Um gleich mal mit einer provokanten Bemerkung zu beginnen: Ich persönlich betrachte Homosexualität als eine Art „genetischen Defekt“, ähnlich wie Kurzsichtigkeit. Dabei wähle ich das Wort Defekt deshalb, weil ich darin eine Abweichung von der Natürlichkeit/Normalität sehe. Warum? Wenn alle Menschen dieser Welt strikt homosexuell wären und sich entsprechend verhalten würden, dann gäbe es in 120 Jahren keine Menschen mehr. Daher kann Homosexualität nicht dem natürlichen/genetischen Bauplan entsprechen.
Aber das macht nichts. Die Menschheit geht ja nicht zugrunde, weil ein gewisser Prozentsatz homosexuell ist. Es ist eben eine Laune der Natur und man wird dadurch nicht zu einem besseren oder schlechteren Menschen.
Ich als Mann kann mit einer schwulen Gesinnung zwar absolut nichts anfangen, weil ich sie nicht so richtig nachvollziehen kann. Aber das hindert mich nicht daran, schwule und lesbische Menschen als gegeben hinzunehmen, zu tolerieren und zu akzeptieren. Ihre Sexualität ist schließlich deren Sache, nicht meine.
Wenn ein schwules oder lesbisches Paar nun ein Kind haben möchte, dann läuft das ja nicht so wie auf dem Basar. Das gilt für die anderen Paare genauso. Kinder muss man sich in der Regel selbst anschaffen, es gibt sie nicht im Katalog zu kaufen.
Wenn man die Möglichkeit der Adoption grundsätzlich einräumt, dann frage ich mich, mit welchen Argumenten man dieses Recht den gleichgeschlechtlichen Paaren absprechen will. Da könnte man wohl nur mit dem grundgesetzlichen Schutz der „Familie“ kommen und dem Hinweis, dass die Homo-Ehe nicht denselben Schutz genießt wie die Ehe zwischen Mann und Frau.
Allerdings glaube ich nicht, dass sich das auf Dauer durchhalten ließe. Die Adoption wird kommen. Ob ich das gut finden soll oder nicht, kann ich im Moment noch gar nicht sagen. Zwingende Gründe, die dagegen sprechen, fallen mir spontan nicht ein.