Interessante Offensive für eine Art neues Urheberrecht

Dese

Commodore
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An unserer Uni gibt es den sogenannten Unibator, ein Firmen Incubator Projekt. Dort ist kürzlich ein wie ich finde sehr interessantes Projekt hervorgegangen:

http://www.sellyourrights.com/

Gleich auf der Seite steht kurz und knapp worum es geht, deswegen sag ich hier nicht mehr, als dass es eine Möglichkeit bietet Schaffenden für ihr Produkt eine angemessene Entlohnung zu bekommen, das Produkt letztenendes aber freiverfügbar macht.

Schaut euch die überscihtlichen Infos einfach mal an. Das ganze ist noch in Testphase. und derzeit wird nur Musik als Produkt unterstützt. Die Lizenzen die später für die Produkte eingesetzt werden leiten sich aus diesen ab:

http://de.creativecommons.org/was-ist-cc/

Meine Meinung dazu: gleich ob es das Wahre ist oder nicht, es ist ein interessanter Ansatz. Vieleicht eine gute erste Möglichkeit das ganze Konzept von Urheberrecht sinnvol zu überarbeiten und dennoch die Künstler/Schaffer realistisch zu entlohnen.

p.s. der Grund warum ich das hier poste ist, dass es immer weider in diversen Threads zur "Diskussion" über die Zukunft und Sinnhaftigkeit des Urheberrechts in der digitalen Welt kam. Insofern bilde ich mir ein es könnte genug Interesse hier daran bestehen.
 
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Durchaus interessant, fraglich aber ob das tragbar wird..damit meine ich in wiefern die jeweilige Gruppe bereit ist, auf die andere zuzugehen.
 
Wenn ich das richtig verstehe, dann läuft es folgendermaßen ab:

Ein Künstler erschafft ein Produkt (z.B. einen Song). Er bestimmt, dass er für insgesamt 100€ diesen Song jedem zur freien Verfügung stellen würde. Nun platziert er auf seiner Homepage und seiner MySpace-Seite ein Widged, über das Hörer ein Zahlungsversprechen in beliebiger Höhe abgeben können. Wird die Grenze überschritten, wird der Song freigegeben.

Folgende Fragen habe ich noch:

  • Inwiefern sind die Zahlungsversprechen bindend und welche Laufzeit haben sie ?
  • Wird der Song vom System automatisch nach erreichen der Grenze freigegeben ?
Imho wäre es an dieser Stelle angebracht, dass ganze so weit wie möglich zu automatisieren, damit sowohl Künstler als auch Nutzer eine Garantie haben. Sprich: Das Konto der Zahlungswilligen wird bei erreichen der Grenze automatisch belastet und der Song im selben Moment automatisch zum Download freigegeben. Und wichtig fände ich auch, dass die Zahlungseinwilligung optional eine beschränkte Dauer haben kann. Vielleicht möchte ich heute einen Song haben, aber ich will nicht mehr in 3 Jahren unverhofft dafür zahlen, weil es dementsprechend lange dauerte bis die Grenze überschritten wurde.

Leider wird dass allerdings keine Alternative sein für die Plattenfirmen. Durch andauernde CD Verkäufe liesse sich potenziell mehr Gewinn erzielen. Die Alternative wäre, dass die Forderungen der Plattenindustrie unrealistisch hoch sind, weil sie die erwarteten CD Verkäufe zu hoch ansetzen.
 
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Ob das eine alternative für Plattenfirmen wird, so oder so ähnlich wird die Zukunft zeigen. Es ist nur eine erste idee, ein erstes Projekt in dieser hinsicht. Aber die Idee hast du richtig verstanden. Die Laufzeit kannst du dir selbst anschaun, klick einfach auf ein album und dann siehst du wie lange Gebote noch abgegeben werden können.

Soweit ich weiß ist die Gebot abgabe vertraglich bindend und der/die Songs/Alben werden automatisch freigegeben, ebenfalls vertraglich bindend unter der angeforderten Lizens (welche genau sieht mane benfalls beim klicken auf das jeweilige Produkt).

Läuft die "versteigerung" ab sind auch alle gebote entbunden, der deal ist dann quasi geplatzt. alle deine fragen werden eigentlich auf der verlinkten seite beantwortet.

eine alternative für plattenfirmen ist das durchaus, denn hierbei geht es um die lizens. das produkt wird unter bestimmten bedingungen freiverfügbar gemacht. das steht plattenverkäufen keinesfalls im wege. man cds weiterhin verkaufen, mit gewinn, allerdings wesentlich günstiger, da der song frei ist. aber wer wird in zukunft noch cds kaufen?

nochmal, hier geht es nicht um einen direkten produkt verkauf, es geht um einen handel mit den schaffern die produkte FREI zu kaufen. auf welchen wegen sie alles an die kunden gelangen hat damit nichts zu tun. downloadbar sind sie auf jeden fall imemr frei.

edit: nochwas wegen tragbarkeit: es sind schon jetzt viele teils prominente künstler die ihre musik oder teile davon frei auf myspace und co verteilen und promoten. das wäre doch noch viel sinnvoller. ob das gelingen wird hängt auch von uns allen ab, die nachfrage motiviert auch die künstler, die zahlungsmoral ebenfalls.

ich find die idee gut, ob sie genau so die zukunft ist, vermutlich nicht, aber man könnte evtl. was daraus machen. wenn ihr das ähnlich seht, macht da mit. durch zuschaun verändert man nix.
 
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Dese schrieb:
Die Laufzeit kannst du dir selbst anschaun, klick einfach auf ein album und dann siehst du wie lange Gebote noch abgegeben werden können.

Sind die Laufzeiten der Versteigerung flexibel bzw. können vom Künstler bestimmt werden ?
Warum habt ihr überhaupt die Laufzeiten beschränkt, würde es nicht mehr Sinn machen die Laufzeiten der Versteigerung endlos zu machen und die Gebote zeitlich zu beschränken ? Das System müsste dann natürlich intern mitrechnen welche Gebote noch gültig sind und anhand dieser Daten den aktuellen "Preis" errechnen. Der Künstler könnte weiterhin zu jederzeit die bislang erspielten Einnahmen aktzeptieren und das Produkt frei geben.

Es geht mir einfach darum (angenommen, die Laufzeiten sind flexibel gestaltet und können auch z.B. 3 Jahre dauern). Dann habe ich vielleicht irgendwann vor 2 1/2 Jahren ein Gebot abgegeben, mittlerweile aber das interesse am Produkt verloren und möchte vielleicht nun doch nicht mehr zahlen bzw. habe vielleicht schon total vergessen, dass ich damals bei diesem Produkt mitgeboten habe und plötzlich wird mein Konto belastet, weil erst jetzt der gewünschte Preis erzielt wurde.
 
ich weiß nicht wie flexibel sie sind. wenn du dein gebot abgibst ist es gegeben. es ist bindend. du kannst dir aber die laufzeit und das produkt vorher genau ansehen und deine entscheidung überlegt machen.

ich weiß zwar nicht wie weit die laufzeiten gehen können, aber ich denke nicht, dass wir hier von jahren reden.

schau es dir an, kannst dich ja frei regetrieren und oder auch ohne registrierung z.b. mal auf "engage" klicken. da passiert erst mal noch nichts.

edit: das projekt ist nicht von mir. mehr als was ich schrieb weiß ich auch nicht. wenn du mehr wissen willst frag dort an. ich wollts nur vorstellen.
 
Radiohead war mit ihrem Album "In Rainbows" einen ähnlichen Weg gegangen und hatte damals kräftig abgesahnt. Jeder konnte das Album frei herunterladen und nach freiem ermessen bezahlen. Man konnte es auch umsonst herunterladen, also wirklich nach freiem ermessen. Allerdings haben sie das Projekt wieder eingestellt, wohl aus vielerlei Gründen. Ich weiss zwar nicht die Begründung, da sie sich darüber ausschweigen. Aber ich denke das folgende Punkte wohl mitentscheidend waren:
- Druck der Produzierenden Industrie
- Abnahme der Zahlungsbereitschaft
- Möglicher Wegfall eines gesamten Industriezweiges, wenn alle so ihre Alben vermarkten.
- Plattenläden etc. (der Rattenachwanz hinter der Produzierenden Industrie) werden sich ebenfalls beschwert haben.
 
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Geht nicht

Falls ich das richtig verstanden habe, wird es aus vielen verschiedenen Gründen nicht funktionieren. Diese Art der Vermarktung erzeugt das gleiche Problem, dass "öffentliche Güter" wie Parks haben: Jeder würde sich freuen, wenn er es nutzen könnte, aber keiner will bezahlen. Denn der Konsument weiß ja, dass er auch nutzen kann, wenn er nicht zahlt und von anderen Konsumenten bezahlen lässt. Da alle so denken, gäbe es in einer freien Marktwirtschaft keine öffentlichen Güter (Nicht-Ausschließbarkeit und Nicht-Rivalität im Konsum). Parks und MP3s haben hier die gleichen Eigenschaften: Jeder kann sie nutzen und durch seine Nutzung wird niemand sonst an der Nutzung behindert.

Die Lösung für die Parks besteht in der Erhebung von Steuern, was in unserem Fall eine Kulturflatrate wäre.

  • Hits, die ganz oben in den Charts stehen werden, werden bei einem üblichen Verkauf hohe Erlöse erzielen. Würde man sie unter der CC-Lizenz verkaufen und die gleiche Summe einnehmen wollen, steht da eine Grenze von (keine Ahnung) 1.500.000€. Die Fans werden den Kopf schütteln und sich fragen, ob der noch alle Tassen im Schrank hat und ihre Zahlungsgenehmigung erteilen, wenn der Betrag zu 80% voll ist. Bis dahin ist das Interesse verklungen.

  • Songs, die fast niemand hören will, wollen auch bezahlt werden. Auch hier ist fraglich, ob man überhaupt je die Summe vollkriegt, wenn es sich um exotische Sachen handelt. In der freien Wirtschaft würden die Fans kaufen und entsprechend hohe Preise für sowas zahlen (Seltenheitsfaktor).

  • Auf lange Zeit gesehen wird der Produzent keine Einnahmen aus älteren Werken machen können. Entweder sind sie schon freigegeben, oder sie haben nie den Sprung über die Freigabe gemacht. Falls das der Fall ist, werden diejenigen, die schon eine Freigabe erteilt haben, wütend. Der Produzent könnte auf die Idee kommen, die Grenze zu senken. Das wird für Unsicherheit sorgen und wieder Leute davon abhalten, ob man nicht lieber zwei Wochen wartet. Um das zu vermeiden, müsste diese Grenze (nehmen wir mal die 1,5 Mio von oben) fest sein, damit die Fans Sicherheit haben.
 
@marcus
das ist der weg, der vermtulich funktionieren wird. das man den leuten die möglichkeit gibt, freiwillg zu zahlen. aber eben so, das das geld auch tatsächlich bei den urhebern ankommt. ich bin 100% der überzeugung, das eine grosse zahl von konsumenten für ein gutes produkt auch n paar kröten springen lassen


gegenbeispiel: die letzte DVD die ich von mein hart erarbeiteten geld gekauft hat, hat mein pc 3x zum absturz gebracht -->> das wird mir eine lehre sein, nie wieder!
 
@walter09
Es gab sogar Leute, die mehr als 20€ bezahlt hatten.

Leider finde ich den Artikel nicht mehr, indem Radiohead die Einnahmen vergangener Alben mit denen der "In Rainbows" veröffentlicht hatten.
Bei www.magnatune.com kann man auch selbst bestimmen, wie man mit dem Produkt Musik umgeht. Allerdings ist das Angebot nicht sehr Reichhaltig und bekannt.
 
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@Odium

nein du hast das überhaupt nicht richtig verstanden.

du kannst es nicht nutzen, wenn sich nicht genügend finden die zahlen. das ist schon mal ein entscheidender unterschied. du kannst sehen, wieviel zeit noch übrig ist und wieviel schon gezahlt wurde (prozentual).

im übrigen gab es schon oft - leider nur eimalige - projekte, von denen die allermeisten funktionierten. diverse bands haben schon ihre musik frei herausgegeben und zu freiwiligen spenden aufgerufen. es gibt ganze software projekte die sich über jahre so heute noch finanzieren.

insofern hast du es ersten nicht verstanden und zweitens liegst du generell falsch.
 
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