Das Ende der Zeitung

Lest ihr noch Tageszeitungen?

  • Ja, ich lese regelmäßig eine Zeitung

    Stimmen: 64 53,3%
  • Nein, ich lese generell keine Zeitung

    Stimmen: 56 46,7%

  • Umfrageteilnehmer
    120

Skoll

Ensign
Registriert
Juni 2004
Beiträge
173
Ja, man verzeihe mir den reißerischen Titel, aber ich habe den Eindruck, in absehbarer Zeit ist es soweit.

Meine Quellen sind etwas einseitig und zwar nur Spiegel Online. Für eine Diskussion wird es aber wohl reichen, denke ich. Sie sind unten zu finden.

Ein paar Fakten, um die Situation zu erklären:
Für die New York Times wäre es billiger, wenn man die neuen Lesegeräte (z.B. Amazon Kindle, 360$) an die Abonennten verschenken würde, den Druck einstellt und die Kunden nur noch online versorgt.
Genaue Zahlen sind nicht bekannt, aber einige munkeln schon darüber, dass sie (wie die anderen Zeitungen) in ernsthaften Schwierigkeiten steckt.
In Seattle (3,2 Mio. Einwohner) wird gibt es jetzt noch eine Zeitung mit einer Auflage von 200.000 Stück, nachdem dort eine ca. 150 Jahre alte Zeitung pleite gegangen ist.
Eine Übersicht, wie es um US-Zeitungen steht, findet man hier.

So, wie steht es um euch? Lest ihr überhaupt noch die klassische Zeitung oder bleibt es bei TV, Onlinenews und Radio?
Der deutschen Zeitungslandschaft scheint es etwas besser zu gehen, aber ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt einen Jugendlichen mit Zeitung im Zug gesehen habe - allenfalls war es die BILD und die zählt für mich nicht so recht.

Ich finde jedenfalls, dass man die Zeitungen nicht künstlich am Leben erhalten lassen sollte (etwa so wie Opel), wenn sie sich nicht mehr halten können. Einige meinen, sie seien wichtig für die Demokratie und verschiedene Meinungen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das Internet eine Monokultur fördert.

Comeback des Bezahlinternets? (06.02.09)
Panik ist kein Geschäftsmodell (17.02.09)
Bürger sollen den Zeitungstod stoppen (16.03.09)
Bislang größte Zeitung pleite (16.03.09)
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Zeitung in Papierform mag irgendwann sterben.
Das Medium als solches wird aber sicher erhalten bleiben und wird sich auch weiterhin dadurch auszeichnen, dass man Informationen in einer hohen Detailtiefe bekommt und sich selbst Zeit und Ruhe gönnen muss um diese Informationen zu lesen.

Ein guter Kontrast also zur schnelllebigen Welt von heute ...
 
@Adam
Ich glaube du hast bei deinem Beitrag Zeitung und Buch verwechselt wenn du von "Kontrast" sprichst.
Die Zeitungen, sofern sie Tageszeitungen sind, leben ja gerade davon, Informationen, die mehr oder weniger schnell überholt sind, zu drucken.
Der Kontrast "zur schnelllebigen Welt von heute" dürften ja gerade Zeitungen nicht sein, weil sie selbst die gedruckte schnelllebige Welt sind.

Edit: Dass du übrigens das Lesen von Informationen mit Ruhe und Zeit in Verbindung bringst, pathetisch dann das Ganze als "Kontrast" zu einer irgendwie gearteten Welt aufblähst, offenbart, dass allem Anschein nach echtes Wissen aus Büchern, wofür man sich eigentlich eher die Ruhe und die Zeit nehmen sollte, völlig in den Hintergrund gedrückt wird und dass jetzt das Aufsaugen von schnellen Informationen bereits als Wissen gilt, wonach sich jeder arme Tropf der eine Titelstory gelesen hat, in der Lage glaubt, souverän über dieses oder jenes Auskunft geben zu können. Adorno nannte sowas: Dialektik der Halbbildung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Solange wir irgendwann keinen brutalen Cyberkrieg führen, gebe ich der Zeitung null Chance für die Zukunft. Die einzigen Kunden jetzt sind die Älteren und selbst da steigen die Leute auf Onlineinhalte um, ohne Hoffnung, jemals wieder ein Abonnent einer Tageszeitung zu werden.

Allenfalls für Hintergrundinformationen, Kommentare und ausführliche Berichte mag eine Zeitung geeignet sein, aber dann kann man ja gleich eine Zeitschrift kaufen.
Sei es drum. Radio verdrängte Zeitung, Kino schlägt Radio, Fernseher schlägt Kino und zu guter letzt schlägt Internet gleich Kino, Radio, TV und Zeitung in einem ;)

Ärgerlich finde ich bloß manchmal, dass Online-Nachrichten oft nur tagesdatiert sind und man nicht sehen kann, zu welcher Stunde der Artikel online ging.
 
so ein lesegerät finde ich sehr interessant. würde ich mir für den nächsten urlaub mal probieren wollen. die dinger brauchen glaube recht wenig strom und textdateien sind ja winzig. hörbuch ist zwar ganz ok, aber lesen ist schon was nettes.

in japan läuft das alles anscheind übers handy, das die leute dort comics usw in der u-bahn lesen

ein problem seh ich momentan in der bezahlung. bereits heute hat man ohne ende kostenfreie internetseiten, klar werbefinanziert. demgegenüber steht die kostenersparnis, wenn inhalten nurnoch online rauskommen.


was wir bräuchten wäre ein neues bezahlsystem, einfach per bewertungsklick. diese klicks würden gesammelt und die autoren danach vergütet, oder so (damit könnte man auch illegale downloads endlich mal reformieren)
wäre übrigens cool, wenn es übern satelliten auch angebote geben würde
 
Was kann eine Zeitung liefern und was erwarten die Kunden? Die Leser wissen, dass die Zeitung ihnen keine Eilmeldungen nach Hause bringt. Auch die Ergebnisse des letzten Spieltages der Fußball-Bundesliga nicht häufig keine echten Informationen mehr, wohl aber die Spielanalysen der Redakteure.

Die Konkurrenz der Zeitung ist vielfältig. Das fängt schon mit dem bunten Frühstücksfernsehen an. Radiosender setzen mehrheitlich auf Musik, aber das Internet ist eine ernste Bedrohung für die Verlage: Einerseits können sie es sich nicht erlauben, auf eine Online-Ausgabe zu verzichten. Andererseits graben sie sich damit ein wenig selbst das Wasser ab. Das ist eine schwierige Gratwanderung.

Zeitungen sind zum einen stark im Lokalteil. Zum anderen müssen sie sich auf ihre Stärken besinnen: Weg vom schnellen Geschäft der topaktuellen Berichte, wo man ohnehin dem Fernsehen unterlegen ist, hin zu inhaltlicher Tiefe. Dieser Vorteil muss dann nur noch als besonderer Nutzen verkauft werden.

Hier kommt auf die Redakteure an. Wenn man gute Leute zeilenweise mit wenigen Euro abzuspeisen versucht, kann man keine guten Recherchen erwarten. Aber wenn die gut recherchierten Artikel ausbleiben, wandern die Leser ab. Denn die Schlagzeilen bekommen sie woanders schneller und kostenlos.

Einigen Zeitungshäusern ist es in der Vergangenheit gelungen, ihren Internet-Auftritt als Bonus anzubieten. Sie stellen nicht nur Artikel ins Netz, sondern stiften den Besuchern ihrer Seite einen Zusatznutzen, auch durch Kooperationen mit anderen Unternehmen.

Die Zeitungen werden ihre Rolle neu erfinden müssen, um zu überleben. Ich denke, dass hier viel verschlafen wurde, weil die Morgenzeitung bereits aus vielen Haushalten verschwunden ist. Wenn aber der Nachwuchs nicht schon mit der Zeitung aufgewachsen ist, dürfte es umso schwieriger werden, ihn als Abonnenten zu gewinnen.
 
@keshkau
Du hast es richtig erfasst: Die Zeitungen werden umsteigen müssen weg vom Tagesgeschäft hin zu einer Art "Tiefe" der Artikel, die momentan eher bei Zeitschriften, zb politischen Zeitschriften wie SPIEGEL zu finden ist.
Es wird definitiv interessant sein zu sehen wo Zeitungen eine neue Nische finden werden, denn für halbwegs ausgearbeitete Überblicke auf bestimmte Bereiche sind die Zeitschriften quasi prädestiniert und diese Rolle erfüllen sie nicht gerade seit gestern. Für die Zeitungen gilt also: "Was tun?"
 
Zuletzt bearbeitet:
Hmm, also ich lese täglich Zeitung in Papierform.
Unter der Woche eher eine regionale Zeitung und am Wochenende die SZ.
Das bisherige Abstimmungsergebnis hat mich schon ein wenig überrascht.

MfG
Mr_Blonde
 
wenn ich bei meinen eltern bin werf ich ab und zu mal einen blick in die zeitung, sonst aber nicht... im büro geht täglich die bild um, die wird zwar auch gelesen, allerdings nicht zur nachrichtengewinnung sondern zur ablenkung und um ein bisschen zu schmunzeln ;)

meine täglichen nachrichten ziehe ich mir aus diversen rss feeds (tagesschau, heise, gulli, computerbase, golem, spiegel, stern, ...) und das reicht mir!
 
Zeitungen mit Lokalteil sind schon in Ordnung, wenn nur nicht ständig dieses zusätzliche Werbepapier wäre.

Die Bildzeitung wird es aber immer geben, so viel sinnfreies steht noch nicht mal in nem Comic.

Ich finde allerdings auch das Zeitung lesen an sich weniger anstrengend für die Augen ist als im PC, warum weiß ich nicht(meine Augen sind in Ordnung) vielleicht ist es das Alter allgemein.
 
Naja... ich lese jeden Morgen Zeitung und für mich es einfach ein guter Start in den Tag - Ich informiere mich über diverse Sachverhalte, brauch dafür weder nen Computer oder sonst was, sondern mach einfach die Haustür auf, greif in den Briefkasten und hab sie in der Hand=)
Also für mich ist die Tageszeitung in Papierform unersetzbar!
Außerdem denke ich, dass die Reflektion des Aufgenommenen beim gedruckten Wort wesentlich besser ist, als bei Radio, Fernsehen etc.

@OMaOle
Ich hab mal gehört, dass das deswegen so ist, weil die Bilder die du auf dem Computer siehst erst mal von deinem Gehirn erst mal in Text umgewandelt werden müssen, dieser Schritt entfällt bei Zeitungen.
Zur Werbung in der Zeitung - Die hast du überall, aber es stimmt natürlich - desto kleiner die Zeitung oder desto billiger, desto mehr Werbung ist drin! Ich trage die "Guten Morgen Sonntag" aus - Irgendwie habei ch dsa untrügbare Gefühl, dass die eigetnliche Zeitung nur ein Schutzumschlag für die Werbung ist =) Aber trotzdem kacken die Leute derbe rum, wenn die ihre Zeitung nen paar Stunden zu spält erhalten... =D
 
Zeitungen sterben nicht! Womit soll man sonst den Mülleimer auslegen? Plastikbeutel sind ja nicht mehr erlaubt (außer beim Plastikmüll).

Die Tendenz geht aber eindeutig zu den kostenlosen Zeitungen. Hier bei uns bekommen wir jede Woche 3 Stück zugestellt, die sich nur aus Werbung finanzieren.

Habe früher täglich die Welt gelesen, auch abonniert, aber das Format ist unglücklich (zu groß) und einige Berichte scheinen mir in den letzten Jahren von Laiendarstellern geschrieben zu sein. Seitdem ich mein Abo storniert habe, bekomme ich die Zeitung immer noch jeden 2 Monat - soll wohl Werbung sein - lese diese aber nicht mehr.
 
Sterben werden Zeitungen ganz bestimmt nicht, jemand der einfach dieses altherbekannte Format in der Hand halten möchte, wird damit nicht aufhören und auch neue Generationen wachsen heran die eben gern das in den Händen halten wofür man bezahlt.
Genau so wie mit Büchern, ich jedenfalls werd immer ein Buch haben wollen, mit den Seitenrändern spielen beim Lesen, ein Einband einsehen können usw. als so ein digitales Teil was mir noch mehr Computerfeeling bieten soll.
Die Zeitschriftenlandschaft wird natürlich einige Beben über sich ergehen lassen müssen aber wer gute Artikel bietet, einen gewissen Stammkundenkreis besitzt und auch Neulinge ansprechen kann, der wird wie ein Fels aus der Brandung herausgehen. Vor allem bei den Zeitschriften/Magazinen ist dies der Fall. Ich habe die GEO seit rund 2 Jahren abonniert und trotz das jetzt die Ausgabe um ein paar Cent teurer wurde, bin ich für diese wunderbare Zeitschrift gewollt das Geld auszugeben. Solch ein Content kann einem eine Internetpräsenz nicht direkt bieten und der Webauftritt von GEO ergänzt sich auch ganz gut mit der Zeitschrift.
Zugegeben, die einfachen Zeitungen haben es dagegen schwieriger.
 
Ich finde, Bücher und Zeitungen kann man nicht vergleichen. Der Büchermarkt ist ja nicht eingebrochen, obwohl das schon vor 20 Jahren vorhergesagt wurde. Es geht ja, wie du sagst, um das Gefühl, hier etwas zu besitzen. Und man weiß dabei, dass man dieses (gute) Buch immer wieder lesen kann, was bei elektronischen Sachen zur Zeit gar nicht sicher ist.

Diese Lesegeräte werden mehr, aber wirklich praktisch sind die ja auch nicht. Man kann darin zwar eine Menge Text speichern, aber wozu? Zuviel Auswahl bewirkt doch nur das Gegenteil, nämlich das man am Ende gar keine Lust mehr darauf hat.

Die Zeitung selbst ist nur dafür da, möglichst schnell Informationen zu verbreiten. Ich denke, sie hat uns da einen guten Dienst erwiesen. Aber sie ist heute in jedem Fall dem Internet unterlegen: Aktualität, Archivierung, Updatemöglichkeiten, Distributionskosten, Werbemöglichkeiten und Medienvielfalt.
Früher war es noch ein Witz, dass man nach auf dem aufstehen gleich an den Rechner ging. Ich mache das immer so und lade mir ein paar Feeds, lese 20min die Nachrichten aus der Nacht und vom Vorabend.
Bissel überrascht bin ich ja, dass noch soviele von euch Zeitung lesen. Ich dachte gerade unter Jüngeren wäre das inzwischen völlig out.
 
Also ich lese sehr gerne Zeitung


Das gehört zu meinem Ritual Morgens mit Kaffee Zeitung lesen

Ich finde Zeitungen oft informativer als Internet oder das Fernsehn


Dann kaufe ich mir auch den Spiegel

und da muss ich feststellen das die Themen dort oft umfangreicher und Tiefgehender sind als die Spiegel Online Themen, das sind oft aber nur Ausschnitte aus den Artikel der Zeitschrift



Deshalb glaube ich nicht das die Zeitung in der nächsten Zeit aussterben

Ausserdem eine Zeitung braucht kein Strom die kann ich überall lesen und die Akku geht nicht leer


Zu den Zeitungen in Amerika kann ich nur sagen das ich sie immer sehr langweilig fand

Die haben sich nur mit den USA beschäftigt der Internationale Teil hat sich meistens auf 2 Seiten begrenzt mit Kurz-Artikeln
 
Ich lese auch jeden Tag Zeitung. Gehört für mich einfach dazu. Früh Müsli und Zeitung.
Auch wenn ich die Hälfte der Themen auf der Titelseite schon kenne, viele Sachen findet man so nicht im Internet.
Ich fände es auch sehr schade wenn es sie mal nicht mehr gäbe.
 
Ich lese gar keine Zeitung. Ich beziehe meine Infos grundsätzlich aus dem Internet oder bekomme es von anderen erzählt. Habe aber noch nie Zeitung gelesen...finde ich auch total unbequem zu lesen.
 
Also ich lese generel keine Zeitung. Was heute in Zeitungen geschrieben wird, ist oft selbst von den Zeitungen modifiziert oder irgendwie verändert. Da muss man immer ein bisschen umdenken... und dafür hab ich keine Lust. Ich beschaffe mir Informationen aus dem Fernsehn oder aus dem Internet. Das ist kostenlos und zuverlässiger.

Und wenn ich sehe was die BILD manchmal schreibt und wie sie es tut, griege ich was zuviel!!!
Zum Beispiel bei dem Amoklauf von Winennden. Die BILD schickt ihre Reporter dahin, informiert sich, was man den alles so rausholen könnte und schon knallt sie ihre übergroßen Letter auf die Titelseite.
Und der Inhalt von dem Artikel is in manchen Punkten verdammt abwegig. Wie die BILD mit dem Thema und vielen andern Themen umgeht, ist schlichtweg unseriös und kein Journalismus. Außerdem kann man die Zeitung beeinflussen, sowie alle Zeitungen eigentlich auch.

Zeitungen wie "DIE ZEIT" finde ich gut. Die sind neutral und liefern reine Infos. Sie schreiben nix sensationslustiges, im Gegensatz zu der BILD.

Aber Zeitungen sind nix für mich, ich halte mich ans Internet, Fernsehn und ans allgemeine Hören-Sagen. :D
 
Wirklich viel scheinst Du Dich mit dem Thema Zeitung auch noch nicht beschäftigt zu haben.
Die Zeit ist keine klassische Tageszeitung, sondern eine Wochenzeitung, die nur Donnerstags erscheint.

Die Bild ist ein Boulevardblatt, die Vorwürfe, die Du den Zeitungsverlegern im ersten Absatz pauschal unterstellst treffen auf sie(die Bild) ohne Zweifel zu.
Jedoch gibt es eine Reihe überregionaler und auch seriöser Zeitungen, die das Tagesgeschehen deutlich qualifizierter thematisieren, als es im Fernsehen geschieht.

Seriöse überregionale Tageszeitungen sind unter anderem die FAZ, Sueddeutsche Zeitung, FTD, Die Welt und das Handelsblatt.
Schau da mal rein, lohnt sich.

MfG
Mr_Blonde
 
Zuletzt bearbeitet:
Also ich lese täglich das Handelsblatt und hoffe, dass die Zeitung im Papierformat erhalten bleibt.
 

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