Auschwitz-Film von Uwe Boll

Damien White schrieb:
Also einem wirklich realitätsnahen Film über Auschwitz, der unverfälscht und in ihrer kompletten Grausamkeit die historisch korrekten Tatsachen darstellt, würde ich begrüßen.

Ich nicht. Ich wurde eine Dokumentation mit einzelnen Spielfilmelementen drehen.
runpel01 hat ja die Argummente ja schon gennannt. Ich halte das Format Spielfilm einfach nicht richtig um geschichtliche/historische Gegebenheiten wiederzu geben.
Bei Spielfilmen übers 3. Reich denk ich mir immer: Ist das jetzt authentisch? Oder war hier und da künstlerische Freiheit am Werk?

Und by the way:
wirklich realitätsnahen Film
realitätsnah ist ja nicht authentisch.;)
Und deshlab wäre es auch als Unterichtsmaterial nicht wirklich geeignet.
 
Genau, ein Film der die Schrecken von Auschwitz zeigt, aber nicht zur dumpfen Splatterorgie verkommt. Ist ein richtiger Drahtseilakt denke ich. Vor allem, da die Geschehnisse in Auschwitz wohl auch den schlimmsten Splatterfilm in den Schatten stellen. Denn was dort geschah, ist Wirklichkeit und diese ist oft schlimmer als ein Film es jemals darstellen könnte.

Ich erinnere mich als ich noch in der Schule war. Es war in den 90ern und Spielberg hatte "Schindlers Liste" in die Kinos gebracht. Ich weiß gar nicht mehr, ob dieser Film sich spezifisch um Auschwitz drehte (denn Auschwitz war bei weitem nicht der einzige Ort des Schreckens). Aber der Film wurde zum Pflichtprogramm in meiner Schule (und wahrscheinlich auch in anderen Schulen). Was in diesem Film gezeigt wurde, war teils schwer verdaulich. Vor allem, da ich noch etwas jünger war und nicht so die Einschätzung hatte, was damals im dritten Reich den Menschen angetan wurde.

Ob Uwe Boll es schafft, einen Film über dieses Thema zu drehen ohne daraus eine blöde Splatterorgie zu machen ist die Frage. So wie ich die Einschätzungen der Leute zu diesem Regisseur lese, scheint das unwahrscheinlich. Ich habe mir jetzt z.B. mal den Trailer von Postal (ja, ich kenne auch das PC-Spiel ;)) angeschaut. Also dieser Mann will einen Film über ein so ernstes Thema wie Auschwitz und den Holocaust drehen? Also Postal z.B. ist ja bestimmt gut für nen Abend mit Freunden und ein paar Bier. Ist bestimmt noch ganz lustig. Aber bei welcher Gemütslage soll man sich denn einen Auschwitz-Film von Boll ansehen, wenn man weiß, was der sonst noch für Filme dreht?

Da ich mich aber sehr für Themen rund um das dritte Reich interessiere und auch schon viele Filme und Dokumentationen dazu gesehen habe, würde ich mir vielleicht hier zum ersten Mal auch einen Boll-Film reinziehen. Mal sehen, ob das was wird...
 
Uwe Boll und Auschwitz, das scheint nicht zu passen. Aber warum eigentlich? Weil er bisher unterhaltsame Trash-Filme gedreht hat? Aber ist es nicht auch die ureigenste Art des Gewerbes, nicht auf ein bestimmtes Genre festgelegt zu sein? Peter Jackson hat früher Splatter-Filme gedreht, heute dreht er Filme wie "Tim und Struppi" oder "Der Hobbit". Vielleicht ist Uwe Boll ein guter Regisseur für einen Film der Art, wie "Ausschwitz" es werden soll. Wer weiß...

Viel wichtiger ist für mich die Frage, was so ein Film genau bewirken soll. Soll er unterhalten? Dafür ist das Thema zu ernst. Soll er informieren? Wir haben tausende Stunden dokumentarisches Material, das dies besser erledigen kann.

Also wozu so ein Film?
 
Sehr schwierig wenn jemand wie Boll sich einem so heiklen Thema annimmt.
Man sollte nicht schon vorher verpönen, was man nicht gesehen hat, dennoch sehe ich das ganze eher skeptisch.
Die frage nach dem Sinn des Films stelle ich mir allerdings auch.
 
Ist nicht letztendlich das Motiv Bolls interessant?

Ich denke, ein derartiger Film wird wohl kaum das Popcorn-Kino erobern und anders könnte ich mir Geld als Hintergedanken nicht vorstellen.

Wer Geld machen will, dreht doch keinen Film über solch ein brisantes Thema. Vielleicht will er sein Image aufpolieren. Vielleicht hat er andere Gründe. Wer weiß.

Der Film darf nur eins nicht werden, und das ist schlecht. Das wäre fatal im Kontext und würde vermutlich seiner Karriere mehr schaden, als es ihm einbringt.

Entweder hat er sich zu viel vorgenommen, oder es wird wirklich gut. Selbst wenn die Kameraführung und so mittelmaß wird, reicht der Kontent in dargestellter Form eventuell schon aus um seine Wirkung zu erzielen. Man darf auch nicht vergessen, dass so ein kompletter Film im Kino eine ganz andere Wirkung hat, als ein paar Schnappschüsse auf Youtube.
 
Joa, aber ein Film mit derartig politischem Gewicht kann auch schnell mal 180° nach hinten losgehen.
 
Was ich meine, Uwe Boll hat nur gesagt, dass er einen derartigen Film drehen möchte und ist in aller Munde.

Das heist noch lange nicht, dass er ihn auch dreht.
 
@Über mir

Es gibt ja schon einen Trailer zum Film.

Und wenn ich schon den Boll in SS-Uniform sehe wird mir schon schlecht. Solche brisante historische Ereignisse sollten lieber von seriösen Regisseuren auf die Leinwand gebracht werden. Siehe Spielbergs "Schindlers Liste".
 
Soll dass son Doku Film werden oder eher nen Horror Trash auf Nazi und Auschwitz ?

Ersteres wär ja noch ok aber 2 tes kann man sich eher schenken. Werde mir den Film dann aber mal antuhen wenn er da ist. (Und ich ich glaube irgendwie dass ich mit der Schule oder so hinfahren muss^^)
 
Killiecrankie schrieb:
Solche brisante historische Ereignisse sollten lieber von seriösen Regisseuren auf die Leinwand gebracht werden. Siehe Spielbergs "Schindlers Liste".

Spielberg hat einen Roman verfilmt, da ist der Anspruch schon vordefiniert.
 
Und der Roman beruht auf einer wahren Begebenheit.
Allerdings was will man über Ausschwitz für ne Geschihcte erzählen?
Für mich macht da ein Spielfilm darüber keinen Sinn.
Völlig ohne Happy End. Die befreiung durch die GIs kann man auch nicht aols Happy End verkaufen.

Also ich hätt lieber ner ordenliche historisch korrekte Doku mit Spielfilmelementen als irgendeinen 2.Klassigen Trashfilm.
 
Haudrauff schrieb:
Und der Roman beruht auf einer wahren Begebenheit.

Zum Teil. Der Roman ist eine literarische Gattung, die einen künstlerischen Eigenwert hat. Deshalb hat der Autor Dinge weggelassen und ergänzt, um eine schlüssige Geschichte erzählen zu können. Man muss dazu nur mal Mimi Reinhards Erinnerungen recherchieren und stellt fest, dass ein Roman ungleich Wirklichkeit ist.

Das ist aber auch egal. Damit wollte ich nur sagen, dass Spielberg es ungleich einfacher hatte. Er verfilmte einen Roman, der bereits eine Geschichte erzählte. Die Prosa war quasi vorgefertigt, wohingegen man sich bei Bolls Projekt noch fragen muss, wohin die Reise überhaupt geht. Bei Spielberg war das klar, man konnte den Roman zu Rate ziehen.
 
Einen Film über das Geschehene zu machen finde ich ok.
Dass Uwe Boll Regie führt, halte ich persönlich für fragwürdig. Da all seine anderen Filme eher als scherzhafter Versuch angesehen werden können, muss ein Film über Auschwitz ein Maß an Ernsthaftigkeit besitzen. Und ich befürchte eben, dass Hr. Boll diesem nicht gerecht werden wird.
 
Deliberation schrieb:
Spielberg hat einen Roman verfilmt, da ist der Anspruch schon vordefiniert.

Mag sein, nur wenn Boll Schindlers Liste gedreht hätte wäre es mit 100%iger Sicherheit ein Flop gewesen.

Hätte Boll bisher wenigstens einen seriösen und genialen Streifen gedreht könnte man ihn ja etwas ernster nehmen, aber bisher Fehlanzeige.

Man kann ja auch eine Komödie über KZs drehen, wie zB " Das Leben ist schön" von Roberto Benigni, aber was Boll da nun vorhat hoffe ich mal das es nicht in Brutalo-Splatter-Action endet.
 
Der gute Boll produziert nunmal Trash und Steuersparmodelle. Solange er dabei Werke wie Postal oder Far Cry hervorbringt, wirkt das nach drei Flaschen Bier höchstens drollig.

Ein Boll-Auschwitz Film? Mmmhh!! Muss nicht sein.

MFG
 
Der Trailer zeigt ja schon was auf uns zukommt, einen Film den man wahrscheinlich nicht unbedingt gesehen haben muß, beim Erscheinen von Schindlers Liste vor zig Jahren war das in den Schulen mehr oder weniger eine Zwangslektüre (Kinobesuch während der Schule auf Staatskosten) mit anschließender Aufarbeitung, eine wirklich gute Sache damals, da solche Themen nicht so stark präsent waren wie in der heutigen Zeit.

Ich hoffe das es wenigstens eine ernsthafte Handlung gibt, und Opfern und Überlebenden gerecht wird, und nicht ein absolutes Splatter Desaster.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es sollte jemand mal nen Thema über die Politische Lage der BRD machen -.- DAS wäre ein Horrorfilm !

Ich finde die Deutsche Geschichte wird viel zu sehr auf den 2 Weltkrieg und seine Verbrechen begrenzt, kein Wort von Deutschen Orden, Preusen Reich , 1 Weltkrieg, Nachkriegswunder, Deutsche Ingeneurkunst früher in der Schule "nur" Hitler und seine Verbrechen.

Klar, es ist leider passiert und ja es ist nicht zu verzeihen

Aber muss es immer in die Gedanken der Deutschen gerufen werden ?
- Die Generationen die heute hier Leben haben garnichts mehr damit zu tun, bekommen aber immer das schreckliche Erbe aufgedrückt das sie Nachfahren von Nazis sind, mich stört das manchmal das wird genau dadurch schnell in bestimmte Ecken geschoben werden können von Aussenstehenden.

- Zum Thema : Uwe Boll ist leider wohl der falsche dafür, entweder wir es zu soft (Zentralrat der Juden beschwert sich) oder es wir zu hart und endet in einen Splatterfilm(Zentralrat der Juden beschwert sich)
 
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