35 Jahren in diesem Bereich nichts verändert - zumindest was die dritte Nachkommastelle angeht, sind Spritpreise scheinbar sehr stabil.

Die Frage ist nun "warum" ... woher kommt diese erstaunliche Stabilität über Jahrzehte hinweg? Die Spritpreise machen dabei sehr starke Preisschwankungen mit ... die aber die letzte Stelle nie berühren.
Ich glaube das hängt damit zusammen, dass das Unterbewusstsein nicht ordentlich rechnen kann - da heist es eben 1,10 - 1,098 = 1c und im Gegenzug 1,098 - 1,09 = 0c. Die Differenz in der ersten Rechnung ist subjektiv größer als in der zweiten - obwohl es mathematisch betrachtet genau andersrum ist.
Preisstrategen wissen und nutzen das ... und mehr habe ich nicht behaupten wollen.

Zu den Spritpreisen hat wohl jeder ein anderes Geschichtchen parat.
Für meine Oma war die "kleine 9" ein "versteckter Mengenrabatt" ... der allerdings nur funktioniert, WENN gerundet wird.
Für meinen Vater lag die Erklärung in krummen Steuersätzen (und er hat sich nicht gewundert, warum da immer 0,009 rauskam).
Ich halte mittlerweile eine Erklärung über Zahlenpsychologie für wahrscheinlicher.

OT:
Darf ich mal fragen, ob ihr wisst, warum es Einkaufsmusik gibt?
Genau, weil Milchkühe mit Musik mehr Milch geben.
Das muss doch beim "Melken" der Kundschaft auch nutzbar sein ;)
Spätestens wenn man sich mit Marketingstrategien beschäftigt (egal ob B2C oder B2B), kommt man sich vor wie Konsumvieh.
 
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DerOlf schrieb:
Er zeigte einfach zum Vergleich einen Umschlag mit 10.000 Euro in Fünfhundertern und einen Koffer mit dem gleichen Betrag in Dollarnoten. In den Umschlag hätte man noch ein paar tausend rein gekriegt - der Koffer war randvoll. .

Ich habe im Autohaus schonmal 16k komplett in 100ern gesehen und das ist mitnichten ein Koffer.
Könnte wohl recht knapp in 3-4 Briefumschläge passen, sagen wir mal 10k passen somit in 2 Umschläge.
Da es in den USA auch 100er gibt, sehe ich keine Möglichkeit, damit einen ganzen Koffer zu füllen.


Zur Abschaffung von 1-2 Cent:
Wozu müsste man denn die Preise dann auf 5 Cent runden?
Einfach am Ende die Rechnung immer auf 5 Cent runden, fertig.
 
DerOlf schrieb:
Die Zehntel-Beträge beim Treibstoff haben aber mit der möglichst exakten Preisermittlng nichts zu tun ... sonst würde sich die 3. Nachkommastelle nämlich ab und zu mal verändern. Und DAS tat sie nichtmal zur Euroumstellung - vorher hatten die Spritpreise alle eine 9 an dieser Stelle - also 0,9pf. Heute sind es 0,8c. Das hängt wohl mit der Umrechnung zusammen (2x0,9 = 1,8). Es hat sich also seit mindestens 35 Jahren in diesem Bereich nichts verändert - zumindest was die dritte Nachkommastelle angeht, sind Spritpreise scheinbar sehr stabil.

Also bei meinem letzten Tankstellenbesuch hab ich Benzin zum Preis von 1.045 gekauft. Keine Ahnung wie es bei euch in D ist, aber hier ändert sich die letzte Stelle fast jeden Tag... (vor allem weil eine Tankstelle meist um 0.005€ billiger ist als die anderen und immer nachjustiert)
 
KlaasKersting schrieb:
Bei uns ändern sich nur die Cents, die Zehntelcent-Stelle bleibt gleich.

Das finde ich komisch vermutlich irgendeine Bestimmung bei euch, so wie bei uns der Preis nur einmal am Tag erhöht, aber jeder Zeit gesenkt werden darf. Tut jetzt aber auch nichts zur Sache, wir haben den Preis auf Zehntel Cent genau angegeben, bezahlen aber auf Cent genau, da die Pumpen einfach immer eine Menge rausgeben die zumindest einem Cent entspricht.

Das wäre also nur in ganz wenigen Fällen ein Problem, wie eben Material das zurzeit nur 1 Cent pro Stück kostet (auch wenn ich sowas nicht kenne).
Sobald man viele davon kauft, kann man auch wieder mit den genaueren Preis rechnen und rundet am Ende.
 
BernardSheyan schrieb:
Ja, Bargeld nervt. Das finde ich auch immer wenn jemand an der Kasse mit Karte bezahlt und locker doppelt so lange braucht. (Wer Ironie findet, darf sie behalten)

Ja die Karten-Zahler nerven am meisten,dicht gefolgt von den Leuten die alles mit Cent Münzen bezahlen.

Unsere Politiker haben auch immer wieder neue dämliche Ideen.Die müssen auch an allem rumpfuschen.
 
“Die große Menge des umlaufenden Geldes, das Geld der großen Transaktionen, die Vertretung des nationalen Reichtums, Münze, jawohl Münze haben jene Männer, auf die ich anspielte, auszugeben verhindert. Titel, Anweisungen, Schecks, Wechsel, Indossements, Diskont, Kurse, Zahlen und immer wieder Zahlen, das hat, wie ein entfesselter Wasserfall, die Völker überschwemmt. Was war demgegenüber das Metallgeld und das Papiergeld?
“Jene” aber als sehr feine Psychologen kamen bei der Straflosigkeit der allgemeinen Unwissenheit zu viel mehr. Noch über die riesige Reihe des Finanzgeldes hinaus, um ihm einen Umfang bis zum Unendlichen zu geben und es mit der Schnelligkeit des Gedankens auszustatten, schufen sie das Kreditgeld … eine Abstraktion, ein gedachtes Wesen, eine Ziffer … Kredit, Glauben … Verstehen Sie es schon? Betrug, falsches Geld mit gesetzlichem Kurs …
Mit anderen Worten, um mich besser verständlich zu machen, Banken und Börsen und das ganze Finanzsystem sind eine gigantische Maschine, um eine Ungeheuerlichkeit gegen die Natur zu begehen, wie Aristoteles es bezeichnet hat, nämlich das Geld wieder Geld erzeugen lassen, etwas, das einmal ein Verbrechen gegen die Wirtschaft, im Fall der Finanzleute auch ein Verbrechen gegen das Strafgesetzbuch ist, denn es ist Wucher.
Ich weiß schon, was nun der Gegeneinwand sein wird, nämlich, daß sie einen gesetzlichen Zins beziehen. Auch wenn man dies zugesteht – und das heißt viel zugestehen – so bleibt der Wucher der gleiche; denn wenn der Zins, den sie nehmen, gesetzlich ist, so täuschen Sie fälschend ein gar nicht existierendes Kapital vor. Die Banken haben immer, geliehen oder in produktiver Bewegung, eine Menge Kreditgeld, Geld in Zahlen, die fünf- bis hundertmal größer ist als die Summe des ausgegebenen physischen Geldes.
Ich will nicht von den Fällen sprechen, in denen das Kreditgeld – das fabrizierte Falschgeld! – das als Kapital eingezahlte Geld übertrifft. Wenn man aber berücksichtigt, daß nicht das wirkliche Kapital, sondern das nicht existente Kapital Zinsen bringt, dann muß der Zins um so viel mal unberechtigter sein als das wirkliche Kapital durch diese Fälschung vervielfacht ist … Und berücksichtigen Sie bitte, daß das System, das ich darlege, noch das unschuldigste
ist, um Falschgeld herzustellen.
Stellen Sie sich, wenn Sie können, einige wenige Menschen vor mit einer unumschränkten Macht zum Besitz realer Güter, und es werden unumschränkte Diktatoren des Wertes im Umsatz sein, also Diktatoren der Erzeugung und Verteilung, und daher der Arbeit und des Verbrauches. Wenn Ihre Vorstellungskraft das gestattet, stellen Sie sich das im Weltmaßstab vor und Sie werden die auf sozialem und moralischem Gebiet anarchische, also revolutionäre Wirkung erkennen. Verstehen Sie nun?
Kuz.: Nein, noch nicht.
Rak.: Natürlich – es ist sehr schwer, Wunder zu verstehen.
Kuz.: Wunder?
Rak.: Ja, Wunder! Ist es kein Wunder, wenn sich eine Holzbank in eine Kathedrale verwandelt? Solch ein Wunder aber haben die Menschen im letzten Jahrhundert tausendmal erlebt, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Denn es ist ein staunenerregendes Wunder, daß die Bänke, an denen schmierige Wucherer saßen und mit ihrem Gelde handelten, zu Tempeln wurden, die ihre heidnischen Säulenfassaden an jeder Ecke der modernen Städte emporrecken und zu welchen die Menge eilt, besessen von einem Glauben, den nicht einmal die Himmlischen einzuflößen vermögen, um begeistert alle Reichtümer der Gottheit “Geld” darzubringen, von der sie meinen, sie throne im Stahlschrank des Bankiers, ihrer göttlichen Aufgabe hingegeben, sich bis ins Unendliche zu vermehren”
(Das Rakowskij-Protokoll: Vernehmung des Sowjet-botschafters Kristjan Jurjewitsch Rakowskij durch den Beamten der GPU Gabriel G. Kuzmin am 26. Januar 1938 in Moskau)
 
Die Bargeldabschaffung ist nur ein weiteres Mittel, den braven Untermenschen ihrer Ersparten Werte zu berauben.
Und wenn dann der Dragi soviel Geld gedruckt hat, das 5% Negativ Zins notwendig werden, um damit den ganzen Wahnsinn zu bezahlen, wird es hoffentlich auch dem letzten klar sein was passiert ist. Nur dann ist es leider zu spät.
 
Hagen_67 schrieb:
Wie steht Ihr dazu?

Ich lehne eine Begrenzung ab und folglich die schleichende Abschaffung von Bargeld. Gründe wurden ja hinreichend genannt.

BernardSheyan schrieb:
Ja, Bargeld nervt. Das finde ich auch immer wenn jemand an der Kasse mit Karte bezahlt und locker doppelt so lange braucht. (Wer Ironie findet, darf sie behalten)

Cupra 280 schrieb:
Ja die Karten-Zahler nerven am meisten,dicht gefolgt von den Leuten die alles mit Cent Münzen bezahlen.

Geht mir auch so. Im Kaufland bezahlt vor mir einer mit Karte und immer dauert das länger als mit Bargeld. Keine Ironie.

Kleingeld nervt manchmal. Aber manchmal benutze ich das dann auch teilweise bei kleinen Summen, damit das angesammte Kleingeld verschwindet. Aber nicht so, dass der Kassierer das Kotzen kriegt. Oder wenn ich Bargeld in der Bank für eine Überweisung samt Zettel abgebe, dann gebe ich auch einen Teil mit 1- und 2-Cent-Stücken.

Mit Bargeld hat man dann m.E. auch ein besseres Gefühl für das Geld und einen besseren Überblick, wieviel man dann einkaufen kann.
 
Ein Kollege hatte gestern den ganzen Tag lang große Probleme (link1) mit seinem Vodafone-Handy und in ganz Sachsen hatten viele Kunde solche Probleme. Sachsen taucht aber als Störungssschwerpunkt überhaupt nicht in den News auf, woanders muss es also noch viel schlimmer gewesen sein.

Da ging gar nichts mehr mit dem Handy.
Also theoretisch dann auch kein Einkauf mehr - kein Frühstück, nichts Tanken oder kein ÖPNV-Ticket usw. - wollen wir das wirklich?
 
^^
nicht wir wollen das aber die die alles unbedingt überwachen wollen und die die damit geld verdienen
 
Wer glaubt, dass illegale Geschäfte mit Bargeld getätigt werden, glaubt auch noch an den Weihnachtsmann.
 
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