Auschwitz-Film von Uwe Boll

Oli_P

Commodore
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Hallo,

Von Uwe Boll hört man ja eigentlich immer, daß er der wohl schlechteste Regisseur der Welt wäre. Ich möchte das nicht beurteilen, da ich bisher keinen seiner Filme gesehen habe.

Nun les ich grad im Stern, daß Boll einen Film über das KZ Auschwitz dreht. Dieser Film soll zeigen, wie es wirklich war. Also mit Vergasungen, Folter, etc...

Wie steht ihr zu solchen Ideen? Darf man das zeigen? Kann man überhaupt einen Film drehen, der wirklich die Auschwitz-Realität zeigt? Was ist die Motivation von Boll, sich an dieses Thema zu wagen?

Hier der Artikel beim Stern...
 
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Was man zumindest nicht tun sollte ist es den bisherigen Konsens zu verfolgen und jeder und jedem, der sich in irgendeiner Form über die NS Zeit äußert sofort wie einem kleinen Kind den Mund zu verbieten. So wirkt das sinnbildlich auf mich. Egal ob es Figuren aus der Politik oder der Medienlandschaft oder irgendwelche D Promis sind. Jeder der sich einen falschen Satz über unsere Geschichte leistet muss seinen Hut nehmen und die Öffentlichkeit stürzt sich dann darauf und distanziert sich nach Leibeskräften.

Ich will diese Zeit weiß Gott nicht verklären, aber ich halte einen offenen und klaren Umgang mit dem Thema für angebracht und man sollte nicht so tun, als könnte man das Thema tot schweigen. Ob es jetzt Sarazin oder Günther Grass ist, die es getroffen hat. Es mag zuweilen vorkommen, das gewisse Teile der Behauptungen dieser Leute tatsächlich so passiert sind und grauenvoll waren. Todschweigen sollte man das aber nicht, genauso wenig wie man es befürworten und klein reden darf.

Zu Uwe Boll kann ich ebenfalls nichts sagen.
 
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Ja das darf und man sollte es zeigen. Ich mache mir nur Sorgen um die Ausführung, denn sagen wir so, Uwe Boll hat bisher nicht viele Meisterwerke abgeliefert.
 
Ohja, man darf und muss sowas zeigen! Nur ausgerechnet Uwe Boll? Au weia... Ich habe auch noch nie einen Film von ihm gesehen, habe aber meine Zweifel daran, dass ein Film zu diesem Thema gut ankommt, allein weil er von Boll ist.
 
Uwe Boll und ein Film über Ausschwitz? Normal bin ich unvoreingenommen aber hier befürchte ich wahrlich das schlimmste. Bei dem bisschen Grips das der Kerl hat wird das eher aussehen wie eine Verfilmung von "Return to Castle Wolfenstein".
 
Hallo zusammen,

grundsätzlich halte ich es für Angebracht, die Verbrechen des Nazi-Regimes in Erinnerung zu Halten.

Doch wenn man bedenkt, daß mittlerweile nicht mehr viele Leben, die diese Verbrechen über sich ergehen lassen mußten und somit nicht mehr viele wirkliche Zeitzeugen Leben, ist das besagte Vorhaben eher noch Löblicher.

Allerdings habe ich starke Vorbehalte wegen der Person Uwe Boll. Vorbehalte eben, ob das ganze auch historisch genau herüber gebracht wird. Und ich hoffe, daß Herr Boll Berichte von Zeitzeugen als auch von Betroffenen entsprechend einfließen läßt anstatt aus irgend einem Geschichtsbuch Geschehnisse einzubauen.

So long....
 
Das darüber ein Film gebracht wird: Sehr gut!
Das Uwe Boll den Film macht: Uh uh uh...
Ich weiss, über Geschmack lässt sich streiten. Aber bei den Filmen von Uwe Boll ist sich die Mehrheit ja einig, dass die Qualität zu wünschen übrig lässt, auch wenn ich nicht alle Filme von ihm gesehen habe.
Mal sehen wie er mit dem ernsten Thema umgeht, evtl. kommt er damit besser zu Recht.
 
Der letzte Uwe Boll Film (Rampage), der mir über den Weg gelaufen ist, war einer über einen Amokläufer. Ich habe diesen Film in meiner Videothek mit Entsetzen wieder ins Regal gestellt, als ich die Beschreibung gelesen hatte und sah von wem er gedreht wurde.

Far Cry soll jedenfalls ziemlich schlecht gewesen sein. Auch wenn Til Schweiger die Hauptrolle gespielt hat. Für mich war das aber eine ziemliche Fehlbesetzung. Und auch "Die Schwerter des Königs" fand ich nicht so wirklich toll.

Der Ruf von Uwe Boll ist in meinen Augen gerechtfertigt und wie schon geschrieben, sind sich viele darüber auch einig. Das NS-Thema kann in diesen (unfähigen) Händen ziemlich explosiv werden.
 
Ich habe bisher Rampage und Postal gesehen. Hoffentlich schlägt er für einen Film über Auschwitz andere Wege ein, als bei seinen bisherigen Filmen - wobei vor allem Postal durchaus seine guten Momente hatte.
 
Rampage ist eine Beleidigung für jeden Filmemacher. Postal war dagegen ja noch richtig gut..

Die Schwerter des Königs war für das Lineup sicherlich kein Meilenstein in der Filmgeschichte aber zusammen mit Alone in the Dark würde ich beide dennoch in die Kategorie "wird sicher öfter im Privatfernsehen Wochenends zur Primetime laufen" einordnen. Was nicht heisst, dass sie mir auch nur ansatzweise gefallen hätten, leider. Es ist einfach unglaublich, dass der Kerl immer noch Geldgeber für seine Filme findet.
 
Darauf hat die Welt gewartet.
Gibt es denn nicht genug Lektüre, Dokus und Filme über Ausschwitz?
Was soll der Film neues Aufzeigen?
Etwa die Gräueltaten in 3D?

Nein, ich muß sowas nicht sehen. Jeder weiß, wieviele Menschen in Ausschwitz ums Leben kamen.
Auch in der Schule ist es ein fester Bestandteil des Geschichtsunterichts.

Meine Meinung: Unnötig. Auch deshalb, weil es scheinbar ein Stümper von Regiseur ist.
 
Ich habe schon einige Uwe Boll Filme gesehen, aber mich hatten die Titel interessiert und nicht den Regisseur. Bei den gesehenen Titel handelte es sich meistens um eine Verfilmung von Videospielen oder anderen Vorlagen und die hatten meistens nur die Rahmenbedingungen erfüllt. Meiner Meinung waren die Filme nur mittelmäßig, verglichen mit den Originalen Vorlagen oft schlechter. Das wohl schlimmere Übel bei Boll ist, dass er (habe ich mal irgendwo gelesen) die Filme teilweise über Spenden oder Steuergelder früher finanziert haben soll, handelte sich um Zuschüsse von irgendeinem Filmtopf.

Wegen Ausschwitz darf er meiner Meinung ruhig drehen, man soll sein Werk ja nicht gleich zu Anfang verurteilen. Bspw. John Wayne ist ja recht berühmt, obwohl seine Filme selber ziemlich weit rechts außen standen.
 
bela_ schrieb:
Es ist einfach unglaublich, dass der Kerl immer noch Geldgeber für seine Filme findet.

Es gibt auch Leute die kaufen Bücher von Dieter Bohlen und Thilo Sarrazin. :freak:
 
Der teaser den es auf Youtube gibt verrät schon ein paar Sachen über den Film:
Kameraführung, Beleuchtung, ja die ganze Szene lässt vermuten das das Ding rein filmerisch 'schlecht' wird.
Ausserdem kann man wohl ziemlich schreckliche Bilder erwarten, hat seinen Grund dass der teaser schon flagged ist.

Darf und sollte man sowas zeigen?
Sicher, warum nicht. Ich kann nur für mich sagen, dass ich den Film ganz sicher nicht angucken werden.

Ob Uwe Boll der schlechteste Regissieur ist kann ich nicht beurteilen, aber vermutlich ist er eine der meistgehassten. :-)
Es ist international bekannt für seine unglaublich schlechten Spieleverfilmungen.
 
Darklord272 schrieb:
Bei dem bisschen Grips das der Kerl hat wird das eher aussehen wie eine Verfilmung von "Return to Castle Wolfenstein".
Haha, bester Kommentar! Würde ja perfekt passen zu ihm. :D

Ahnung hat der Boll zwar, allerdings nur vom Geld- und nicht vom Filmemachen.
Ist also die denkbar schlechteste Besetzung, einen Regisseur billiger Actionfilme zu nehmen für so ein schwieriges Thema.

@The_1st_Knight
Dein Vergleich, der von Unwissenheit strotzt und einfach nur auf Provokation aus ist, zeigt, dass Du Saraazins Buch offensichtlich nicht gelesen hast und einfach nur ein Presseecho nachquatschst. Sonst wüsstest Du es besser und würdest nicht versuchen, Dich hier mit Deiner Unwissenheit zu profilieren (das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen).
 
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@ Zwirbelkatz

Der Mund wird gar nicht verboten. Wer allerdings halbgaren Mist erzählt, muss mit den Konsequenzen rechnen. Wer Halbwahrheiten erzählt, wird -- zu Recht -- barsch korrigiert.

Bestes Beispiel Frau Steinbach, die einem ihrer Mitglieder nach dem Mund redete und bekräftigte, Polen hätte im März 1939 mobil gemacht, dagegen könne man halt nix machen. Faktisch ist das unbestreitbar richtig. Leider ist es eben nur die halbe Wahrheit.

Fairerweise hätte sie mal dazusagen sollen, WARUM Polen sich zur Mobilmachung entschied . . . weil das Dritte Reich sich eifrigst zum Krieg rüstete und den Polen bereits grausige Bedenken kamen.

So entsteht bei demjenigen, der das nicht genau weiß, der Eindruck, Polen sei der Aggressor gewesen, und das Dritte Reich das Opfer, das lediglich seinem Gegner zuvorkommen konnte.
 
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ähm ... mal nebenher:
Der genannte Ort hat nichts mit Körperausdünstungen zu tun. Man schreibt ihn ohne "ss". (oh ... der war unterirdisch) ;)
 
Dieser Film soll zeigen, wie es wirklich war. Also mit Vergasungen, Folter, etc...

Wie steht ihr zu solchen Ideen? Darf man das zeigen? Kann man überhaupt einen Film drehen, der wirklich die Auschwitz-Realität zeigt?

Sofern das realisiert werden sollte, wäre das aber bei weitem nicht der erste "Versuch" in dieser Richtung. Ich erinnere an den Fernseh-Mehrteiler "Holocaust" mit hochkarätiger Besetzung, der anfang der 80er Jahre eine ziemliche Kontroverse auslöste (weiteres dazu: http://www.zeitgeschichte-online.de/portal/alias__rainbow/lang__de/tabID__40208187/DesktopDefault.aspx). Und gerade daran sieht man, wie schwer es wird, diesen Stoff "realistisch" anzupacken, weil man sich schnell dem Verdacht aussetzt, vordergründigen effektheischenden Splatter für billige Schockmomente zu nutzen. Die Tatsache, dass der Film trotz seiner hohen filmischen Qualität bisher nur sehr selten ausgestrahlt wurde, zeigt wie schwierig das Terrain ist.

Problematisch ist ja letztlich die Vorstellung jedes Einzelnen bzw. des Betrachters: es wird suggeriert bzw. es ist klar, dass gezeigte Grausamkeiten in dieser Form und in diesem Ausmaß stattgefunden haben. Und das ist nicht gleichzusetzen mit fiktiver Gewalt in fiktiven Kontexten, die man leicht als solche abtun kann. Darstellungsinhalt ist also das, was man sich am wenigsten vorstellen möchte bzw. was tiefe Abscheu hervorruft, weil es real stattgefunden hat. Und an dieser Stelle wird es wichtig, in welcher Form und wozu Realismen eingesetzt werden, ohne platt und voyeuristisch zu wirken. Damit verbunden ist auch Verantwortung: man trägt dadurch bzw. durch einen selbst gewählten "Realismus"-Anspruch etwas zum historischen Diskurs über das Ereignis bei, und damit auch zur Deutung und zur Frage der Bedeutung des Ereignisses für heute. Spielberg hat sich seinerzeit für ein hohes Maß an zusätzlichen Pathos entschieden, was m.E. der Sache nicht gerecht wird.

Das wichtigste bei so einem Projekt ist daher auch die erzählte Geschichte und was sie eigentlich sagen soll. In der Konsequenz heißt das: es braucht ein sehr gutes Drehbuch mit guten Charakteren. Und genau das ist nun ein Faktor, der bei bisherigen UB-Filmen so nicht positiv heraustach.
 
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Merlin-.- schrieb:
Dein Vergleich, der von Unwissenheit strotzt und einfach nur auf Provokation aus ist, zeigt, dass Du Saraazins Buch offensichtlich nicht gelesen hast und einfach nur ein Presseecho nachquatschst. Sonst wüsstest Du es besser und würdest nicht versuchen, Dich hier mit Deiner Unwissenheit zu profilieren (das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen).

Selbst verständlich war der Kommentar reine Provokation. Aber ich habe überhaupt nichts "nachgequatscht". Außerdem versuche ich mich damit nicht zu profilieren.

Ich habe das Buch weder als schlecht noch als gut hingestellt. Ich habe es lediglich auf eine Stufe mit einem Buch von Dieter Bohlen gestellt. Der macht zum Vergleich auch nicht gerade die beste Musik, aber er weiß wie man sie vermarktet! Das war der Grundtenor der Aussage.

Thilo Sarrazin ist mit seinen Äußerungen als Vorsitzender der Bundesbank nicht haltbar. Allerdings hat er damit seinem Buch einen gehörigen Aufwind verschafft, so dass er es auf den deutschen Bestseller-Listen ganz nach oben geschafft hat. Das mit dem Thema Vermarktung hat er scheinbar gut hinbekommen.

Mein Kommentar bezog sich auf die Leute, die eben auf solche Marketing-Strategien "reinfallen". Das dürfte in etwa auch die Klientel der BILD-Leser sein. Mich kann man mit sowas nicht wirklich unterhalten - und um Unterhaltung geht es hier doch oder? -, daher werde ich mir weder eines der genannten Bücher kaufen und lesen noch den Uwe Boll Film ansehen. Allein das war gemeint!

Das du hier auf Krampf versucht eine Diskussion vom Zaun zu brechen, ist nicht sonderlich clever. Zumal mein Statement extrem kurz und oberflächlich war. Alles was du geschrieben hast, war reine Interpretation. Und eine nicht gerade gute noch dazu. Mir hier so über den Mund zu fahren, war außerdem nicht wirklich höflich. Soll ich dich wirklich als Diskussions-Partner ernst nehmen? Dann versuch deinen Kommentar das nächste mal etwas weniger agressiv aufzubauen.

P.S. Der Satz war außerdem ein "Zitat" von Volker Pispers und im aktuellen Originaltext stehen Dieter Bohlen und Eva Herrmann. Es passte nur so schön auf Grund der aktuellen Debatte.
 
Also einem wirklich realitätsnahen Film über Auschwitz, der unverfälscht und in ihrer kompletten Grausamkeit die historisch korrekten Tatsachen darstellt, würde ich begrüßen. Ich würde sogar soweit gehen und ihn als Pflichtfilm für den Geschichtsunterricht vorschlagen, nur um diesen halbwüchsigen Hobbynazis, die man in letzter Zeit immer häufiger sieht, zu zeigen, was für eine Scheiße sie dort anhimmeln...


ABER:

Uwe Boll diesen Film drehen zu lassen ist ein Verbrechen gegenüber den Opfern, den Hinterbliebenen und der Geschichte an sich. Auch wenn Bolls Filme mit zu dem schrecklichsten gehören, was Hollywood je fabriziert hat, sind sie die falsche Art "Schrecklich" für einen derartigen Film.


Zumal ich eh dagegen bin, dass Amerikaner derartige Filme drehen.
 
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