Notiz EcoFlow x EverHome: IR-Lesekopf nun mit Stream-Balkonkraftwerk kompatibel

Frank

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Das Balkonkraftwerk-System EcoFlow Stream ist ab sofort mit dem EverHome EcoTracker IR kompatibel, was eine Kopplung der Ausgangsleistung des PV-Systems von EcoFlow an den Verbrauch über den Infrarot-Lesekopf von EverHome ermöglicht. EcoFlow hatte die Integration im Dezember 2025 in Aussicht gestellt, nun ist sie umgesetzt.

Zur Notiz: EcoFlow x EverHome: IR-Lesekopf nun mit Stream-Balkonkraftwerk kompatibel
 
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Weiß jemand wie Schnell diese Systeme regeln können?
Mein Setup aus Hichi IR-Lesekopf und OpenDTUonBattery am Hoymiles WR funktioniert gut, aber manche Geräte takten so heftig, dass es da ständig zu Über- und Untereinspeisung kommt. Schneller als 2-3 Sekunden kann ich nicht regeln, dann gibt es quasi Packet Loss.
Daher würde mich interessieren, ob solche Systeme aus einer Hand da flotter sind.
 
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Gerade beim Induktionherd oder mit stark schwankenden Verbräuchen hat so jedes System seine Probleme. 2-3 Sek sind schon echt gut.

Ich selbst betreibe meinen Hichi V1 mit HomeAssistant und uni-meter, sodass mein HA einen Shelly simuliert, welchen ich via mDNS mit meinem Noah gekoppelt habe. Bei einem Kumpel mit Hichi V2 läuft das direkt via stark angepasstem Tasmota-Image.

Bei beiden habe ich noch keine tatsächliche Echtzeitanpassung beobachten können. Auch wenn die Software in Echtzeit überträgt.

Sicherlich hat das auch mit den "Wandlerzeiten" der eingebauten Wechselrichter zu tun.
 
Mit der Integration des knapp 80 Euro teuren EverHome EcoTracker IR* ist genau dies nicht mehr nötig, da er mit Infrarot-Lesekopf einfach auf den digitalen Stromzähler aufgesetzt wird und so dessen Daten ausliest, ohne in den Stromkreis integriert werden zu müssen.

Funktioniert aber auch nur, wenn der Zugang dafür "in der Nähe ist". In meiner Mietswohnung in Berlin ist der Stromzähler mit dem Lesekopfzugang im Keller, ich bin im 4. Stock. Also keine Chance. Bin also auf ein Shelly angewiesen.
 
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Moep89 schrieb:
Mein Setup aus Hichi IR-Lesekopf und OpenDTUonBattery am Hoymiles WR funktioniert gut, aber manche Geräte takten so heftig, dass es da ständig zu Über- und Untereinspeisung kommt. Schneller als 2-3 Sekunden kann ich nicht regeln, dann gibt es quasi Packet Loss.
Daher würde mich interessieren, ob solche Systeme aus einer Hand da flotter sind.
Nein, alles was per Funk läuft kann nicht Latenzfrei sein. Stromwandlerklemmen mit direkter Verbindung zum Wechselrichter sind das Schnellste meines Wissens.
Habe hier auch einen Lesekopf auf Tasmota-Basis in Verbindung mit einem Lumentree Sun Wechselrichter und Trucki-Stick zwecks Nulleinspeisung am laufen und es ist genau das gleiche Phänomen. Viele Verbraucher ziehen aber statisch Strom so nehme ich solche "Schwankungsfälle" einfach in kauf, weil jede andere Lösung einfach unwirtschaftlich wäre.
 
Moep89 schrieb:
Weiß jemand wie Schnell diese Systeme regeln können?
... Schneller als 2-3 Sekunden kann ich nicht regeln, dann gibt es quasi Packet Loss.
Daher würde mich interessieren, ob solche Systeme aus einer Hand da flotter sind.
Marstek ist auch nicht schneller, auch wenn eigener smartmeter (CT002) und Speicher (Venus E) in Sichtweite sich befinden.
 
frkazid schrieb:
Gerade beim Induktionherd oder mit stark schwankenden Verbräuchen hat so jedes System seine Probleme.
Jup, Induktionsherd, Backofen, Sous-Vide-Stick. Gerade letzterer ist echt extrem, weil der ja auch mal 24h+ läuft.

Schnitz schrieb:
Nein, alles was per Funk läuft kann nicht Latenzfrei sein. Stromwandlerklemmen mit direkter Verbindung zum Wechselrichter sind das Schnellste meines Wissens.
Ganz ohne Latenz geht natürlich nie, aber auch beim Funk gibt es ja himmelweite Unterschiede.

Schnitz schrieb:
Viele Verbraucher ziehen aber statisch Strom so nehme ich solche "Schwankungsfälle" einfach in kauf, weil jede andere Lösung einfach unwirtschaftlich wäre.
Ist wohl leider so. Aber manchmal schmerzt es doch sehr :evillol: Siehe Bild. Ca. 24h Sous-Vide-Stick.

Netzeinspeisung.PNG


ThomasK_7 schrieb:
Marstek ist auch nicht schneller, auch wenn eigener smartmeter (CT002) und Speicher (Venus E) in Sichtweite sich befinden.
Gut zu wissen. Dann muss ich mir da kein Bein ausreißen um noch weiter zu optimieren.
 
frkazid schrieb:
Gerade beim Induktionherd oder mit stark schwankenden Verbräuchen hat so jedes System seine Probleme. 2-3 Sek sind schon echt gut.
Kann ich so unterschreiben.
Das schnellste, was ich bislang gesehen habe war ne dreiphasige Victron Anlage mit dem hauseigenen Energy Meter. Der schiebt 10 Werte pro Sekunde raus. Ganz ohne Regelschwankungen geht das immer noch nicht aber ein Kumpel kommt bei nem GridSetPoint von -50W (Heißt, die Anlage versucht nicht 0W zu erreichen sondern immer 50W zu exportieren) mit nichtmal 0,2kWh Netzbezug pro Sommermonat aus.
Die meisten anderen Energy Meter aktualisieren nur 1x pro Sekunde, auch wenn die oftmals intern höhere Aktualisierungsraten haben.

Schnitz schrieb:
Stromwandlerklemmen mit direkter Verbindung zum Wechselrichter sind das Schnellste meines Wissens.
Theoretisch ja - praktisch hängt's an der internen Verarbeitungsgeschwindigkeit.
Im oben genannten Beispiel mit den drei Victrons und dem hauseigenen Energy Meter hätte letzterer technisch gesehen entfallen können, da die Victrons ohnehin zwecks Inselfähigkeit direkt hinter dem Netzbetreiberseitigen Stromzähler sitzen. Mit dem zusätzlichen Energy Meter (welches erst später nachgerüstet wurde) war die Regelgeschwindigkeit und -Genauigkeit deutlich besser.
Moep89 schrieb:
Jup, Induktionsherd, Backofen,
Wobei Backöfen - zumindest die, die ich bislang beobachtet habe - ja noch sehr langsam takten. Die schalten dann mal ihre 2,3kW an, halten die locker mal 30s bis mehrere Minuten und schalten dann wieder ab.
Elektrokochfelder nerven da schon mehr und schnelltaktende Induktionskochfelder sind dann wirklich der Endgegner. :D

Kennt zufällig jemand n Induktionskochfeld, welches einfach konstant Strom zieht? Quasi Batteriefreundlich?
Ich weiß, ist Wunschdenken aus der Fabelwelt aber naja...
 
Das MatZe schrieb:
Wobei Backöfen - zumindest die, die ich bislang beobachtet habe - ja noch sehr langsam takten. Die schalten dann mal ihre 2,3kW an, halten die locker mal 30s bis mehrere Minuten und schalten dann wieder ab.
Kommt auf Temperatur und Programm an, aber in jedem Fall kein Vergleich zum Kochfeld, das stimmt. Da ist eher die hohe Leistung das Problem für mein "kleines Balkonkraftwerk". Der WR kann nur 1,8 kW und damit bleiben immer mindestens 700W Netzbezug, wenn ein Großgerät seine 10 Ampere zieht.
 
@Moep89 die gleichen Probleme hat glaub jeder der einen OLED TV oder ein Induktionskochfeld hat.
Ich regle per Shelly und oDTUoB meinen HMS auch nur alle 2 Sekunden.

Wichtig ist doch, wieviel am Ende des Tages verschenkt wird. Bei mir wird der Akku immer leer über Nacht, somit verschenke ich in diese Richtung durch zu spätes Einspeisen nichts.
In die andere Richtung habe ich zwischen 0,1 und 0,3kWh am Tag die ich an den Netzbetreiber verschenke. Wegen diesen 5 Cent fasse ich ein gut funktionierendes System nicht an und baue da noch irgendetwas um, damit daraus evtl. nur 3 Cent werden.

Meines Wissens dauert ein Roundtrip zum Senden des PowerTargets, das Setzen des Wertes im HMS und das Bestätigen zurück zur DTU sowieso ~3 Sekunden.

Hinzu kommt noch der gesetzlich vorgegebene DutyCycle im 868MHz Band, auf dem die HMS funken. Da kann man sowieso nicht nach Belieben den Äther vollspammen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Steuere den marstek Venus e über die eigene API. Zwischen Leistung senden und einregeln durch den marstek vergehen bestimmt auch 3s. Ich aktualisiere den Wert nur noch alle 5s.
 
frkazid schrieb:
Gerade beim Induktionherd oder mit stark schwankenden Verbräuchen hat so jedes System seine Probleme.
Muss man halt beim Kauf drauf achten welche Leistungselektronik da verbaut ist. Geräte die Leistungstufen künstlich durch pulsweiten erzeugen sind eh schlecht. Gerade bei Induktionsherden ohne Trägheit.
 
@Ned Flanders Aber leider die Regel. Schade ist, dass man zu sowas auch nur selten belastbare Informationen seitens der Hersteller oder Tester findet.
Nur weil ein Kochfeld kaum bis gar nicht mehr merklich pulst, muss das nicht zwingend heißen, dass es das am Ende dennoch tut.

Ich erinnere da an einen Beitrag, den ich mal zu PV-Heizstäben gesehen habe. Da gab es ein Modell, welches in glaube zwei Leistungsstufen schaltbar war. Sagen wir mal 500W und 1kW. (die exakten Werte weiß ich nicht mehr)
1kW war dabei einfach die normale Volllast, 500W waren halbgas. Gesteuert in dem Fall aber dadurch, dass in jedem Nulldurchgang kurz getrennt wurde, somit nur noch jede zweite Halbwelle zum heizen genutzt wurde.
Der Zähler läuft dann augenscheinlich langsamer, ist aber Regelungstechnisch aber das schlimmste, was man sich antun kann.

Gemünzt auf Induktionskochfelder stellt sich dann also für mich die Frage nach dem elektrischen Design - auf Datenblättern von Beispielsweise Bosch hab ich noch nichts gefunden, was belastbar darlegen würde, wie die Stromaufnahme bei Teillast einer Kochzone aussieht.

Insofern - falls da konkrete Erfahrungs- und/oder Testberichte hast, bin ich da sehr interessiert, da das für mich insbesondere mit Blick auf die Photovoltaikanlage ein wichtiges Kriterium darstellt.
 
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@Das MatZe Du hast natürlich völlig recht und der Fakt das Vollrath (Profi Gastro) explizit damit wirbt und das als Patented bezeichnet lässt vermuten dass beim consumer Zeug alle pulsen.
 

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Spannendes kleines Detail. Keinen Shelly zur Nulleinspeisung einbauen lassen zu müssen macht es mir durchaus etwas schmackhafter.

Mein recht altes Miele-Induktionskochfeld taktet nur auf Stufe 1 bis 4, die ich sowieso nur alle paar Wochen mal zum Warmhalten von irgendwas benutze, ab 5 läuft es durchgängig. Ansonsten fällt mir bei mir kein Gerät ein, bei dem ich nicht auch mit 2-3 Sekunden Verzögerung leben könnte.

Moep89 schrieb:
Da ist eher die hohe Leistung das Problem für mein "kleines Balkonkraftwerk".
Da kannst du ja mal schauen ob nicht irgendein Modus unter der Leistung deines Balkonkraftwerks liegt. Mindestens bei der Unterhitze sollte das so sein, vielleicht aber auch bei Eco-Heißluft oder nur Oberhitze oder was dein Ofen sonst noch so kann. Damit kannste dann zumindest kostengünstig vorheizen wenn du es nicht eilig hast.
 
Das MatZe schrieb:
Kennt zufällig jemand n Induktionskochfeld, welches einfach konstant Strom zieht? Quasi Batteriefreundlich?
Ja, gibt bei amazon ein paar. Sind mit schukostecker und arschlauten Lüfter 😅 hab nach paar Monaten taktfreie Gusseisenplatte gekauft. Läuft lautlos (und vermutlich die nächsten 50 Jahre) über Akku 👌🏻
 
Moep89 schrieb:
Mein Setup aus Hichi IR-Lesekopf und OpenDTUonBattery am Hoymiles WR funktioniert gut, aber manche Geräte takten so heftig, dass es da ständig zu Über- und Untereinspeisung kommt. Schneller als 2-3 Sekunden kann ich nicht regeln, dann gibt es quasi Packet Loss.
Jetzt muss ich mal fragen, soweit ich mich von der Einrichtung vom Hichi noch erinnere, stand in der Dokumentation, dass ein Auslesen/Senden von Daten nur alle Dreißig Sekunden geht. Mehr wäre nicht drin. Das war für mich damals kein Problem, da ich noch keine PV und nichts hatte. Habe ich was falsch verstanden oder gab es Updates, so dass du auf Werte von 2 Sekunden beim Hichi kommst?
 
@Veorr

Das kann evtl. vom Zähler abhängen.
Man kann das im Script bei vielen Zählern einstellen, aber evtl. standardmäßig nicht so weit runter. Bei mir ist das kein fixes Intervall, sondern ich habe die „Empfindlichkeit“ für Änderungen auf das Maximum gestellt. Dadurch versucht er bei jeder Änderung den neuen Wert auszulesen. Das resultiert dann meist in neuen Werten alle 2-3 Sekunden. Was da am Ende das Limit bestimmt, das weiß ich allerdings nicht. Könnte auch der Zähler sein, der nicht öfter was rausgibt.


So sieht das Script bei mir aus. Die 16 in der letzten Zeile sorgt für das ständige Aktualisieren. Damit stellt man wohl eigentlich die Nachkommastellen des Messwertes ein.


Code:
>D
>B
->sensor53 r
>M 1
+1,3,s,0,9600,Main,1,10
1,77070100010800FF@1000,Total Consumed,kWh,counter_pos,19
1,77070100020800FF@1000,Total Feed,kWh,counter_neg,19
1,77070100100700FF@1,Power,W,power,16
#
 
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Danke. Dann muss ich mich da nochmal einlesen, ob das vielleicht eine Beschränkung meines Zählers war. Denn mit 30 Sekunden kann man natürlich nur sehr grob regeln.
 
Schnitz schrieb:
Nein, alles was per Funk läuft kann nicht Latenzfrei sein. Stromwandlerklemmen mit direkter Verbindung zum Wechselrichter sind das Schnellste meines Wissens.

Funk ist bei solchen Regelungen meistens nicht das eigentliche Problem.

Natürlich kann schlechtes WLAN Ärger machen. Wenn ein Gerät am Rand des Empfangs hängt, Pakete verliert oder ständig neu verbindet, wird auch die Regelung unsauber. Aber in einem halbwegs stabilen Heimnetz reden wir bei WLAN-Latenzen normalerweise über Millisekunden. Eine Nulleinspeise- oder Netzbezugsregelung scheitert in der Praxis selten daran, dass „Funk zu langsam“ ist.

Der eigentliche Flaschenhals liegt in der gesamten Regelkette.


Erstens: Wie oft gibt es überhaupt einen neuen Messwert?
Ein Shelly Pro 3EM ist für so etwas schon eine sehr gute Datenquelle, aber auch der liefert nicht beliebig oft neue Werte. In der Praxis bewegt man sich eher im Bereich von etwa einem verwertbaren neuen Leistungswert pro Sekunde. Das ist auch sinnvoll: Man will ja nicht jedes kleine Leistungsflackern zehn- oder hundertmal pro Sekunde durchs Heimnetz, MQTT, Home Assistant und den Recorder prügeln.

Bei einem Stromzähler über IR-Lesekopf kann es zusätzlich langsamer sein, weil viele Zähler ihre Werte nur alle paar Sekunden ausgeben. Dann ist der Zähler selbst der Taktgeber. Da hilft auch kein schnelleres WLAN.


Zweitens: Lokal oder Cloud macht einen riesigen Unterschied.
Lokal per REST, MQTT oder WebSocket ist das für eine Sekundenregelung in der Regel schnell genug. Wer aber über die Hersteller-Cloud geht, hat Glück, wenn alle paar Sekunden ein halbwegs aktueller Wert ankommt. Für Monitoring ist das okay, für eine enge Regelung eher nicht.


Drittens: Der eigentliche Bremsklotz ist oft der Wechselrichter oder Speicher.
Bei meinem Zendure SolarFlow 2400 AC sehe ich zum Beispiel ungefähr drei Sekunden Reaktionszeit, bevor überhaupt sichtbar geregelt wird. Danach springt die Leistung nicht einfach auf den neuen Wert, sondern wird mit einer Rampe nachgeführt, grob im Bereich von etwa 200 W pro Sekunde.

Ein Sprung um 2000 W dauert damit allein durch die Rampe schon rund zehn Sekunden. Wenn der Akku zusätzlich noch von Laden auf Entladen wechseln muss, kommen noch einmal ein paar Sekunden Umschaltzeit dazu. Aus „400 W laden“ auf „2000 W entladen“ sind effektiv 2400 W Differenz. Mit Reaktionszeit, Rampe und Umschaltung ist man da schnell bei 15 bis 20 Sekunden, bis der Zielwert wirklich erreicht ist.

Genau das sieht man auch in meiner Tagesbilanz. An einem typischen Tag hatte ich 16,5 kWh Hausverbrauch und 16,2 kWh PV-Erzeugung. Der Akku hat 6,72 kWh geladen und 6,52 kWh wieder abgegeben. Rein energetisch war also mehr als genug Energie im System, um den Haushalt praktisch vollständig aus PV und Akku zu versorgen.

1778499302088.png


Trotzdem standen am Ende noch 0,82 kWh Netzbezug und 0,36 kWh Einspeisung in der Bilanz, also 0,46 kWh netto aus dem Netz. Gleichzeitig lag der Autarkiegrad bei 95 % und der PV-Eigenverbrauch bei 97 %. Das ist ein sehr gutes Ergebnis, aber eben kein perfektes Nullbezugs- oder Nulleinspeiseverhalten.

Gerade Induktionsherd, Mikrowelle, Wasserkocher, Kaffeemaschine oder andere getaktete Verbraucher erzeugen Lastsprünge, die schneller kommen und gehen, als Speicher und Wechselrichter sauber nachregeln können. Die Regelung rennt dann nicht wegen schlechtem Funk hinterher, sondern weil Messung, Verarbeitung und vor allem der Aktor selbst nur im Sekundentakt arbeiten und zusätzlich träge reagieren.


Der nächste logische Schritt wäre aus meiner Sicht, dass Hersteller solche Systeme nicht nur als „Speicher mit App“ verkaufen, sondern gezielt auf schnelle lokale Regelung entwickeln. Dafür müsste die komplette Kette sauber aufeinander abgestimmt sein: Messgerät, lokaler Controller, Kommunikationsweg, Wechselrichter, Batterie/BMS und Regelalgorithmus.

Dann könnten Hersteller auch endlich mit belastbaren technischen Werten werben: Messintervall, Regelverzögerung, Rampengeschwindigkeit, Umschaltzeit zwischen Laden und Entladen, Überschwingen und Einschwingzeit. Nicht nur „intelligentes Energiemanagement“, sondern konkret: Wie schnell folgt das System einem Lastsprung?


Das Zielbild wäre für mich eine Nachführung im Bereich von vielleicht 100 ms bis wenigen hundert Millisekunden. Das ist natürlich eine andere Liga als die heutigen Sekundenregelungen über Heimautomatisierung und Geräte-APIs. Aber genau dort müsste die Entwicklung hingehen, wenn man nicht nur bilanziell hohe Autarkie, sondern wirklich sauberen Nullbezug beziehungsweise Nulleinspeisung bei dynamischen Haushaltslasten erreichen will.
 
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