Nr23 schrieb:
Das Afghanistan nicht für eine Demokratie wie im Westen gemacht ist dürfte jedem klar sein.
Fakt ist, bis wir abziehen müssen die Taliban geschwächt werden und das mit allen Mitteln!
Die Taliban/Al Quida sind außerdem dezentral organisiert, nur weil unsere Medien immer das Wort Al Quida im Mund nehmen heißt es auch nicht das es eine homogene Gruppe von religiösen Fanatikern ist - die alle geschlossen hinter "Bin Laden" stehen. Das ist nämlich das nächste erstaunliche was die Medien außer Acht lassen, das es in Al Quida unterschiedliche Ansichten gibt die zu Streitpunkten in der Clique führen. Ich glaub in The Guardian oder The New York Times gab es vor längerer Zeit mal einen ausführlichen Artikel dazu.
Sicher ist auch das es der westlichen Hemisphäre selbst wenig interessiert, sehr bekannt ist mir noch ein sehr ausführlicher Artikel über die Drogenbekämpfung in Afgahnistan der New York Times.
Der Inspektor schilderte in 9 ausführlichen Seiten seine Erlebnisse und warum die Bekämpfung stockt, es lag damals nicht an die afgahnischen Menschen sondern an den US-Befehlshabern.
Mit Krieg kann man einzelne Gruppierungen nicht bekämpfen.
Der Anbau von Mohn lohnt sich, weil es in Afgahnistan fast die einzige Landwirtschaft ist - die ausreichend Geld für die Anbauer ausschüttet. Mit dem Abbrennen der Mohnfelder ist es nicht getan, Alternativen müssen her aber um die Alternativen und aktive faire und transparente Unterstützung für die Afgahnen steht es offenbar schlecht.
Die größte Hilfe wäre also Geld in wirklicher Bildung, Wiederaufbau und Transparenz/Fairen Handel zu stecken statt es mit jeden Patronenschuss zu verfeuern.
Aber nach 9 Jahren dürfte auch dieser Umschwenk nicht wirklich mehr glaubwürdig sein.
Würden wir einem Politiker glauben der jedes Jahr, sogar monatlich Aufbau und Fortschritt preist, aber nach 9 Jahren das Land minimale Fortschritte gemacht hat?
Nein! Wir Deutschen geben nach 6 Monaten Schwarz-Gelb einer FDP schon eine Schelte.
Der Zug ist in Afgahnistan nahezu abgefahren - würde ich sagen!
Stormtrooper85 schrieb:
Wenn es um den Kampf gegen den Terrorismus geht, dann müsste man eigentlich auch, wie e-ding ja auch geschrieben hat, Pakistan ins Visier nehmen. Auch Länder wie der Sudan müssten dann im Rahmen der Terrorbekämpfung zum Ziel werden.
Nicht vergessen Somalia und Saudi Arabien sollte man auch noch erwähnen.
Bin Laden und ein Großteil der Talibanbewegung aus Saudi Arabien und hat sich über Pakistan bis eben nach Afgahnistan breit gemacht.
Und wenn man soweit ist, warum nicht gleich noch Indonesien und co in Visier nehmen. Über Süd Amerika wird bestimmt auch schon gebrütet, verselbstständigen sich die Länder dort doch gerade massiv.
Der Kampf gegen den Terror ist die Unbegründung schlechthin, man bekämpft nicht die Ursachen sondern die Viren - die sich stets neu regenerieren können, denn die kennen keine Landes- und Wirtsgrenzen. Unsere Kriegsmaschinerie dagegen schon - sei es am Ende wegen das Finanzetat im eigenem Land!
Nämlich mangelhafte Bildung, Armut, Perspektivlosigkeit, Ausbeutung, Unterdrückung sind die Nahrungsgeber für Terrorismus - solange man diese Dinge nicht aktiv bekämpft und man weltweit keine gemeinsame Linien findet, wird es Krieg bishin zu Völkermord/Massaker weiterhin geben und schließlich darf man auch nicht vergessen wird dies von der westlichen Hemisphäre auch gewünscht. Die Waffenindustrie muss geschmiert werden, denn die ist für unsere Wirtschaft und unserem Wohlstand wichtig.