2,5" HDDs unempfindlicher als 3,5"?

chaos2oo2

Lt. Junior Grade
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Hi,

ich brauche eine Backupplatte für in eine Dockingstation. Da die Platte immer lose rumlieg und in die Station gesteckt wird stellt sich mir die Frage ob vielleicht 2,5" HDDs generell unempfindlicher sind als 3,5"? Sind diese doch für den Einsatz in Notebooks konzipiert...was meint ihr?



Gruß
Michael
 
Ja meine Erfahrung zeigt genau das, gerade externe Platten im 2,5" Format sind robuster als 3,5" Platten. Wenn du die Backupplatte aber "nur" auf dem Schreibtisch hast, sprich nicht Ständig rumschleppst sondern nur einstecken, Backup machen, zurück in die Ecke legen als Anwendung hast, dann geht das auch Problemlos mit 3,5" Platten.
 
2,5" sind nicht nur in Notebooks, sondern auch in Servern zu finden.
Größere Platten sind naturgemäß wegen der größer dimensionierten Bauteile anfälliger für mechanische Beanspruchung. Wenn man damit(so wie es sein sollte) wie mit rohen Eiern umgeht, sind 3,5" genauso wenig empfindlich :D
 
das wäre das einsatzgebiet, ja. Mehr als Einstecken und wieder zurücklegen hätte ich nicht vorgehabt. Sind die 2,5" auch gegen Erschütterungen geschützter? Oder kriegt die 3,5" gleich nen Schlag wenn man sie mal etwas fest auf den Tisch legt?
 
Wenn die HDD ausgeschaltet und die Schreib-/Leseköpfe in Parkposition ist, dann halten die HDDs beachtliche Beschleunigungswerte aus.

Im Betrieb einen Schlag bekommen, ist sowohl für 2,5" als auch 3,5" nicht gut...
aber da du die HDD als stationäre Backup HDD benutzt, würde ich zu einer 3,5" greifen, weil die Kapazität/Preis etwas günstiger ausfällt.

Vorteil bei 2,5": du brauchst für den Betrieb keinen externe Stromversorgung...bist also mit 2,5" etwas mobiler und es ist nicht so tragisch,wenn du das Netzteil vergessen hast: weil es keinen hat :D
Nachteil: Kapazität/Preis etwas teurer
 
Sind die 2,5" auch gegen Erschütterungen geschützter? Oder kriegt die 3,5" gleich nen Schlag wenn man sie mal etwas fest auf den Tisch legt?
Die meisten 2,5" haben einen Freifallsensor, und retten die Köpfe vor dem Aufschlag am Boden auf die Parkrampe.
Im laufenden Betrieb kann ein Umfallen oder "fest auf den Tisch legen" schon zu Schäden führen, wenns dumm läuft.
 
Jin1986 schrieb:
Wenn die HDD ausgeschaltet und die Schreib-/Leseköpfe in Parkposition ist, dann halten die HDDs beachtliche Beschleunigungswerte aus.
meine Samsung 1TB 2,5" im 08/15 Gehäuse fiel (im ausgeschalteten Zustand) ca. 60cm vom Tisch auf einen Teppichboden. Sie lief danach noch eine halbe Stunde, dann war sie im Sack.
 
Laut Samsung Datenblatt sollte sie 750g im ausgeschalteten Zustand widerstehen können.
Was sind 750g?
Fällt die Platte 75cm (mit 1g beschleunigt) und wird dann innerhalb von 1cm gleichmäßig abgebremst: 75g
Wird sie auf einer Strecke von 1mm gleichmäßig abgebremst, wären es 750g
Beim Fall auf ein nachgiebiges Medium ist die Beschleunigung(negativ=Abbremsung) aber nicht gleichmäßig, sondern eher exponentiell(am Anfang fast gar nicht, wenn das Material dann verdichtet ist, dafür umso heftiger). Daher können bei 60cm Fall auf Teppichboden schon über 750g einwirken...
 
Ok, beachtliche Beschleunigswerte...so beachtlich auch wieder nicht, dass sie 60 cm freier Fall+0,5 cm Bremsweg. ^^" Das entspricht etwa 120 G, das ist dann klar, dass die HDD im Sack war.
Ne, jetzt mal ernsthaft: im ausgeschalteten Zustand sollte die Festplatte, wenn sie auf dem Tisch umfällt, keine dauerhaften Schäden davontragen (allzuoft würde ich es trotzdem nicht machen :D ).
 
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Ernst@at schrieb:
Daher können bei 60cm Fall auf Teppichboden schon über 750g einwirken...
das glaube ich gerne, ich war auch selber schuld. Von daher würde ich solche Dinge nie der Platte ankreiden, es sei denn, sie wurde so beworben. Aber das werden ja nur ausgewählte extreme & externe Modelle.
 
Auch das Umwerfen wird unterschätzt.
Mal angenommen, man macht eine Handbewegung und stößt die Platte dabei um.
Dabei wird auf den obere Teil der Box die Geschwindigkeit der Hand übertragen, mal angenommen nur 1m/s
Beim Umkippen wird das Teil noch schneller in Rotation versetzt, was wir mal vernachlässigen.
Dann knallt der obere Teil mit 1m/s auf die Tischplatte, die so gar nicht nachgibt. Wenn die Platte im Gehäuse starr montiert und daher auf einem Weg vom 0,1mm (die Dicke eines Blatt Papiers) abgebremst wird ergibt das folgende Beschleunigung:
a=v²/2s = 1/2.0,0001= 1/0,0002 = 5000m/s²= ~509g
das wäre im laufenden Betrieb der sichere Tod, da diese Beschleunigung außerdem ungleichmäßig vor allem auf einer Seite der Platte auftritt.

1m/s ist bloss Schrittgeschwindigkeit - wenn man die Platte unsanft auf den Tisch legt, kommt man leicht auf weit höhere Geschwindigkeiten.
 
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Zusammenfassend:

Im laufenden Betrieb führt jedes Umwerfen der HDD zum unweigerlichen HDD-Tod.
Im ausgeschalteten Zustand: Überlebenschance sind da-quantifizieren möchte ich es nicht.
Man sollte sorgsam mit HDDs umgehen. Für was hat sich der TE entschieden?
 
"Umwerfen führt unweigerlich zum Tod" ist etwas übertrieben. Je nach Polsterung im Gehäuse und den sonstigen Umständen ist die Beschädigung von Oberfläche/Köpfen sehr wahrscheinlich, was dann im Laufe der Zeit zum völligen Ausfall führen kann.
Ist so unvorhersehbar wie bei einem Sturz vom Sessel: Man tut sich gar nichts, oder hat ein paar blaue Flecken/eine gebrochene Hand, und wenn's ganz dumm läuft, bricht man sich das Genick..
 
wie ist das denn mit usb platten? wann werden die denn geparkt? Ich meine wenn ich den USB ziehe ist der Strom ja direkt weg. Oder gibts da Kondensatoren, die ausreichen um die Köpfe noch zu parken? Gibt es ein Windows/Linux Kommando um eine Platte zu parken?


Gruß
Michael
 
Die Spannung wird überwacht; bricht die zusammen, machen heutige Platten ein Not-Aus Programm, indem die Rotationsenergie der Spindel vom Motor (der dann als Generator arbeitet) für eine kurze Zeit die Spannungsversorgung aufrecht erhält, um die Köpfe sicher zu parken. Dann wird damit die Spindel abgebremst.
 
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Und es wird damit der Schreibcache zurückgeschrieben, weshalb HDD mit 5400 U/min i.d.R. auch weniger Cache haben als solche mit 7200.
 
Und es wird damit der Schreibcache zurückgeschrieben
DAS ist leider ein Märchen.
1. können bis zu 32 I/O Operationen gecached und per NCQ dann asynchron abgearbeitet werden
2. kann jeder I/O eine Vielzahl von Sektoren (und damit eine große Datenmenge) betreffen.
3. kann daher zum leeren des Schreibcaches eine Vielzahl an Positionierungsoperationen nötig sein
4. kann dabei jede Menge Umdrehungswartezeit verbraucht werden, bis die richtige Position erreicht ist
5. können die Daten nur korrekt bei Nenndrehzahl geschrieben werden.
Da die Drehzahl im Umkehrbetrieb schon alleine wegen der Luftreibung rapide abnimmt, ist ein Leeren des Scheibcaches daher schon rein technisch unmöglich.

Nachtrag:
Ach ja, zum Thema "Umkippen" hab ich mal kurz überschlagen, welche Geschwindigkeit da beim Fall erreicht wird: Bei einer aufrecht stehenden ext. Platte zB die Seagate Backup Plus(16cm hoch, 4,cm dick) erreicht die Oberkante alleine durch den Kippvorgang eine Geschwindigkeit von ~2,15 m/s, bevor sie aufschlägt.
Wird sie also wie im Beispiel des Posts #11 mit einer Geschwindigkeit von 1m/s umgestoßen, dann schlägt der obere Teil mit ~2,5m/s auf die Tischplatte, was dann auch eine 2,5-fache g-Belastung gegenüber der früheren Betrachtung mit sich bringt.
 
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