„Phoenix2“ mit Zen 4c für Notebooks: AMD Ryzen 7000 setzt nun auch auf die kleinen Zen-4c-Kerne

Update Volker Rißka
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„Phoenix2“ mit Zen 4c für Notebooks: AMD Ryzen 7000 setzt nun auch auf die kleinen Zen-4c-Kerne
Bild: AMD

Die bisher als „Phoenix2“ gehandelte und bereits in einem Gaming-Handheld aufgetauchte Zen-4-Zen-4c-APU ist offiziell, ohne dass AMD sie so nennt: Mit Ryzen 5 7545U und Ryzen 3 7440U ziehen Zen-4c-Kerne nach dem großen Server-Auftritt in Bergamo und später in Siena auch ins Notebook.

Mehr Effizienz insb. bei geringer TDP

Der neue Ryzen 5 7545U ist laut AMD eine Mischung aus Zen 4 und Zen 4c. Die erstmals für Bergamo und dann Siena präsentierte Zen 4c-Technologie ermöglicht bekannterweise Skalierbarkeit und Effizienz durch kleinere Kerne mit weniger Cache bei gleicher IPC, was auch zu weniger Stromverbrauch und mehr Leistung unterhalb von 15 Watt TDP führen soll. Darüber hinaus ermöglicht Zen 4c potentiell „künftige Erhöhungen der Kernanzahl im Premium-Segment“, erklärte AMD in einem Pressebriefing vorab. Zen 4c erlaubt die gleiche Anzahl von Kernen auf 35 Prozent weniger Fläche und kann so mehr Optionen für zusätzliche Chips bieten.

AMDs Zen-4c-Technologie nun auch für Laptops
AMDs Zen-4c-Technologie nun auch für Laptops (Bild: AMD)

Bestehende U-Modelle werden ersetzt

Der Ansatz ist im Notebook der gleiche wie im Server, wenngleich AMD hier nicht zusätzliche Modelle bringt, sondern bestehende ersetzt. Der Ryzen 5 7540U mit seinen regulären Zen-4-Kernen, den es bereits länger zu kaufen gibt, wird durch den neuen Ryzen 5 7545U mit 2 Zen-4- und 4 Zen-4c-Kernen ersetzt. Ein ziemlich passender Die-Shot war hierzu vor einem Monat bereits aufgetaucht, AMD selbst stellt heute keinen zur Verfügung.

Phoenix2-APU als Die-Shot interpretiert
Phoenix2-APU als Die-Shot interpretiert (Bild: X/Twitter)

Laut AMD werde kein Mensch Unterschiede in der Performance zwischen beiden feststellen, denn die hohen Boost-Taktraten werden nach wie vor über die klassischen Kerne realisiert, geht es an Multi-Core-Leistung, bremst im Notebook die TDP ohnehin so stark, dass Zen-4c-Kerne, die in der Regel nicht so hoch takten, ebenfalls keinen Einschschnitt darstellen – zumal es in Summe nun eben sechs statt vier Kerne gibt.

Der AMD Ryzen 3 7440U als Überraschungsei?

Beim AMD Ryzen 3 7440U wird es aus einer anderen Perspektive interessant. Eigentlich ist dieser bereits seit einem halben Jahr verfügbar, so auch auf der AMD-Homepage ausgeschrieben – und der Neuling heißt genauso. Wie AMD im Pressebriefing nun jedoch selbst erklärte, gab es vom Ryzen 3 7440U eigentlich noch nichts am Markt zu sehen – der Preisvergleich für DACH bestätigt das. Ob das bedeutet, dass es am Ende nur den Neuling mit Zen-4c-Kernen wirklich irgendwann auch zu kaufen geben wird, bleibt abzuwarten.

In der Vergangenheit tauchten wiederholt Gerüchte, dass es vom Ryzen 3 auch eine andere Version gibt, nicht mit vier großen Zen-4-Kernen, sondern eben auch kleinen. Dies bestätigt AMD heute nun ohne zu sagen, ob es am Ende beide geben wird.

Einmal neuer Name, einmal nicht

Die Frage „Warum nutzt AMD nicht das gleiche Namensschema wie beim Ryzen 5 7545U?“ stellt sich trotzdem. Sofern die Behauptungen von AMD, dass die Leistung nahezu identisch ist, stimmt, dann wäre es nachvollziehbar. Und wenn der original geplante Ryzen 3 7440U noch nie verfügbar war, gibt es zumindest keine unterschiedliche Varianten im Handel. Nichtsdestoweniger wäre derselbe Ansatz beim Namen transparenter gewesen.

AMD hat auf entsprechende Rückfragen von ComputerBase bisher nicht geantwortet. Denn dass es zwischen den Kernen unter Umständen einige Unterschiede geben kann, hatten erste Tests mit den Phoenix2-APUs bereits ermittelt.

AMDs Zen-4c-Technologie nun auch für Laptops
AMDs Zen-4c-Technologie nun auch für Laptops (Bild: AMD)

Mehr (kleine) Kerne nur eine Frage der Zeit

Unterm Strich macht AMD klar, dass der Konzern mit den differenzierten Handheld-Chips Ryzen Z1 (auch mit Zen 4 + Zen 4c) und Z1 Extreme (Zen 4) so gute Erfahrungen gemacht hat, dass sich diese in leicht angepasster Form einfach für den Einsatz in den Einsteiger- und Mainstream-Notebooks eignen. Zusammen mit der mehrfachen Andeutung, in Zukunft die Anzahl der Kerne zu erhöhen, ist dies heute definitiv der erste Schritt in diese Zukunft. Die Testsamples von AMD Strix Point, dem Nachfolger der aktuellen APUs, zeigen bereits ganz klar diese Richtung auf.

Update

Gegenüber US-Medien hat AMD ganz ähnlich gelagerte Fragen, wie sie die ComputerBase-Redaktion hatte, zum Teil bereits beantwortet. Demnach gab es nie einen AMD Ryzen 3 7440U mit Zen-4-Kernen, es war immer schon ein Produkt mit Zen 4 und Zen 4c, interessanterweise bestehend hier aus nur einem Zen-4-Kern und drei Zen-4c-Kernen.

Das erklärt auch, warum diese Lösung stets nur mit einer Chip-Größe von 137 mm² ausgeschrieben war, während die klassischen Zen-4-APUs 178 mm² Fläche beansprucht haben. Da es den 7440U also bisher noch nie gab, entfällt am Ende deshalb auch die Notwendigkeit eines neuen Namens.

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von AMD unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.