Griechen wehren sich gegen Einsparungen

C3rone - Dein Resümee, "das zum Glück Andere schuld wären - Irgendwer. Es lässt sich immer jemanden finden, dem man konstruiert die Schuld in die Schuhe schieben kann ..."

Immer ?

Zitat: "Folgende imaginäre Situation."

Ein stadtbekannter, insolventer Alkoholiker darf in den umliegenden Gaststätten nicht mehr anschreiben lassen. Da er selbst nicht in der Lage ist, seine Schulden zu begleichen aber großen Durst hat, leihe ich ihm 150.000 € um seine Verbindlichkeiten gegenüber den Wirten zu tilgen.

Ich glaube dem Mann, der verspricht sich zu bessern - und das Geld zurückzuzahlen.



Tscha, ... [Zitat:] "Wie lustig und abgrundtief bescheuert wäre wohl ..." dass?

Denn falls ich dann das Geld nicht mehr seh, selber pleite geh ... na vielleicht hast Du sogar recht, und es findet sich jemand, dem man die Schuld in die Schuhe schieben kann.

Mein Fazit ist: Beim bescheuertsein sind wir den Griechen um Lichtjahre voraus.

GF
 
Zuletzt bearbeitet: (Rechtschreibung)
Ich denke die Streikenden denken so: Mir geht es gut, aber mir gehört kein Staat, auch Griechenland nicht, deswegen streike ich auch gegen alle Reformen von Staatsseite. Wer hat die Macht in einem Staate, der mir nicht gehört, und in den ich das Vertrauen verloren habe? Ich denke das ist die zentrale Frage auch in Deutschland. Identifizieren sich die Griechen mit ihrem Staat, und was ist ein Staat überhaupt? Braucht es ein Parlament? Machen wir doch wieder Stadtstaaten draus. Spaß beiseite. Das das Transportwesen ein Monopol ist in Griechenland ist ein Fehler, nur produziert das doch auch der Staat, gegen den gestreikt wird.
 
C3rone schrieb:
PS: Mir sind die Gründe für den Streik bekannt. Und genau das ist das griechische Problem. Niemand will auch nur einen einzigen Zentimeter zurückweichen, Einsparungen oder Nachteile in Kauf nehmen. Aber so funktioniert das eben nicht, wenn der Staat (in seiner Gesamtheit) unfähig ist.

Ich denke wir Deutschen sind da nicht anders, bis auf den Unterschied, dass wir eben nicht so leicht streiken. Und da liegt eben das Problem für die Griechen.
Niemand will bei sich selbst einsparen. Es sollen immer nur die anderen tun. Aber bei uns hier wird eben irgendwann von ganz oben ein Beschluß gefasst und gut is.
Ich wünsch mir für Griechenland eine starke Führung die jetzt ordenlich durchgreift.

Der Streik der LKW-Fahrer ist ja echt der Todesstoß für Wirtschaft und Tourismus.


PS: High-Tech-Produkt Ziegenkäse:lol:
 
PS: High-Tech-Produkt Ziegenkäse

Heute stand in der Zeitung, das in Spanien mittlerweile jeder 5 Arbeitslos ist

Und in den anderen Europäischen Ländern sieht es ja auch nicht besser aus

Ich weis nicht wie die Rechnung aufgehen soll
 
Gordon Freeman schrieb:
C3rone - Dein Resümee,

Immer ?

Ich bin mir ehrlich unsicher, ob du den Sarkasmus erkannt und verstanden hast. Wenn ja, dann verstehe ich deine Antwort nicht.

... leihe ich ihm 150.000 € um seine Verbindlichkeiten gegenüber den Wirten zu tilgen.

Ich glaube dem Mann, der verspricht sich zu bessern - und das Geld zurückzuzahlen.

Schlechtes Beispiel. Griechenland ist für den Euro-Raum in der aktuellen Weltsituation (!) wichtig, deshalb war eine Rettung zumindest nicht dumm. Ob man es besser sein gelassen hätte, kann man im Nachhinein beurteilen - zum Zeitpunkt der Entscheidung wären beide Möglichkeiten meiner Meinung nach etwa gleich sinnvoll gewesen.


Denn falls ich dann das Geld nicht mehr seh, selber pleite geh ... na vielleicht hast Du sogar recht, und es findet sich jemand, dem man die Schuld in die Schuhe schieben kann.

Wenn die 30 Mrd dafür sorgen, dass der Euro sich stabilisiert, warum nicht. Außerdem ist es nicht ganz so einfach Schulden zu liquidieren, Griechenland hat keine Rohstoffe wie Russland, wo man das zähneknirschend nach 10 Jahren akzeptiert hat.

Mein Fazit ist: Beim bescheuertsein sind wir den Griechen um Lichtjahre voraus.

Definitiv nicht.

jhoech schrieb:
Das das Transportwesen ein Monopol ist in Griechenland ist ein Fehler, nur produziert das doch auch der Staat, gegen den gestreikt wird.

Natürlich hast du recht. Gerade dieses Denken macht Griechenland ja zu dem Loch, welches es ist.

Das Monopol will der Staat ja brechen, eben weil es ein Fehler ist.


MrPsst schrieb:
Heute stand in der Zeitung, das in Spanien mittlerweile jeder 5 Arbeitslos ist

Und in den anderen Europäischen Ländern sieht es ja auch nicht besser aus

Ich weis nicht wie die Rechnung aufgehen soll


Geplatzte Immobilienblase. Das wird wieder, genau wie in Asien.
 
Jetzt gibt es deswegen schon wieder von Ausschreitungen militärischer Art in Griechenland. Das steckt ziemlich tief...
 
C3rone schrieb:
Da mein Land keine Rohstoffe hat, die Firmen meines Landes weltweit für genau gar kein Produkt bekannt sind und sich High-Tech-Exporte auf Ziegenkäse beschränken, muss ich die Tourismusbranche ausbauen.

Wie lustig und abgrundtief bescheuert wäre es wohl, wenn ich meinem abgesifften Land auch noch das letzte Standbein nehme, indem ich die Touristen verärge? Z.B. durch ständige Demonstrationen in den Städten? Durch ewig lange Staus auf Autobahnen?
Durch fehlendes Benzin für den Individualverkehr und für Fähren, welche meine besonders wertvollen Tourismus-Inseln bedienen?
Durch fehlendes Obst und Gemüse, wie es selbst in den schlechtesten Zeiten der DDR nicht der Fall war?
Sehr gut formuliert, musste laut lachen :p

Ich bin ziemlich erstaunt über die Situation da. Die Griechen scheinen wirklich eine völlig andere Einstellung zum Staat zu haben als wir und dabei ist Athen nicht irgendwo hinter der Tunguska sondern gleich nebenan.
Selbst als die Lokführer hier gestreikt haben, gab es Notfallpläne. Wenn Mediziner mehr Geld wollen, werden wichtige Operationen durchgeführt. Und ich würde meine Hand dafür ins Feuer legen, dass bei einem Streik von LKW-Fahrern in Deutschland niemand die Treibstoffversorgung ostdeutscher Gebiete riskieren würde. Ein guter Streik schädigt den Arbeitgeber maximal und sorgt bei den Kunden für Verständnis.

Letztens waren bei Lidl "Griechische Wochen". Und Lidls Marketing-Abteilung hat noch ein paar einleitende Worte dazu geschrieben, was die sich darunter vorstellen, nämlich gutes Essen und dererlei. Inzwischen dürfte der Großteil der Europäer aber andere Assoziationen mit diesem Land haben.

Ich versteh diese Einstellung nicht, absolut nicht. Wenn mein Berufsstand zu wenig Geld kriegt und man streikt, dann ist das wohl bis zu einem gewissen Limit in Ordnung. Aber wenn mein Land die europäische Währung riskiert und darüberhinaus schon Andeutungen über einen Bruch der ganzen EU vorliegen UND diese Lizenzen seit Jahrzehnten nicht neu vergeben wurde... nein, da könnte ich nicht guten Gewissens streiken, unmöglich. Da gehört schon ein Haufen Egoismus zu.
 
Ich frag mich ehr wie die LKW-Fahrer den Streik finanzieren. Eine Streikkasse haben die wohl nicht denk ich.
 
Griechenland streikt und das zu recht.

Die Sparmaßnahmen sind einfach zu heftig und im Endeffekt lösen Sie das Schuldenproblem nicht, sondern verschlimmern es.

- Steuereinahmen lagen um 7% weniger als im Vorjahr

- Steuersätze wurden erhöht => es ist weniger Geld für den Konsum da=> Kontraproduktiv fürs Wirtschaftswachstum

- Land rutscht in eine Rezesion

- Das BIP ist im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent gesunken

- Volkswirte erwarten für das zweite Quartal einen Einbruch um 5 Prozent

- es wird mit weiteren 100 000 Insolvenzen bis zum Jahresende gerechnet

- jeder dritte griechische Jügendlicher ist ohne Arbeit

- die GSE erwartet für Herbst Massenentlassungen und eine Erwerbslosenquote von 20%

- der Staat investiert weniger, da er Sparen "muss"=> führt zu Rezession

- Beamte verdienen weniger, Renten wurden gekürzt( reduziert um bis zu durchschnittlich 20%) => weniger Geld im Umlauf

- die Inflation hat den höchsten Stand seit 13 Jahren erreicht

- Kaufhäuser melden Umsatzeinbußen von durchschnittlich 13 Prozent

- da weniger konsummiert wird, gibt es weniger Steuereinhamhen

- die Mehrwertsteuer wurde von 19 - auf 23 Prozent erhöht=> ob das die Konjuktur ankurbeln soll?

- die Märkte für den Strommarkt sollen für Ausländische Energieanbieter geöffnet werden => DEI der Energiemonopolist in Griechenland hat schon gedroht "das Land ins dunkle zu stürzen", wenn die Regierung weiterhin an ihren Plänen halten werde => wirkt sich nicht gerade alzu positiv aufs Wirtschaftswachstum aus

- die Mitarbeiter, der öffentlichen Verkehrsbetriebe drohen ebenfalls mit Streit, da bei ihnen gespart werden soll

- Investoren verlangen für Staatsanleihen erhöhte Risikoaufschläge und höhere Renditen

Das ganze ist ein Teufelskreis. Wie "wir" unter diesen Vorraussetzungen Zinsen kassieren sollen ist mir ein Rätsel. Wenn ich diese Fakten betrache, dann erscheint mir die Wut der Griechen als berechtigt. Die Krisenpolitiker haben mMn versagt. Vielle Professoren haben die Unruhen vorhergesagt und das Sparpakett als Falsch angesehen.


Quelle Handelsblatt
 
Schön das du auch gleich eine Alternative angeboten hast.

Oder hätten die Griechen einfach weiter über ihre Verhältnisse leben sollen?

Und wenn dort anfängt, mal jeder Steuern zu zahlen - und nicht nur jeder 20. - dann wird das auch alles mittel- und langfristig besser... sofern sich dort mal der Gedanke durchsetzt, dass Arbeit notwendig ist und nicht nur etwas, dass man mal so nebenbei hinklatschen kann.
 
inversematrix schrieb:
Griechenland streikt und das zu recht.
...
- Das BIP ist im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent gesunken
Klar, wenn man den ganzen Tag streikt statt zu arbeiten geht das BIP halt runter. :evillol:

Hab den Rest vom Topic nicht gelesen, aber hier musste ich einfach lachen. ;)
 
inversematrix schrieb:
..Die Krisenpolitiker haben mMn versagt...
Ok, nehmen wir einmal an, das stimmt.
Was wäre denn richtig gewesen und wie hätte die Alternative finanziert werden sollen?

Oder bist Du so Einer, der alles nur kritisieren kann aber keinen Schimmer hat, wie es hätte besser gemacht werden sollen/können?
 
"Krise in Griechenland" ab Minute 15, erörtert der hinzugekommene Prof eine humane Alternative.

Ich kann den link irgendwie nicht verlinken, deshalb kommt hier nochmal die vollständige url:

http://www.phoenix.de/sixcms/detail...te=d_ph_videostream_popup&format=4&transfer=2

Klar, wenn man den ganzen Tag streikt statt zu arbeiten geht das BIP halt runter.

Klar bei Lohnkürzungen von durchschnittlich 20% macht man auch Luftsprünge.

Oder bist Du so Einer, der alles nur kritisieren kann aber keinen Schimmer hat, wie es hätte besser gemacht werden sollen/können?
Ich hab auch den Prof schonmal zitiert(da ich seine Argumentation logisch fand). Der Beitrag ging aber im ganzen hin und her unter.
 
Zuletzt bearbeitet:
inversematrix schrieb:
Klar bei Lohnkürzungen von durchschnittlich 20% macht man auch Luftsprünge.
Hab ja nicht gesagt, dass die nicht pissed sein dürfen, aber die Arbeit einzustellen bewirkt doch nur, dass die alles noch schlimmer machen.
Wenn die dann ein nem Jahr nochmal 5 % weniger statt mehr bekommen liegt das vielleicht nur daran, dass die jetzt streiken.
 
inversematrix schrieb:
Klar bei Lohnkürzungen von durchschnittlich 20% macht man auch Luftsprünge.

Die Lohnkürzungen (und Rentenkürzungen) etc. waren aber nicht einfach just for fun, sondern der Tatsache geschuldet, dass gerade diese Leute
a) keine oder kaum Steuern zahlen
b) weit über ihre Verhältnisse gelebt haben

Die Streiks in Griechenland und anderen Staaten, z.B. Großbritannien und Frankreich in den 50ern, 60ern und 70ern sind ja nichts Neues und unter anderem der Grund dafür, dass Deutschland sich wirtschaftlich so weit von diesen Staaten absetzen konnte.

Es gibt sicherlich sinnvolle und berechtigte Streiks, aber viele sind einfach nur um zu sehen, wer den Längsten hat und das schadet dem jeweiligen Betrieb und dadurch den Kunden und dadurch wiederum den Angestellten.

Edit: Das Video schaue ich mir später an, aber schade, dass du das nicht nochmal mit eigenen Worten wiedergeben magst.
 
Der Typ sagt im Endeffekt auch nur, dass die den Euro wieder abgeben und die neue Währung abwerten sollen, wie ich das verstehe mit Umrechnung der Schulden in die neue Währung (wird so nicht explizit gesagt, wäre aber sonst ja mit dem Bankrott gleichzusetzen).
 
Ja, aber mit dem Unterschied, dass es der Lebensstandard in Griechenland nicht rapide sinken würde wie es jetzt der Fall ist(=>Demos, Einsparungen, Schwarzes Loch etc.pp).
 
Was passiert mit uns, wenn die Griechen ihre Schulden bei uns einfach mal übelst entwerten?! Ich weiß es nicht, und bevor ich heraus finden muss, nehme ich es lieber in Kauf dass die Griechen ihren Lebensstandart der wirtschaftlichen Realität anpassen und meinetwegen ein wenig rumjammern...
 
Ich verstehe nur Bahnhof. Hältst du was von deinen Versprechern? Die sagen mir mehr. Standarte + Leben, du bist einer von den ganz harten Schotten, ... Gott
 
Führe das bitte aus jhoech - ich verstehe nicht so recht worauf du hinaus möchtest.
 
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