Finanzkrise, wo ist das "vernichtete" Geld ?

AM35 schrieb:
die hoffnung hege ich auch....
es ist aber sowieso vorbei! Die ganze welt lebt quasi nur noch von schulden.
das schlimmste ist aber, dass jedes neue geld das hinzukommt, sofort wieder auf die konten der reichen gleitet. ein magnet zieht den anderen an und so ziehen die konten der reichen das geld an..
weil das system so programmiert ist.

Keine Sorge, die Krise ist noch nicht vorbei. Bis jetzt sind die Schulden ja nur auf die Staatshaushalte umgeschlagen worden und zusätzlich Staatskredite aufgenommen worden, um den Kollaps zu verhindern.
Der Folgen sind auf dem Arbeitslosenmarkt größtenteils noch nicht eingepreist (Kurzarbeit).
Die Konjunkturprogramme wirken nicht ewig und es sind auch Zinsen fällig. Speziell die höheren Zinszahlungen werden sich erst in zukünftigen Haushalten bemerkbar machen. Sprich, der Staat muss der Allgemeinheit noch mehr Kohle anknöpfen, damit er wenigen Privilegierten den Zaster zuschustern kann. Oder er muss die Ausgaben speziell im Sozialen kürzen. Das birgt natürlich Sprengstoff gerade bei einem Land mit hoher Bevölkerungsdichte wie Deutschland. Das heißt, man muss den Polizeistaat reaktivieren, der auch Kohle kostet.
Man wird also den bequemsten Weg gehen und das Geld mehr oder weniger drucken.
Momentan zeigen sich leicht deflationäre Tendenzen, es kommt trotz immensem Cashflow nur wenig Geld beim gmeinen "Pöbel" an. Der Überschuss an Liquidität zeigt sich an steigenden Aktienkursen. Aber schon bald muss der Pöbel auch mehr Kohle in der Tasche haben, schließlich muss der Staat ihm ja durch die Zinslasten mehr Geld abknöpfen können. Und dann beginnt die Inflation. Das lässt sich so gut wie nicht steuern, da sehr große Summen im Spiel sind und alles zeitverzögert von statten geht, quasi wie ein langes schwingendes Pendel. Momentan leicht deflationär aber mit Potenzial weit inflationär zu schwingen. Und wenn dann erstmal trotz Schönung zweistellige Inflationsraten zustande kommen, kann schnell Panik aufkommen und jeder versuchen, sein restliches Papiergeld in für ihn Wertvolles umzutauschen --> wellenartige Aufschaukelung
Dann sind die Währungen am Ende.
Dafür brachts keine zehn Jahre mehr. Mit Glück hälts noch 5 Jahre. Man braucht auch kein Alternativsystem. Man macht einfach einen Cut und fängt mit dem System auf ein Neues an. Was anderes wird einem auch nicht übrig bleiben.
 
Man spricht im Zusammenhang mit der Finanzkrise immer von den Milliarden die "vernichtet" worden seien.

Ich bin kein Wirtschaftsfachmann, wie kann in einem Geldkreislauf das Geld "vernichtet" werden ? Es steht doch niemand am Ofen und schaufeld das Geld dort hinein. Auch dieses virtuell "vernichtete" Geld muss doch irgendwo gelandet sein, oder ? Und könnnte man es sich nicht dort einfach wiederholen ?

Ich weiß, das klingt sehr naiv, aber klährt mich doch einmal auf ;-)

Wurde die Frage schon geklärt?

Vernichtung im dem Sinne, das es sich um nicht vorhandenes Geld handelt.

Du pokerst mit deinem Freund um 10.000 Euro.
Du hast das Geld nicht, spielst aber trotzdem mit Deinem Freund.
Er gewinnt.
Er weiß nicht das du keine 10.000 Euro besitzt, Du sagst Ihm: "Du bekommts das Geld nächste Woche":o
Weil du annimmst, bis nächste Woche hast Du das Geld zusammen..

Dein Freund ist einverstanden.

Es vergehen die Tage und Dein Freund denkt: Wenn ich ohnehin die 10.000 Euro nächste Woche bekomme, dann kaufe ich mir heute den neuen "Golf" der besonders Preisgünstig bei meinem Autohändler für 10.000 Euro zu haben ist...:o
Dein Freund sagt zum Autohändler: Ich nehme den Golf gleich mit, die 10.000 Euro zahle ich nächste Woche.

Der Autohänder ist einverstanden.

Es vergehen die Tage und der Autohändler denkt: Wenn ich nächste Woche für den verkauften Golf, meine 10.000 Euro bekomme, dann kaufe ich schon mal für das Geld eine neue Wohnungseinrichtung die ich schon lange geplant habe..:o

Er geht also zum Möbelhaus und kauft dort seine Wohnungseinrichtung.
Die Wohnungseinrichtung kostet 10.000 Euro und zum Möbelverkäufer sagt er: Die 10.000 Euro bekommen sie nächste Woche.:o

Der Möbelverkäufer ist einverstanden.


und so geht das immer weiter, von Händler zu Händler, bis herauskommt das es keine 10.000 Euro gibt...Das Geld ist vernichtet..

Und genauso geht das an der Börse, nur mit Aktien..
 
Selten so einen Blödsinn gelesen. Wenn du ernsthaft glaubst, dass sowas in der Realität funktioniert und damit Geld vernichtet ist, tust du mir leid.

Wo ist das Geld vernichtet? Jeder der hier besprochenen Personen hat Anspruch auf das Geld. du glaubst doch nicht ernsthaft, dass der Autoverkäufer sich mit der Aussage "Das Geld hat mir mein Freund doch nicht gegeben." zufrieden gibt und das GEld einfach abschreibt. Entweder erhält er das Fahrzeug zurück oder aber der Kerl kann zusehen, wie er das GEld abbezahlt. vernichtet ist hier gar nix. VErnichtet ist hier eher der Realitätsbezug und die allgemeine Machbarkeit. Denn du stellst ihr VErknüpfungen auf, die so gar nicht existieren. Wenn die Leute die 10.000 noch nicht haben müssen sie sowieso auf Kredit zahlen oder machen eine Finanzierung. Das heisst selbst wenn das Geld ganz zu beginn nicht fliesst, heisst das noch lange nicht, das alle anderen Geschäfte auf einmal auch alle platzen.

Der Unterschied zu Aktien ist, dass Aktien spekulative Werte sind, alles was du hier aber anbringst sind reelle Werte. Es ist schlicht und ergreifend Unsinn und ein Paradebeispiel dafür was passiert, wenn man die Sachen, von denen man nicht allzuviel versteht, extrem vereinfacht.
 
AM35 schrieb:
Wurde die Frage schon geklärt?
Aus meiner Sicht ja, in Beitrag #276, #281, #291,#294und #305 :).
Dein Praxisbeispiel ist menschlich nachvollziehbar, krankt aber an dem Umstand, das Geld nicht zwischen Privatpersonen entstehen kann! Nähere Ausführungen hierzu auf den letzten 3 Seiten und den darin enthaltenen links (Stichwort Giral- oder EZB-Geld).
Deswegen ist in Deinem Beispiel auch kein Geld vernichtet worden, so schwer das auch zu verstehen ist.
 
Zuletzt bearbeitet: (meinen Denkfehler korrigiert)
schaut man sich den legalen teil der wirtschaft an, dann besteht sie aus 2 teilen: die realwirtschaft und die finanzwirtschaft

die realwirtschaft ist das ding, wos um angebot und nachfrage geht, und um unternehmerisches risiko.
die finanzwirtschaft funktioniert - leider - ganz anders, da werden riskien einfach ausgelagert (ob man das nun erpressung nennt oder nicht ist geschmacksache. es wird jedenfalls ein neues kunstwort erfunden "systemisch" und damit werden kritiker mundtot gemacht, und schon rollt er, der steuerrubel)
 
AM35 hat völlig recht.

Das Geld wurde nicht vernichtet... Es hat nie existiert!
Die Banken haben mit Geld gearbeitet das sie (noch) nicht hatten.
 
mal ganz witzig und passend:

It is the month of August, on the shores of the Black Sea. It is raining, and the little town looks totally deserted. It is tough times, everybody is in debt, and everybody lives on credit.
Suddenly, a rich tourist comes to town. He enters the only hotel, lays a 100 Euro note on the reception counter, and goes to inspect the rooms upstairs in order to choose one. The hotel proprietor takes the 100 Euro note and runs to pay his debt to the butcher.
The butcher takes the 100 Euro note, and runs to pay his debt to the pig grower. The pig grower takes the 100 Euro note, and runs to pay his debt to the supplier of his feed and fuel. The supplier of feed and fuel takes the 100 Euro note and runs to pay his debt to the town's prostitute that in these hard times, gave her "services" on credit. The hooker runs to the hotel, and pays off her debt with the 100 Euro note to the hotel proprietor to pay for the rooms that she rented when she brought her clients there.
The hotel proprietor then lays the 100 Euro note back on the counter so that the rich tourist will not suspect anything.
At that moment, the tourist comes down after inspecting the rooms, and takes his 100 Euro note, after saying that he did not like any of the rooms, and leaves town.
No one earned anything. However, the whole town is now without debt, and looks to the future with a lot of optimism.....
And that, ladies and gentlemen, is how the United States is doing business today!
 
wann hört ihr auf euch das ganze so naiv zu vereinfachen und zu glauben ihr habt das System durchschaut? So läuft es nicht, wie oft muss man das eigentlich noch erklären? Das sind theoretische Konstrukte, die praktisch so nicht wirklich vorkommen können. Diese tolle lustige Geschichte da oben ist totaler Blödsinn. Es braucht den 100 Euroschein nicht um die Schulden abzubezahlen. wenn sich tatsächlich ein solcher Schuldnerkreis bildet, dann wäre die Stadt auch völlig ohne den Tourist nie verschuldet gewesen, denn in dem Moment wo sich der Kreis schliesst, kann jeder seine Schulden zahlen. Kapiert ihr das wirklich nicht? Glaubt ihr solchen Bauernfängermethoden so leicht? Seid euch dochmal im klaren darüber, dass diese LEute ein ganz bestimmtes Ziel vor Augen haben und dann ALLE ihre BEweise konstruieren. Da wird nichts wissenschaftlich empirisch nachgewiesen und dann ein Ergebnis festgestellt. Nein, dass Ergebnis ist von vorneherein klar und der Weg (BEweis) dahin wird konstruiert und das mit solchen dümmlichen GEschichten wie diese hier oder diesen Schwachsinnsvideos von Zeitgeist.

Wenn die die Leute, die an solche Geschichten glauben, nur halb so clever wären wie sie denken, müssten sie problemlos erkennen können, wie falsch diese Vorstellungen sind.
 
schau dir mal herrn prof senf bei youtube an, der hat ueber die weltwirtschaftskrise bzw den geldkreislauf an sich berichtet, und so blöd klingt das alles nich was er sagt ...

is schon alles sehr schulden/zinsenorientiert, und daraus folgt einfach die unstillbare gier (oder gar zwang) nach immer weiterem wachstum, um halt wie gesagt die zinsen /schulden weiter aufzubringen. weitere folgen daraus sind wohl oder uebel habgier, skrupellosigkeit , korruption.

natuerlich sagen jetzt wieder einige , ohne dem kein fortschritt, aber meint ihr wirklich dass es wirklich so sein muss ^^

das ding is wir sind alle mit geld und dem ganzen drum und drann aufgewachsen und das schon generationen lang, da ist es schwer von weg zu kommen ...

und nach dem kapitalistischen system wirds bestimmt erst ma sehr chaotisch bevor es besser wird.
ein ausweg koennte das von senf vorgestellte geld = schwarzer peter prinzip sein. was aber auch keinem reichen gefallen wuerde.

fakt ist, die schere zwischen arm und reich trifftet weiter auseinander, sehr viele menschen sind schon jetzt sklaven des geldes, indem sie verschuldet sind oder einfach nur ihre normales dasein finanzieren, und das geht neben menschen auch ganzen kommunen und ländern so. wer ist also wirklich frei? auf jeden fall nicht die armen.

und das wissen die großen sicherlich auch und deshalb wird das system von den mächtigen auch mehr oder weniger am leben gehalten. selbst wenn denen mal ne menge geld weg geht, ist es besser so weiter zu machen, weils danach unberechenbarer fuer die großen werden kann ;)

will jetzt hier auch nich wirklich ueber die illuminaten labern xD aber so reiche geheime verbuende an sich kann ich mir schon vorstellen. evtl sogar mit eigenen socialnetwork ala facebook und .htaccess xD

ich sag einfach mal auf die nächste hyperinflation warten, hoffentlich erst nach meiner zeit ...
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei 7 Mrd Menschen dürfte ein Neuanfang genauso aussehen, wie das jetzige schon ist.
Kaum das eine Krankheit ausbricht, werden alle sofort isoliert, damit bloß keiner stirbt...

Nichts mit "28days later".

Es gibt viel zu viele Menschen auf der Erde..:(

Eigentlich war es so gedacht, dass die Alten Leute sterben und die Jungen in die Arbeitsplätze der Alten nachrücken..Und wie sieht das Verhältnis aus?
Nichts ist organisiert! Nichts von den Politikern!
Ich bin überzeugt, die wissen nicht mal dass es so ein Verhältnis braucht...
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich gebs auf. Es ist sinnlos hier irgendwas zu erklären. Denn statt sich mit etwas zu befassen, wird geglaubt. Anscheinend haben es nicht wenig hier nötig, dass "da oben" irgendwer was macht und lenkt und eigentlich nur böses will. So ne Art Sündenbock eben. Der für das schlechte dieser Welt verantwortlich ist.
 
So? Was soll man denn argumentieren oder selbstreflektieren wenn die meisten Argumente auf dem persönlichen glauben basieren und man verschwörerisch etwas vor sich hinmunkelt? Beweise? gar empirische? Iwo. Ich glaube, dass reicht doch oder?
 
nun, eine ganz einfache lösung zur vermeidung weiterer finanzblasen wäre so, dass man die leute, die in der finanzwirtschaft arbeiten, nicht mehr mit realem geld bezahlen würde, sondern stattdessen mit ihrem eigenen geld, also mit papieren einer laufzeit von 30 jahren.
ab morgen würden keine kettenbriefe und sonstige tricksereien stattfinden, sondern nur noch korrektes investment.
das ist die momentane ungerechtigkeit: diese leute werden mit realem geld bezahlt, welches in der realwirtschaft geschöpft und erarbeitet wurde.
 
das ist die momentane ungerechtigkeit: diese leute werden mit realem geld bezahlt, welches in der realwirtschaft geschöpft und erarbeitet wurde.

..oder anders ausgedrückt...
Die Aktienmilliardäre, bezahlen mit den Steuergeldern der kleinen Leute, Ihre Aktienkäufe......
Und fügen Ihren Milliardenkonten, noch ein paar Milliarden hinzu...

...und weil das gute Steuergeld immer reichlich nachfließt, auf die Konten der Milliardäre (unsichtbar) ..:o
gibt es auch keinen Kläger...

Meistens wird das Geld dazu benutzt, um neue Superhotels und Villen für andere Millonäre zu bauen...
(Siehe Dubai)..
Sie haben quasi ihren eigenen Wirtschaftskreislauf.. Einen Markt nur für Reiche..

Jetzt müsste man eigentlich hingehen und den Markt der Milliardäre ausgrenzen, von dem Markt der Normalbürger.
Dafür wurde eigentlich die Politik erschaffen, um das zu tun.

Aber das geht natürlich nicht, wenn die Politik dafür bezahlt wird (von den Milliardären), dass die Gelder immer auf bestimmte Konten, in einer vorgegebenen Richtung fließen...


...
 
Zuletzt bearbeitet:
Problem ist aber, dass die meisten Milliardäre ihr Geld ganz anders und sehr real erwirtschaftet haben. Schaut euch dochmal die liste der reichsten Männer der Welt an, wie die Ihr Geld machen und wie sie dahin gekommen sind. Vll merkt ihr dann mal, was für einen unsinn ihr plappert.
 
@ Mustis

Also mein Post zielte auf das billige Schimpfen auf Politiker,Manager und "das System" ab.
Indem man alles auf "die da oben" abschiebt drückt man sich ein Stück weit um die eigene Verantwortung in der Gesellschaft. Von daher wollte ich deinen Gedanken eher unterstützen; falls das irgendwie falsch rüberkam;)
 
Wenn zuwenig Geld da ist, wird doch einfach mehr Geld gemacht, oder?
Ist doch so?!

Irgendeinen Realitätsbezug zu irgendwelchen realen Werten hat die ganze Sache doch nicht.
Das wird auch Mustis bestätigen können, nicht?

Die ganz große Krise ist ausgeblieben, weil das alles nur mehr eine von A-Z komplett virtuelle Sache ist.
Wo kommt den das ganze Geld her, wenn ALLE Staaten im Minus sind?

Auch Haus und Grundbesitzer müssen einmal realisieren, daß sie eigentlich GAR NICHTS besitzen.
Alles Staatsbesitz zu 100% an Nationalbanken verpfändet und von dort zur EZB und von dort zum IWF.

Und dort liegt ein Zieglstein auf irgendeiner Tastatur und fügt unaufhörlich Nuller hinter einen imaginären Einser! :)
Weil anders kanns gar nicht mehr sein.

Wieder mal extremst vereinfacht.
 
@Apollons Axle
So ähnlich sehe ich das ganze auch, wir sind noch lange nicht in der wirklichen Krise angekommen, da die Folge-Folgen noch nicht begonnen haben, die Wechselwirkungen mit anderen Krisen noch nicht stattgefunden haben und die Subventionen den ganzen Prozess obendrein verlangsamen aber nicht stoppen werden.
Ich finde es sehr nett, dass ihr alle versucht die Krise zu erklähren, aber ich glaube dazu sind wir hier kaum in stande. Aber dass jeder seine Ansichten zur Sache gibt ist legitim, auch wenn sie nicht immer treffend ist. So ist es immer in einer Diskussion. Ich glaube auch nicht, dass irgendwer den Zugang zu den nötigen Informationen besitzt um den gesamten Ablauf zu rekonstruieren.
Wenn man die ganze Sache mal aus einer ganz anderen Perspektive sieht, wird vielleicht deutlich was ich meine. Es ist die Perspektive der Philosophen, hier mal ein paar kurze Videoreihen:
Philosophisches zur Krise 1
Slavoj Žižek - Sternstunde Philosophie (1/6)
Eine weitere Diskussion:
Das Ende des Casinokapitalismus
 
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