Es ist schwierig, aus dem hohlen Bauch heraus Ratschläge zu geben, wenn man die individuellen Rahmenbedingungen nicht kennt. Grundsätzlich kann ich empfehlen, so früh wie möglich mit der Altersvorsorge anzufangen, nur dann schöpft man den Zinseszins-Effekt voll aus.
Die Orientierungsmarke, ca. 8-10 Prozent des Bruttoeinkommens abzuzwacken, ist sinnvoll. Hier muss jeder schauen, wie es bei ihm persönlich ausschaut. Einer kann aufgrund hoher Einzahlungen in die gesetzliche Rentenkasse bereits mit einer passablen Rente rechnen, ein anderer hat ein größeres Erbe in Aussicht, wieder ein anderer hat Wohneigentum. Das ist bei jedem anders.
Wenn man es sich leisten kann, sollte man in jungen Jahren ruhig mehr als nötig einzahlen. Kürzertreten kann man mit den Einzahlungen später immer noch, während der umgekehrte Fall meist schwieriger ist.
Ich würde ruhig alles mitnehmen, was sich anbietet: Riester zum Beispiel, wegen der Förderung. Die Regelung mit dem Ausland steht meines Wissens auf der Kippe und ich persönlich glaube auch, dass sie einer rechtlichen Prüfung nicht standhalten würde. Notfalls bräuchte man nur irgendeine Adresse in Deutschland nachweisen.
Eine betriebliche Altersvorsorge, z. B. Einzahlungen in eine Pensionskasse durch direkte Gehaltsumwandlung, ist auch nett, gerade dann, wenn man gut verdient und viele Steuern zahlt. Ich habe mich da für eine Variante entschieden, bei der ich die Höhe der Raten variieren kann und natürlich später ein Wahlrecht bei der Auszahlung habe (alles auf einen Schlag oder monatlich). Es werden dabei verschiedene Fonds angeboten, von denen ich mir welche aussuchen kann. Dabei bestimme ich auch, zu welchen Teilen das Geld in welchen Fonds fließt. Die Quoten sind jährlich kostenlos veränderbar.
Wer jemand z. B. 4000 Euro brutto verdient und monatlich 350 Euro in die Altersvorsorge steckt, ist er eigentlich schon ganz gut bedient. Hinweis: Wenn ich 200 Euro durch Gehaltsumwandlung in die Vorsorge stecke, dann verringert sich das Bruttoeinkommen um diese 200 Euro. Ich zahle darauf keine Einkommensteuer mehr, aber auch keine Beiträge zur gesetzlichen Rente. Die Nettobelastung ist somit geringer als 200 Euro.
Versteuert wird die Rente dann später bei der Auszahlung.