Kann eine Regierung Armut bekämpfen?

@ andiac

Und trotzdem ist er zu 100% selbst dafür verantwortlich, wie er mit dem Erlebten umgeht! Das habe ich auch schon in einem vorherigen Post illustriert!
Nicht jeder mit schwerer Kindheit wird kriminell, drogensüchtig oder gerät sonst irgendwie auf schiefe Bahn!
So wie du schreibst, ist jeder Vergewaltiger, Mörder, Räuber oder Erpresser auch nicht verantwortlich für seine Taten, da die meisten auch eine schwere oder zumindest negativ beeinflussende Kindheit hatten... Mit der Denkweise stellst du jedem einen Freifahrschein für sein Handeln aus, ohne auch nur im geringsten Verantwortung zu übernehmen!
Ich finde deine Ansicht einfach total naiv.
Jeder halbwegs erwachsene Mensch (und das fängt aber schon mit 16-17 an) sollte in der Lage sein über sein Handeln zu reflektieren! Und das kann auch jemand, der eine schwere Kindheit hatte!
 
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@ Seppuku

Ui. :)

Abenteuerlich, was du mir da unterstellst und über mich denkst.
Ich denke nicht, dass ich mich so ausgedrückt habe, dass man das so verstehen muss, wie du das anscheinend verstanden hast.

Leider würde das jetzt auch wieder zu tief gehen für den Thread hier.

Nur um dir dazu kurz etwas zu sagen:
Die Gerichte sind seit ein paar Jahren auch schon so weit, dass sie bei verschiedenen Menschen je nach Biographie dann zu Einschätzungen kommen, die dann lauten "vermindert schuldfähig" oder "nicht schuldfähig".
Denn natürlich gibt es Menschen, die so dermaßen beschissene Entwicklungsphasen durchgemacht haben, dass Eigenschaften wie Verantwortungsgefühl oder Einfühlungsvermögen etc. sich entweder garnicht erst entwickelt haben, oder verletzt oder zerstört worden sind.


P.S.: Schuld und Verantwortung sind außerdem zwei unterschiedliche Begriffe mit unterschiedlichen Bedeutungen. Das weiß sogar ich. ;)


Und trotzdem ist er zu 100% selbst dafür verantwortlich, wie er mit dem Erlebten umgeht! Das habe ich auch schon in einem vorherigen Post illustriert!
Nicht jeder mit schwerer Kindheit wird kriminell, drogensüchtig oder gerät sonst irgendwie auf schiefe Bahn!

Ich würde nicht sagen, dass ein Kind oder Jugendlicher, welches(r) jahrelang von Vater oder Mutter sexuell missbraucht worden ist, zu 100% dafür verantwortlich ist, wie es (er) mit dem Erlebten umgeht.
Wer so denkt, macht es sich sehr sehr leicht und verhält sich äußerst unfair gegenüber Menschen, die tatsächlich sowas durchgemacht haben.
Auch als Erwachsener sind diese Menschen dafür nicht zu 100% verantwortlich.
Denn kein Mensch dieser Welt kann es schaffen, sowas ganz alleine aufzuarbeiten.

Ich frag mich, was dich treibt, so unmenschlich und abartig zu denken?
 
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Eine Regierung kann sehr wohl Armut bekämpfen.
Es ist leichter als man glaubt.
Hartz IV abschaffen und den Bedürftigen mehr Geld geben. ;)
 
das ist eine durdachte Lösung wenn auch nicht von Robert Neumann durchdacht
http://de.wikipedia.org/wiki/Negative_Einkommensteuer

Für Friedman ist der Wohlfahrtsstaat ein Betrug an den Leuten, die noch arbeiten und Steuern zahlen. Hierzu zeigte er die Methoden auf, in welcher Art und Weise Geld ausgegeben wird:

1. eigenes Geld für sich selbst ausgeben, zum Beispiel beim Einkaufen im Schuhladen
2. eigenes Geld für andere ausgeben, was vor allem zu Weihnachten geschieht
3. anderer Leute Geld für sich selbst ausgeben, indem man auf Kosten der Firma speist oder mit dem Taxi fährt
4. anderer Leute Geld für andere ausgeben, was vornehmlich der Wohlfahrtsstaat macht

Für ihn gibt ein klares Gefälle zwischen den Methoden von eins nach vier. Die Leichtfertigkeit, mit der der Mensch mit Geld umgeht, nehme von eins bis vier eindeutig zu. Für Friedman sind die Methoden drei und vier der Grund für die Inflation und die Ursache für den Verfall der westlichen Industrienationen. Mit der Behauptung, die Armen zu unterstützen, ziehe der Sozialstaat mit seiner mächtigen Wohlfahrts-Bürokratie dem Mann im Büro und an der Werkbank das Geld aus der Tasche. Teile man aber den Betrag, der bis kurz vor 1980 in den USA zur Bekämpfung der Armut ausgegeben wurde, durch die Zahl der Menschen, die nach amtlicher Statistik bedürftig sind, dann müsste das Einkommen dieser Bedürftigen eineinhalb- bis zweimal so groß sein wie das durchschnittliche Einkommen der Bevölkerung. In Wirklichkeit bliebe für die Bedürftigen wenig übrig. Denn das Geld werde vor allem für die Bürokratie und Personalkosten verwendet.

http://de.wikipedia.org/wiki/Milton_Friedman
 
Robert Neumann schrieb:
Hartz IV abschaffen und den Bedürftigen mehr Geld geben.
… meine kurze Rede ist vielleicht nicht durchdacht, aber plausibel.
Der Vorschlag ist weder durchdacht noch plausibel. Vielmehr ist es erschreckend und traurig, wie in diesem Forum so manche anspruchsvolle Diskussion durch derartige Beiträge verunstaltet wird.

Schauen wir uns die „kurze Rede“ genauer an. Sonst heißt es nämlich wieder, man sei nicht wiederlegt worden. In einem ersten Schritt wird also Hartz IV abgeschafft. Na prima. Denn die Hartz-Gesetze beinhalten die Prüfung der Bedürftigkeit. Wie viele Personen leben in der Bedarfsgemeinschaft, wie hoch sind die Miete und die Nebenkosten? Wie hoch ist das erzielte Einkommen? Können besondere Ansprüche geltend gemacht werden? – Mit der Abschaffung von Hartz IV kann die Behörde nicht länger feststellen, ob jemand bedürftig ist.

Da im zweiten Teil des Vorschlags „die Bedürftigen“ mehr Geld bekommen sollen, gibt es somit für niemanden auch nur einen Cent.

Also vielleicht doch Harzt IV inklusive Bedürftigkeitsprüfung beibehalten und nur die Regelsätze anheben? Das wäre zumindest genau das Gegenteil dessen, was oben vorgeschlagen wurde.

Und wenn man nicht auf dem Argumentationsniveau eines Achtjährigen verharren, sondern ernst genommen werden möchte, müsste in einem weiteren Schritt die Frage geklärt werden, woher das Geld kommen soll, das man zusätzlich verteilen will:

Das Geld einfach drucken und Höchstpreise festsetzen?
Die Steuerzahler zusätzlich belasten und das Geld umverteilen?
Das Geld „irgendwo“ einsparen? (Wo, wann und in welcher Höhe?)

Und vor allem, um die Diskussion nicht zu eindimensional zu gestalten und um der Realität etwas besser gerecht zu werden: Wie reagieren diejenigen, denen eine Mehrbelastung zugemutet wird? Wie ändert sich ihr Konsumverhalten? Wie reagieren Vermögende, die es sich ohne Weiteres leisten könnten, ins Ausland zu gehen, wo sie weniger stark belastet werden?

Fragen über Fragen, die durch den „Vorschlag“ neu aufgeworfen werden. Aber nicht der Ansatz einer Beschäftigung mit diesen Problemstellungen, die sich unweigerlich ergeben würden. – Welchen Sinn machen solche Vorschläge in Diskussionen wie dieser hier? Dieses Kindergarten-Niveau geht mir echt auf den Wecker.
 
@keshkau

gut, dann sollte auf jedenfall der Harz IV Betrag erhöht werden.
Fakt ist das der festgesetzte Betrag von 347 Euro im Monat für die Leistungsempfänger nicht ausreicht um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Eine moderate Erhöhung auf mindestens 500 Euro sehe ich als angemessen.

Woher soll das Geld kommen?
Umverteilung im Bundeshaushaltsbudget, Teil-Abzweigung der Gelder von weniger wichtigen Ressorts.

Wenn das jetzt kein plausibler Beitrag war heiß ich nicht mehr Robert Neumann.
 
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@ Robert Neumann

Und was sind in deinen Augen weniger wichtige Ressorts?
 
diesen Teil habe ich bewußt weggelassen.
es gibt weniger wichtige Ressorts bei denen jeweils ein kleiner Teil
für die Harz IV Erhöhungen abgezwackt wird.
Sowas wird auch Umverteilung genannt.
 
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Es geht auch darum einen Anreiz zu schaffen überhaupt wieder zu arbeiten
Nur so als Beispiel vierköpfige Familie ALG2 1194 2x351plus2x284 Euro plus 619 Warmmiete=ca 2000 Euro Netto die meisten gering qualifizierten verdienen nicht mal so viel aber alg gibts mit 100% Freizeit und das soll dann auf 500 erhöht werden was dann 2600 Netto wären dann würden sich schon einige Akademiker fragen ob es sich noch lohnt zu arbeiten ist das wirklich dein Ernst?

Und das geilste der Vermögensfreibetrag für die Familie sind 20.000€

20.000 auf dem konto und 2000 netto ich muss echt überlegen ob dieses Hartz4 ding nicht auch was für mich ist noch ein bißchen schwarzarbeit das passt dann schon.
 
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@ Robert Neumann

Was ist das dann für eine Diskussionsbasis?
Dann könnte ich auch sagen: Die Regierung könnte die Armut mit einer Vollbeschäftigung bekämpfen!
Wie sie das erreichen soll?
Ganz einfach, mit der Schaffung von genügend gutbezahlter Abreitsplätze...
Wo ist also das große Problem...?


Ganz aktuell für dich:
Würden monatlich statt 351 Euro künftig 420 Euro an Arbeitslosengeld-II-Empfänger überwiesen, würde das den Steuerzahler mit zehn Milliarden Euro Mehrkosten belasten.
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Finanzen-Hartz-IV-Soziales;art130,2606313



@ GordonGekko

Eben!
 
das würde dem Steuerzahler nicht einen Cent kosten.

Teil-Abzweigung für die Aufstockung von Harz IV bei weniger wichtigen Resorts:

Verteidigung/Verkehr/Justiz/Entwicklung
 
dann fahren wir auf löchrigen straßen müsen jahrelang auf einen prozess warten leben in einem land das sich nicht verteidigen kann und lassen kinder in afrika verhungern damit eine arbeitlose familie 2600 netto bekommt um sich einen audi leisten zu können ich frage nochmal ist das dein ernst?
 
Und aufgrund des Wegfalls von Investitionen in die Rüstungsindustrie hast du natürlich gleich etliche zehntausend Arbeitslose mehr. Die daraus resultierenden Mehrkosten werden dann am besten durch Einsparungen um Gesundheitssystem finanziert. Denke nicht jeder Krebspatient benötigt auch eine Behandlung.

Man verzeihe mir diesen Sarkasmus. Aber über Beiträge wie die von Robert Neumann lohnt es sich nicht weiter nachzudenken.

An den Ersteller dieser geistreichen Beiträge mal eine Frage:

Findest du es nicht irgendwie extrem unhöflich gegenüber den Mitdiskutanten auf diese Art und Weise deine Beiträge zu verfassen?

Ist es zu viel Verlangt, wenn man erwartet, dass Menschen die an einer ernsthaften Diskussion interessiert sind sich auch zu der diskutierten Thematik Informationen holen?
 
Robert Neumann schrieb:
Eine moderate Erhöhung auf mindestens 500 Euro sehe ich als angemessen
Wenn der aktuelle Regelsatz bei 351 Euro liegen sollte, dann wäre das eine „moderate“ Erhöhung um 42,45 Prozent. Diese 150 Euro monatlich addieren sich zu 1.800 Euro im Jahr. Jetzt multiplizieren wir das noch mit der Anzahl der Hartz-IV-Empfänger (Erwachsene und Kinder mit einem anteiligen Regelsatz), dann kommen wir in Regionen, die mein Taschenrechner schon nicht mehr anzeigen kann.

Und die übrigen Ressorts schwimmen ja alle im Geld: Der Justizbereich hat schon heute nicht genug Geld, um ausreichend Staatsanwälte und Richter einzustellen. Viele Straßenbau werden seit Jahren nicht ausreichend saniert. Viele Wohngegenden wurden nach dem Krieg errichtet und hätten längst mal eine Sanierung der alten Wasserleitungen nötig. Außerdem hat jeder Deutsche über 18.000 Euro Schulden, wenn man die Staatsverschuldung auf die Einwohner verteilt. Dafür sind jährlich ohne Ende Zinsen fällig.

Wir haben eben nicht genug Geld herumliegen, sondern kämen um eine Mehrbelastung der arbeitenden Bevölkerung nicht herum. Folglich muss man auch bereit sein, diesen Schritt weiterzudenken. Wenn ich den Durchschnittsverdiener mit 80 Euro mehr Steuern im Monat belaste, dann wirkt sich das auf sein Konsumverhalten aus. Das werden wieder andere zu spüren bekommen, die ihrerseits den Gürtel enger schnallen müssen.

Es werden an anderer Stelle also weniger Gewinne gemacht (und daraufhin weniger Steuern gezahlt), möglicherweise werden auch Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren und nunmehr die Hand aufhalten statt weiterhin in die Kassen einzuzahlen. Das alles will bedacht sein.

Wenn ich jetzt noch überlege, dass von Arbeitslosigkeit tendenziell stärker diejenigen betroffen sind, die über keine gute Ausbildung verfügen, dann kann man sich denken, dass diese Menschen entsprechend gering entlohnt werden. Eine so drastische Anhebung der Regelsätze wäre Gift für die Arbeitsmotivation. So zieht man sich Leute heran, die keine anderen Ziele mehr entwickeln als von Hartz IV zu leben. Super Aussichten!
 
das habe ich befürchtet das sowas kommt.

ich rede von einstelligen Prozentzahlen die den jeweiligen Resorts vom Finanzminister Peer Steinbrück eingesammelt werden um es den bedürftigen armen Harz IV Empfängern zu geben.
diese kleinen Geldbeträge können verschmerzt werden. In erster Linie geht es um die Reduzierung der Arbeitslosen, am besten wäre natürlich eine Arbeitslosenquote von 0 Prozent.
Nur momentan geht es um die jetzt bestehenden Leistungsempfänger denen das bischen Geld hinten und vorne nicht reicht. Ein Kühlschrank geht auch irgendwann mal kaputt...wie sieht
es mit Kleidung und Möbel aus? Das alles wird nicht vom Staat finanziert.

an keshkau:
ob ich das nochmal erleben darf, das meine Beiträge mit offenen armen und breiter Zustimmung empfangen werden.....
 
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Und welchen Sinn hätte das ganze? Welchen Mehrwert bringt es der Gesellschaft, wenn das so gemacht wird?
 
@Robert Neumann
Das hängt ganz allein von Dir ab. Du bist immer noch in der Bringschuld für die Finanzierung Deines Vorschlages. Um es etwas handfester zu machen, solltest Du einen Blick in den Bundeshaushalt werfen und die Punkte nennen, die Du meinst.

http://www.bundesfinanzministerium.de/bundeshaushalt2008/html/index.html

Es ist eben nicht damit getan zu sagen, man solle hier und da einen Prozentpunkt streichen. Diese Ausgabe-Positionen sind ja keine schlechten Scherze, sondern basieren auf konkreten Verpflichtungen, etwa gegenüber dem Personal, das im öffentlichen Dienst angestellt ist. Wenn man dort etwas zusammenstreicht,dann bedeutet das ganz konkret Einkommenseinbußen bei Beamten und Angestellten.

Und wenn man am Material spart, etwa bei der Polizei, dann muss man auch sagen, dass es eben keinen Digitalfunk geben wird und dass die Polizisten auch in zehn Jahren noch mit ihren kiloschweren Funkgeräten durch die Gegend laufen sollen.

Oder wenn man im Militärbereich sparen will, dann muss es auch hier konkret werden. Auf der einen Seite sollen mehr Soldaten nach Afghanistan geschickt werden (das erhöht die Personalkosten), andererseits will man dort das Geld zusammenstreichen. Das passt aber nun mal nicht.

Und dann wirf auch mal einen Blick auf die Nettokreditaufnahme. Das ist ein großer Batzen Geld, der jedes Jahr neu als Schulden aufgenommen wird, weil das Geld vorne und hinten fehlt. Wo willst Du denn da noch Einsparungen vornehmen?
 
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