Wo sind all die innern Werte hin?

Leute, eure Kritik an der Art der Threaderstellung mag gerechtfertigt sein, dennoch wäre es nett gegenüber den Boardies die die Thematik weiter diskutieren wollen, mit der Kritik direkt persönlich an den Threadersteller heran zu treten.
Alles andere schadet dem Thread.
 
Also wie viele hier über den Fredgrundlage sich aufregen....oO

Wenn man mal den üblichen Klatschmist aus den Nachrichten und ähnlichen ausblendet,
stellt man sehr wohl fest, dass es sich zum größten Teil nur auf so kranke Themen reduziert, wie oben erwähnt...

Schaut Euch mal spaßeshalber die Nachrichten von vor 20 Jahren, oder älter an...
Politischen Themen, Wetter, ENDE!
Und dann seht Euch im Anschluss noch mal aktuelle Qutoenbringer Nachrichten an.... :freak:

Das Problem heute ist, dass man selbst die Nation bei den Nachrichten unterhalten will.
Früher waren die Medien auch nicht so geil, auf solche Stories... wollte ja keiner.
Und ich wette, damals gabs genauso gut Vergewaltiger, Kinderschänder oder ähnliches Gesindel, das seinen Taten nach ging.
Nur hat damals keiner drüber berichtet... das konnte/wollte man nicht im TV sehen.
Ich übrigens bis heute nicht... :rolleyes:

Man darf sich halt nur nicht von dem ganzen Medienrummel bekloppt machen lassen.
Sonst würde ich mich bald auch nicht mehr vor die Tür trauen^^
 
Es hat wahrscheinlich mehrere Faktoren und Hintergründe, wie dieses Bild von einer kalten und gleichgültigen, auf den eigenen Egoismus fixierten Gesellschaft entsteht:

- das subjektive Gefühl, benachteiligt zu werden. Auch das wird entscheidend durch die Medien geprägt, wenn "die Reichen da oben" immer mehr verdienen und "der kleine Mann hier unten" sehen muss, wie er überlebt. Da bleibt dann auch keine Grundlage, fairgehandelten Kaffee oder im 3.-Welt-Laden einzukaufen. Die "Reichen" und Politiker könnten machen, was sie wollen, ohne jede Konsequenz und würden dann auch noch, wenn sie Milliardenverluste verursachen, belohnt werden, aber "der/die kleine Mann/Frau" muss die Suppe auslöffeln - dieser Eindruck machts sich breit.

- gleichzeitig ensteht daraus eine gewisse Perspektivlosigkeit - "no-future" - bei den Heranwachsenden z.B. Vielleicht ist das auch der Grund (komibiniert mit Punkt eins beim Beobachter) warum man den Eindruck bekommt, dass es immer schlimmer und extremer zu werden scheint, wenn jetzt sogar in Kleinstädten nachts Asi-Gruppen unterwegs sind, nur mit dem Ziel, aktiv zu provozieren, um Schlägereien mit vollkommen unbekannten auszulösen. Frustabbau könnte man das zynisch beschreiben. Andere Gruppen, die sog. Mittelschicht, kämpft schon seit den späten 80ern mit der Vorstellung, an Bedeutung und Lebensstandard zu verlieren.

- es gibt natürlich noch mehr Gründe...


Nochwas zu den berühmten Rentnern im Bus: manche sind auch dermaßen unfreundlich und mies gelaunt. Andere fangen urplötzlich an zu quasseln - ohne Ende. In öffentlichen Verkehrsmitteln versuche ich das immer im Überblick zu behalten, um ja nicht in Verlegenheit zu kommen, einem Rentner einen Platze anbieten zu MÜSSEN. Manche sind wirklich so unverschämt und meinen, nur weil sie Rentner seien, hätten sie Anspruch auf einen Sitzplatz. Das ist genau das gleiche, nur in einer anderen Form, wie bei anderen Gesellschaftsgruppen.
 
Die Gewaltbereitschaft ist meiner Ansicht nach aber wirklich gestiegen und das wurde auch mehrfach die letzten Monate im Fernsehen belegt, letztens noch vor gut zwei Woche, wo man einen Bericht über die Gewalt auf dem Oktoberfest in München brachte und die Körperverletzungsdelikte vom letzten Jahr mit denen von vor 10 Jahren verglich und man eine Verdopplung feststellte. Damit fängt es doch schon an. Ich weiß nicht, ob einige Leute mit ihren Aussagen hier die Augen vor der Realität verschließen, aber dass, was Jule ansprach, kann ich weitesgehen auch so sehen, auch wenn diese Erfahrungen, da ich in einer eher kleinen Stadt lebe, zumindest am eigenen Leibe noch nicht miterlebt habe - gesehen habe ich sie dafür schon.

Vielen Menschen ist es schlichtweg egal, was mit anderen passiert. Oder wie erkläre ihr euch, dass es dazu kommt, dass in einer belebten Einkaufsmeile eine fast-Vergewaltigung/Schlägerei oder was auch immer stattfindet und die Menschen teilweise achtlos - ob das nun wirklick achtlos ist oder nicht, sei mal dahingestellt - daran vorbeigehen und kaum Leute wirklich eingreifen. Und wenn ich ehrlich bin, kann ich das in manchen Fällen sogar nachvollziehen, da im Falle von Schlägereien die Täter immer brutaler vorgehen und auch nicht Halt davor machen, wenn andere auf dem Boden liegen und sogar noch nachtreten. Und meist sind die Täter nicht allein, sondern zu zweit/dritt/viert und somit hat das Opfer so gut wie garkeine Chance sich zu wehren. Was soll so eine Scheiße?!

Ich habe mich mit meiner Oma und auch mit meinem Vater darüber schonmal unterhalten und dabei kam heraus, dass es damals natürlich auch Schlägereien und Auseinandersetzungen gab - das liegt wohl in der Natur des Menschen, sich selbst zu zerstören - aber da ging es dann einer gegen einen und wenn der Kontrahent zu Boden ging, dann war Schluss und es wurde nicht noch zig Mal draufgetreten. Zudem gab es mehr Zivilcourage, was heute immer seltener wird, angesichts der steigenden Brutalität ist das aber auch kein Wunder.

Ich habe auch das Gefühl, dass die junge Generation (bin mittlerweile 32 und zähle mich schon nicht mehr dazu) immer weniger Wert auf Wertevermittlung oder Gerechtigkeitssinn legt, sondern nur noch auf sich selbst bedacht ist. Natürlich kann man das nicht pauschalisieren, aber der Trend zeichnet sich klar dahingehend ab, dass die Gesellschaft immer mehr zu einer Egogesellschaft tendiert. Bei den älteren bis alten Menschen erkennt man noch Ansätze davon, weil sie natürlich auch ganz anders aufwuchsen. Aber je jünger die Menschen, umso mehr fällt einem das auf, wobei man das, wie oben schon erwähnt, nicht pauschalisieren kann, denn es gibt immer die berühmte Ausnahme der Regel.

Der Erziehung die Schuld zu geben, wäre übrigens zu einfach, da es oftmals garnicht an dieser liegt, sondern daran, was mit den Kindern passiert, sobald sie ins soziale Leben kommen und mit Mitschülern in Kontakt treten. Hier besteht eine der größten Gefahren, da Kinder nunmal von anderen Kindern lernen und wenn ein Kind aus gut erzogenem Haus auf ein Kind eines sozial-kritischen Hauses trifft, welches anstelle von Reden lieber Gewalt bevorzugt - weil es das nicht anders kennen gelernt hat - dann wird es in seiner Entwicklung beeinflusst. Genauso verhält es sich mit dem teilweise erschreckenden Vokabluar, was einige Kinder und Teenager heutzutage an den Tag legen. Das gut-erzogene Kind bekommt somit in vielerlei Hinsicht schlechte Vorbilder vorgesetzt und wenn es psychisch leichter beeinflussbar ist, dann kann die Erziehung noch so gut sein, das Kind lernt irgendwann und kann sich in die falsche Richtung entwickeln. Wenn man schon die Gesellschaft das Kind miterziehen lässt, dann muss diese Gesellschaft selber auch Werte habe, die sie weitergibt, sonst sehe ich da für die Zukunft echt schwarz...
 
Auf Wunsch eines Einzelnen, ist hier wieder offen. Die Threadgrundlage ist nicht gut. Die Kritik daran berechtigt. Ich kann sie leider nicht verschieben. Wer trotzdem Interesse hat, sich sachlich und konstruktiv zu beteiligen, soll das machen. Wer dazu keine Lust hat und eh nur Klischeebilder verbreiten will, soll es bleiben lassen. Ich persönlich hänge wahrlich nicht an dem Thread.

Und "innere Werte" ist nicht nur oder gleich "Verrohung der Jugend".
 
Liebe NadjaMaus,
Lt. Junior Grade

was Du schilderst kann mehr oder weniger wohl jeder gut verstehen.

Deine Frage zielt eigentl. auf gewisse TUGENDEN ab. Hier sind vorallem Größen wie
Herder, Schelling, Schleiermacher, Nitzsche usw. sicher bedeuten in Ihrer Gesamtheit der
Summe aller Erfahrungen und Theorie angesagt.


Tiere!? Humanisten?

These: Erziehung zum Tugendhaften Menschen durch....

Alles kalter Kaffee?

Praktische Lebensphilosopie. Filtern? Selektieren? Wähle was Du nicht willst!
Vermeidungsstrategie? !!
Mache einen Bogen um Menschen od. Medien, die Diener nicht würdig sind (siehe Laotse)
Tao Te King, die Aufzeichnungen des alten Meisters Lao-Tze über ...

Laotse – Zitat aus Wiki/ Aber das Wissen eines Laotse ist eine Weisheit, die heute so gültig ist wie zu seiner Zeit. So gibt es ein Welt-Wissen, das sich im Fortschritt entwickelt ...

Schoppenhauer: Hör auf mit Deinem Gram zu spielen, der wie ein Geier Dir an Deiner Leber
frißt. Die schlechteste Gesellschaft läßt uns spüren, daß man ein Mensch unter Menschen ist.

cya

TS
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Welt ist so wie man sich das selbst gestaltet und was für Prioritäten man sich setzt.

Die Medien dramatisieren auch ziemlich viele Tatsachen, auf die privaten Sender greife ich nur zurück wegen einiger Spielfilme, Nachrichten und Informationen hole ich mir halt woanders.

Die Welt ist gut, der Mensch ist schlecht und manchmal macht er Fehler, ich persönlich habe meine inneren Werte nicht verändert und auch passe ich mich nicht an, ein kleiner rechtschaffender Rebell sozusagen. Klar passt auch bei mir einiges nicht in mein Weltbild, wenn ich aber genau diesen Dingen nicht soviel Beachtung schenke stellt sich dieses Bild wieder in einem hellen Licht dar :D

@Nadja Maus

Manchmal hilft es auch, sich nicht nur die negativen Einflüsse anzuschauen, eher sollte man die positiven Dinge im Leben anschauen, der Rest ist Realität, und die kann man oft nicht ändern, auch wenn man es gerne hätte, manchmal schmerzt es. ;)
 
Die Medien verrohen die Menschen leider und dies ist leider ansteckend.

Um dein Autobeispiel aufzugreifen,dass wenn man oft genug die Rücksichtslosigkeit erlebt man selbst irgendwann dann auch mal abschaltet und nur noch auf seinen eigenen Vorteil auf ist.

Odium ist ja ein gutes Beispiel mit seiner Gleichgültigkeit.
Problem ist sollte man das wollen oder sollte man nicht lieber widerstehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Natürlich ist der Mensch "ein wildes Tier" in dem Sinne, dass er sich durchsetzen und fortpflanzen will. Zu dem XXX-im-Inet-Beispiel erübrigt sich daher automatisch jeder Kommentar.

Was die Sache mit dem Autofahren oder mangelnder Zivilcourage angeht, spielt m.E. die Bevölkerungsdichte und Kultur die entscheidende Rolle. Je mehr Menschen und je mehr staatliche Absicherung, desto größer die Konkurrenz und desto geringer der Wille, für andere persönlich Verantwortung zu übernehmen.
 
@olli
der mensch ist nichts anderes als die summe seiner verhältnisse und das spiegelbild seiner eigenen gesellschaft.
die "natur" des menschen ist das, was der mensch aus sich und zusammen mit anderen menschen macht.
die arbeiten die er verrichtet und die bildung die er hat/bekommt.
nichts anderes.
also verschone uns hier mit diesem anthropologischen müll, der nur dann zu rate gezogen wird, wenn die bestehende gesellschaftsordnung sanktioniert werden soll, denn wenn man sowieso sagt, dass alles angeboren ist, dann kann man ja auch schön die hände in den schos legen und es sich gut-darwinistisch wohlergehen lassen.
die flunkereien von wegen "natur des menschen" ist nichts anderes als der automatismus der bei den leuten sofort einschnappt, wenn man nichts mehr an argumenten vorbringen kann, die alles elend in der welt entschuldigen.
ist ja klar, dass man dann irgendwelche "mächte" bemüht, die man eigentlich gar nicht wirklich erklären und durchblicken kann...das ist ja auch ihr sinn.
wie billig...
 
Natur des Menschen hin oder her.

Ich würde es Verhaltensmuster nennen, die einfach immer wieder durchkommen, bspw. im Wirtsschaftsleben. Ohne diese Muster zu werten, so muss man doch anerkennen das es sie gibt.
Beispielsweise setzt sich in den letzten paar Jahrzehnten eine demokratisch marktwirtschaftliche geprägte Staatsform immer stärker durch.
Klar die Asiaten machen irgendwie noch ihr eigenes Ding - aber eine Bewegun hin zu den europäischen und amerikanischen Märkten ist schon erkenbar.
Und wieso das Ganze -- Weils Kohle bringt -- Reichtum -- Wohlstand -- Lebensstandard.

Wenn man sich die Länder anschaut die nach und nach am Welthandel teilnehmen (Schwellenländer), dann bringt diese Teilnahme schon Vorteile für eine Gesellschaft.

Ich denke nicht, dass man diese Entwicklungen irgendwie von oben steuern kann.
Insofern bin ich da mit meine Meinung nicht so weit von Olli entfernt, dass es doch ein dem Menschen inherentes Streben sein kann / muss?
 
th3o schrieb:
also verschone uns hier mit diesem anthropologischen müll, der nur dann zu rate gezogen wird, wenn die bestehende gesellschaftsordnung sanktioniert werden soll, denn wenn man sowieso sagt, dass alles angeboren ist, dann kann man ja auch schön die hände in den schos legen und es sich gut-darwinistisch wohlergehen lassen.

Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Der Mensch ist mit Sicherheit kein triebgesteuertes, unkontrolliertes Wesen aber alle natürlichen Triebe zu negieren und den Menschen mit seinen Ausprägungen nur als Ergebnis äußerer Einflüsse zu sehen, ist auch etwas naiv. Soewtas wie die "Natur des Menschen" ist durchaus vorhanden, sollte aber nicht als Entschuldigung für "Fehlverhalten" gebraucht werden. Der Mensch ist in der Lage seine "Natur" durch Verstand und Logik zu kontrollieren. Ausnahmen gibt es hier durchaus. Fehlverhalten ist also nicht ein Resultat unkontrollierten, triebgesteuerten Verhaltens sondern das Resultat einer bewußten Entscheidung.

MFG
 
Der Mensch ist in der Lage seine "Natur" durch Verstand und Logik zu kontrollieren. Ausnahmen gibt es hier durchaus.
Nach meinen bisherigen Erfahrungen sind die Ausnahmen die Regel. ;)

Wir treffen mehr Entscheidung aus einem unterbewussten Trieb heraus, als wir denken.
Zu gerne würden wir uns als ein alle Lebenslagen kontrollierendes Wesen sehen.
Nur ist dem nicht so.

2 Millionen Jahre Entwicklung hat ihre Spuren hinterlassen.
Als moderner Mensch wandelt unsere Spezies noch nicht so lange auf diesem Planeten.
Es gibt genug "Altlasten", die unser Fühlen und Handeln beeinflussen.

Man könnte inzwischen sagen, dass wir darüber hinaus sind, aber...
...noch nicht so weit, dass wir davon nicht beeinflusst werden können.
Zu gerne betrachten wir uns als Krone der Schöpfung.
Nur sollten wir bedenken, woher wir kommen und was uns zu dem gemacht.


Tja, und die inneren Werte...?
Die jetzige Gesellschaft begünstigt doch die Schaffung von Egoisten.
Viele (zu viele?) denken zuerst an sich und dann an andere.

Wie heisst es so "schön" ?
"Wenn jeder an sich denkt, ist an jeden gedacht."
 
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