Von Zuhause wegziehen - warum, wenn nicht aufgrund äußerer Umstände?

GrandSol

Cadet 1st Year
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Sep. 2008
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Viele Leute im Alter von +-20 Jahren ziehen von zuhause weg. Die Mädchen meist etwas früher als Jungs. Zeitschriften wie der Focus Campus drängen den betroffenen Leser geradezu, versuchen ihm weiszumachen, dass dies das einzig Richtige sei. Mitunter werden die unnachvollziehbarsten Argumente angeführt und hie und da ein unhöfliches Wort verwendet. Ich schreibe diesen Text aufgrund eines Gesprächs mit einem Freund, dessen Argumente mich nicht überzeugen konnten, aber sicherlich nicht die eines Einzelnen sind.

Zum wiederholten Male werde ich gefragt, ob ich denn "nicht langsam ausziehen" wolle, mir also eine Wohnung suchen und das gemeinsame Haus, in dem ich mit meinen Eltern lebe, verlassen. Unerwähnt lassend, dass ich dies durchaus in Erwähnung zog, frage ich nun nach dem Warum. "Na, um auf eigenen Füssen zu stehen", erwidert der Eröffner des Themas.
Auf eigenen Füssen stehen - und dies noch nicht einmal wörtlich genommen. Dabei bräuchte ich vernünftig betrachtet gar keine "elternfreie" Wohnung, da ich noch unverheiratet und kinderlos bin und im Haus meiner Eltern, welches eines Tages mein eigenes und das meiner Kinder sein soll, genügend Platz für alle Bewohner ist. Tatsächlich habe ich sogar meine eigene Wohnung in diesem Haus, eine ganze Etage für mich. Den Unterschied zu einer konventionellen Wohnung machen also lediglich die restlichen Bewohner aus, denn statt einen Herrn Müller und eine Frau Özcan im Treppenhaus anzutrefen, sehe ich meine eigenen Eltern. Und ehrlich gesagt, ist mir nicht klar, was daran schlechter sein soll.
Was ist es, welches das Verlassen des Elternhauses gemäß den Ansichten zahlreicher Zeitgenossen ganz selbstverständlich macht? Es soll einem das Leben in der Zukunft erleichtern, da man lerne, ohne Hilfe der Eltern zu handeln. Aber auf welchen konkreten Sachverhalt trifft das zu? Will man weitestgehend "unabhängig" von den Eltern sein, ist in erster Linie ein schlechtes Verhältnis zu ihnen von bedeutung, das Ausziehen aus der gemeinsamen Bleibe lediglich eine Folge. Aber wenn man ein gutes Verhältnis hat, versteht es sich von selbst, dass man sich gegenseitig unterstüzt. Und da spielt es doch nicht mal eine Rolle, ob die Eltern im selben Haus wohnen (bzw. man im selben Haus wie die Eltern), oder nicht.
Bislang habe ich unter vielen Beispielen keines gehabt, von dem ich zweifellos sagen kann, dass diese Person, welche alleine wohnt, in irgendeiner Hinsicht "reifer", "fähiger" oder ähnliches wäre im Vergleich zu Leuten, die mit ihren Eltern innerhalb der einen Mauern leben. Ich bin für jedes geeignete Beispiel, das den Vorteil oder Sinn des Ausziehens verdeutlicht, der einen persönlich im Leben "weiterbringen" soll, dankbar. (Also nicht soetwas wie der oben erwähnte Fall einer eigenen Familiengründung [und selbst dann kann es durchaus möglich sein, weiterhin im Haus mit den Eltern wohnen zu bleiben, wenn die Räumlichkeiten dafür vorhanden sind], oder ein Studium/die Arbeitsstelle, welche(s) den Wegzug erforderlich macht. Genauso wie ein schwerer Konflikt mit den Eltern dazu führen kann.)


MfG
 
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Willst du jetzt vom Gegenteil überzeugt werden? Das kann jeder halten wie er will und es gibt kein Gesetz (auch kein ungeschriebenes), welches dich zwingt auszuziehen.
Die ganzen Vorteile von Hotel Mama sind dir ja offensichtlich bewusst. Das ist wieder so ein typisches "aber die anderen erwarten es doch so von mir"-Thema.
Das Einzige was aus meiner Sicht für ein frühes Ausziehen spricht, ist ein schlechtes/mäßiges Verhältnis zu den Eltern oder Bock auf Krawall und Remmi Demmi in der eigenen Bude. Man schießt sich doch förmlich selbst in den Fuß, wenn man so früh selbst für alles aufkommen will.
Wohngemeinschaften sind wieder ein anderes Thema und natürlich hat auch nicht jeder das Vergnügen in seiner Heimatstadt zu studieren. Mein Fall wäre eine WG aber nicht. Nicht jeder hat gerne die ganze Zeit "fremde" Leute um sich.
 
Was willst du hören?
Es macht in jedem Fall Sinn, da man sich um jeden Scheiß selbst kümmern muß. Man lernt wieder neue Perspektiven kennen. Auch in Wohngemeinschaften @ Cya, ich finde man sollte alles mal gemacht haben. Durch Erfahrungen reift man, also auch durch einen Auszug in eine WG/Eigene Bude/Studentenwohnheim. Reifen muß ja in dem Sinne nicht heissen, dass man sonderlich weiser wird als andere. ;) Es gibt ja genug Leute, die aus den wenigsten Dingen was lernen oder reflektieren. Da wird natürlich auch ein Auszug nichts ändern.
Eine räumliche Distanz zu den Eltern setzt einen auch unbewusst in eine eigenständigere Position. Man kann nicht "im Notfall" hinrennen und schnell um Hilfe bitten. Nix da, die sind 400km weit weg. Auch ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Eltern. Wahrscheinlich sogar eines der Besten, die man sich vorstellen kann, wirklich ohne zu übertreiben. Hätte auch während des ersten Teils meines Studiums daheim bleiben und zur Uni fahren können. Wollte ich nicht. Hatte Lust auf eine WG mit ein paar Kumpels. Ein Tapetenwechsel ist auch manchmal ganz hilfreich und ganz ehrlich: Man kann bei nem Unzug viel Ballast lostwerden + eine neue Bude einzurichten macht auch wieder Spaß. Ganz zu schweigen von den Leuten die man kennenlernt, die neue Umgebung, in der man sich zurechtfinden muß ... also wenn das einen mal nicht weiterbringt, dann weiß ich auch nicht ...

Abgesehen davon:
Manche, die mit 30 bei den Eltern wohnen, wissen nicht, woher man eigentlich gelbe Säcke und Müllmarken bekommt. Sowas muß doch auch nicht sein. ;)
 
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Viel mehr wichtiger ist, ob du für dich schon sagen kannst: Ja, ich bin dazu bereit, ich kann das alles schaffen. Wäsche, Küche. Bad. Ein WG ist meißtens der richtige Einstig um so etwas zu testen. Was letzten Endes aber zählt ist der Wille.

Perspektiven: Das ist schon richtig, denn du stehst dann wirklich fast ausschließlich auf eigenen Beien. Und in einer WG hast du trotz dem dein eigenes Zimmer, wo du dich zurück ziehen kannst. Was du draus machst ist deine Sache. Nicht jede WG hat ne Waschmaschine, also musst du hin und wieder zu einem Waschsaloon, was aber auch kein Problem darstellen sollte. Weiterer vorteil: Du lernst neue Leute kennen. Und mehr Bekanntschaften ist eigentlich nie verkehrt.

Meine Erfahrungen waren damit eigentlich nicht schlecht, nur muss man immer wissen, wo die eigene Grenze sitzt. Es kann durchaus sein, dass sich dein Nachtleben in einer Art uns Weiße verändert, dass du irgendwann den Überblick verlierst. Allerdings kommts auch immer darauf an, mit was für Menschen du zusammen ziehst. Das sind eben Dinge, wo du aufpassen musst.

Gruß Andy
 
Also, jeder junge Mensch hat wohl irgendwo das Bedürfnis nach Freiheit. Der eine mehr, der andere weniger. Ich verstand mich mit meinen Eltern zuletzt gar nicht mehr und nach dem Auszug dann umso besser. Irgendwann wirst auch du dich lösen wollen und die Gründe können sehr verschieden sein.
Bei einigen Leuten könnte das ein unterschwelliger Druck der Eltern sein, sich selbstständig zu machen. Andere (so wie ich) verstehen sich nicht mehr und brauchen mehr Freiheit, bei eigenen Entscheidungen, als auch in der Lebensweise.

Was das einem persönlich bringt? Recht viel. Wenn man alleine lebt, übernimmt man die volle Verantwortung für sich selbst. Man lernt mit der verfügbaren Zeit umzugehen, wenn man anfängt, die eigene Wäsche zu waschen oder den Wocheneinkauf zu planen. Ebenso lernen andere erstmal richtig mit Geld umzugehen, denn im Notfall ist da niemand, der mal eben 100€ in der Tasche hat, wenn man sie braucht.
Meinetwegen kannst du das ganze auch als einen menschlichen Instinkt ansehen, das Elternhaus zu verlassen, um eine eigene Familie zu gründen - unabhängig davon, ob man das will oder nicht.
 
ich möchte mich meinen vorrednern in gänze anschließen (außer lostboys)

das wohnen in einer WG oder in einer eigenen wohnung ist etwas vollkommen anderes als das leben bei den eltern.
du musst eine andere art von kompromissen eingehen, du kannst nicht mehr die rolle des "sohnes" oder der "tochter" spielen, du musst ständig schauen, dass du was zu essen im haus hast, du musst selbst deine wäsche waschen, du musst selbst die pissflecken von deinem klo wegwischen und das ganze ding auch mal putzen, du musst einkaufen fahren, du musst dich mit dem stromanbieter zanken für einen bestimmten tarif, du musst (wenn du in einer wg einziehst) dich mit neuen und unbekannten leuten auseinandersetzen und lernst wie es ist auch mal zeit mit menschen zu verbringen, die man nicht unbedingt sofort zu seinen freunden zählen würde, sondern mit denen man zweckmäßig zusammenlebt, weil die eigene lebenssituation es nun mal erfordert.
wenn du zb studieren möchtest und nicht unbedingt angst hast das warme nest zu verlassen, dann wirst du notgedrungen von zu hause ausziehen müssen...es sei denn du hast lust hunderte kilometer zwischen uni und zu haus hin und her zu pendeln jeden tag.

das alles liest sich (oder hört sich) total anstrengend an und zurecht würde man die frage aufwerfen: warum soll ich mir das geben wenns zu hause viel gemütlicher zugeht und ich mich um viele der genannten sachen nicht kümmern muss?

fakt ist aber, dass du eigentlich von keinem menschen, der ausgezogen ist und in wg´s oder alleine lebt, hören wirst, dass er diese entscheidung auch nur im geringsten rückgängig machen möchte.
es ist einfach eine andere art und weise dein leben zu führen und auch wenn es nur kleinigkeiten sind (wie zb sich ne halbe stunde hinstellen und das geschirr von 3 faulen mitbewohnern mit abzuwaschen weil ihr 2 wochen gestapelt habt und keine geschirrspülmaschine habt) so addieren sich diese kleinigkeiten zu einer ganzen reihe von gemachten erfahrungen, die dein wesen und deine persönlichkeit bestimmt bereichern werden.
der aspekt von neu gewonnener freiheit und selbständigkeit wurde ja schon angesprochen.

ich kann dir das ausziehen nur empfehlen.
aus sicht eines menschen der ausgezogen ist klingt dein text so als wenn du eine bestätigung dafür suchst schön bei muttern am rockzipfel hängen zu bleiben.
bist du ein muttersöhnchen? ich hoffe nicht!
 
In meinem Umfeld sind mir die unterschiedlichsten Varianten begegnet, allerdings oft im Zusammenhang mit dem Studienbeginn.

A. Die Studentin, die im ersten Obergeschoss des elterlichen Hauses wohnt und mit dem Auto zur Uni gefahren ist (Nesthocker).

B. Der Student, der ebenfalls im ersten OG des elterlichen Hauses wohnt, aber zusätzlich am Studienort eine Bude hat und der sich an beiden Orten aufhält, also auch mal mit dem Auto pendelt.

C. Der Arbeitnehmer, der sich bis zu seinem 30.-35. Lebensjahr mit seinem Kinderzimmer in der elterlichen Mietwohnung begnügt hat, um dann selbst zu bauen.

D. Das junge Küken, das mit 19 Jahren in ihre Uni-Stadt zieht und nach einem Jahr einen wesentlich reiferen Eindruck macht (was an der Uni oder am Umzug gelegen haben mag).

E. Die Studentin, die wegen des Studiums aus dem elterlichen Haus auszog, die nach dem Studium eine eigenen Wohnung hatte und heute wieder im Haus der Eltern lebt.

F. Das junge Pärchen, das sich schon aus Schulzeiten kannte, zum Studienbeginn in eine Dreier-WG zog und noch heute zusammenlebt.

G. Die Tochter, die sich immer häufiger mit ihrem Vater stritt, sich zwei Straßen weiter eine Wohnung suchte und nun wieder ein besseres Verhältnis zu den Eltern hat.


Mein Eindruck war stets, dass die Leute genau das gemacht haben, was für sie ganz individuell richtig und vernünftig war. Jeder kennt die Vorteile von „Hotel Mama“: Man ist am Samstagabend lange unterwegs, kommt vielleicht erst um fünf Uhr nach Hause, lässt sich gegen 12 Uhr wecken, springt unter die Dusche und der Sonntagsbraten steht auf dem Tisch. Jackpot!

In der eigenen Bude dagegen wird man von niemandem gedrängt, mal Staub zu wischen oder die Fenster zu putzen. Das Timing dafür bleibt einem selbst überlassen. Man muss niemandem die Blondine vorstellen, die am Frühstückstisch sitzt, und man muss schon gar nicht erklären, warum da gestern noch eine Brünette saß.

Ich selbst wohnte bis zum 22. Lebensjahr bei meinen Eltern (Abitur plus Berufsausbildung). Das fand ich absolut schmerzfrei. Für mich stand aber auch fest, dass ich zum Studienbeginn ausziehen würde, weil mir die Fahrerei zu umständlich gewesen wäre. Eine Schulkollegin dagegen entschied sich für das tägliche Pendeln.

Für mich selbst kann ich sagen, dass ich meine eigene Studentenbude super fand. Im direkten Vergleich konnte da selbst Hotel Mama nicht mithalten. Der Auszug von Zuhause ist aber keine Sache, die man mit allgemeiner Verbindlichkeit und somit objektiv entscheiden kann. Das muss jeder für sich selbst abwägen. Vermutlich ist das eine der Entscheidungen, die zum Erwachsenwerden gehören.
 
Man muss niemandem die Blondine vorstellen, die am Frühstückstisch sitzt, und man muss schon gar nicht erklären, warum da gestern noch eine Brünette saß.

haha :lol: count me in!
am besten noch die, auf die auch der eigene mitbewohner steht ---> stress vorprogrammiert ^^
das sind so die kleinigkeiten, die ich nicht missen möchte :)
 
WG bedeuten 100% kooperationsbereitschaft, was Ich für unmöglich halte und selbt im elternhaus meist ned funktinoert ...
Verdreckte räume, verlust von wertgegenständen (aber auch Kühlschranksplünderungen etc), belästigungen und soziale konflikte sind in einer WG alltag ... Also allein aus hygenischen gründen würde ich von WG´s abraten.
 
komisch, ich lebe schon seit 6 jahren in wg´s und kann das von dir gesagte in dieser extremform nicht annähernd bestätigen.
100% kooperationsbereitschaft muss auch nicht sein wenn man den leuten es schafft klarzumachen, dass sie mal die zügel locker lassen sollen.
konflikte sind hier udn da natürlich drin aber hey...bist du aus zucker oder was?
erst aus konflikten udn aus reibung lernt man.
ich möchte nicht mal die schlimmsten auseinandersetzungen missen im nachhinein.
und wenn wertgegenstände verschwinden, dann wird man wohl schon mal sagen dürfen: "mit was für komischen leuten hast du dich denn da eingelassen?" :)
 
Ich wollte euch nur von den Risiken und Nebenwirkungen von WG´s berichten und sehr unwahrscheinlich sind diese wohl nicht :rolleyes:
Auf diese Weise habe Ich schon damals ein Klassenkamaraden überzeugt, eine eigene Wohnung zu mieten statt einer WG mit seinen (angeblich) besten freunde :D

Aber hey, wär auf gesellschaftliches theater richtig lust verspürt, der ist in einer WG gut aufgehoben :p
 
ja weißt du...es ist leider nun mal auch so, dass man nicht immer die chance hat sich eine eigene wohnung zu mieten.
wenn du gerade mti deinem abi fertig bist und an einer uni angenommen wirst, die so weit weg von zu hause ist, dass du ausziehen musst und deine eltern zb nicht unbedingt die kohle haben um dich zu finanzieren, du aber zb anrecht auf 500euro bafög hast, dann glaube ich wohl kaum, dass du groß die möglichkeit hast 300-350 euro im monat für eine 1zimmer-wohnung auszugeben...dann wirst du ja auch eher in eine wg ziehen wo du...was weiß ich...so um die 200€ monatlich abdrückst (in städten wie münchen oder frankfurt noch mehr)...
klar, man kann nebenbei für 400€ im monat jobben, aber wenn dein lern-pensum das zb nicht zuläßt?
und was ist zb wenn die eltern genug kohle haben und du deswegen kein bafög bekommst, sie aber zu dir sagen, dass du schauen musst wie du über die runden kommst (weil sie dich schlicht nicht unterstützen wollen)?
fazit: ich meine schon, dass das anmieten einer eigenen wohnung mehr als nur gesteigerter luxus ist wenn man studiert.
und die eigenen negativen erfahrungen kann man ja gerne einbringen, aber nicht so tun, als ob es nicht auch andere seiten gäbe.
 
LOSTBOYS schrieb:
Aber hey, wär auf gesellschaftliches theater richtig lust verspürt, der ist in einer WG gut aufgehoben :p

Dann sollte man sich mal überlegen, mit welchen Leuten man rumhängt und was "Freunde" und was Freunde sind. Die WG = soziale Gemeinschaft hat damit gar nix zu tun. Die Leute, die in ihren wohnen, sind für den Ablauf zuständig.

Aber ich denke, dass wird gerade sehr offtopic werden hier ... es geht ja ums Ausziehen, nicht darum, ob WGs toll oder scheisse sind.
 
Bei den Eltern zu wohnen heißt auch immer sich unterzuordnen ! Zwischen Elternbeziehung und Freundschaft besteht ein großer Unterschied. Deine Mutter sieht dich immer als Sohn, ob Kind oder Erwachsener. Wenn sie dich als Kinde verwöhnt hat wird sie jetz auch tun. Dieses birgt einem Konflikt deinem Vater gegenüber. Denn du warst und wirst der wichtigste Mann in ihrem Leben sein. Vor deiner Zeit war es dein Vater und wenn du weg bist wird er es wieder sein. Aber dazu gibst du deinen Eltern momentan keine Chance, da immer noch die räumliche Nähe vorhanden ist. Solange die gegenseitige Einmischung in das Leben des jeweils anderen aber gering ausfällt, wird es kaum zu Konflikten kommen.
Man könnte auch ein Vergleich aus der Natur heranziehen:
Der männliche Nachkomme eines Tiere steht immer in Konkurrenz zu seinem Vater. Um Nahrung aber, vor allem um die Weitergabe der Gene. Das A und O der Evolution.
Somit wird auch bei uns als Tierspezies immer unterbewusst dieser, nennen wir es, Instinkt mitwirken. Dein Vater sieht dich viel lieber ausser Haus als am "Busen" (nicht falsch verstehen) deiner Mutter, und zwar auch unterbewusst. Denn deine biologische Aufgabe ist weit weg von deinen Ursprungspopulation eine neue zu eröffnen, um den Genpool zu erweitern und dadurch den stabilen Erhalt deiner Art zu sichern.

Wenn du das Haus deiner Eltern erbst (und du bist dir ja sicher ;)) dann legst du dich im Prinzip in ein gemachtes Nest. Du führst den "Lebenstil" deiner Eltern weiter.
Deiner Eltern haben vielleicht auch mal bei Null angefagen ? Du profitierst von ihren Errungenschaften ohne dafür etwas geleistet zu haben ;) Einige legen sowas als Schmarotzertum aus.
Andereseits was kann der "wohlhabende" dafür, dass er wohlhabend geboren wurde?

So wie es aussieht, stehst du auch unter dem Druck, dich anderen gegenüber zu rechtfertigen, warum du diesen Lebenstil führst. Wenn die Normalität in deinem Freundes/Bekanntenkreis so aussieht, dass alle von zu Hause weg sind und ihre eigene Familie gegründet haben, kannst du schnell zum Aussenseiter abgestempelt werden. Du bist der, der noch zu Hause wohnt, keine Lebensgefährtin hat und "überhaupt" anders. Wenn du das aushälts und über den Dingen stehen kannst, dann führe dein Leben nach deinen Vorstellungen.
Ansonsten hilft nur "Assimalation" oder positiv gesprochen Anpassung. Dann heißt es verzichten auf elterlichen Komfort. Das Haus nimmt dir ja keiner Weg, es wartet auf dich wenn der Zeitpunkt gekommen ist. Nur vorher musst du deinen Weg gehen ohne Elternhaus.


Da ich dich und deine Eltern nicht kenne, kann ich hier nur eine sehr oberflächliche Einschätzung abgeben.

Zu mehr ist dieses Forum meiner Meinung aber auch nicht geeignet.
 
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das ist aber auch erst in den letzten jahrzehnten so. früher haben hier auch mehrere generationen unter einem dach gelebt. ähnlich wie es in vielen mittelmeerländern auch der fall is.
ich denke der "einzige vorteil" ist wohl das man einen anderen bezug zum geld bekommt und weiss was das einkaufen und die rechnungen so alles an kosten mit sich bringt.
aber das würde ich nicht unbedingt als das superargument anführen, denn sich selbst bewusst zu machen an welchen ecken und enden einem was aus den taschen gezogen wird, ist nicht gerade erleichternd sondern viel mehr ernüchternd.
und ich denke es hängt auch stark davon ab wie das familiäre so abläuft. wenn man engen bezug zur familie hat und sie auch gern um sich hat, seh ich da absolut kein problem drin. andere mögen das vielleicht anders sehen und möchten sich irgendwann "klar abgrenzen von all dem" und was "eigenes aufbauen".
im grunde kann man da auch nur sagen das es jedem selbst überlassen ist. und solange ihr da klare verhältnisse habt, wie was läuft, wüsste ich nicht was dagegen spräche.

ps: dieses "alle andern tun aber dies oder jenes" find ich n schwaches argument. wenn man so ein labiler charakter ist, der sich von solchen banalitäten unterbuttern lässt, wirds auch ohnehin im leben nicht weit bringen weil er immer nach der pfeife eines andern tanzen wird.
 
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ps: dieses "alle andern tun aber dies oder jenes" find ich n schwaches argument. wenn man so ein labiler charakter ist, der sich von solchen banalitäten unterbuttern lässt, wirds auch ohnehin im leben nicht weit bringen weil er immer nach der pfeife eines andern tanzen wird.

Wenn ich mir die Heranwachsenden anschaue, dann erkenn ich genau dieses Prinzip:
Ich will das was der andere hat oder ich mach das was ander auch macht !
Beispiele:
Handy
Klamotten
Flatrate saufen
oder
Was, du bist mit 14 Jahren noch Jungfrau?

Da wurde ein Mädchen solange in der Schule gemobt bis die Eltern wegen ihr das Stadtviertel gewechselt haben, damit sie auf eine andere Schule kommt.

Der soziale Druck, der auf Heranwachsenden lastet, ist schon enorm.

Wenn man das alles als Banalitäten abtut, will man einfach die neuen Gegebenheiten nicht akzeptieren.

Charakterschäche hin oder her. Eine Gesellschaft sollte sich vornehmlich um sein schwachen Mitglieder kümmern. Die Starken kommen sehr gut alleine zu Recht. Aber die jammern dann gleich wieder wenn sie nicht mehr im Rampenlicht stehen ;)

nach der pfeife eines andern tanzen wird

Das tut 90% der Menschheit :D Alles andere ist Einbildung ;)
 
Habe letztens einen interessanten Bericht zu dem Thema gesehen.
Angeblich wohnen wieder immer mehr junge Erwachsene bei den Eltern.

Machen wir uns nichts vor, dass Leben ist verdammt teuer geworden. Vorallem die Nebenkosten sind wahnsinnig explodiert. Und ein Ende der Preisspirale ist nicht in Sicht.
Deshalb denke ich das sich der Trend der "Nesthocker" bzw. WGs in den nächsten Jahren weiter zunimmt.

Sicherlich ist man mit einer eigenen Wohnung freier, das muss man sich aber auch ganz schön teuer erkaufen.
Wenn man da Azubi, Berufsanfänger oder gar Student ist, kann man sich das nicht oder nur sehr schwer leisten.
Kommt dann auch noch ein Auto dazu, wird es nochmals ein ganzes Stück schwerer bis unmöglich.

Wenn man mit Mitte 20 alleine noch bei den Eltern wohnt, finde ich nicht so schlimm.
Kommt da aber noch eine feste Freundin oder gar ein Kind dazu, ist Ausziehen angesagt.
 
Wenn Du wirklich eine eigene Wohnung hast und Dich da um alles kümmerst und Deine Eltern Dich Dein Leben lassen, BIST Du quasi schon von zuhause weggezogen, denn darum geht es den Leuten eigentlich, die immer sagen, man soll selbständig werden, seine eigenen Entscheidungen treffen, selbst für sein Leben sorgen. Vermutlich wissen diejenigen, die Dir vorschlagen, daß Du ausziehen sollst, nur einfach nicht, daß Du schon alleine lebst.

Und wenn Du in einer eigenen Wohnung im elterlichen Haus Dein eigenes Leben lebst, ist das auf jeden Fall besser als diejenigen, die ganz stolz verkünden, daß sie jetzt eine eigene Wohnung haben und sich nicht mehr von den Eltern dreinreden lassen ..... sich aber die Wohnung von den Eltern finanzieren lassen und zum Essen und Wäsche-waschen zu den Eltern fahren und die Einkäufe macht natürlich auch Mami ......
 
klare sache das ist doch irgendwo der erste große schritt in die spebständigkeit.

ohh und bei mutti waschen gehn zählt nicht:rolleyes:
 
würde nie mehr zurück wollen :D

finde übrigens nichts schlimmes daran wenn meine wohnung mir bezahlt wird ich dafür aber in mindestzeit studiere und das ziel zumindest schon in sichtweite ist ;)
 
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