Ich weiß, dass hier seit meinem letzten Eintrag vom 11.01.2024 sehr viel Zeit vergangen ist. Das lag nicht daran, dass sich das Thema erledigt hätte. Der Fall hat sich vielmehr über das gesamte Jahr 2024 und 2025 weitergezogen und ist bis heute nicht sauber gelöst. Ich wollte bewusst erst dann wieder schreiben, wenn ich den Stand sinnvoll einordnen und nachvollziehbar beschreiben kann.
Nachdem sich über ganz 2024 hinweg weiterhin Paketverlust, instabile Latenzen und wechselnde Aussagen von Vodafone gezeigt haben und ein sauberer Betrieb der Leitung nur ohne aktiven OFDMA möglich war, habe ich im August 2025 erneut eine Beschwerde bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Erst diese zweite Eskalation hat tatsächlich etwas bewegt. In der Folge wurde mir bei Vodafone ein neuer Ansprechpartner zugewiesen. Ab diesem Punkt änderte sich zumindest die Art der Kommunikation. Es ging nicht mehr ausschließlich um pauschale Aussagen wie „keine Beeinträchtigung messbar“, sondern es wurde erstmals wirklich anerkannt, dass das Problem nicht im Heimnetz liegt und weiter netzseitig untersucht werden muss.
In der Zeit nach der erneuten Beschwerde bei der Bundesnetzagentur und vor der netzseitigen Umstellung im Januar 2026 gab es mehrfachen Austausch, Abstimmungen und interne Prüfungen bei Vodafone. Es wurden Messdaten von meiner Seite bereitgestellt, Rückfragen gestellt und verschiedene mögliche Ursachen diskutiert. In diesem Zeitraum fanden zudem mehrere Techniker-Einsätze seitens Vodafone im eigenen Netz statt, unter anderem für Messungen und Prüfungen im Segment. Für mich als Endkunde waren diese Maßnahmen zunächst nicht direkt sichtbar oder spürbar. Erst Anfang Januar 2026 kam es dann zu den beschriebenen konkreten netzseitigen Änderungen am Anschluss.
Parallel dazu habe ich meine eigene Dokumentation deutlich ausgebaut. Mir war klar, dass man mit einzelnen Speedtests oder Momentaufnahmen niemanden überzeugt. Seitdem laufen bei mir dauerhaft Smokeping Messungen, um Paketverlust und Latenzverläufe über längere Zeiträume sauber abzubilden. Zusätzlich habe ich einen Speedtest Tracker als Docker Container eingerichtet, der regelmäßig Durchsatzmessungen durchführt. Ergänzend dazu lade ich automatisiert täglich die ThinkBroadband Grafiken herunter, um auch externe Messungen langfristig zu archivieren. Über alle diese Quellen hinweg zeigt sich ein konsistentes Bild. Das lokale Heimnetz ist stabil. Auffälligkeiten entstehen erst im Vodafone Netz.
Ein wichtiger Einschnitt kam dann im Januar 2026. Am 13.01.2026 wurde von Vodafone eine netzseitige Umstellung vorgenommen. Das war nicht nur eine Aussage, sondern auch sichtbar. Unmittelbar danach änderte sich das Verhalten des Anschlusses. Unter anderem wurde der CMTS in der Fritzbox plötzlich als „Unbekannt“ erkannt, vorher Hersteller CASA. Die mir zugewiesene IP-Adresse wird seitdem mit dem Standort Kiel erkannt.
Vor CMTS Umstellung, ohne OFDMA
Nach CMTS Umstellung, ohne OFDMA
Kurz darauf wurde in Absprache OFDMA im Rückweg wieder aktiviert. Genau an dieser Stelle zeigt sich aber sehr deutlich, dass der Fall weiterhin nicht gelöst ist. Sobald OFDMA aktiv ist, treten erneut Paketverluste und instabile Latenzen/Jitter massiv auf. Das ist reproduzierbar und deckt sich mit meinen Langzeitmessungen. Nicht mehr so oft wie früher, aber weiterhin anhaltend und nervig. Nach entsprechender Rückmeldung an meinen Ansprechpartner wurde OFDMA deshalb wieder deaktiviert, da der Anschluss sonst erneut deutlich schlechter läuft.
Ohne und mit OFDMA
Der aktuelle Zustand ist damit kein stabiler Endzustand, sondern weiterhin ein Workaround. Der Anschluss ist nur deshalb einigermaßen nutzbar, weil OFDMA bewusst abgeschaltet ist. Das Grundproblem im Segment ist damit nicht behoben, sondern lediglich umgangen. Sobald OFDMA wieder aktiviert wird, kippt das Verhalten erneut. Von einer sauberen technischen Lösung kann also keine Rede sein.
Der Fall ist damit weiterhin offen und nicht abgeschlossen. Warum OFDMA in diesem Segment nicht stabil betrieben werden kann, ist weiterhin ungeklärt. Ebenso gibt es keine klare Aussage, ob es sich um Rückwegstörer, Segmentüberlastung oder eine andere strukturelle Ursache handelt und ob oder wann eine nachhaltige Lösung geplant ist. Mir wurde aus technischer Sicht zurückgespiegelt, dass ein solches Fehlerbild in dieser Form bislang nicht bekannt ist. Unklar ist für mich auch weiterhin, was genau bei der netzseitigen Umstellung am 13.01.2026 passiert ist, insbesondere im Hinblick darauf, dass der CMTS nun als „Unbekannt“ erkannt wird und die IP-Zuordnung plötzlich auf Kiel verweist.
Falls jemand hier Erfahrungswerte oder eine technische Einordnung dazu hat, gerne melden. Ich beobachte und messe weiter und halte den Kontakt zu Vodafone aufrecht.