Hartz4 besserstellung

Passend dazu: Jugend zwischen Arbeitslosigkeit und Praktikum
Das Ergebnis ist eindeutig (durch die Wirtschaftskrise?) das dem Arbeitsnachwuchs meist nur prekäre Möglichkeiten, auch bei hoher Ausbildung (wie es in dem Artikel geschildert wird) zur Verfügung stehen, wenn ...
Da wird für den Nachwuchs ein tolles Bild gezeichnet.
"Alles verschiebt sich nach hinten. Familienplanung, Alterssicherung", sagt Linda Schumann. "Und wenn ich dann daran denke, dass auf die Kosten meiner Generation die Banken gerettet werden, könnte ich eigentlich nur noch heulen."
und darüber hinaus das junge Volk (bis etwa 27) auch noch für die Boomjahre gerade stehen müssen.

Man muss abwarten wie es sich weiter entwickelt, mittelfristig geht bei so einer Lage die Geburtenrate weiter in den Keller und der demografische Wandel wird noch länger und schwerer Deutschland belasten.
 
@Relict: Bei den Zahlen bezog ich mich auf die, die in der letzten Ausgabe von "Die Zeit" beschrieben wurden. Du hast mit einem Großteil deiner Argumente recht, allerdings besteht durchaus die Möglichkeit, dass die deutsche Wirtschaft wachsen kann und dadurch mehr offene Stellen schafft, wenn sie ihre Stellen besetzen kann.
Viele Wirtschaftszweige sind hierzulande aus diversen Ursachen eben weggebrochen, der Markt fluktuiert auch immer schneller.
Eben deswegen sage ich auch, dass man an permanenter Weiterbildung arbeiten muss, wie es in den skandinavischen Ländern der Fall ist. Das natürlich der mit 55 Jahre arbeitslos gewordene Schlosser auf dem Arbeitsmarkt nur wenig Chancen hat, ist auch klar, aber wenn man sich die Masse an jungen Arbeitslosen ansieht, kann man mit Weiterbildung und Umschulung durchaus einiges erreichen.
Marktgerechte Umschulungen und Weiterbildungen finden immer noch viel zu wenig statt.
Richtig.
Ich sage auch nicht, dass Vollbeschäftigung erreichbar sei, allerdings kann man durchaus neue Jobs schaffen. Und es ist eben auch Fakt, dass die Ausbildung einen gewaltigen Einfluss auf die spätere berufliche Entwicklung hat. Natürlich ist ein Studium kein Garant für einen Job (besonders bei den Geisteswissenschaften). Aber es hilft halt doch sehr.
Immerhin fängt es bei den Akademikern auch schon an. Wären mehr Akademiker, würden auch die 4% steigen.
Das Ansteigen dieser Quote wäre wohl nicht drastisch, da hier ein großer Bedarf an Arbeitnehmer besteht (wiederum natürlich nicht in allen Berufen).

Abgesehen von einer guten allgemeinen Bildung brauchen wir also auch eine "markgerechte Umschulung und Weiterbildung", da stimmte ich dir ausdrücklich zu, das hatte ich oben auch gemeint.
Eine Wirtschaftsgrundlage ist natürlich essentiell, das ist klar. Klar ist auch, dass wir nicht nur Akademiker brauchen, sondern auch gut ausgebildete Facharbeiter und Handwerker etc. Das habe ich auch nicht bestritten.

Dennoch bleibe ich bei meiner Meinung, dass sich Investitionen in Bildung langfristig lohnen.

Siehe auch hier: http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2010-01/oecd-bildungsausgaben?page=all

Gruß,

badday
 
Da stimme ich dir überein, (Aus)Bildung, Weiterbildung sind sehr wichtig.
Man lernt nie aus, man sollte sich nicht darüber so sicher sein zu erwarten eine erreichte Qualifikation reicht ein Leben lang.
Aber man darf nicht vergessen die Weiterqualifizierung nicht allein die Aufgabe des Staates ist, die Unternehmen stehen eben so in Verantwortung ihren Mitarbeitern die Chance zu geben mit der Entwicklung Schritt zu halten und den Arbeitnehmern dabei Anreize/Unterstützung zu geben.
Die Unternehmen stehen bei der Ausbildung von Lehrlingen ebenfalls in der Pflicht sich Nachwuchspotential zu schaffen - wenn beides vernachlässigt wird und man dann nach Fachkräftemangel schreit, ist das auch teilweise den Unternehmen selbst zu verschulden.

Natürlich nicht alle, es gibt auf jedenfall Unternehmen die bilden ganz bewusst und sorfältig Lehrlinge aus um den Pool für sich zu nutzen und schicken Mitarbeiter zur Weiterqualifizierung zum Techniker für Informatik/Maschinenbau/Bauwesen ect.
 
CyberdyneSystem schrieb:
Hmm ich kann mich noch an die DM Zeit erinnert, wo ein Bekannter von mir am Fließband gearbeitet hat. 15DM hat er in der Stunde verdient, plus Zuschlag (Conectron). Heute bekommt er für die gleiche Tätigkeit nur noch 5€uro.


Arbeitnehmer aus den EU-Beitragsstaaten Ost- und Mitteleuropas erhalten ab Mai des kommenden Jahres freien Zugang zum Arbeitsmarkt in Deutschland!

Bin mal gespannt wie tief Löhne sinken können, dann wird es insbesondere im Zeitarbeits- und Niedriglohnsektor eng. Selbst Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat sich nun für die Festlegung von Mindestlöhnen in ausgewählten Branchen ausgesprochen. Feste Lohnuntergrenzen könnten da verabredet werden, wo soziale Verwerfungen vorlägen “Ich kann mir durchaus vorstellen, dass insbesondere im Frühjahr des Jahres 2011, wenn die Arbeitnehmerfreizügigkeit entsteht, weitere Branchen dazukommen müssen.“

Da kommt was auf uns zu.
 
Zuletzt bearbeitet:
Da kommt was auf uns zu.
Da kommt wirklich was auf uns zu. Und wenn nun sogar der Hundt - der nicht dafür bekannt ist - von Mindestlöhnen und mehr Arbeitnehmerrechten positiv spricht, offensichtlich sogar was großes.
Doch nicht nur im Zeitarbeits- und Niedriglohnsegment, auch im qualifizierten bis hin zum Facharztbereich findet schon länger eine Ost-Westwanderung statt. Dann "dank" EU und ihrer übereilt hinzugewonnenen neuen Mitgliedsstaaten noch viel einfacher. Dafür wandern dann unsere noch weiter gen Westen. Toll.
 
Leider sieht man oftmals nicht über den Rand der eigenen Brille hinaus und ist dann dabei, den Ast, auf dem man sitzt, abzusägen !

Der Wohlstand in Deutschland wurde in der Vergangenheit nicht nur durch das Leistungsvermögen der Deutschen und ihr technisches Können erzielt, sondern auch auf dem Buckel anderer Länder, die unsere Kunden waren und unsere Produkte kauften (Exportweltmeister !).

Dass das irgendwann zurückschwappen muss, ist doch klar ! Und dass es auch nicth gottgegeben ist, dass wir immer nur auf höchstem Niveau leben, muss man doch auch verstehen können ! Sind wir also froh, solange und so weit wir unseren Vorsprung halten können !

Deshalb müssen wir auch akzeptieren, das in unser Land Leute kommen, die unser Lohnniveau weiter hinunterziehen; so viel machen die dabei gar nicht kaputt, sondern auf lange Sicht stabilisieren sie sogar unsere Wirtschaft !

Um ein Beispiel zu nenen: Polen machen seit vielen Jahren bei uns die Spargel- und die Erdbeerernte ! Deutsche finden sich dafür überhaupt keine mehr, weil der Lohn zu niedrig ist ! Bei höheren Löhnen würde uns aber keiner mehr das Gemüse abkaufen ! Für die Polen hingegen sind die niedrigen Stundenlöhne (noch) viel Geld, denn Sie gehen damit nach Hause und haben in Deutschland in zwei drei Monaten einen polnischen Jahresverdienst zuammen !

Mit dem Geld, das sie nach Polen tragen, wird dann auch die polnische Wirtschaft stimuliert und eine aufstrebenede Wirtschaft ihrerseits wird Investitionsgüter nachfragen, was sich wieder positiv auf unseren Export und die Arbeitsplätze in Deutschland auswirken kann !

Wenn wir künstlich in Deutschland höhere Löhne festsetzen, als sich erwirtschaften lassen, schaffen sich Arbeitsplätze von alleine ab, denn dann sind die ausländischen Produkte billiger und die Nachfrage nach deutschen Produkten sinkt !

Alles ist ein sich gegenseitig bedingender Wirtschaftskereislauf des Gebens und des Nehmens und diejenigen, die Vorgänge immer isoliert betrachten und z.B. meinen, man könnte einfach vorschreiben, dass Löhne auf dem Niveau bezahlt werden, das ihnen gerecht und wünschenswert erscheint, vernichten in Wahrheit arbeitsplätze, wenn ihre Forderungenumgesetzt werden !

Unseren Wohlstand können wir nur erhalten, indem wir immer bessere Technologien und zuverlässigere Produkte mit zunehmender Produktivität herstellen !
 
eulekerwe schrieb:
.....
Um ein Beispiel zu nenen: Polen machen seit vielen Jahren bei uns die Spargel- und die Erdbeerernte ! Deutsche finden sich dafür überhaupt keine mehr, weil der Lohn zu niedrig ist ! Bei höheren Löhnen würde uns aber keiner mehr das Gemüse abkaufen ! Für die Polen hingegen sind die niedrigen Stundenlöhne (noch) viel Geld, denn Sie gehen damit nach Hause und haben in Deutschland in zwei drei Monaten einen polnischen Jahresverdienst zuammen !

Ist das normal, dass jeder Satz von Dir mit nem ! endet?
Bist Du FDP Mitglied oder Lobbyist?

Ich persönlich kann das Loblied auf die günstigen Arbeitskräfte nur zum Teil verstehen, glaube aber in der Argumentationskette einen Schwachpunkt gefunden zu haben.

Die exemplarisch genannten Arbeitskräfte kann man einfach nicht mit den hiesigen Vergleichen, weil diese "Wanderarbeiter (WA)" oftmals zu Bedingungen Wohnen und Leben, die sich mit dem von uns gewohnten Standard einfach nicht vergleichen lassen. Desweitern lebt die Familie des WA in einem Land das analog zu den ach so niedrigen Löhnen auch dementsprechend niedrigere Lebenshaltungskosten hat.

eulekerwe schrieb:
Mit dem Geld, das sie nach Polen tragen, wird dann auch die polnische Wirtschaft stimuliert und eine aufstrebenede Wirtschaft ihrerseits wird Investitionsgüter nachfragen, was sich wieder positiv auf unseren Export und die Arbeitsplätze in Deutschland auswirken kann !

Wenn wir künstlich in Deutschland höhere Löhne festsetzen, als sich erwirtschaften lassen, schaffen sich Arbeitsplätze von alleine ab, denn dann sind die ausländischen Produkte billiger und die Nachfrage nach deutschen Produkten sinkt !

Das einzig künstliche sind die horrenden Gehälter der sog. "Leitung" eines Unternehmens. Und um diese Gier zu befriedigen müssen immer weniger Arbeitnehmer immer mehr schaffen zu immer niedrigeren Löhnen.

eulekerwe schrieb:
Alles ist ein sich gegenseitig bedingender Wirtschaftskereislauf des Gebens und des Nehmens und diejenigen, die Vorgänge immer isoliert betrachten und z.B. meinen, man könnte einfach vorschreiben, dass Löhne auf dem Niveau bezahlt werden, das ihnen gerecht und wünschenswert erscheint, vernichten in Wahrheit arbeitsplätze, wenn ihre Forderungenumgesetzt werden !

Das sehe ich anders. Würde Arbeit in diesem Land anständig entlohnt werden, hätten die Menschen auch wieder Geld zum konsumieren und würden damit dem Wirtschaftskreislauf dienlicher sein, als mit Dumpinglöhnen am Existenzminimum zu kratzen.

eulekerwe schrieb:
Unseren Wohlstand können wir nur erhalten, indem wir immer bessere Technologien und zuverlässigere Produkte mit zunehmender Produktivität herstellen !

Korrekt.
 
eulekerwe schrieb:
Alles ist ein sich gegenseitig bedingender Wirtschaftskereislauf des Gebens und des Nehmens und diejenigen, die Vorgänge immer isoliert betrachten und z.B. meinen, man könnte einfach vorschreiben, dass Löhne auf dem Niveau bezahlt werden, das ihnen gerecht und wünschenswert erscheint, vernichten in Wahrheit arbeitsplätze, wenn ihre Forderungenumgesetzt werden !

Das Gebens und Nehmens - da ist Deutschland aber in der EU ein ganz schlechtes Beispiel.
Deutschland hat durch den Exportfokus, den Lohnnullrunden, den niedrigen Lohnstückkosten in der EU, durch den Ausbau des Niedriglohnsektors und einem unterbezahlten Leiharbeitssektor ein großes wirtschaftliches Defizit erzeugt (das Statistische Bundesamt hat seit 1949 nun festgestellt das gesamtdeutsche Bruttoverdienste gesunken sind) - die Länder die höhe Löhne/Lohnstückkosten aufweisen, das sind alle Südeuropäischen-Länder, zahlen nach Jahren des Pumps durch den Luxus in der EU wohl die Zeche.
Ist Deutschlands Sparsamkeit schuld an den Problemen?
Oder von Auswärts: Germany's Choice
Im Ersten Artikel heißt es das Deutschland über die Jahre wie die anderen EU-Länder, die Löhne hätte erhöhen sollen - was Deutschland nicht getan hat.
Übrigens wenn viele EU-Länder jetzt das große Sparen beginnen, kann Deutschland gleich mehrfach leiden - der Export in die EU-Länder könnte einbrechen, die Wirtschaft leidet noch mehr und wenn viele EU-Länder auf Sparkurs fahren, könnte es zur Deflation in Europa kommen - das ist auch unschön.

Natürlich liegt vieles an die Wirtschaftskrise - anhand die Zahlen die Vorliegen zu behaupten es geht Aufwärts ist utopisch. Dazu folgendes Zahlenmaterial:
Bruttoverdienste sinken erstmals in Deutschland

Es zeugt selbst von Dekadenz wenn ein Westerwelle und co sich bei der Kritik des Sozialstaates wohler fühlen als bei den Dingen wo sie sich eher Gedanken machen sollten, bei der Wirtschaft.
Bei einer Krise die Sozialzahlungen zu kürzen ist ebenfalls falsch, der Binnenkonsum bricht mit ein - das heizt einen Teufelskreislauf an.
 
eulekerwe schrieb:
Um ein Beispiel zu nennen: Polen machen seit vielen Jahren bei uns die Spargel- und die Erdbeerernte ! Deutsche finden sich dafür überhaupt keine mehr,

Schnee von vorgestern. Auch Polen finden sich immer weniger, weil sie in Dänemark das doppelte dafür bekommen. Auch mit ein Grund für die Forderungen des verstärkten Einsatzes durch Hartz-IV-Empfänger. Tja andere Länder können ihre Produkte trotzdem verkaufen, obwohl sie mehr Lohn zahlen, ja sogar mit Mindestlöhnen. Nur der blöde Deutsche buckelt weiterhin für das Versagen oder Wohlbefinden Dritter.
 
Die Polen lassen mittlerweile die Ukrainer für sich arbeiten, weil Polen längst kein so Billig-Lohnland ist wie noch vor ein paar Jahren. Und das ist der Vorteil der Osterweiterung. Die Billig-Lohnland-Grenze zieht immer mehr gen Osten. Früher sind die Firmen nach Tschechien und Polen um billig zu produzieren. Heute müssen sie schon nach Bulgarien oder Rumänien, was andere Probleme nach sich zieht ( Logistik, Qualität ). Deutschland profitiert von der Osterweiterung.
 
Relict schrieb:
Schnee von vorgestern. Auch Polen finden sich immer weniger, weil sie in Dänemark das doppelte dafür bekommen..

...und dennoch kostet der Deutsche Spargel ziemlich genau einen €uro mehr,obwohl immer noch zu Dumpingpreisen geerntet. Da sieht man sehr genau wo die meisten deutschen Unternehmer ihre Prioritäten setzen. Am eigenen Gewinn,NIX anderem.
 
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