gintoki schrieb:
Ich habe explizit nach der Ortung gefragt. Die Frage war natürlich rhetorisch, das 5.1 hat hier systemimanent Vorteile, die ein Stereopärchen nicht ausstechen kann.
Mal davon abgesehen, dass es Satelitten von klein bis groß gibt, würde ich für diese oft gemachte Behauptung mal Messungen sehen. Die meisten blamieren sich an dieser Stelle ganz gewaltig. Höreindrücke kann man sich sparen, sie sind in dieser Thematik so stark von Vorurteile beeinflusst, dass sich das Tippen nicht lohnt.
Du hast nicht nach Ortung gefragt du hast nach Raumklang gefragt. Das ist nicht das selbe...
"ganz einfach: lautstärke definiert sich im wesentlichen durch membranfläche und hub. während normale satelliten meistens einen 16er haben (~120cm² membranfläche), haben die schlanken säulen meistens 7cm-chassis (~20cm²). do the math. du brauchst also fürs selbe geld mindestens viermal so viele chassis (mehr wären sinnvoll, aber mehr als vier in pseudo-d´appolito* ist akustisch ein minenfeld), das heißt prinzipiell sind die dinger dann entsprechend billig, um den gesamtpreis zu halten.
das ist der preis für schön schlank bei gleichviel geld: eine hohe trennfrequenz (150..180hz ist üblich; dadurch wird der subwoofer deutlich ortbar und produziert mit einem chassis mittelton, das gar nicht dafür ausgelegt ist), wenig belastbarkeit und hohe verzerrungen schon bei zimmerlautstärke. von der abstrahlcharakteristik ganz zu schweigen
die besseren satelliten (also welche in vernünftiger größe) kann man bei moderaten lautstärken bei 80hz trennen...
*d´appolito: ein hochtöner zwischen zwei mitteltönern in kombination mit einer niedrigen trennfrequenz. ist die akustisch sauberste lösung, wenn an zwecks "mehr lautstärke" zwei tiefmitteltöner einsetzen will.
Man sollte das vielleicht auch nicht so verallgemeinern. Es gibt Säulenlautsprecher aus Aluminium (u.a. von B&W IIRC), die aufgrund der hohen Steifigkeit von Alu mit geringeren Wanddicken auskommen und dadurch netto ein ähnlich großes Volumen aufweisen wie vergleichbare Korpuslautsprecher.
hohe steifigkeit = schwache dämpfung: ein lautsprechergehäuse lebt von seiner eigendämpfung, um unerwünschte abstrahlungen außerhalb der lautsprechermembranen zu minimieren. holz ist ganz ok, holz-verbundmaterialien sind besser, dazu noch die innere bedämpfung. im baßbereich geht nichts über masse, im mittelton brauchts dämpfung. als kompromiß wird ganz gerne ein mdf-gehäuse genommen und innen mit bitumen-folien und steingut-fliesen bestückt. mit fasern verstärkter gips soll sich auch hervorragend als gehäuse eignen.
alu würde ich für eher unpraktisch halten. ein paar exoten gibts, aber hauptsächlich ein bereichen, in denen man sich vom plaste-gehäuse der konkurrenz abheben will. die b&w xt8 stehen allein auf weiter flur...und da funktoniert es nur über die formgebung. nebenbei scheint sich die xt8 eher als designelement zu verkaufen als als lautsprecher"
Ein Kommentar eines Users in einem anderen Forums der das ganz gut zusammenfasst.
Trennfrequenz eines Teufel Satelitten liegt übrigenz bei 150 - 20000hz und Trifft voll und ganz ins erwähnte Schema.
Herr nubert höchstpersönlich sagt hier auch noch das ein oder andere:
https://www.nubert.de/bass-optimierung/93/
gintoki schrieb:
Wie kann man "Teufel verkauft schlicht das was die Kunden wollen" anders als Kommerz verstehen?
Der Punkt ist: Andere Hifi-Hersteller -hier exemplarisch Nubert- machen das gleiche, sie bauen auch das was sich ihrer Meinung nach/in ihrer Zielgruppe am besten verkauft.
Je nur besteht die Zielgruppe von Teufel aus Leuten die eben nicht so viel von Lautsprechern wissen und meistens nicht so viel recherche betreiben... (nicht weil sie dumm sind sondern nicht die Zeit oder Lust dazu haben. Meistens kennen die Firmen wie Nubert, Kef usw gar nicht...)
Wenn eine Firma alte Leute abzieht und die alten Leute finden das im ersten Moment großatig, findest du dann auch dass es einfach eine andere Zielgruppe ist?
gintoki schrieb:
ABC bietet ein 5.1-System für 400 €, bei HIJ bekommt man für den Preis ein Stereopärchen und bei XYZ nicht einmal einen Lautsprecher, weil er einen gewissen Qualitätsstandard nicht unterschreiten möchte.
Geht man danach wer das Beste für seinen Kunden möchte bleibt meiner Meinung nach nur XYZ.
Steht Surroundsound im Lastenheft für gegebenes Budget, bekommen die Lösungen HIJ und XYZ eine glatte 5.
Ist die Anforderung bestmöglicher Klang für gegebenes Budget und Stereo ausreichend, bietet HIJ (und wahrscheinlich ABC) eine Lösung.
Die Sache ist nur folgende: für ganz viele Leute lohnt sich ein 5.1 System schlicht und ergreifend einfach nicht. Und genau das Gegenteil davon verkörpert Teufel. Ein paar wenige wie der Kollege über uns hat seine Gründe dass er ein 5.1 braucht und dann ist das ja völlig Okay. Andere wissen es aber einfach nicht besser weil man ihnen erzählt wie Toll Surround Sound ist usw. dass sie gar nicht mehr auf dem Schirm haben dass der Klang einfach unheimlich darunter leidet...
gintoki schrieb:
Möchte man qualifizierte Meinungen fragt man sicherlich nicht im Hifi-Forum.
Also ich habe dort auf sehr viele Leute getroffen die für die Kommunity Messungen anstellen. Berechnungen anstellen usw. Und dabei weit aus besser begründete Meinungen aufweisen wie du es gerade tust... Also im Bereich Heimkino/Audio ist das Hifi-Forum diesem weitaus überlegen...