AMD vs. Intel im XMG Neo 16: Benchmarks und Fazit
2/2Die beiden neuen CPUs standen der Redaktion in den zuvor erwähnten baugleichen Schenker XMG Neo 16 zur Verfügung. Vergleiche von mobilen CPUs sind in der Regel nicht einfach, denn das jeweilige Notebook macht einen großen Unterschied. In diesem Fall ist der Vergleich quasi 1:1 möglich.

Dabei sind Formfaktor, Kühllösung und Powerprofile die alles entscheidenden Größen, so kann bei eigentlich gleichen Chips in verschiedenen Notebooks hier auch mal ein Unterschied von 30, 40 oder gar 50 Prozent und mehr herauskommen. Mit gleichen Notebooks wird dies nicht völlig eliminiert, aber deutlich eingegrenzt.
Minimale Leistungsaufnahme
Über das XMG Control Center lassen sich bei XMG-Notebooks die Powerprofile für die CPU, aber auch GPU exakt einstellen.
- Intel (XMG Neo 16 E25): 10 bis 210 Watt in 1-Watt-Schritten
- AMD (XMG Neo 16 A25): 10 bis 145 Watt in 1-Watt-Schritten
Ob das sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt. AMD Fire Range zeigte beispielsweise deutlich, dass die Plattform keine Low-Power-Lösung ist.
AMD Fire Range will mindestens 30 Watt
Das Problem dabei ist hausgemacht: die Chiplet-Architektur bestehend aus zwei CPU-Chips und einem I/O-Die. Aus dem Desktop bekannt, verbrauchen die Ryzen-Prozessoren mit drei Chips auf dem Package selbst im Leerlauf noch gern rund 20 Watt. Bei Fire Range waren es im Test noch immer 6,1 Watt. Der Gegenspieler Intel Arrow Lake-HX kommt trotz identischem Ansatz auf 2,9 Watt.
Intel Core Ultra 9 275HX (XMG Neo 16 (E25)) |
AMD Ryzen 9 9955HX (XMG Neo 16 (A25)) |
AMD Ryzen AI 9 HX 370 (Asus Zenbook S16) |
|
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min. CPU Package Power | ~3 Watt | ~6 Watt | ~1 Watt |
Auch im Last-Betrieb verlangt Fire Range nach mehr um loslegen zu können. In Tests, in denen eine geringere TDP/PPT per Control Center verordnet wurde, machte das Notebook entweder gar nichts, oder stellt diese automatisch auf 28 bis 30 Watt hoch.
Arrow Lake-HX skaliert von 15 bis 170 Watt
Bei Arrow Lake-HX ist diese Schwelle eine andere. Bei nur 10 Watt für PL1/PL2 passiert ebenfalls noch nichts, aber ab 15 Wat geht es bereits los. Und so schafft der Intel Core Ultra 9 275HX bei 15 Watt letztlich mehr als ein AMD Ryzen 9 9955HX bei 30 Watt, der hier eben erst hochfährt. Die „Design Choices“, wie sie die Hersteller gern nennen, sind hier schlicht unterschiedlich.
TDP-Skalierung von 15 bis 180 Watt
Der Test in Cinbench 2024 Multi-Core zeigt: So richtig einen Fuß auf den Boden bekommt Fire Range erst ab 40, 45 Watt, braucht aber letztlich auch mindestens eine 70-Watt-Konfiguration, um mit Arrow Lake-HX gleichzuziehen. Der Core Ultra 9 275HX startet wiederum deutlich früher, um bei 75 bis 80 Watt letztlich die gleiche Leistung wie AMD zu liefern.
Arrow Lake ist nach wie vor aber ein Intel-Design, welches auf hohe TDPs und Verbräuche ausgelegt ist und diese auch problemlos abkann. Vom Desktop erbt deshalb auch der Notebook-Chip dieses Verhalten: Bei knapp 100 Watt ist immer noch nicht Schluss, es geht noch mehr. Der Zugewinn ist allerdings klein: Ab 170 Watt im Notebook kämpft man zudem mit thermischen Problemen. Das XMG Neo 16 kann die mit der optionalen externen Wasserkühlung XMG Oasis (Test) lösen, zum Einsatz kam sie für diesen Test aber noch nicht. Offiziell nennt Intel maximal 160 Watt für Arrow Lake-HX.

Bei AMD hingegen ist bereits bei 145 Watt Schluss, mehr lässt sich nicht konfigurieren. Bis dahin geht Fire Range aber quasi Hand in Hand mit Arrow Lake-HX. Auch das AMD-Notebook von XMG kann eine Wasserkühlung nutzen, diese dient dann aber ebenfalls eher der Lautstärkereduktion, denn angenehm ist ist der Geräuschpegel mit Luftkühlung bei dreistelligen Wattzahlen hier genau wie beim Intel-Modell nichts mehr.

Notebook- vs. Desktop-CPUs
Die Einordnung zum Desktop im gleichen Cinebench-2024-Test zeigt: Im Desktop gibt es mit Core Ultra 9 285K und Rzyen 9 9950X(3D) noch einmal bis zu 25 Prozent mehr Leistung, begründet primär durch die höheren Verbräuche und auch zur Verfügung stehenden Taktraten.
Mit 2.000 Punkten bei rund 120 Watt müssen sich die besten Notebook-CPUs aber nicht verstecken: Das entspricht beispielsweise einem voll ausfahrenden Intel Core i9-14900K in einem Desktop-PC mit mehr als doppelt so hohem Verbrauch.
Im Endeffekt arbeiten 275HX und 9955HX am sinnvollsten mit einem 85-Watt-Profil : Hier gibt es eine sehr hohe Leistung, bevor die Effizienz bei jedem weiteren Watt deutlich sinkt. Schenker setzt diesen „Sweet Spot“ im XMG Neo 16 im „Balanced“-Profil um.
Anders sieht es im Turbo-Modus aus: 170 Watt für Intel und 110 Watt für AMD werden hier bereitgestellt. Das Verlaufsdiagramm hat bereits gezeigt, warum beide CPUs unterschiedlich agieren: AMDs Verbrauch hochzutreiben, bringt nichts mehr, die Leistung steigt nicht weiter an. Bei Intel hingegen lassen sich noch 10+ Prozent finden, wenngleich zu einer verdoppelten Leistungsaufnahme.
App-Leistung mit vernünftigen ~85 Watt
In den Standard-Notebook-Anwendungstests im besagten Balanced-Profil der beiden Notebooks, welches rund 85 Watt für die jeweilige CPU bedeutet, liegen die beiden Kontrahenten eng beieinander – mal gewinnt die eine, mal die andere Plattform.
Der Vorgänger beim AMD-Modell ist in Form des Asus ROG Strix Scar 17 mit dabei. Dieses liefert jedoch nur eine Einstellung, die den AMD Ryzen 9 7945HX3D mit bis zu 120 Watt arbeiten lässt. Im Mittel sind es rund 105 Watt, also 20 bis 25 Prozent mehr als beim Neuling Ryzen 9 99550HX. Oft liegen sie nun mitunter auch gleichauf bei der Leistung, der Vorteil liegt aufgrund des geringeren Verbrauchs aber beim Ryzen 9000.
Gaming-Leistung im CPU-Limit
Auch wenn eine GeForce RTX 5090 Laptop GPU (Test) in Spielen nur in etwa so schnell wie eine GeForce RTX 5070 (Test) im Desktop-PC ist, die CPU deshalb im Notebook viel später zum Flaschenhals in Spielen wird, stellt sich bei den HX-CPUs für Gaming-Notebooks die Frage, wie hoch ihre Gaming-Leistung ist.
ComputerBase hat das im bekannten Anno-1800-Lategame-Benchmark mit über 100.000 Einwohnern in 720p getestet.
Hier zeigt Intel Arrow Lake im Zusammenspiel mit dem schnelleren DDR5-6400-Speicher genau das, was er im Desktop auch zeigen kann: Schnellen Speicher mag ein Core Ultra 200 auch im Notebook, der AMD Ryzen 9 9955HX wiederum agiert wie ein weiter an die Kette gelegter 9950X.
Klassische Ryzen 9000 sind in Games bekanntlich auch weiterhin keine Überflieger, ein Ryzen 9 9950X kann in Anno 1800 auch im Basiszustand schon nur bedingt überzeugen – der 99550HX im Notebook kann das nicht ändern. Als Vergleichswerte sind hier jeweils die Desktop-Pendants ohne TDP-Einschränkung aus dem letzten Desktop-CPU-Test mit hinterlegt.
Einen Unteschied dürfte der Ryzen 9 9955HX3D machen, der ComputerBase aber noch nicht vorlag.
Fazit
Die besten Desktop-CPUs in einem anderen Package und mit anderem Namen ins Notebook zu packen, funktioniert auch im Jahr 2025 grundsätzlich gut. Die gleiche Leistung gibt es aber trotzdem nicht – dafür fallen TDP und Taktraten doch zu unterschiedlich aus.
Denn übertreiben kann man es in den kompakten Chassis selbst mit der potenten Kühlung eines XMG Neo 16 (E25/A25) am Ende nicht, sonst wird es (sehr) laut und (zu) warm.
Mit den von Schenker in beiden Systemen ab Werk gesetzten ~80 Watt bekommen Nutzer einen guten Kompromiss, hier arbeiten Ryzen 9 9955HX und Core Ultra 9 275HX in Anwendungen am Ende sogar annähernd gleich schnell.

Intels Arrow-Lake-Prozessor zeigt abseits dieses Betriebspunkt, dass das Design von Anfang an breiter aufgestellt wurde: Sie ist auch mit weniger, aber eben auch mit deutlich mehr Leistungsaufnahme noch einsetzbar. Und im „Leerlauf“ liegt der Verbrauch bei unter 3 Watt. Das runde Gesamtbild, das Intel Core 200H alias Arrow Lake-H (Test), wird von Arrow Lake-HX weitergetragen.
Bei AMD Fire Range ist das etwas anders. Der Ryzen 9 9955HX bringt auch die hohe Basis-Leistungsaufnahme aus dem Desktop mit. Das Chiplet-I/O-Die-Design benötigt eine gewisse Grund-Leistungsaufnahme, erst ab 50 Watt wird die CPU wirklich betriebsbereit. Und im Leerlauf sind unter 6 Watt Leistungsaufnahme des SoCs im Test nicht möglich gewesen – doppelt so viel wie bei Intel.
Ein stromsparendes Notebook gibt es so nicht, doch wer das will, soll bei AMD schlichtweg zu AMD Strix Point (Test) greifen. Das ist die übliche Geschichte im Notebook, alles auf einmal gibt es nur selten oder gar nicht. Der NPU-Verzicht wiegt hingegen weiterhin nicht schwer, DDR5-5600 hingegen schon etwas mehr. Fire Range ist letztlich Granite Rapids (Ryzen 9000 für Desktop-PCs) an der Kette.

Grundsätzlich hat AMD Fire Range in diesem Jahr eine etwas bessere Ausgangsposition als der Vorgänger Dragon Range, den es quasi nicht zu kaufen gab. Ob das reicht, die Intel-Bastion aufzubrechen, werden die kommenden Monate offenbaren. Leicht dürfte es auch dieses Jahr nicht sein, dafür ist Intels Produkt einfach zu gut und als Platzhirsch in vielen Fällen schlichtweg gesetzt.
Die GeForce RTX 5080 Laptop GPU in Kürze im Test
In Kürze wird das XMG Neo E25 mit Core Ultra 9 275HX noch einen weiteren Auftritt auf ComputerBase haben, denn das Embargo auf die darin verbaute GeForce RTX 5080 Laptop GPU ist einen Tag nach dem Auftakt der RTX 5090 Laptop GPU im Razer Blade 16 (Test) auch gefallen.
ComputerBase hat das XMG Neo 16 (E25) mit Intel Core Ultra 9 275HX und das XMG Neo 16 (A25) mit AMD Ryzen 9 9955HX von Schenker Technologies unter NDA zum Testen erhalten. Einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungstermin. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Bericht fand darüber hinaus nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.
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