"Die einen schreien 'Ausländer raus!', die anderen schreien 'Juden raus!'" - Sind wir auf einem Auge blind?

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Marvolo

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Die vor kurzem veröffentlichten Handyaufnahmen einiger weniger feiernder Gäste auf Sylt sind von ihrem Inhalt her unbestreitbar unentschuldbar. Mittlerweile finden sich allerdings vermehrt Stimmen, die behaupten, das mediale Echo daraufhin sei überzogen, sicherlich auch durch die bevorstehenden Europawahlen bedingt, wo man mehr als sonst üblich direkt klare Kante zeigen will/muss/soll.

Fokus-Kolumnist Jan Fleischhauer unter anderem:

Schlimme Bilder, ja - allerdings, dass sich nun der Bundeskanzler, und der Bundespräsident und die Bundesinnenministerin und der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein und und und und dazu äußern, am Ende sogar Carsten Maschmeyer seiner Empörung Ausdruck verleiht, das ist dann vielleicht doch ein bisschen viel.

„Wer und wo sind diese Leute?“ tönte es einhellig letzte Woche im Netz. Und das Internet lieferte. Für die Verfolgung quasi freigegeben... Nicht lange, bis Namenslisten der sog. „Prosecco-Nazis“ veröffentlicht und freudig u.a. von Armin Laschet verkündet wurde, dass einer nach dem anderen seinen Job verlor. Ganz ungeniert und unverpixelt veröffentlichte man Gesichter und Adressen der Beteiligten.

Digitale Selbst- bzw. Lynchjustiz? Selbstverständlich. Es dient ja schließlich einem guten Zwecke, nämlich dem kollektiven Schulterschluss gegen Rechts, gegen Xenophobie und nicht zuletzt auch gegen den Antisemitismus. Da bleibt keine Zeit, lange zu fackeln, etwa erstmal in den Dialog zu treten, da muss schnell gehandelt werden und alles im Keim erstickt werden...

Als erster Impuls mag der Wunsch nach solchen raschen Konsequenzen nachvollziehbar sein. Im Endeffekt ist er aber fatal. In einem Rechtsstaat sind die Strafverfolgungsbehörden und gegebenenfalls die Gerichte dazu da, solche unsäglichen Entgleisungen zu prüfen und über mögliche Sanktionen zu entscheiden. Und nicht der öffentliche Pranger.

Das Strafrecht ist nämlich nicht dazu da, heute auf dieser und morgen auf der nächsten Welle zu reiten. Es gibt klare Regeln, nach denen unvoreingenommen geurteilt wird. Und eine Chance auf Resozialisierung. Daran sollte man auch festhalten, wenn es Leute trifft, die einem unsympathischer nicht sein könnten. Der nächste Sturm kommt nämlich bestimmt – und man weiß nie, nach welchen Kriterien er dann losschlägt.
(FAZ, 27.05.24)

Während auf Sylt nun also dem Vollsuff entspringende, xenophobe Parolen wie etwa "Deutschland, den Deutschen, Ausländer raus" gegrölt wurden, die allerdings die wahre Gesinnung aller Beteiligten sehr wahrscheinlich nicht widerspiegeln dürften, und sich der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, sogleich und pflichtbewusst schockiert über die rassistischen Gesänge junger Partygäste auf Sylt zeigt, tönen unterdessen andernorts, nämlich an den Bildungsstätten dieses Landes, im Vergleich dazu allerdings ziemlich ernstgemeinte und die wahre Gesinnung der Grölenden widerspiegelnde, ganz ähnliche, wenn nicht sogar schon identische Parolen: "Palästina, den Arabern, Juden raus". Da ist ungeniert und ungehemmt vom Wunsch nach einem


"Ein Beispiel von hunderten. Der Aufschrei in der Gesellschaft? Ein leiser. Mehr Schein als Sein."
(Jüdische Allgemeine Zeitung, 23.05.24)

Während man also auf der einen Seite schnell dabei ist, kollektiv und geschlossen eine mediale bzw. digitale Hetzjagt zu eröffnen aufgrund xenophober Äußerungen, deren Ernsthaftigkeit bzw. Gesinnung man doch zumindest einmal stark anzweifeln darf, während schnell, millionenfach und bundesweit (zweifellos wichtige und richtige) Demonstrationen samt Lichterketten gegen Rechts ins Leben gerufen werden, treffen zeitgleich dieselben radikalen Parolen auf vergleichsweise taube Ohren... Offenbar reicht es schon aus, dass dieselben ekelhaften Äußerungen nicht aus einer bestimmten Gruppe glatzköpfiger, und Springer-bestiefelter Spinnern stammen, um direkt einmal innezuhalten und erstmal gründlich und differenziert zu evaluieren. Man will ja auch niemanden vorschnell verurteilen...

Keine bundesweite, in alle politischen Ebenen dringende Empörung, keine digitale Lynchjustiz, stattdessen versucht die Unipräsidentin der Humboldt-Universität Berlin alles in ihrer Macht stehende, um eine Räumung der Gröler zu verhindern - schließlich sei Meinungsfreiheit in Deutschland ja ein sehr hohes Gut und man solle doch lieber in den Dialog mit den "Juden-Raus"-Grölern treten... Während sich in Hamburg über 1000 sich offen zur Auslöschung Deutschlands bekennende Islamisten zur Errichtung eines Kalifats und gegen die angeblich vorherrschende "Wertediktatur" versammelten, kamen zur Gegendemonstration wenige Tage später weniger als bei der Islamisten-Demonstration selbst.

"Beim Islamismus oder Linksextremismus versucht man zu kontextualisieren, zu verharmlosen, zu legitimieren. An deutschen Universitäten sogar zu diskutieren.

Es ist ein Doppelstandard. Ein Doppelstandard, der einer Form des Extremismus entgegentritt und gleichzeitig andere Formen des Extremismus gewähren lässt. Ein Doppelstandard, der Feinde der Demokratie gewähren lässt. Ein Doppelstandard, der die existenzielle Gefahr für den Westen durch die zunehmende antiwestliche Radikalisierung von Studenten durch Linksextreme und Islamisten nicht sieht.

Eine wehrhafte Demokratie kapituliert nicht vor Extremisten. Eine wehrhafte Demokratie bekämpft sie. »Wer heute totalitäre Methoden unterstützt, fällt ihnen morgen zum Opfer«, sagte schon George Orwell. Das Schlimme: Gewähren lassen reicht schon. "

(Jüdische Allgemeine Zeitung, 23.05.24)

Ob bzw. wann die nach einem "Krebsheiler, der das Land vom Zionismus befreit" schreienden Individuen auch ihre Jobs verloren haben bzw. werden, bleibt wohl abzuwarten. Vielleicht muss es aber auch gar nicht erst soweit kommen. Vielleicht klärt sich das alles ja auch in einem Dialog auf...
 
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Leider ja - für Judenhass von der Linken Seite sind wir blind.

Da heißt es immer, wir müssen Freiräume haben um auch unschöne Meinungen zu hören - dies gehöre ja zur Meinungsfreiheit dazu.
Irgendwann bauen die Linken halt dann KZs für Juden und Niemand stört sich daran. Schöne Doppelmoral!

Mir tut die jüdische Gemeinde halt nur Leid, dass sie unter dieser Doppelmoral leben müssen. Aber irgendwann in 80 Jahren blicken wir zurück auf Deutschland und dann fragt sich dann die Generation, warum man diesen Hass gegen Juden zugelassen hat ... warum nicht jemand damals die Linken aufgehalten hat?
 
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Widerlich finde ich da den Versuch alles was von rechts kommt zu verharmlosen. Auch wenn es alkoholisierte, reiche Partygänger sind, deren eigentliche Gesinnung im nüchternen Zustand eventuell eine andere sein könnte, zeigen solche Aktionen doch, dass solche Parolen wieder gesellschaftsfähig zu werden scheinen. Dagegen muss man einschreiten, damit das keine Schule macht. Damit rechtfertige ich ausdrücklich nicht Internet-gesteuerte Selbstjustiz, die ja bei allem was irgendwo passiert und veröffentlicht wird immer stärker aus dem Ruder läuft.
Aber eine klare Positionierung gegen solche Auswüchse muss sein, auch von der Politik.
_killy_ schrieb:
Irgendwann bauen die Linken halt dann KZs für Juden und Niemand stört sich daran. Schöne Doppelmoral!
So eine fantasierte Unterstellung finde ich dermaßen ekelhaft, dass ich keine Worte dafür finde.

Vor dem Antisemitismus, der in Deutschland wieder um sich greift wird doch überall gewarnt, wie man da behaupten kann, Deutschland wäre blind dafür kann ich nicht begreifen. Scheint mal wieder so ein Opferrolle Ding der Rechten zu sein.
 
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Incanus schrieb:
Aber eine klare Positionierung gegen solche Auswüchse muss sein, auch von der Politik.

Vollkommen richtig. Nur scheint diese klare Positionierung dann andernorts bzw. sobald es nicht die richtige "Zielgruppe" ist, öfters mal zu fehlen...

Auch den Versuch, jegliche Kritik immer direkt als "Verharmlosung" oder gar "Sympathie" mit Rechts zu delegitimieren, finde ich äußerst schwierig und ist einer die Meinugsfreiheit in den Himmel haltenden Gesellschaft nicht ganz so würdig bzw. lässt dann unschwer die Frage nach der genannten Doppelmoral aufkommen, wenn im gleichen Atemzug identische Parolen von der "falschen Seite kommend" stillschweigend ignoriert werden.
 
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Da existiert keine 'Doppelmoral' und eigentlich zeigst nur Du Deine Blindheit, wenn Du meinst Antisemitismus würde 'stillschweigend ignoriert'. Das ist nicht der Fall. Auch das ehemalige Vorzeigekind der Klimabewegung Greta Thunberg wird immer wieder für Ihre aktuellen Aktionen öffentlich kritisiert.
 
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Incanus schrieb:
Da existiert keine 'Doppelmoral'

Für DICH offensichtlich nicht.
Das sehen halt viele, mich eingeschlossen, anders - genau deswegen wird ja zurzeit ganz offen medial über eine etwaige Doppelmoral diskutiert und deswegen auch dieser Post hier.
Ergänzung ()

Incanus schrieb:
Scheint mal wieder so ein Opferrolle Ding der Rechten zu sein.

Zum Beispiel der Juden selber? Schlüpfen wir auch gerne mal in die Opferrolle?

Dein notorisches Abwiegeln und schneller als der Blitz auf Rechts-Gedeute bei der ach-so-leisesten Kritik spricht unterdessen auch eine ganz deutliche Sprache, würde ich meinen. Offenbar sind jetzt sogar auch die Juden selber schon rechts-gesinnt ;)
 
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Riecht stark nach Whataboutism hier.
 
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OdinHades schrieb:
Riecht stark nach Whataboutism hier.

Das dachte ich mir auch:

Scheint mal wieder so ein Opferrolle Ding der Rechten zu sein.

Dabei ist eine sachliche Diskussion und das Aufzeigen gesellschaftlicher Missstände, ohne direkt gleich schon wieder irgendwelche stumpfen Keulen oder Zuschreibungen zu bemühen, so unglaublich wichtig.
 
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Marvolo schrieb:
Dein notorisches Abwiegeln und schneller als der Blitz auf Rechts-Gedeute
Was bitteschön sind denn 'Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!"-Gesänge anderes als rechte Parolen? Und schon im Eröffnungsbeitrag wiegelst Du ständig ab, das sei ja alles nicht so schlimm gewesen. Es fehlt eigentlich nur die übliche "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen" Rechtfertigung.
Marvolo schrieb:
Zum Beispiel der Juden selber? Schlüpfen die auch gerne mal in die Opferrolle?
Wie kommst Du denn da auf Opferrolle? Es wird dort klar gesagt, dass Antisemitismus in Deutschland auf dem Vormarsch ist, auch aber eben nicht nur von der rechten Seite. Also wer oder was ist da jetzt blind?
 
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Incanus schrieb:
Was bitteschön sind denn 'Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!"-Gesänge anderes als rechte Parolen?

Um das geht's gar nicht, aber netter Versuch, jetzt - schon wieder - zwanghaft den Fokus auf irgendeinen Rechtsextremismus lenken zu wollen. Dass diese Entgleisungen auf Sylt unentschuldbar sind, steht bereits im allerersten Satz im Ausgangsposting. Wieviel mehr "Positionierung" brauchst du noch?

Es geht vielmehr darum, wie im Vergleich dazu mit identischen Äußerungen umgegangen wird - und dass ICH da offenbar nicht der einzige bin, der hier große "Schiefstände" in der Balance entdeckt, lässt wohl unschwer vermuten, dass das nicht alles so wundervoll ausgeglichen ist, wie du es gerne darstellen würdest. Vielleicht stellt sich dabei eher die Frage, ob DU nicht in gewisser Weise blind bist - du scheinst nämlich vor allem erst mal nur die Probleme mit dem Rechtsextremismus zu sehen und dann lange Zeit erstmal nichts. Dass es hier aber nicht NUR um Rechtsextremismus geht, über den man dringend sprechen muss, sollte hoffentlich nach diesem Ausgangsposting deutlich geworden sein.
Ergänzung ()

Incanus schrieb:
Wie kommst Du denn da auf Opferrolle?

Das Wort "Opferrolle" stammt von dir - nicht von mir. Es mutet ironisch an, dass du hier direkt versuchst, legitime Gesellschaftskritik als ein Versuch von Rechts, in die Opferrolle zu schlüpfen, zu delegitimieren, wenn die eigentliche Kritik nämlich gar nicht von Rechts, sondern von der jüdischen Gemeinschaft, zu der ich im Übrigen selber zähle, lautstark kommt:

»Gegen Rechts« sind bundesweit Millionen Menschen auf die Straße gegangen. Sie hielten Schilder mit »Nie wieder ist jetzt« hoch. Ein Spruch, der nach dem größten Massenmord an Juden seit der Schoa entstanden ist. Wo waren diese Menschen nach dem 7. Oktober? Wo waren sie nach Anschlägen auf Synagogen und Angriffen auf Menschen? Nicht auf der Straße. Das »Nie wieder« der Bundesrepublik Deutschland ist ein einseitiges »Nie wieder«.

Quelle: JÜDISCHE Allgemeine Zeitung. Und jetzt versuche gerne nochmal, hier eine "rechte Opferrolle" zu attestieren, die an Ironie und Absurdität in diesem Kontext nicht mehr zu überbieten wäre...

Ich formuliere es mal so: das Klima gegen uns Juden hat sich in den letzten Jahren nicht durch etwaigen RECHTSextremismus spürbar verschlechtert, soviel kann ich dir versichern... Da ist anderer Extremismus vorrangig am Werke, auch wenn du das jetzt vielleicht nicht gerne liest oder eventuell auch gar nicht in erster Linie begreifen kannst/willst.
 
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Marvolo schrieb:
Um das geht's gar nicht, aber netter Versuch, jetzt - schon wieder - zwanghaft den Fokus auf irgendeinen Rechtsextremismus lenken zu wollen.
Du hast doch Deinen Erstbeitrag mit einer Relativierung der Vorkommnisse vor dem Pony auf Sylt begonnen.
Du hättest ja auch gleich sagen können, dass Dir andere Dinge Sorgen machen, aber nein, erst Mal "Ist doch gar nicht so schlimm, was auf Sylt passiert ist". Damit gibst Du Deinem Anliegen eben gleich einen völlig falschen Start, wie Du an der allerersten Reaktion deutlich sehen kannst.
Marvolo schrieb:
Das Wort "Opferrolle" stammt von dir - nicht von mir. Es mutet ironisch an, dass du hier direkt versuchst, legitime Gesellschaftskritik als ein Versuch von Rechts, in die Opferrolle zu schlüpfen, zu delegitimieren, wenn die eigentliche Kritik nämlich gar nicht von Rechts, sondern von der jüdischen Gemeinschaft, zu der ich im Übrigen selber zähle, lautstark kommt
Wo habe ich denn bitte von einer Opferrolle der jüdischen Gemeinschaft gesprochen? Im Gegenteil schrieb ich doch immer. dass der wachsende Antisemitismus sehr wohl kritisch betrachtet und öffentlich diskutiert wird, was Du ständig leugnest. Du zitierst es doch eben selber.
 
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Marvolo schrieb:
Es geht vielmehr darum, wie im Vergleich dazu mit identischen Äußerungen umgegangen wird
Warum der Vergleich? Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Beides ist Blödsinn. Aber beides ist für sich zu betrachten. Das eine macht das andere nicht weniger schlimm. Der Versuch der Relativierung ist allzu offensichtlich.

Man hätte den Thread auch öffnen können, ohne auf die ach so armen, missverstandenen, betrunkenen Vollidioten von Sylt hinzuweisen, die das ja alles vermutlich gar nicht so gemeint haben. Und ja, das klingt einfach schwer nach Opferrolle.

Ich sehe auch nicht, wo die Diskussion hinführen soll. Sind die Menschen also bei irgendwelchen Ereignissen zu echauffiert und bei anderen nicht genug? Ja toll, und jetzt?

Dass es keinen Aufschrei über antisemitische Äußerungen gegeben hätte, ist auch erstmal subjektiv. Ging durch sämtliche Medien. Ob nun genügend oder nicht und ob andere Themen vielleicht zu viel Beachtung finden, ist Ansichtssache. Da wird es nie einen Zustand geben, wo alle Parteien zufrieden sind. Der Erkenntnisgewinn geht also ebenfalls gegen Null.
 
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Wenn man als Antisemit betitelt wird weil man israelische Vergehen als Kriegsverbrechen benennt (ja is Völkerrecht), is eh alles verloren.
 
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Wird man nicht, zumindest nicht von klar denkenden Menschen. Gleichwohl ist nicht zu leugnen, dass auf entsprechenden Demos häufig antisemitische Sprüche und/oder Banner vorkommen. Das darf kritisiert werden.

Differenzieren heißt das Zauberwort.
 
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OdinHades schrieb:
Man hätte den Thread auch öffnen können, ohne auf die ach so armen, missverstandenen, betrunkenen Vollidioten von Sylt hinzuweisen, die das ja alles vermutlich gar nicht so gemeint haben. Und ja, das klingt einfach schwer nach Opferrolle.

Wer sind denn jetzt die "vermeintlichen" Opfer? Die jüdische Gemeinschaft oder die betrunkenen Partygänger? Oder gar irgendwelche (hier im Thread gar nicht mal erst erwähnten und thematisierten) Baseballschläger-schwingenden, bestiefelten (neo-)Nazi-Glatzköpfler? Ich werde aus dieser ständig heraufbeschworenen "Opferattribuierung", welche sich ja gut und gerne oftmals bei solchen Diskussionen vorschnell finden lässt, nicht schlau.
 
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Marvolo schrieb:
betrunkenen Partygänger?
Wie könnten diese auch nur im entferntesten Opfer sein? Das sind wohlstandsverwahlloste Nazibonzen aka Täter.
 
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Marvolo schrieb:
ie allerdings die wahre Gesinnung aller Beteiligten sehr wahrscheinlich nicht widerspiegeln dürften,
Hier ist wieder nur einer auf dem Rechten Auge blind. Wie so oft in DE. Rich Kids, die gar nicht rechts sein wollen wenn sie nüchtern sind, sind genau diejnigen, die in einem Regime ganz vorne mitrennen, wenn es ihnen Vorteile bringt. Komischerweise werd ich nicht zum Nazi wenn ich besoffen bin. Und viele viele andere auch nicht. Man wird nicht zu einem komplett anderen im Suff, das ist eifnach ne dumme und faule Ausrede. Man wird enthemmt und ist bereit Dinge zu tun, die man sich sonst vll verkneifen würde, weil man die Konsequenzen fürchtet und nicht etwa, weil diese Gedanken einem im nüchternen Zustand gar nicht kommen.

Bin klar für close. Der Thread dient leidiglich der Verharmlosung von Alltagsrechtsextremismus in gewissen Kreisen sowie dem Whataboutismus.
 
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Erkekjetter schrieb:
Bin klar für close.

Natürlich bist du das, denn der Thread folgt nicht deiner politischen oder Lebensanschauung, deswegen dürfen und sollen nur solche Meinungen im Sinne der hochgelobten Meinungsfreiheit zugelassen werden, die mit der deinigen konform gehen.

Erkekjetter schrieb:
Der Thread dient leidiglich der Verharmlosung von Alltagsrechtsextremismus in gewissen Kreisen sowie dem Whataboutismus.

Genau, wir Juden sind ja bekannt dafür, uns mit dem Rechtsextremismus gemein zu machen. Wir sind quasi sogar historisch bedingt die best friends ever, wer kennt's nicht

Und auch dieser Kommentar, wie die meisten anderen hier, ist wieder einmal mehr der Beweis, dass man hier bloß verzweifelt versucht, im Sinne eines Whataboutism den thematischen Fokus auf den Rechtsextremismus als (vermeintlich?) größtem aller Probleme in diesem Land zu legen.

Dass die jüdische Gemeinschaft allerdings weniger stark am Rechtsextremismus leidet als an anderen Extremismen:


das will man hier nicht hören - denn das ins Hirn eingebrannte Narrativ ist ja schließlich: Rechtsextremismus = das Übelste, was es gibt. Vielleicht schaffen es einige, irgendwann doch mal noch aus ihrer Schwarz-Weiß-Denke auszubrechen und zu verstehen, dass man nicht Gut-Freund mit Rechtsextremismus sein muss, nur weil man andere, eventuell noch größere und lange Zeit tabuisiertere Gefahren im Land endlich mal offen anspricht und den Mut hat offen zu kritisieren...

Eine Stellungnahme zu den ganzen Israel-feindlichen Protesten habe ich hier im Thread noch nicht gehört, auch keine Stellungnahme zu dem Krebsgeschwür, das krakeelend in Hamburg das Kalifat forderte.

Anmerkung von Seiten der Moderation:
Der Ersteller dieses Beitrags "Marvolo" distanziert sich auf eigenen Wunsch hin nachträglich & vollumfänglich vom gewählten Ausdruck "Krebsgeschwür" mit der Begründung, dass auch demokratiefeindliche, grundgesetz- & werteablehnende Individuen, wie die hier thematisierte Gruppierung in Hamburg, das Recht haben, nicht beleidigt / diffamiert zu werden.

Es mutet fast schon so an: "Ja, ist schon tragisch. Aber hey, schon das Partyvideo von Sylt gesehen? Also sowas geht ja mal gar nicht. Lass mal direkt ne Demo mit Lichterkette machen!!11!11" Genau so wird das in der jüdischen Gemeinschaft wahrgenommen. Die Prioritäten liegen hier anscheinend definitiv woanders.

Im Gegensatz zum rechtsextremen Antisemitismus ist der islamische lange verdrängt und tabuisiert worden. Denn was nicht sein darf, kann auch nicht sein. Konzentrieren wir uns doch lieber auf das unkomplexe, altbekannte Feindbild, statt sich der reelen Komplexität im Land hinzugeben und uns einzugstehen, dass es da vielleicht noch ganz andere Probleme gibt, die man lange bewusst ignoriert hat, denn in der Thematik gäbe es da so einige wenige inhaltliche Überschneidungen mit rechten Gruppen (die ja bekanntlich auch kein Freund vom Islamismus sind) und da will man es lieber nicht riskieren, am Ende noch als Sprachrohr der AfD verstanden zu werden. Dann lieber ignorieren und nichts sagen.
 
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