deutscher einsatz am horn von afrika!

Die Angst vor einem robusten Mandat ist doch durchaus begründet. Es gibt schließlich in Deutschland viele Leute wie unseren "Mensch183" die quasi nur darauf warten weitere Munition für ihren eigenen "Kampf" zu bekommen.

Es wäre utopisch zu glauben, dass es nicht zu schlimmen Zwischenfällen kommen wird, wenn die Bundeswehr nun ein robustes Mandat für den Einsatz vor Somalia bekommen würde.
Es ist abzusehen, dass dann Deutsche Soldaten sterben und / oder auch unschuldige Opfer deutscher Waffen werden.
Denn dann herrscht ein Kriegsähnlicher Zustand und in einem solchen sind derart schlimme Ereignisse kaum zu vermeiden.

Wird es dazu kommen so würde die Stimmung der Bevölkerung schnell umschlagen und man würde sich auf die Seite jener Weltverbesserer schlagen die das ganze natürlich von vorn herein für eine schlechte Idee gehalten haben ...

Also macht man solche weichgespülten Kompromisse ...
 
@AdamSmith

Da hast Du grundsätzlich ja Recht. Nur dann bin ich der Meinung, sollen sie unsere Schiffe
gar nicht erst dort unten rumkreuzen lassen. Entweder die Marine bekommt die Mittel auch
aktiv gegen Piraten vorzugehen oder wir können es auch lassen. Kostet sinnlos Geld und
die Soldaten sind trotzdem in Gefahr.
 
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Und was erwartest du bitte? Jedes kleine Schiff, auf welchem man ne Waffe sieht, abschiessen? Was du schilderst erfüllt keinen Bestand einer Straftat, also hat die BW das einzig richtige getan, ein Schiff, auf welchen zwar Waffen waren, das aber nichts verbotenes getan hat, ziehen lassen und somit einen Konflikt vermieden, an dessen Ende womöglich Tote gestanden hätten. Aber gut, dass du das vorbringst, ein perfektes Beispiel für mensch183, die BW achtet doch auf ihre Soldaten und rennt nicht blindlings in jeden Konflikt!
Die BW ist nicht dort unten um willkürlich Menschenrechte einzuschränken und ihr Leben zu gefährden nur weil auf nem Fischkutter einer mit ner AK rumwedelt, was müssten sich die Verantwortlichen wohl anhören wenn die einfach mal alle versenkt werden? Da würden Euresgleichen natürlich auch sofort auf die Barrikaden gehen! Nein sie sind dort um anderen Schiffen zu helfen, wenn diese angegriffen werden! Und bisher hat das jedesmal wunderbar geklappt, bei jedem Angriffsversuch, bei welchem ein Kriegsschiff erschien, suchten die Piraten schleunigst das weite. Also ein Zeichen, dass bisher alles so klappt wie es soll!
Und zum Thema Durchsuchen, wir sind nicht deren Grenzpolizei, um illegale Waren usw sollen sie sich (zumindest vorerst) schön selber kümmern, die Schiffe sind dort um Angriffe von Piraten abzuwehren und nichts anderes!
 
Die Schiffe gar nicht dahin zu schicken ist keine Alternative.

1.) Die Millionen die immer gerechnet werden behinhalten auch die Bereitstellungskosten bzw. die Kosten für das Vorhalten der personellen Kapazitäten. Ein großer Teil dieser Kosten würde also auch dann entstehen, wenn die Schiffe im Hafen lägen und die Soldaten Däumchen drehen.

2.) Wir sind Teil eines Bündnisses. Als solcher haben wir unseren Bündnispartnern gegenüber eine gewisse Verpflichtung. Diese Verpflichtung hätten Sie auch, wenn wir direkt angegriffen würden. Die Kosten die man jetzt investiert können also irgendwann auch zurück fließen.

3.) Der Moment der "Aufklärung" wurde anscheinend noch nicht erwähnt.
Selbst wenn die Deutschen Schiffe keine Kontrollen erzwingen dürfen, so ist doch die Verweigerung einer Kontrolle ein deutliches Indiz dafür, dass etwas nicht ganz sauber ist.
Die Marine ist dann durchaus in der Lage den Weg dieses Schiffes zu verfolgen und verbündete Kräfte, welche legitimiert sind eine Kontrolle im zweifelsfall zu erzwingen, darüber zu informieren.

Sicher ein robustes Mandat wäre wünschenswert. Deswegen ist aber ein "weiches" Mandat nicht gleich komplett unnütz.

Des weiteren trägt ein robustes Mandat natürlich zwangsläufig zur Eskalation bei. Das o.g. Boot mit den Leuten mit ner AK an Bord wäre vielleicht nicht einfach so weiter gefahren und es hätte Kampfhandlungen gegeben wenn die BW ein robustes Mandat gehabt hätte.
 
mensch183 schrieb:
Die Bundeswehr bombardierte '99 zusammen mit NATO-Partnern die Republik Jugoslawien, nicht irgendein Ex-Ding. Der Gegenvorschlag zu diesem Militärschlag ist, ihn zu unterlassen.


Die Massengräber in Jugoslawien sind dir aber nicht entgangen oder? Bzw. das dort der Beginn des jüngsten Genozides der europäischen Geschichte statt fand möchtest du wohl auch leugnen? Selbst bei scharfen Nato-Kritikern gilt der Kosovo Einsatz als der erfolgreichste und vorallem als begründeter Angriff. Eben weil dort durch das herschende Regime die Menschenrechte massivst mißachtet wurden. Wenn man sowas lesen muss kommt einem echt die Wut. Da wird ein Bild des Gutmenschen erzeugt, man is so brav, so lieb und Krieg ist ganz furchtbar und nimmt dabei in Kauf, dass Regime ganze Bevölkerungsgruppen ausrotten. Kinder und Frauen natürlich eingeschlossen. Und dann noch auf die deutsche Geschichte verweisen als Argument das militärische Gewalt grundsätzlich schlecht ist. Grad wir Deutschen haben eine große Verantwortung wenn es darum geht, Menschenrechte zu schützen und sowas wie Genozide zu verhindern. Zumal wie Jepe schon andeutete, wenn die Amis im 2. Weltkrieg genauso gedacht hätten, sehe die Welt heute ja viel besser aus, weil die Amis ja auf militärische Gewalt verzichtet hätten gelle?

Zum eigentlichen Thema: Wer hier die Anzahl der Überfälle als klein bezeichnet und die Gefahr als gering sieht, sollte vll erstmal die Statistiken lesen. In diesem schmalen Küstenstreifen vor Somalia finden mehrere 100 solcher Übergriffe pro Jahr statt, Tendenz stark steigend. Bis jetzt kann man froh sein, dass die Piraten relativ kultiviert sind und laut Zeugenaussagen ihre Geiseln recht gut behandeln. Sollte der Konkurrenzdruck allerdings größer werden, wird sich das vermutlich schnell ändern. Ein internationales Entgegentreten is notwendig und auch gerechtfertigt, schließlich treten die Industrienationen hier wohl kaum als Aggressoren auf. Besonders die Amis haben sich sehr bemüht in Somalia geregelte Verhältnisse zu fördern und sind schwer auf die Schnauze gefallen, weil sie keine Internationale Unterstützung bekamen, da die EU sich mal wieder nicht einigen konnte. Die Blauhelme waren zwar vor Ort durften aber nur schiessen wenn sie beschossen wurden und somit waren sie nicht in der Lage Hilfslieferungen vor den Übergriffen Aidids Gefolgschaft zu schützen. (ja, das galt nur für sie, sie müssten also tatenlos zusehen, wie Aidis Leute unbewaffnete Somalis abschlachteten. Ähnliche Problematiken gibt und gab es auch in Kongo/Ruanda) Und in diesem Falle kann man den Amis ganz sicher nicht vorwerfen, dass sie ein legitimes Regime stürzen wollten oder der Ressourcensicherung dienten. In Somalia gibt es nicht viel, und Mohammed Farah Aidid war ein Warlord und Kriegsverbrecher. Aber die Amis sind ja grundsätzlich böse, wenn sie versuchen, jemanden notfalls auch mit Waffengewalt zu schützen. Das dies in einigen Konflikten wirklich gerechtfertig ist und war und die Amis nicht immer nur auf Öl und Demokratie aus sind, das wird von den fleissigen Kritikern fast immer übersehen. Ich warte noch darauf, dass irgendwer tatsächlich die Amis noch mal dafür kritisiert, dass sie im 2. Weltkrieg aktiv wurden.

Es wäre sinnvoll und notwendig, dass Schiffe notfalls auch gegen den Willen des Kapitäns zu durchsuchen. Waffengewalt muss dabei ja nicht notwendig werden. Es wäre daher in der Hinsicht weiterhin ausreichend nur dann aktiv zu den Waffen zu greifen, wenn man beschossen wird. Ebenso muss es eine möglichkeit geben, Piraten auch zu verhaften, wenn nachweislich Waffen usw. an Bord gefunden wurden. Bzw. das die Waffen beschlagnahmt werden dürfen. Letzenendes gilt dies alles eh nur für internationale Gewässer. In die somalischen Hoheitsgewässer dürfen die Kriegsschiffe eh nicht eindringen egal welcher NAtionalität. Aber die Mühe hat sich hier sicher auch noch keiner zu machen, zwischen diesen beiden Zonen zu unterscheiden oder? ^^ Dadurch haben die Piraten zwar weiterhin ein Rückzugsgebiet, aber dort finden auch weniger die Übergriffe statt, denn die Handelsrouten liegen außerhalb der somalischen Hoheitsgewässer (mein ich mich zumindest zu errinern). Die Problematik mit den Hoheitsgewässern ist aber auch eine deutlich heiklere und es wäre, denke ich, zunächst ausreichen, die Befugnisse in den internationalen Gewässern anzupassen. Den sonst ist die deutsche MArine dort eher ein zahnloser Tiger. Zwar mag die pure Abschreckung noch wirken, aber wie lange noch? Irgendwann bekommen die Piraten schon mit, dass sie die deutschen nur nicht beschissen dürfen und die Durchsuchung verweigern müssen, damit sie ihnen auch wirklich gar nichts können.
 
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Ohne viel schreiben zu wollen, ich rege mich wie jeder Seefahrer mit dem ich gesprochen habe, tierisch darüber auf und finde das Vorgehen da unten ist ein schlechter Witz.
 
@botskiller
Und was erwartest du bitte? Jedes kleine Schiff, auf welchem man ne Waffe sieht, abschiessen?

Hab ich das behauptet? Nein - ich erwarte aber das das Schiff bei Verdacht durchsucht werden darf,
OHNE sich eine "Erlaubnis" dafür einholen zu müssen. Ansonsten können wir uns die ganze Aktion da
unten sparen. Und das ein "Handelsschiff" AKs und Raketenwerfer dabei hat fällt bei mir nicht unter die
Einschränkung von Menschenrechten. Das toleriere ich nicht und sehe dabei jeden Grund gegeben eine
Durchsuchung durchzuführen.

Und im übrigen sind wir die Grenzpolizei in diesem Fall - denn Deutschland wie auch der
Rest Europas ist daran interessiert, das Waren ohne Komplikationen durch den Suez-Kanal
kommen. Und der Suez-Kanal ist defacto die Grenze zum europäischen Wirtschaftsraum.
 
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@interaktive1

Tut mir Leid, wenn du das nicht gemeint hast, doch genau so lass sich das ganze, habe ich wohl Missverstanden.
Was du tolerierst und was nicht ist glücklicherweise deine Sache, doch scheinst du etwas das Problem aus den Augen zu verlieren oder mir erschliesst sich der Sinn vom Durchsuchen von Handelsschiffen nur nicht ganz.
Wenn ich nicht ganz daneben liege geht es um das verhindern von Piratenübergriffen, wozu also Handelsschiffe durchsuchen? Oder hast du oben nur fälschlicherweise Handelsschiff geschrieben und meintest eigtl ein Schnellboot, mit welchen sie die Schiffe kapern? Das müsstest du mir bitte nochmal erklären, ich steig da leider nicht ganz durch...

Um das Thema mal weiter zu bringen, USA und Russland haben sich darauf verständigt, in dieser Sache zusammenzuarbeiten. Hierbei soll sich das ganze nicht nur auf aktive Gegenmassnahmen gegen die Piraten beschränken, sondern auch die Juristischen Grundlagen für ein geregeltes und sinnvolles Vorgehen geschaffen werden. Dies lässt darauf schliessen, dass das ganze doch nicht so harmlos ist wie es hier einige versuchen darzustellen.
Auch Somalische Milizen gehen mittlerweile gegen Piraten vor und dies leider nicht im ganz zivilisierten Rahmen, sondern mit roher Gewalt. Dies ist genau das, was z.B. die BW versucht zu vermeiden.
 
haha! ist das peinlich, die marine darf mitunter deshalb 'nichts' machen weil das deutsche grundgesetzt vorsieht dass das aufgabe der polizei ist (zb geiseln befreien usw)
mögliche strategie: piraten festhalten und danach der polizei übergeben.

das ganze erinnert mich an afghanistan und die mülltrennung: deutsches militär trennt den mül damit er danach außerhalb wieder in einen wagen gebracht wird :D
 
@botskiller

Mit Handelsschiff meine ich die von den Priaten oftmals verwendeten Dauen (ich weiß immer noch nicht ob das orthografisch korrekt ist ;-o). Solch eine Daue ist grundsätzlich erstmal ein weitverbreitetes Handelsschiff in dieser Region. Wird aber oftmals von Piraten verwendet. Ein Schnellboot wird meist an der Daue mitgeführt. Das meinte ich.
 
Ich finde, es ist Aufgabe der Reeder, ihre Waren zu bewachen und nicht Aufgabe des Staates. Wenn ich lesen, dass ein Pott mit einer 100-Mio-$-Ladung völlig unbewacht durch die Gegend schippert, dann wundere ich mich, dass nicht schon früher mal einer geklaut wurde.

Ich lasse auch nicht mein Auto offen mit Zündschlüssel drin herumstehen und wundere mich dann, wenn er geklaut wird... und schreie noch nach dem Staat und der Armee und der UNO und wasweissich.

Die Reeder sollen ihre Pötte vernünftig schützen, dann gibt es auch keine Überfälle mehr. Wenn es für sie billiger ist, ungeschützt herumzugondeln und ab und zu Lösegeld zu zahlen, dann sollen sie, aber bitte nicht beklagen.

In Singapur verdient sich ein Anbieter von Sicherheitsleuten für Containerschiffe übrigens gerade eine goldene Nase: Er "vermietet" Sicherheitskräfte, die hissen dann auf den bewachten Schiffen ihre Flagge, die Piraten wissen dann "hier wird zurückgeschossen" und suchen sich ein anderes Opfer.

Lange Rede kurzer Sinn: Die Reeder sind für ihre Ware verantwortlich und nicht der Staat.
 
Chlous schrieb:
Ich lasse auch nicht mein Auto offen mit Zündschlüssel drin herumstehen und wundere mich dann, wenn er geklaut wird... und schreie noch nach dem Staat und der Armee und der UNO und wasweissich.
Das Resultat wäre --> Ich darf den Dieb meines Autos erschiessen ?
:D oder eher doch :rolleyes: ?


Lange Rede kurzer Sinn: Die Reeder sind für ihre Ware verantwortlich und nicht der Staat.
Klar sind die Reeder verantwortlich.
Nur wer schützt die Seefahrtsrouten ?
Das ist doch die Frage.

Reeder können, sollen und dürfen sich nicht um territoriale Probleme kümmern.
Dafür sind staatl. oder übergeordnete Organe da.
 
Klar, Tod den Dieben... wenn ich aber mit der Knarre danebenstehe, dann muss der Dieb relativ blöd sein, wenn er ausgerechnet dieses Auto klauen will, vA wenn es daneben unzählige nicht bewachte Autos hat.
 
wie gut diese einstellung funktioniert sieht man ja in den usa...
 
Also werden LKWs auf den Straßen für Vogelfrei erklärt und müssen sich bewaffnen um gegen Ganoven gewappnet zu sein, ist ja schliesslich das Problem der Firmen.
Wo wir schon dabei sind, schaffen wir gleich die Polizei ab und jeder darf sich bewaffnen und das Recht selbst in die Hand nehmen, sparen wir uns ein Haufen Geld und verdienen noch Dank der Mehrwertsteuer an dem ganzen.
 
Ironie schön und gut, aber genau darum geht es ja, für die Sicherheit auf den Straßen ist die Polizei zuständig und für die Sicherheit der Meere die Anreinerstaaten wo ist da das Problem?
 
Anreinerstaaten in internationalen Gewässern ?

Selbst wenn...
Somalia ist weder technisch, organisatorisch, noch finanziell in der Lage diese Aufgabe zu übernehmen.
Die können nicht mal ihre eigenen Gewässer kontrollieren.
Nicht mal da sind sie Herr im Hause...
 
Vielleicht ist gerade das der Grund für die Anwesenheit von Marinekräften anderer Staaten.

Oder täusche ich mich da?
 
Zum Thema gleich das Feuer eröffnen, genauso hat es nun die indische Marine gehalten und ein vermeintliches Piratenschiff beschossen und versenkt.
Das Piratenschiff war jedoch ein Fischkutter, welcher zuvor von Piraten gekapert wurde. Laut Eigner waren 16 Fischer an Bord gewesen.
 
Also das sich die Schiffe selbst bewaffnen sollen, halte ich für einen Witz. Es kann nicht
Aufgabe der Reeder sein sich eine Privatarmee auf den Schiffen zu halten. Das würde
bedeuten, das jeder LKW-Fahrer, der ne Ladung DVD-Player auf dem Wagen hat ne
Schrotflinte dabei haben soll.

Und das es uns nichts angeht, kann man so auch nicht sagen. Wir sind doch schließlich
daran interessiert, das Waren zu uns kommen. Und da Somalia und Anreinerstaaten
finanziell und auch organisatorisch gar nicht in der Lage sind, müssen halt die Staaten,
in deren Interesse es liegt, handeln. Ich würde sogar den Schritt weitergehen und an
Land Maßnahmen ergreifen.
 
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