FOS Jahrespraktikum: alles selbst bezahlen + kein Lohn, Meinungen?

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Moin,

kurzer Anriss:

geplante Fachoberschule Bautechnik diesen Sommer, Anmeldung an der Schule: ah, gute Prüfungsnoten QRabschluss, warum nicht berufliches Gymnasium?

Also BG, neue Fremdsprache, in Chemie und Physik hinten an durch nur Grundkurse auf der Realschule, also Frust und nach Absprache doch Wechsel auf die FOS mit dem Ergebnis dass der Platz Jahrespraktikum quasi instant da sein muss.

Viele Plätze sind schon vergeben, es findet sich ein Tischler:
Sicherheitsschuhe, Arbeitshose, Pullis und Jacke für Wind und Wetter (Außenarbeiten) sind selbst zu besorgen.

Naja, ok, ist dann halt mal so.

Heute kommt der Praktikumsvertrag vom Betrieb ausgefüllt und unterschrieben, erhält ein monatliches Entgelt in Höhe von: -----.

Durchgestrichen.

Ich wäre ja der festen Überzeugung gewesen man nutzt hier nicht den Zeitdruck aus da sonst Schulform ade und zahlt zumindest ein paar Taler mit denen sich der Filus wenigstens sein Pausenbrot und die 150 Euro für den Satz Arbeitsklamotten wieder reinarbeiten kann?

Es werden außer dem kleinen Obolus keine Sozialabgaben etc fällig,dafür hat man aber eine Hilfskraft, da finde ich null Entgelt bei vollen Kosten schon ein wenig schäbig und wollte hier mal nach Meinungen fragen.

gruß
 
Generell habe ich schon Prakitka mit und ohne Vergütung gesehen. Weiß ja nicht, was da bei so einem Jahrespraktikum für die FOS üblich ist, in diesem Link aus Reinland-Pfalz steht "Eine Praktikumsvergütung ist grundsätzlich nicht vorgesehen."
Ich finde, es hängt immer auch von der Firmengröße und der Dauer eines Praktikums ab, die Firma hat schließlich auch einen gewissen Aufwand mit einem. Da so ein Jahrespraktikum aber wie es aussieht ein Jahr bei 3 Tagen pro Woche geht, denke ich, dass der Praktikant da schon einen gewissen Wert für das Unternehmen darstellt und zumindest eine gewisse Aufwandsentschädigung nicht unangebracht wäre.
Hast du da nicht vorher mit denen drüber gesprochen? Kannst ja noch mal vorsichtig anfragen, ob da nicht ein bisschen was drin wäre.
Ich persönlich habe auch schon unbezahlte Praktika gehabt, die waren aber deutlich kürzer. Und Arbeitskleidung bekam ich da in einem Fall gestellt. Das war aber auch ein größerer Konzern.
 
OK, also größerer Konzern stellt Kleidung, kleinerer lässt sie den Praktikant selbst zahlen hm

Wir waren in Zeitnot nach einem Wechsel nach 6 Wochen vom BG auf die FOS und dankbar schnell einen Platz zu finden, haben das bewusst nicht angesprochen, dachten der Betrieb (3MA, 1 Azubi) schreibt da selstw as rein vor Übersendung, war gepflegt durchgestrichen

in Hessen sagt die Kammer bzw das Ministerium nicht dass generell keine Vergütung vorgesehen sei sondern dass es keinen Anspruch auf den Mindestlohn gibt

und die Schule sagte nun wie gesagt es gibt alles von 3-400 Euro mtl bis eben nix und dass das Besorgen der Arbeitskleidung inklusive Sicherheitsschuhe auch gerne auf die Schüler abgewälzt wird

bin am überlegen ob ich morgen mal für den Nachwuchs dort anrufe und ein höflich aber bestimmtes...wir gingen schon von einem kleinen Taschengeld aus...in den Raum stellen soll

auf die lange Sicht von 10 Monaten hin wird ein Praktikant schon bissl was schaffen hm?

und wenn es nur ein Fuffi wäre für die 5 Euro am Tag Verpflegung und um eben auf die Zeit die Kosten für die Arbeitskleidung wieder rein zu bekommen

am Ende sagt der Chef dann och nee, dann lassen wir es und die FOS ist dahin ohne Praktikumsplatz und das Dilemma da

tricky eben
 
Was steht im Vertrag zur Kleidung? Zur Not unterschreibst du den Vertrag und kaufst keine Kleidung. Wegen Lohn selbst schuld? Kann man wenig machen.
 
Bei der Tätigkeit von einem Tischler gehe ich von verpflichtender Sicherheitskleidung aus und da müssen mindestens Sicherheitsschuhe der entsprechenden Stufe vom Arbeitgeber gestellt werden. §3 ArbSchG Absatz 3
 
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NutzenderNutzer schrieb:
am Ende sagt der Chef dann och nee, dann lassen wir es und die FOS ist dahin ohne Praktikumsplatz und das Dilemma da
Kann schon passieren. Ich würde aber sagen, fragen ohne zu fordern könnt ihr ja mal. Ich kann auch den Betrieb verstehen, der halt einen gewissen "Betreungsaufwand" sehen kann. Wobei ich, wie gesagt, auch davon ausgehe, dass nach 10 Monaten und 3 Tagen die Woche ein Praktikant durchaus produktiv arbeitet und auch einen Mehrwert für das Unternehmen schafft.
 
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uincom schrieb:
Was steht im Vertrag zur Kleidung? Zur Not unterschreibst du den Vertrag und kaufst keine Kleidung. Wegen Lohn selbst schuld? Kann man wenig machen.
joa, kauft Junior keine Kleidung und kann in den ersten 4 Wochen grundlos gekündigt werden, zack hat es sich mit der Fachoberschule und der Lebenslauf ist versaut

diplomatischer Gedanke:

Vertrag geht unterschrieben zurück mit dem höflichen Gedanken dass wir hier schon davon ausgingen dass er eine (kleine) Aufwandsentschädigung bekommt um eben die Kosten für Wechselklamotten/Jacke etc und paar Stullen für die Arbeit wieder rein zu bekommen.

darauf muss dann ja ne Antwort kommen, wenn ne Kündigung drauf kommt hat man wenigstens den wahren Grund in den gesendeten Emails hm
Ergänzung ()

simpsonsfan schrieb:
Kann schon passieren. Ich würde aber sagen, fragen ohne zu fordern könnt ihr ja mal. Ich kann auch den Betrieb verstehen, der halt einen gewissen "Betreungsaufwand" sehen kann. Wobei ich, wie gesagt, auch davon ausgehe, dass nach 10 Monaten und 3 Tagen die Woche ein Praktikant durchaus produktiv arbeitet und auch einen Mehrwert für das Unternehmen schafft.

ich sag mal so:

stellste einen ein, kleidest ihn ein, der taugt nix und chillt faul oder gar dappisch rum, außer Spesen nix gewesen

dementsprechend sollte #7 das Killerargument sein zur beidseitigen Zufriedenheit, bei passendem Auftreten im Betrieb in der Probezeit paar Taler auf den Tisch, respektive bring mal die Quittungen für die Arbeits(schutzkleidung) ran, übernehmen wir hier

bin ja der Meinung der Betrieb kann das dann eh absetzen?

wäre ein fairer Kompromiss, wenn der Bub dann noch 9 Monate gut mitarbeitet hat der Betrieb immer noch den top Schnapp hm
 
Scheint wirklich von Firma zu Firma unterschiedlich gehandhabt zu werden. Keinerlei Entlohnung sehe ich auch als schaebig an. Meine Tochter hat auch solch ein Praktikum bei einem Grosskonzern in einer Auslandsniederlassung hinter sich. Da wurde die Wohung am Praktikumsort uebernommen und ein Lohn am unteren Ende des Spektrum fuer regulaere Angestellte bezahlt. Hat voll gereicht und wir mussten nichts "zuschiessen".
 
Arbeitskleidung kann man zur Not auch über die Steuer absetzen.

Ist der unschönere Weg, wär aber besser als nichts.
 
@douggy

Wie willst du etwas von der Steuer absetzen, wenn du 0 EUR Einkommen hast - dann zahlst du entsprechend auch 0 EUR Steuern und bekommst somit nix zurück.

@NutzenderNutzer

Hast du schon nach weiteren Stellen gesucht? Gibt es evtl. von der Schule eine Liste von Betrieben die in der Vergangenheit ein Praktikum angeboten haben??
 
@_killy_

Wenn ich mich recht erinnere, geht das über den Verlustvortrag.

Andererseits sollten die Eltern das auch selber absetzen können, solange der "Kleine" noch bei den Eltern wohnt.

Für korrekte Auskünfte natürlich bei Fachleuten erkundigen. Meins war nur ein Hinweis, wenn man in den sauren Apfel beißen muss und keiner will für etwas bezahlen.
 
Also ich kann dir nur meine Erfahrung aus dem FOS-Praktikum von damals (etwa 15 Jahre her) sagen. Da war es auf jeden Fall auch so, dass eigentlich 90-95% der Praktikums unentgeltlich waren. Nur die wenigsten haben wirklich Geld bekommen. Je nach Firma/Größe gab es halt teilweise nur sowas wie kostenloses Kantinenessen etc
 
ich hab über die FOS mein Abi in Hessen gemacht (ebenfalls ca 17 Jahre her), war aber im IT Bereich. Ich hab damals bei 1&1 mein Jahrespraktikum auch für umme gemacht. war auch eher die Regel als die Ausnahme.

wir hatten aber auch einen in der Klasse der im Audi Autohaus mehr als ein Azubi Gehalt bekam, der hat aber auch Autos verkauft und war da viel eingebunden...

Also ich würde maximal auf Arbeitskleidung bestehen wenn er den Schulplatz wirklich haben will.
 
Zuletzt bearbeitet:
17 Jahre her ist doch kein Vergleich

und ohne nen ITler/Büro bequem reden zu wollen....hier handelt es sich um körperliche Arbeit über 10 Monate, da wird er nach Akklimatisierung schon was klotzen müssen

und wenn der Chef sagt alle haben Punkt 7 da zu sein weil alle ab Punkt 7 bezahlt werden...ja wenn das auch für den Praktikant gilt wo ist dann das Taschengeld an Bezahlung?

mal schauen was auf die Email zurück kommt

ich würde mal so sinnieren:

wenn nicht einmal die Sicherheitsschuhe gestellt werden im gleichen Zug nicht mal ein Taschengeld gezahlt wird über das ein fleißiger Praktikant sich die Unkosten wieder rein arbeiten kann...dann sagt das imo auch viel über einen Arbeitgeber aus
 
wie gesagt, Arbeitskleidung - gerade was Sicherheit angeht - also Schnittschutz und Sicherheitsschuhe würde ich schon als vom Arbeitgeber zu stellen sehen.

Ein Entgelt fordern ist aber denke ich, wenngleich nicht unbegründet, nicht unbedingt förderlich für das Anstellungsverhältnis.

Aber fragen kostet nix. würde ich aber den filius schon selbst machen lassen.

es ist übrigens auch damals kein Problem gewesen sein Praktikum während des Jahres zu wechseln. in den Ferien also z.b. was neues suchen wäre auch eine Möglichkeit.
 
Jo das sagte die schule auch. Unschön aber er hat halt erst Mal was und im Hintergrund weitersuchen.

Wenn das fordern von Entgelt nicht förderlich für das Verhältnis ist...."ausbeuten" und selbst Sicherheitsschuhe etc besorgen lassen ist es dann aber auch nicht.

However...

Ich denke die höfliche Frage nach einem kleinen Taschengeld um die Kosten der Ausrüstung wieder rein zu arbeiten war für beide Seiten akzeptabel gestellt in der Art und Weise.

Und wenn ein AG nicht ganz daneben ist sollte das passen.

Lustlos in der Probezeit....OK pech.bleibt auf den Kosten sitzen.

Zeigt er aber Interesse und Engagement zeigt sich der Betrieb auch erkenntlich
 
Ich habs doch genau andersrum geschrieben.

Die (Sicherheits)-Kleidung sollte gestellt werden. Ein Entgelt ist aber freiwillig.
 
Jau. Und wir haben geschrieben sie wird aber nicht gestellt.
Und da erschien uns die Frage nach nem Taschengeld für die Kostendeckung halt am diplomatischsten.

Eine sagt diplomatisch muss er sich besorgen sagt der andere diplomatisch na dann kleiner Obulus zum reinarbeiten.
 
Also ich kenne selbst bei uns ein paar Fos’ler und die haben ihre Praktika alle für Lau gemacht. Die wollten schließlich was lernen und für den Betrieb ist das nunmal primär ein Aufwand. Man muss sehen, dass ein Prakti noch weniger machen kann (darf) als ein Azubi.
Btw: Ist auch mal direkt ganz gut zu merken, wie das Arbeitsleben so schmeckt. Dann ist die Schule evtl. doch nicht mehr ganz so schlimm.
Und bei Tischlern hält sich die Außenarbeit jetzt schon in grenzen. Da wird sicher auch viel in der Werkstatt gearbeitet. Anders als z.B. bei Zimmermännern.
Ein paar Sicherheitsschuhe, ne Hose und Co kann man sich schon selber kaufen. Die Schuhe hab ich mir sowieso immer lieber selbst gekauft. Dann konnte ich mi raussuchen, welche mir bequem passen. In den Betrieben gabs meistens nur ein oder zwei Arten von Schuhen. Haben die nicht richtig gepasst – pech gehabt.

Ggf. lässt sich darüber reden, dass er eine Art Lohn am Ende vom Praktikum bekommt. Je nachdem, wie er sich angestellt hat bzw. die Firma mit ihm zufrieden war.

Abgesehen davon gibt’s sogar bei den Studienpraktikas teilweise Studiengänge, wo die Leute keinen Cent bekommen. Da es ein Pflichtpraktikum ist greift hier auch nicht das Gesetz zum Mindestlohn. Gilt nur bei freiwilligen Praktikas. Und da reden wir von Vollzeitpraktikum, 40h pro Woche. Und da müssen viele auch noch mit dem Auto selbst hinkommen etc. Typisch sind da die sozialen Studiengänge.
 
Corto schrieb:
Aber fragen kostet nix. würde ich aber den filius schon selbst machen lassen.
Das würde ich auch empfehlen.


NutzenderNutzer schrieb:
und ohne nen ITler/Büro bequem reden zu wollen....hier handelt es sich um körperliche Arbeit über 10 Monate, da wird er nach Akklimatisierung schon was klotzen müssen
Das ist ja aber vollkommen unerheblich für die Bezahlung. Der AG bezahlt nicht deine Zeit oder Arbeitskraft, diese selbst ist nichts wert, solange dadurch nicht der laufende Betrieb gewährleistet oder beispielsweise ein Mehrwert erzeugt wird.

Wenn der Nachwuchs sich um solche Dinge nicht selbst kümmert (so jung kann der bei FOS ja nicht mehr sein), dann gehört der Nachwuchs wahrscheinlich nicht gerade zur selbstständigsten Sorte. Das wird ganz sicher auch der jeweilige Chef beobachtet haben.

Natürlich kann man, gerade beispielsweise im Handwerk, quasi jeden zumindest Dinge von A nach B schleppen lassen. Die Frage aber dabei ist für den Chef ja trotzdem: wie viel muss ich in Sicherheitseinweisungen, Betreuung, ... investieren, damit sich solche einfachen Tätigkeiten überhaupt amortisieren.

Wenn der IT'ler z.B. eine Excel-Tabelle für ein Angebot erstellt oder der Typ von oben aus dem Autohaus ein Auto verkauft, dann geht es schnell um relativ hohe Umsätze, an denen auch diese Hilfskraft beteiligt ist.

Der Tischler scheint hier ja damit zu rechnen, dass selbst die Arbeitsutensilien schon ein Minusgeschäft sind. D.h. er wird die Einsatzbarkeit für Produktivtätigkeiten nicht gerade hoch einschätzen.

Mal überspitzt und übertrieben gesagt: wenn der Nachwuchs gerade nur Holz und Nägel für einen Tisch von A nach B tragen kann, dann ist sein Anteil an einem Tisch für 500 Eur recht überschaubar. Damit ist dann selbst die Einweisung in den Betrieb (das kostet die Zeit von Chef und/oder Mitarbeitern und damit ganz konkret Geld) schon ein deutliches Minusgeschäft. Da wird die Zahlbereitschaft eines Entgelts nicht gerade hoch sein.


NutzenderNutzer schrieb:
und wenn der Chef sagt alle haben Punkt 7 da zu sein weil alle ab Punkt 7 bezahlt werden...ja wenn das auch für den Praktikant gilt wo ist dann das Taschengeld an Bezahlung?
Auch hier ist das nicht ausschlaggebend. Die ganze Bereitschaft überhaupt Lohn zu zahlen, kommt ja nur daher, dass der Mitarbeiter einen Mehrwert erzeugt. Das ist bei einem Praktikanten keine Selbstverständlichkeit. Ein Anspruch auf Vergütung - siehe die anderen Kommentare weiter oben - besteht hier nicht.
 
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