Welche Wähler schafft es denn im Gegenzug, sich einen Standpunkt in Ruhe anzuhören? Mein Eindruck ist, dass sich viele Menschen mit kleinen Informationshäppchen begnügen. Und die Medien haben sich darauf eingestellt. Selbst in seitenlangen Interviews beackert man lieber mehrere politische Felder statt sich einem einzelnen Punkt zu widmen und den bis zum Ende durchzukauen.
Das interessiert viele Menschen nämlich nicht. – Da kann man fast jedes Thema nehmen (Mindestlöhne, Jugendgewalt, Arbeitslosigkeit usw.). Die allermeisten Sachverhalte sind nicht eindimensional und haben einen enormen Erklärungsbedarf: Welche Ursachen hat ein Problem? Welche Strategien will man einschlagen? Wie wirkt sich die Strategie auf die relevanten Bereiche aus?
Ich behaupte, dass die meisten Leute viel zu wenig Ahnung haben, um mit Sachverstand mitreden zu können. Deshalb hören sie nicht hin, selbst wenn sie die Möglichkeit hätten. Deshalb machen sich andere gar nicht mehr die Mühe, alles im Detail zu erklären.