Finanzkrise, wo ist das "vernichtete" Geld ?

@Theo
Das du mit dem gängigen Begriff von Wert nix anzufangen weisst, wissen hier ja einige. Deswegen möchte ich an dieser Stelle von dir mal wissen, warum du der Meinung bist, dass solche Sachen wie zukünftige Gewinne (oder eben auch Nutzwert) nicht in den aktuellen Wert eines Gegenstandes oder Unternehmens einfliessen sollte. Denn man bedenke wie der jetztige Besitzer das sehen muss: Das Unternehmen hat zum jetzigen Zeitpunkt den Wert X. Darin sind alle Produktiionsgüter wie Maschinen, Rohstoffe usw. enthalten. Ein Käufer würde diese Maschinen, Rohstoffe usw. übernehmen. Der Besitzer weiss aber, dass aus diesen Mittel Gewinne geschöpft werden durch den VErkauf der produzierten Mittel, die in diesem Betrag X nicht erfasst sind, denn diese Gewinne wurden ja noch nicht realisiert. Direkt ermittelbar ist nunmal nur das, was ich jetzt hier habe und dessen Wert ich kenne, da ich diesen Wert bezahlt habe, um das Gut zu erhalten. Alles andere was darüber hinaus geht, ist spekulativ, manches mehr, manches weniger. Der Besitzer wägt nun ab. Bleibt er Besitzer, kann er den Gewinn, den er mit dem aktuellen Wert des Unternehmens erzeugen kann, nutzen. Verkauft er das Unternehmen nur zu dem oben definiertem Wert X, schenkt er diese ganzen Gewinne dem Käufer ohne etwas davon zu haben. Letzten Endes sind solche spekulativen Mehrwerte nämlich nichts weiter als die Anrechnung der kommenden Gewinne, deren Grundsteine der ehemalige BEsitzer gelegt hat. Er hat investiert und auf Gewinne verzichtet (er hat ja reinvestiert) und die GEwinne aus dieser Reinvestition soll dann der Käufer erhalten?

Das selbe gilt analog auch direkt für Waren. Aufgrund dieser Problematik ist es sehr vernünftig, dass Werte auch spekulativ erfasst werden müssen, denn ein unternehmen lebt nicht nur im jetzt, es muss immer auch die Zukunft berücksichtigen. Und da Aktien nunmal auch nichts weiter sind, als ein Besitzanteil an einem Unternehmen (der BEsitzer verkauft also sein Eigentum) muss sich in ihnen nunmal auch dieser spekulative zukünftige Gewinn widerspiegeln. Da dies aber eine äußerst subjektive Sache ist, sieht der eine deutlich mehr möglichen GEwinn als ein anderer und bietet daher mehr. oder eben andersherum. Und schon haben wie die üblichen Kursänderungen bei Aktien.
 
Fu Manchu schrieb:
Auch in den USA holen sich die Banken ihr Geld vom Schuldner - nicht vom Haus. Nur weil die Menschen ihre Häuser verlassen, heißt das nicht, das sie ihre Schulden los sind. Und das man sich das Geld des Mehrwertes auszahlen lassen kann halte ich für ein Märchen. Aber ich lass mich gerne überzeugen, ein solches Banksystem musste ja zusammenbrechen ;).
In den USA gilt ein anderes Schuldrecht und ja es war so,
1) Die Leute brauch(t)en in der überwiegenden Mehrheit nur ihre Hausschlüssel abgeben und waren dann die Hausschulden los und
2) Sie konnten, wie überall anders auch, den gestiegenen Verkaufswert Ihrer Häuser sich in bar mit Abschlägen auszahlen lassen.

Gruß Thomas
 
alles falsch was hier geschrieben wurde, das Geld wurde im Irakkrieg vernichtet.
Die Kosten des Irakkriegs sind viel höher als die Summer der amerikanischen Staatsverschuldung und der ausgefallenen Kredite. Wir sind alle verarscht worden.
Ohne den Irakkrieg hätte die Amis einen fetten Haushaltsüberschuss (selbstverständlich hätten die Politiker das Geld längst ausgegeben) und es gäbe keine Finanzkrise.


edit: um das nochmal klarzustellen: der Bankenrettungsplan der deutschen Regierung heißt nix anderes als: "wir beteiligen uns mit 500Mrd Euro am Irakkrieg"
krass oder?
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke @ThomasK_7

Ist mein Onkel, Manager bei der Raiffeisen Bank, also doch kein Trottel der mir heiße Luft erzählt.

Und ja, genau deshalb IST das System in der USA dermaßen gecrasht.
Und wir hängen mit drin, weil die Schulden "ausgelagert" wurden --> "Subprime Krise"

Nächstes Zauberwort heißt "Deflation", die schon beginnt, mit einem drastischen Rückgang der Inflation.

Noch ein hochinteressanter Link, der Panik verbreiten dürfte, bei Leute die schnallen um was es geht:
http://orf.at/081104-31337/?href=http://orf.at/081104-31337/31338txt_story.html

Zur Vertiefung und mit Zahlen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Baltic_Dry_Index


@walter
...am Ende ist die USA auch noch am Irakkrieg schuld, oder was? :-)
 
Zuletzt bearbeitet:
walter08 schrieb:
alles falsch was hier geschrieben wurde, das Geld wurde im Irakkrieg vernichtet....

Wo ist der Ironie-Tag? Oder war das dein ernst?

Du weißt schon, das jede Kriegsausgabe auch irgendwo die Einnahme eines Unternehmens ist, das Kriegsgerät herstellt oder transportiert oder repariert und so weiter? Kriege können auch eine Art Konjunkturprogramm sein ;).
 
bin mir nicht 100%ig sicher in der Sache
schon klar, das die Waffen und Munition gekauft und bezahlt wurden, aber die Nachfrage war eine künstliche, ging von der Regierung aus.

ich bekomme die Summen nicht zusammen, wie sollen ein paar Mio Häuser einen Schaden von mehreren Billiarden anrichten? das passt einfach net, die Amis bauen 08/15-Holzhütten (in diesem Fall sogar speziell für Geringverdiener)
 
Die ZEIT schrieb am 1. März 2007 über die USA:

Allein in den vergangenen zwei Jahren haben Kreditinstitute in den USA nach Branchenhochrechnungen 3.200 Milliarden Dollar an neuen Baudarlehen ausgereicht – ein neuer Rekord. Insgesamt belaufen sich die ausstehenden Hypotheken auf 8.200 Milliarden Dollar. Das ist etwa doppelt so viel wie noch vor fünf Jahren.

http://www.zeit.de/2007/10/G-Immobilienkredite-USA


Telepolis am 16.03.2007:

In den USA wurde die Zahl der Zwangsvollstreckungen im vierten Quartal 2006 auf einen Höchststand seit 37 Jahren katapultiert. Im Januar standen mehr als 4,1 Millionen Häuser zum Verkauf, davon mehr als eine halbe Million neu gebauter, weil deren Besitzer sie nicht mehr bezahlen konnten.

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24865/1.html
 
@walter08
so ganz falsch liegst du mit deinem irakkrieg mit sicherheit nicht, er ist auch einer von vielen gründen weswegen wir hier in so einer krise sind.

Ich geb dir an der stelle mal einen kurzen überblick was alles falsch gelaufen ist.
Zum ersten wurden kredite an personen vergeben, die alles andere als kreditwürdig waren und es im prinzip schon vorher klar war, das eine großzahl dieser leute ihren kredit niemals zurückbezahlen können.
Dann können die leute natürlich nur ihre kredite zurückbezahlen, wenn sie eine vernünftige arbeit haben und auch geld in die haushaltskasse kommt.
Da aber z.b. die amerikanische autoindustrie einen rießen mist mit ihrer modellpolitik getrieben hat, ist in dem industrie zweig schonmal ein rießen finanzielles loch entstanden, was zur entlassungen (z.b. die tausende entlassungen bei crysler), keinen lohnerhöhungen usw. führte.
Was letztendlich die arbeiter schicht traf, auf welche größten teils die unsicheren kredite zurückfallen.
Dann haben die amis schlichtwenig zu wenig in die wirtschaft investiert z.b. erneuerbare energien sind in amerika ziemlich vernachlässigt worden und das ist ein ziemlich boomender sektor, um nur einen zu nennen.
Nun aber zu deinem irakkrieg ;)
Der einzigste negative einfluss auf die wirtschaftssituation ist allerdings, dass er schlichtweg milliarden gekostet hat, die in anderen zweigen viel besser aufgehoben gewesen wären.
Z.b. ist das stromnetz in den USA sehr veraltet, genauso wie die gasleitungen in vielen städten (in new york war doch letztes oder vorletztes jahr erst eine explosion deswegen). dann wurde an den deichen gespart, stichwort hurrikan katharina, welcher auch schaden in milliarden höhe verursacht hat.
Desweiteren wurde wichtige reformen auf dem arbeitsmarkt bzw. im gesundheitssektor/finanzsektor einfach verschlafen. Den firmen wurden keine anreize gegeben um neue arbeitsplätze zu schaffen (die rüstungsindustrie mal außen vor)
Und diese ganzen gründe haben letztendlich dazugeführt, dass das kartenhaus in sich zusammen viel (es ist mir klar, dass das nicht alle gründe sind und es noch viel mehr gibt, aber es wäre zu zeitaufwendig alle ausführlich aufzuführen).
Den so finde ich kann man sich das ganze bildlich sehr gut vorstellen, zieh ich eine karte aus dem haus wird es langsam instabil und umso mehr ich entnehme, umso schlimmer wird die lage bis es sich zur krise ausweitet und das haus in sich zusammenfällt.
Den wenn man die einzelne probleme sich genauer anschaut erkennt man viele zusammenhänge zu anderen problemen bzw. die ursachen die wieder zur anderen problemen führten
ich hoff ich konnts dir einwenig näher bringen ;)

mfg
 
Jungs, ich werft da einiges zusammen. Der Krieg hat absolut nichts mit dieser Krise zu tun. Natürlich müssen die Amis diesen Krieg finanzieren und durch direkte Kosten und dadurch nicht getätigte Investitionen belaufen sich nach hochrechnungen die Langzeitkosten auf ein paar Billionen. ABER! das ist völlig unabhängig von dieser Krise! Diese Krise wurde weder dadurch ausgelöst noch großartig davon beeinflusst. Auch haben daran die Amis fast nur allein zu knabbern und nicht wie bei der Finanzkrise die gesamten Bankenwelt. Auch die folgen des Geldmangels, der durch den Krieg enstanden ist, trifft fast ausschließlich die Amis selbst, da hierdurch weniger Geld für Investitionen in die Infrastruktur des Landes, die Sozialsystem und andere staatlich finanzierte Systeme vorhanden ist. Die Finanzkrise dagegen ist in der Privatwirtschaft entstanden.

Auch wenn in beiden Fällen die Summen riesig sind, gehört das getrennt!

@Witcher du zählst zwar einige Probleme und folgen des Krieges auf, wirfst sie dann aber mit der Krise durcheinander und ziehst Verbindungen wo keine sind. Und das Amerika in erneuerbare Energien nicht ivnestiert hat, ist schlicht nicht richtig. Viele Invoationen aus diesem Bereich kommen aus Amerika. Es ist ein nicht vollständig zutreffendes Vorurteil, dass die Amis solche Klimaterroristen sind. BEispielsweise stammen die ersten aussichtreichen Technologien um synthetischen Treibstoff herzustellen aus Amerika. Da diese Treibstoffe durch Baktieren, die Pflanzenreststoffe zersetzen (schau dir mal an, wie Cellulose, der Baustoff aller Pflanzen aufgebaut ist ;) ) und daraus die Treibstoffe bilden, ist das ganze auch Kilmaneutral. Durch die Verbrennung wird nur CO2 frei, welches die Pflanzen vorher gebunden haben.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
@Mustis
ich find schon das der krieg seinen teil an der krise mitträgt, den dadurch wurden ja letztendlich viele investitionen in anderen sektoren verschlafen, klar wenn er nicht gewesen wäre hätte er die krise nicht verhindert, man hätten sie aber zumindest dämpfen können bzw. schon wesentlich früher schon eingreifen können.
Das mit den technologien sind zwei paar stiefel, es ist ja schön und gut wenn sie dort in der forschung gute fortschritte erzielen, jedoch hapert es mir da an der umsetzung einbisschen.
Desweiteren find ich sprit aus pflanzen nicht wirklich massenproduktionstauglich;)
Wobei es mir ausschließlich darum ging, dass die amis viel zu wenig arbeitsplätze im bereich erneuerbare technologien haben, auch wenn sie teilweise gute technologien entwickeln, verbrauchen sie pro kopf immernoch doppelt soviel Erdöl wie ein deutscher im jahr und da sollte dringenst was gemacht werden.
Den uneffizienz endet nur in höheren unterhaltskosten und wenn man es auf die Heizung/ das auto bezieht sind die nicht gerade niedrig..

mfg
 
Die ganzen Banker die dafür verantwortlich sind müßten zur Rechenschaft gezogen werden. Und zwar mit ihrem vollen privaten vermögen. Es kann nicht das irgendwelche Hirnis die sich den ganzen Tag den Arsch platt sitzen mit milliarden an Werten rumspielen und wenn es in die Hose geht könnten die nix dafür. Die normalen Arbeiter, also die Leute die reelle Werte produzieren sind dann die Leidtragenden.
Die Verantwortlichen Manager sollten sofort auf Hartz-4 gesetzt werden ohne Wenn und Aber! Das private Vermögen von denen wird dann zur Sanierung der Krise genutzt.
 
Zuletzt bearbeitet:
@darax77
Und wenn Du in Deutschland Diktator wärst, würdest Du noch heute das entsprechende Gesetz aus dem Hut zaubern und rückwirkend für wirksam erklären. Aber wir haben weder eine Diktator noch die politischen Mehrheiten für Deinen Fiebertraum. Ich sehe vor allem weit und breit keine gesetzliche Grundlage für Deinen "Rettungsplan".

Was soll dieser Beitrag? Hast Du nur schlecht geschlafen oder ist schon wieder Karnevalszeit? Deinen Vorschlag kann man wirklich nicht ernst nehmen.
 
Mein alter Bwl-Lehrer pflegte immer zu sagen : "Das Geld ist nicht weg, ein Anderer hat es"

@ keshkau
Und was ist mit Managern die verpennt und zugelassen haben dass man Millionen an bereits pleite gegangene Institute überweist ? Fällt mir grobe Fahrlässigkeit dazu ein. Oder Institute die falsche(oder eher unsachmäßige) Rankings vergeben haben? Vorsatz ? Und was ist mit Beratern die den Kunden bewusst risikoreiche Papiere verkauft haben ? Nicht nur die Banken haben Geld "verloren". Viele private Anleger sind auch betroffen und es gibt bereits Klagen vor Gericht, die gute Chancen haben dass die Kläger Recht bekommen - ohne eine gesetzliche Grundlage wäre sowas nicht möglich. Also hat darax77 nicht ganz Unrecht wobei die Art, wie er das beschreibt, sicherlich durch seine Wut ins Lächerliche gezogen wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
nelich gelesen, die USA haben über 100 FBI-Leute drauf angesetzt, die Betrügereien nachzuvollziehen. Gab da die unterschiedlichsten Konstellationen: z.b. ein Trio aus falschem Hausverkäufer und -käufer und Gutachter. Der Gutachter setzt den Wert viel zu hoch an, die Bank überprüft das nicht und gibt dem Verkäufer die Kohle und weg sind sie. Aber eben auch der Banker, der aufgrund seines Insiderwissens eigene Aktien verkauft und seinen Kunden dieselben wertlosen Blätter aufschwatzt.
@keshkau
Justizia ist blind, oder wieso sollte es da Ausnahmen geben??
 
@Schnie
Um in diesen Fällen zu klagen, benötigt man zunächst einmal einen Straftatbestand, also einen Paragrafen, den man anzuwenden gedenkt. „Die Manager“, also z. B. Herr Ackermann von der Deutschen Bank, haben niemals ein Verkaufsgespräch mit einem Kunden geführt und ihm diese Papiere angedreht. Also muss schon genauer hingeschaut werden, wer etwas auf wessen Anweisung getan hat, wie die Vorgaben dafür aussahen, wie sie umgesetzt worden sind und ob z. B. am Bankschalter Informationspflichten verletzt worden sind. Das steht im Moment noch alles in den Sternen, auch wenn viele Indizien dafür sprechen, dass manchen Kunden das Risiko ihrer Anlagen nicht bewusst war. Auch das kann verschiedene Gründe haben. Vielleicht hat man es ihnen unzulässig verschwiegen, vielleicht wussten es die Kundenberater in den Banken selbst nicht besser. Wer trägt dann welche Schuld?

Vor diesem Hintergrund lese ich mir die Forderungen von darax77 durch und schüttle ungläubig mit dem Kopf.

Es gab auch Fehler bei den Ratingagenturen. Möglicherweise trugen diese Fehler sogar erheblich zu der gesamten Krise bei. Doch auch hier stellt sich die Frage: Wo sitzen diese Agenturen? Kann man sie überhaupt belangen? Beruhten ihre Versäumnisse auf individuellen Fehlern oder konnten sie es gar nicht besser wissen? Und was kann eine Bank in Deutschland dafür, die sich auf die Informationen solcher Agenturen verlassen muss?
 
@keshkau
Vielleicht wusste Niemand besser, vielleicht wusste man wohl bescheid über die Risiken. Vermutungen helfen hier nicht weiter. Fakt ist - Viele wussten dass es ein goldenes Pulverfass war und haben optimistisch weiterinvestiert, nach dem Motto :"Heute nicht, vlt im nächsten Jahr, oder erst wenn ich tot bin"
Der Herr Ackermann hat tatsächlich kein Verkaufsgespräch geführt, jedoch wusste er bescheid über die Anlagestrategien. Als Manager muss er wissen welche Trends herrschen, welche Anlagen am Meistem bringen, welche Kunden was wünschen. Wenn er diese Sachen nicht wüsste- wäre er falsch am Platze.

Klar muss man den Ratingsagenturen nicht vertrauen, wem soll man in dem Falle überhaupt vertrauen? Und eher wir darüber diskutieren ob die nicht besser wussten möchte ich noch etwas loswerden. Ich muss selber arbeiten. Ich muss mich in meinem Job auskennen. Wenn ich das nicht tuhe - bin ich für meinen Job ungeeignet. Punkt. Leite das auf die Banken(Agenturen) ab - und sag mir dann wieso man es "nicht besser wusste". Sag mir danach wieso in gewissen Fachkreisen schon seit Jahren solche Konstellationen prophezeit wurden. Diese Kriese ist nicht plötzlich aufgetaucht sondern ist eine Folge der Ereignisse die seit Jahren geschehen.

Was die Forderungen von darax77 angeht stimme ich dir zu - er liegt nicht weit von der Todesstraffe entfernt. Möglicherweise hat er Existenzängste und somit nimmt seine Unsicherheit solche exotische Formen an. Seine Meinung spiegelt wahrscheinlich die Einstellung der Menschen, die darunter leiden müssen dass gewisse Herren nicht genug hatten. Deswegen auch diese unbändige Unfreundlichkeit den Verantwortlichen gegenüber.

Mir fällt ein dass wir uns von eigentlichem Thema entfernen. Die Frage war eigentlich "Finanzkrise, wo ist das "vernichtete" Geld ?" Nun ja, wenigstens haben wir eine Sache geklärt - Manager haben das Geld nicht.:D
 
Mir ist nicht wichtig, ob es die Risiken gegeben hat, sondern ob die Kunden wussten, worauf sie sich einließen. Die Kleinsparer legen doch nicht ihre 150 Euro auf den Tisch und fragen nach Derivaten. Vielmehr kommen Kunden mit fünf-, sechs- oder siebenstelligen Beträgen, die nach höheren Renditen fragen. Die sind bereit, ihr Geld bis nach Island zu transferieren, weil es dort 0,25 Prozent mehr Zinsen auf dem Tagesgeldkonto gibt. Und die sind auch bereit, sonstwo zu investieren, wenn nur die Rendite stimmt. Das sind durchaus Kunden, die öfter Finanzgeschäfte machen, die man in Finanzfragen als erfahren bezeichnen könnte. Aber auch sie sind (vor lauter Gier) in die Falle getappt.

In der Presse wurden die Fälle hochgespielt, in denen Anleger dazu gebracht wurden, ihr sicher angelegtes Geld z. B. bei Lehman zu investieren. Das war fatal, aber sicher nicht die Masse der Fälle. Die anderen waren sich des Risikos bewusst oder hätten sich des Risikos bewusst sein müssen.

Damit kommen wir zu den Managern, die dafür sorgen, dass solchen (risikofreudigen) Kunden die Finanzprodukte angeboten werden können, nach denen sie fragen. Das sind spekulative Anlagen, bei denen man fabelhaft verdienen oder gnadenlos verlieren kann. So ähnlich wie bei Optionen. Nur ist das nicht unbedingt das Problem der Manager, wenn die Kunden zocken wollen.

Deshalb ist es von zentraler Bedeutung, danach zu fragen, wie die Beratung abgelaufen ist. Wusste die Bank, was für Produkte sie anbietet oder ist schon die Bank einem „Schwindel“ aufgeflogen, den die Rating-Agenturen zu verantworten haben? Ich kann diese Frage nicht beantworten.

Wenn die Bank um das Risikopotenzial wusste, ist dieses Risiko den Verkäufern mitgeteilt worden oder nicht? Haben die Verkäufer bei ihren Vorgesetzten nachgefragt und bekamen sie daraufhin die richtigen Antworten? Keine Ahnung! Haben die Verkäufer die ihnen bekannten Risiken bewusst verschwiegen, weil sie nur an ihre Provision dachten? Dann wären dort die Schuldigen zu suchen, nicht in den Vorstandsetagen.

Ob es in der Vergangenheit bereits mahnende Stimmen gab oder nicht, ist nicht von Belang. Man kann bei jeder Konstellation Geld verdienen. Schau nur mal in den entsprechenden Thread im benachbarten Berufsforum. Man kann auf steigende und auf fallende Kurse wetten. Das ist nichts Neues.

Es war klar, dass die Immobilienpreise in den USA nicht ewig steigen können. Das wusste jeder, aber darum ging es nicht. Es ging allein um die Frage, wie lange sie steigen werden und wann man aussteigen muss, um nicht in den Abwärtssog zu geraten. Manche Investmentbanker haben mit dem richtigen Riecher Milliarden verdient, andere haben Milliarden verloren. Die hatten vermutlich Schnupfen.

Ich sage immer, dass man sich nicht auf Märkten aufhalten soll, von denen man nichts versteht. Wer keinen Ölwechsel machen kann, sollte keine Autos verkaufen. Wer keine Pizza in die Mikrowelle einwerfen kann, sollte keine Küchen verkaufen. Wer keine Ahnung vom Finanzmarkt hat, sollte sich nichts aufschwatzen lassen, was er nicht versteht.
 
Zuletzt bearbeitet:
keshkau schrieb:
Haben die Verkäufer die ihnen bekannten Risiken bewusst verschwiegen, weil sie nur an ihre Provision dachten? Dann wären dort die Schuldigen zu suchen, nicht in den Vorstandsetagen.

DAS vermute ich recht stark. Da ich selber schon in diversen Vertriebsbranchen involviert war. Da zählt aufgrund des Provisionsystemes nicht das beste Produkt, sondern das provisionsträchtigste. Aber auch aufgrund etlicher interessanter Medienberichte. Investmentbanker verdienen teilweise nicht weniger als so mancher Manager. Und das schlimmste, sie machen nach wie vor so weiter und werden nichts daraus lernen, hat das Volk doch seinen Sündenbock gefunden. Manager kommen und gehen, profitable Investmentbanker (kurz Verkäufer) kommen überall unter.
Das ein Profi-Vertriebler selbst Shice als Gold verkauft, dürfte sicherlich auch Dir bekannt sein. Da nicht jeder Kunde die Risiken einschätzen und Verträge überblicken kann, von seinem Berater seinen Vertrauens überhaupt erst zur Umlage seiner Anlage überredet wurde und anschliessend so mancher Kunde (bevorzugt ältere) trotz ausdrücklichen Wunsch auf absolut sichere Anlage geneppt wurde (fahrlässig oder vorsätzlich ist unerheblich), liegt hier durchaus eine Hauptschuld auf Seiten der Banken vor.
ABER, die Führungsetage ist nicht unschuldig, da sie nun mal die Rahmenbedingungen vorgibt und somit die Ursachen für dieses Verhalten zu verantworten hat. Der Fisch fängt zuerst vom Kopf an zu stinken.
 
Zuletzt bearbeitet:
Relict wenn dem so wäre, kann der Kunde rechtlich eigentlich dagegen angehen. Sind die Verträge dermaßen wasserdicht, dass ein rechtliches Vorgehen nicht von Erfolg gekrönt ist, dann war der Kunde eher wieder mal zu faul, den Vertrag auch wirklich zu lesen. Den das Verbaucherrecht in DE in diesem Bereich ist sehr kundenfreundlich. Ich arbeite in der Branche und was da für ein Rattenschwanz an Dokumenten und Nachweisen erbracht werden muss, die der Kunde unterzeichnen muss... Wenn da was verschwiegen wurde, lässt sich das nachvollziehen.

ICh sehe es jedenfalls tagtäglich eher so, dass es dem Kunden scheissegal ist, was da aufm Papier steht. Es wird einfach unterzeichnet. Mag das bei langjährigen Kunden, die man teils noch privat kennt durchaus in Ordnung gehen, so funktioniert das nicht bei jedem Kunden. Trotzdem unterzeichnen über 90% blind die ihnen vorliegenden Dokumente. Und das sowohl wenn der Berater/Verkäufer dabei ist wie auch wenn sie ganz allein im privaten das unterzeichnen. Aus der Praxis weiss ich, dass viele die Anträge/Verträge erstmal mit nehmen oder postalisch zugesand bekommen. Sie könnten also in aller Ruhe die Sachen durchlesen und unterzeichnen und was ist Realität? Über 50% der Anträge kommen fehlerhaft unterschrieben zurück. Da fehlen teilweise 2-3 Unterschriften. Da kann mir keiner erzählen, dass diese Kunden die Ver-/Anträge und die beiliegenden gesetzlichen Infos auch nur ansatzweise gelesen haben. Viele schicken die gesetzlichen Infos auch einfach wieder mit zurück, obwohl auf den Dokumenten klar steht, dass diese für die Unterlagen des Kunden bestimmt sind. Hinterher will wieder keiner was gewusst haben und überhaupt, man hat ja nie was von der Gesellschaft bekommen. Weder Unterlagen zum unterschreiben, noch gesetzliche Infos, noch Rechnungen. Sorry, da kann ich echt nur mit dem Kopf schütteln, denn die Praxis zeigt, dass die meisten Kunden nichtmal wissen, wie wichtig solche Dokumente sind, weil sie sie schlicht und ergreifend nicht lesen, entsprechend verschwindet dann auch jede Menge davon im privaten Chaos des Kunden daheim und ward nicht mehr gesehen.

Es gibt mit Sicherheit auch schwarze Schafe bei den Vertrieblern, auch das kenne ich aus der Praxis. Aber das sind doch vergleichweise wenige, denn es lässt sich doch sehr einfach nachvollziehen, wenn getrickst wurde und die konsequenzen sind nicht grad ohne.

Die Kunden tragen in vielen Fällen genauso die Schuld an dem ganzen wie Gesellschaften und ihre Vertriebler auch. Denn kämen sie ihrer sorgfaltspflciht genauso nach, würden deutlich weniger auf solche Spielchen überhaupt reinfallen, aber man will ja Rendite sehen, was interessieren einen da solche Lapalien, die auf Papier stehen....

Ich habe es schließlich oft genug erlebt, dass die Kunden aufgrund von höheren Renditen oder auf ein paar weniger Euro in der Versicherung trotz klarer Hinweise auf die Risiken von Berater, dass dieses Risiko absolut überhaupt nicht zu den finanziellen Gegebenheiten des Kunden passt, dass ganze so gemacht hat, wie er es für richtig hielt. Die meisten sind einfach Geldgierig. Das gilt für beide Seiten. Wer versucht die Schuld nur auf einer Seite zu suchen, macht meiner Meinung nach einen großen Fehler.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
@keshkau
Und wieder stellst du unbegründete Vermutungen auf. Es kann tatsächlich so abgelaufen sein wie du sagtest. Kann aber auch ein Gegenteil davon sein. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Da hat Mustis nicht umbedingt Unrecht. Gehört allerdings wieder nicht zum eigentlichem Thema.

@topic
Ich habe mir etwas überlegt. Wenn die Kredite damals viel zu großzügig verteilt wurden, dann ist das Geld bei den Kreditnehmern gelandet. Was haben diese damit angestellt? Die haben Häuser gekauft - also die Immobilienfirmen haben sich die goldene Nase verdient(war auch auf der Börse nachvollziehbar). Autohersteller auch - also - alle mögliche Luxusgüterproduzenten. Diese reinvestierten das Geld zum Teil, ein anderes ging an die Mitarbeiter und noch ein Teil wurde als Gewinn den Anlegern ausgeschüttet(grob gesagt). Diese haben das Geld wiederrum für Luxusgüter ausgegeben, investiert oder auf de Bank gelegt usw. Also ist die Kriese eigentlich keine richtige wirtschaftliche Kriese. Fakt ist dass wir genausoviel Geld haben wie vor 1 Jahr. Das Einzige woran es mangelt ist das Vertrauen. Viele haben Angst zu investieren(bei Banken - Geld untereinander zu verleihen). Dadurch kommt es zu Engpässen bei den Unternehmen die darauf angewiesen sind. Diese gehen womöglich noch Pleite und verbreiten dadurch noch mehr Unsicherheit und Angst - das dauert solange bis die Vertrauenskriese in die Wirtschaftskriese übergeht. Daher auch die 500 Mrd Bürgschaft - der Staat will dass die Menschen wieder das Geld verleihen und wieder Vertrauen gewinnen. Dadurch kann man den Teufelskreis durchbrechen. Spätestens jedoch wenn die Unternehmen wieder gute Gewinne erwirtschaften(was aufgrund der Kriese nur schwer fällt).
Fazit: das Geld ist bei uns. Traut euch ruhig und kauft mehr Aktien:D .
 
Zurück
Oben