Ob ich das ernst meine, fragst Du? Ja sicher! Die zentrale Frage bei der Suche nach den Ursachen des islamistischen Extremismus ist doch nicht die Anzahl der Suren im Koran. Aber es ist doch nun einmal so, dass in der Frankfurter Innenstadt ein islamischer Buchladen steht, der mit großem Erfolg eben solche Bücher wie das oben genannte verkauft, in denen den Muslimen erklärt wird, dass es in völliger Übereinstimmung mit dem Koran sei, wenn sie ihre Frauen in bestimmten Fällen schlagen.
Im Gegenzug willst Du mir erzählen, wie gut es doch die Frauen im Islam haben. Also wenn ich eine Muslima wäre, dann würde ich mich sehr wohl fragen, was denn das für eine Religion ist, die es einem Mann erlaubt, seine Frau zu prügeln. Da hätte ich ganz schnell den Kaffee auf.
Ich kann Dir jedoch keine Koranverse zitieren, die das Schlagen von Frauen rechtfertigen. Das ist auch nicht mein Job. Es geht mir darum, dass sich Muslime, die den Koran mal mehr und mal weniger gut kennen, sich solche Bücher kaufen und sich an das halten, was sie dort lesen.
Und was ist Dein Argument? Du könntest ein Buch über die Bibel schreiben! Aber das ist nicht der Punkt, wie ich schon oben schrieb. Du findest in Deutschland auf breiter Front keine Männer, die sich unter dem Deckmantel der Religion darauf berufen, ihre Frauen schlagen zu dürfen. Und ich will Dir auch sagen, warum das so ist. Hier in Deutschland zählt nämlich in erster Linie das Gesetz. Und das erlaubt solche Praktiken nun einmal nicht. Schon deshalb halten sich die Menschen daran. Für prügelnde Muslime in Deutschland scheint das allerdings kein Argument zu sein. Die kümmern sich weniger um die geltenden Gesetze, sondern darum, was in solchen Ratgebern für muslimische Männer steht. Darauf konzentriert sich im Kern das Problem.
Was setzt Du dem entgegen? Ich soll mich fragen, warum die Zahl der Kirchenbesucher sinkt? Warum sollte ich das tun? Was einige, vielleicht auch Du, anscheinend nicht so richtig begreifen (wollen), ist die Tatsache, dass Religion und Religionsausübung rein private Angelegenheiten sind. Der Kirchenbesuch oder der Kirchenaustritt ist eine Frage, die sich jeder selbst beantworten muss. Es gibt da kein Gut und kein Böse, ebenso wenig ein Richtig oder Falsch. Das ist einfach Ansichtssache bzw. eine Glaubensfrage. Und wir schreiben nun einmal niemandem vor, ob oder an was er zu glauben hat. Der christliche Glaube ist hier zwar sozusagen der Standard, der historisch gewachsen ist. Aber er ist keine Pflichtveranstaltung.
Wenn jemand nicht in die Kirche geht, dann muss er noch längst kein Verfechter oder Anhänger der Evolutionstheorie sein. Aber ich weise darauf hin, dass selbst die katholische Kirche keinen Widerspruch zwischen der biblischen Schöpfungsgeschichte und der Evolutionstheorie sieht. Das Problem haben nur einige Sektierer (Kreationisten). Aber die sprengen deswegen keine Unschuldigen in die Luft, die anderer Meinung sind.
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Die Praxis des Buchverkaufs ist das Gegenstück zu der Vorgehensweise extremistischer Islamisten im Ausland. Wirf beispielsweise einen Blick auf die Quote der Analphabeten in Afghanistan.
http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457...A9BE85BFF8AB0FBA18~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Sie wirk in dem FAZ-Artikel mit 80 Prozent angegeben, in einer anderen Quelle ist von 90 Prozent der Frauen und etwa der Hälfte der Männer die Rede. Diese Menschen haben den Koran selbst nie gelesen, weil sie nicht lesen können. Also hören sie auf das, was ihre religiösen Führer ihnen sagen, zumal diese Leute nicht selten über ein hohes Ansehen verfügen. - In dieser Schicht der Gelehrten gibt es leider eine extremistische Gruppe, die je nach Land mal größer und mal kleiner ist, und die versucht, ihre haarsträubende Koran-Auslegung zur alleinigen Wahrheit zu erheben.
Solche Gruppierungen sind es auch, die Koranschulen in aller Welt z. T. gründen oder unterwandern. Und sie sind es auch, die den Vertrieb derartiger Literatur (wie oben beschrieben) forciert. Das alles geschieht im Namen des Islam. Und nicht wenige folgen dann diesem Ruf, weil sie glauben, dann bessere Muslime zu sein.