Assassin's Creed Shadows im Test: Spielkritik und Fazit

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Update 2 Wolfgang Andermahr (+1)
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Wie gut ist Assassin's Creed Shadows?

Shadows ist für Ubisoft nach einer Reihe von mittelmäßigen Spielen ein wichtiger Meilenstein: Der Publisher braucht dringend wieder Erfolg. Den sollten mehrere Verschiebungen sicherstellen. Das hat weitgehend geklappt.

Open-World begeistert

Weitgehend geklappt heißt laut Rezensionen: Das neue Assassin’s Creed bleibt ein typisches Produkt der Ubisoft-Formel, Stärken und Schwächen sind deshalb weitgehend die üblichen.

Zunächst heißt das, dass die Spielwelt eine absolute und unbestrittene Stärke des Titels ist. Japan überzeugt Tester in allen vier Jahreszeiten, die häufig gelobt werden: Eigentlich böte Shadows aufgrund der spürbaren Auswirkungen auf die Umgebung gleich vier Spielwelten, schwärmt Kotaku – die zudem atemberaubende Panoramen und bildschöne Momente liefern würden. Dazu kommen eine größere Dynamik und Zerstörbarkeit, die Japan auf den Spieler reagieren lassen.

Zu tun gibt es darin eine Menge. Nicht immer stoßen das Level-Gating und die Art der Aufgaben auf Gegenliebe. Im Allgemeinen funktioniert das Angebot aber, weil Ubisoft auf eine massive Anzahl von Markern verzichtet und stärker auf ein Erkunden und Erleben-lassen setzt, verraten die Berichte. Der Publisher baue einen „Marathon der Ablenkung“, eine „ubisoftische Touristenfalle“, bemerkt Rock, Paper, Shotgun hierzu.

Ubi-Schwächen

Zusammen mit ausgebauten Mechaniken insbesondere rund um das Schleichen, Verbesserungen an der Steuerung und zwei spielerisch völlig unterschiedlichen Protagonisten, zwischen denen beliebig gewechselt werden darf, wird das Erkunden und Spielen zu einem Träger der Unterhaltung in Shadows. Auch wenn der Wechsel zwischen einem aggressiven Krieger und einer agilen Assassine ab und zu hakt, sind Tester mit Idee und Umsetzung an sich zufrieden.

Quests sind jedoch zum Vergessen und werden oft als generisch beschrieben, was auch für die Story gilt. Auch Grind wird selbst bei wohlwollenderen Wertungen ab und an als Aspekt eingebracht. GamesRadar+ merkt hier an, dass Shadows am Ende unfertig wirke, als würde auf einen DLC hingearbeitet.

Empfehlung wie immer

Im Schnitt erzielt Shadows auf Metacritic 81 Punkte. Wann sich das Spiel lohnt, fasst PC Games treffend zusammen: Wenn Gameplay wichtiger als Story und Verpackung seien, dann sei Shadows das richtige Spiel. Seine Stärke liegt in der Darstellung des feudalen Japan und ist selbst bei Wertungen auf Niveau des Wertungsschnitts das beste Assassin’s Creed seit Jahren – aber eben immer noch ein Assassin’s Creed. Damit ist eigentlich alles wie immer.

Wertungsüberblick für Assassin’s Creed Shadows
Publikation Wertung
Eurogamer 4/5
DualShockers 5.5/10
GamesRadar+ 4/5
Kotaku -
PC Games 7/10
Rock, Paper, Shotgun -
The Sixth Axis 9/10
Twinfinite 4/5
Metacritic Presse: 81/100
Nutzer: -/10

Fazit

Ubisoft hat das technische Grundgerüst von Assassin's Creed Shadows gegenüber dem Vorgänger Assassin's Creed Valhalla massiv ausgebaut. Es tut dem Spiel optisch unglaublich gut, dass die alten Spielekonsolen nicht mehr unterstützt werden, das Ergebnis weiß voll zu überzeugen: Assassin's Creed Shadows ist ein richtig schönes Spiel geworden, sowohl technisch als auch von der künstlerischen Gestaltung, das sich vor keinem anderen aktuellen Spiel verstecken muss. Das Auge bekommt richtig viel geboten.

Ein wichtiger Grund für die gesteigerte Grafikqualität ist neben der deutlich erhöhten Detaildichte die Integration von Hardware-Raytracing für die globale Beleuchtung, die gegenüber reiner Rasterizer-Grafik einen großen Unterschied ausmacht. Hier muss klar gesagt werden, dass die Raster-Optik deutlich schlechter aussieht und das Spiel nur mit der „RT-GI“ beeindruckend aussieht. Die gute Nachricht ist, dass diese auf jeder Grafikkarte ungefähr gleich viel Leistung kostet und der Effekt unbedingt aktiviert werden sollte. Die Raytracing-Reflexionen sind hingegen nicht mehr als Beiwerk, diese machen optisch nur einen geringen Unterschied.

DLSS 4 ist aktuell klar die beste Lösung beim Upsampling

Die Grafik-Pracht von Assassin's Creed Shadows kostet zweifelsohne viel Leistung, eine schnelle Grafikkarte ist für eine hohe Qualität notwendig – dafür bekommt das Auge dann aber auch einiges geboten. Bezüglich Upsampling stehen alle wichtigen Werkzeuge zur Verfügung, DLSS 3 sowie FSR 3.1 werden unterstützt, dasselbe gilt für Frame Generation von AMD und Nvidia. Per Treiber kann DLSS 3 auf DLSS 4 aufgewertet werden, das in AC Shadows deutlich besser als die alte Version aussieht und so auch im Performance-Modus gute Ergebnisse erzielt. FSR 3.1 auf FSR 4 für die neuen Radeon-RX-9070-Grafikkarten geht mit dem aktuellen Treiber dagegen noch nicht und das ist mehr als nur schade. Denn FSR 3.1 bietet wie eigentlich fast immer nur eine problematische bis wirklich schlechte Bildqualität. Das muss sich zum Start des Spiels am Donnerstag noch ändern.

Assassin's Creed Shadows im Benchmark-Test

Ein Wort zum Bilderpool: Die Bilder wurden im HDR-Modus erstellt, sind daher allesamt mittels Tone Mapping auf den SDR-Standard heruntergerechnet, was einen kleinen sichtbaren Einfluss auf die Farbdarstellung haben kann.

Wer Frameraten im dreistelligen Bereich beziehungsweise deutlich mehr als 60 FPS haben möchte, ist in Assassin's Creed Shadows auf Frame Generation angewiesen, anders geht es nicht. Hier ist die gute Nachricht, dass sich das Spiel ab einer Render-Framerate von 50 bis 60 FPS gut mit „FG“ spielen lässt, der Latenz-FPS-Disconnect macht sich nicht negativ bemerkbar. Wer trotzdem auf Frame Generation verzichten möchte, muss die Grafikdetails reduzieren, was aber natürlich auch die Grafikpracht reduziert – Raytracing sollte durchweg aktiv bleiben. Pro Grafikstufe lassen sich ungefähr 15 bis 20 Prozent an FPS gewinnen.

Im Grafikkarten-Dauer-Duell AMD gegen Nvidia geben sich die Grafikkarten wenig und liefern eine vergleichbare Performance. Radeon-Grafikkarten laufen geringfügig schneller im Vergleich zu den meisten anderen Spielen als ihre GeForce-Kollegen, was für Assassin's-Creed-Spiele aber nichts Ungewöhnliches ist. Gerade die neuen RDNA-4-GPUs schneiden gut ab, sodass die Radeon RX 9070 XT in allen Lebenslagen vergleichbar schnell wie die GeForce RTX 5070 Ti ist.

Das 30-FPS-Limit in den Zwischensequenzen muss weg

Die PC-Version von Assassin's Creed Shadows hat im Test einen ordentlichen Eindruck gemacht. Größere Probleme hat es nicht gegeben, auch von Abstürzen blieb die Redaktion die ganze Zeit verschont. Einige Kleinigkeiten sollten aber verbessert werden. So macht das Grafikmenü manchmal was es will – sodass andere Einstellungen anliegen als eingestellt worden sind. Unbedingt ändern sollte Ubisoft jedoch noch das nervige 30-FPS-Limit in den Zwischensequenzen, das sich nicht abstellen lässt. So etwas kann auf dem PC gerne optional sein, aber keinesfalls ein Zwang.

Die technischen Merkmale
Assassin's Creed Shadows Eigenschaften
Entwickler Ubisoft
Publisher Ubisoft
Engine Anvil
API DirectX 12
Nvidia Reflex ✓ (mit FG)
Nvidia Reflex 2 Nein
AMD Anti-Lag 2 Nein
HDR
Widescreen (21:9) (Screenshot-Vergleich)
Kantenglättung TAA
Temporales Upsampling
Nvidia DLSS 4 Transformer ✓ (per Nvidia-App)
Nvidia DLSS Super Resolution (SR)
Nvidia DLSS Ray Reconstruction (RR) Nein
Nvidia DLSS Frame Generation (FG)
Nvidia DLSS Multi Frame Generation (MFG) ✓ (per Nvidia-App)
AMD FSR 4 Super Resolution (SR) Nein
AMD FSR Super Resolution (SR)
AMD FSR Frame Generation (FG)
Intel XeSS Super Resolution (SR)
Intel XeSS Frame Generation (FG) Nein
Native Auflösung + Upsampling ✓ (DLAA, FSR, XeSS)
Direkt zur Upsampling-Analyse
Raytracing
Globale Beleuchtung
Reflexionen
Schatten Nein
Umgebungsverdeckung Nein
Full Raytracing Nein
Direkt zur Raytracing-Analyse
50 FPS im Benchmark ab (mit RT + DLSS/FSR Quality)
WQHD RTX 4070 Super / RTX 5070 / RX 7900 XT / RX 9070
UWQHD RTX 4070 Ti Super / RTX 5070 Ti / RX 7900 XTX / RX 9070 XT
UHD RTX 4080 Super / RTX 5080
Direkt zu den Benchmarks
Release-Datum 20. März 2025
Preis zum Release 70 Euro
90 Euro (Digital Deluxe Edition)

ComputerBase hat Assassin's Creed Shadows von Publisher Ubisoft zum Testen erhalten. Das Spiel wurde unter NDA zur Verfügung gestellt. Die einzige Vorgabe war der frühstmögliche Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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