Alexander2 schrieb:
ehm, das ist doch eine natürliche Limitierung der 32bit executable, wenn es denn so eine ist. Die können halt auch nur mit 32Bit variablen arbeiten.
Ne, keine Sorge, man kann auch mit 64 Bit Integern im 32 Bit Executable arbeiten - int64_t aka long long beispielsweise.
Nur ist das halt für die entsprechende Bereiche, für die MountWalker das vielleicht als Muss ansieht, alles andere als Standard. Datentypen wie ino_t sind von Haus aus halt wohl erst einmal nicht 64-bittig und müssen dies aber sein, wenn das Dateisystem 64-bittige inodes nutzt. Auch völlig korrekt gebaute alte Programme kommen somit schlicht nicht damit klar. Und alt ist eben nicht automatisch veraltet und neues nicht immer besser. Bestes Beispiel zeigt sich ja hier: Wer das richtige Dateisystem nutzt, hat kein Problem mit der Ausführung besagter Spiele
SCNR.
Dass es mit xfs auffällt, liegt eben an einer Eigenschaft von xfs und dass es nur eher wenigen auffällt und auch die Steam- bzw. Spieleentwickler wohl nicht den allergrößten Bedarf sehen, das könnte nun darauf hindeuten, dass dessen Verbreitung eben doch eher gering ist. Das wäre zumindest eine logische Erklärung.
MountWalker schrieb:
Ich glaube, XFS-Entwickler können diese unbelegte Gefühlsaussage seit ca. 2010 nicht mehr höhren. [...] Dave Chinner [...]
Dass insb. noch von SGI stammende XFS-Entwickler das so sehen, ist doch wohl kein Wunder. Eine umfangreiche Diskussion darüber, was unbelegt oder eben doch belegt ist, dafür ist hier wohl nicht der richtige Ort und es interessiert an der Stelle wohl auch weniger. Fakt ist: Darüber kann man lange und ausführlich streiten, eben weil es keinen klaren Sieger gibt. Und genau das ist an der Stelle mein Einwand und eben der wichtige Punkt: ext4 ist eben nicht per se schlecht oder veraltet.
Was ich ebenfalls
nicht sagen wollte ist dass xfs schlecht wäre. Nein, es ist genauso stabil und production ready wie ext4. Das gilt aber eben auch umgekehrt genauso.
Man kann ext[1-4] weder wegen seines Alters verunglimpfen, noch irgendetwas in der Vergangenheit gültige vorwerfen ala dass es vielleicht mal für "nur eine kurze Überbrückung" gedacht war, wenn einem klar ist, dass manch Vorwurf gegen xfs auch nur in der Vergangenheit gültig war. xfs ist schließlich nicht weniger alt und hatte seine ganz eigenen riesigen Probleme in der Vergangenheit. Beide werden aktuell weiter entwickelt und erhalten neue Features - keines kann das andere da komplett ersetzen. Und was nun besser ist kann jeder für sich selber sehen, aber man kann weder von dem einen noch dem anderen sagen, es sei generell untauglich. Und 64 Bit Inodes spielen an der Stelle schlicht einfach keine entscheidende Rolle. In Szenarien und vielleicht in der Zukunft generell mal - hier und jetzt und insb. am Gamingrechner sicher nicht.
Chinners Beitrag wurde umfangreich diskutiert, u.a. auch auf LWN. Und er hat gute Punkte. Seine Messungen selber attestieren xfs nicht durchweg bessere Performance, sondern durchaus auch ext4. Insb. wenn es halt nicht der high-threaded Supercomputercluster ist.
Genauso wenig hat xfs ext4 bei moderne Features vollumfänglich abgehangen. ext4 wird bspw. wegen seiner seit einiger Zeit enthaltenen Fähigkeit zur transparenten Verschlüsselung genutzt (fscrypt, teilt sich die Implementierung mit u.a. f2fs): Das heißt, im selben Dateisystem können /home/nutzerA und /home/nutzerB mit unterschiedlichen Schlüsselsätzen verschlüsselt sein. Da gibt es zig Szenarien, in denen das sinnvoll ist. Im Mobilbereich bspw. für App-eigene Verschlüsselung oder auf Serverseite eigene Nutzerverschlüsselung (nur jeweils entschlüsselt, wenn App oder Nutzer aktiv ist und auch nur durch diesen möglich). Ich nutze es z.B. auf meinen privaten Rechnern und meine Daten bleiben verschlüsselt, wenn sich jemand anderes anmeldet und seinen home-tree entschlüsselt - und im Gegensatz zu Verschlüsselung auf Blockebene teilt man sich weiterhin den gesamten freien Platz des Laufwerks - mit xfs müsste ich hierauf wohl verzichten.
Auch sind alte Grenzen aus den Anfängen von ext4 längst Geschichte - es taugt genauso für riesige stripes in Supercomputerinstallationen wie xfs für viele kleine Dateien - beides wird aber weiterhin gerne dem anderen als Untauglichkeit vorgeworfen.
Sorry für den langen Beitrag, aber die "Gefühlsaussage" und das mögliche Missverständnis, dass ich etwas gegen xfs haben könnte, kann ich so nicht stehenlassen und diese stehen halt auch öffentlich hier. xfs hat eindeutig seine Vorteile, ext4 aber halt ebenfalls.