Netzwerkkabel "schonend" zwischen Stockwerken verlegen?

ascer

Captain
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Hallo Community,

ein Freund von mir wohnt in einer im Familienbesitz befindlichen Doppelhaushälfte. Im 1. Stock befindet sich in einem Zimmer ein Durchbruch, bei dem ein CAT5e Kabel ankommt. Aktuell hat er mit WLAN und DLAN alle restlichen Zimmer verbunden. Die Empfangsqualität ist in beiden Fällen aber bescheiden.
Er weiß nicht ob, und wenn ja wo, Leerrohre liegen.

Andere Zimmer im 1. Stock könnte man unter Umständen ja noch relativ einfach per Bohren durch die nicht-tragenden, dünneren Wände realisieren...aber wie bekommt das Kabel auch ins Erdgeschoss verlegt?

Durch den Fußboden durchbohren ist wohl eher keine so gute Idee? Vor allem, da dort Fußbodenheizung liegt.

Wäre z.B. durch den Fensterrahmen raus, dann an der Hauswand entlang und unten beim Fensterrahmen wieder rein eine gute Idee? Die Löcher dann jeweils mit Silikon o.Ä. verdichtet?

Ich nehme jedenfalls mal stark an, dass ein isoliertes CAT6 kein Problem mit Sommersonne oder Winterkälte an der Hauswand haben sollte?!

Ich helfe ihm ein wenig bei IT-Angelegenheiten, bin aber handwerklich nicht wirklich versiert. Deshalb wollte ich mal die Expertise der handwerklich Begabteren hier im Forum angraben ;)

viele Grüße

ascer
 
Irgendwo müssen doch die Abwasserleitungen runter gehen, vielleicht ist da ein Kanal, den man nutzen kann? Bei mir ist das Abwasserrohr vom Bad runter in die Küche hinter einer Blende, da würden noch Kabel reinpassen.
 
Hi,

Fensterrahmen anbohren oder vergleichbar, davon würde ich ganz ganz massiv abraten. Entweder man bekommt es nicht mehr dicht, die Isolierung ist hinüber oder sonstwas. Das ist es nicht wert.

Ich würde tatsächlich eher an einer Stelle, wo man sicher sein kann, durch den Boden gehen. Allerdings würde ich da vorab mit einem Fachmann sprechen. Man kann natürlich auch außen am Haus runter gehen, aber ich würde das intern machen.

Gibt es sonst keine Kabel / Rohre, die im Haus von oben nach unten gehen?

VG,
Mad
 
Evtl gibt es auch ein Kaminschacht, den man nutzen könnte.
 
matraj63 schrieb:
Irgendwo müssen doch die Abwasserleitungen runter gehen, vielleicht ist da ein Kanal, den man nutzen kann? Bei mir ist das Abwasserrohr vom Bad runter in die Küche hinter einer Blende, da würden noch Kabel reinpassen.

Das ist keine schlechte Idee, dass werde ich mit ihm mal prüfen.


Madman1209 schrieb:
Hi,

Fensterrahmen anbohren oder vergleichbar, davon würde ich ganz ganz massiv abraten. Entweder man bekommt es nicht mehr dicht, die Isolierung ist hinüber oder sonstwas. Das ist es nicht wert.

Ist das tatsächlich so problematisch? Sollte ein wenig Silikon o.Ä. das Problem nicht beheben?


Madman1209 schrieb:
Ich würde tatsächlich eher an einer Stelle, wo man sicher sein kann, durch den Boden gehen. Allerdings würde ich da vorab mit einem Fachmann sprechen.

Ok, dass werde ich mit ihm zusammen auch mal evaluieren.
 
Wo kommt eigentlich das Kabel, das oben schon liegt, her?
 
ascer schrieb:
Ich nehme jedenfalls mal stark an, dass ein isoliertes CAT6 kein Problem mit Sommersonne oder Winterkälte an der Hauswand haben sollte?!

Sobald es nicht ausschließlich von Dose zum Gerät geht, nimmt man kein Patchkabel sondern Verlegekabel. Deswegen heißt das auch so. ;) In dem Fall sogar Verlegekabel für den Außenbereich – Kälte, Wasser und Sonne setzen dem mehr zu als man denkt.

Wenn ein Durchbruch schon vorhanden ist, kann man den ja nutzen. Was ist denn am anderen Ende des Kabels?
Vielleicht auch das vorhandene Cat5e-Kabel und dahinter einen Switch, daran dann Access-Point o. Ä.

Am besten eine Skizze des Hauses, auf dem man den Durchbruch, den Internetzugang, die zu versorgenden Räume und Geräte darin sieht.
 
Ok, also falls es die Hauswand wird, dann dafür definitiv extra Verlegekabel, welches explizit für den Außenbereich vorgesehen ist, nehmen. Danke :)

Der Durchbruch geht in die andere Doppelhaushälfte, die ebenfalls seiner Familie gehört. Dort steht dann auch der eigentliche Internetzugang u.s.w.
 
Ganz habe ich es noch nicht verstanden. Was ist das für ein KAT5e Kabel bei einem Durchbruch; woher kommt das? Wenn das so ist, dass das unbekannt ist, dann gibt es Geräte (vielleicht bei einem Baumarkt oder Elektriker leihen) mit denen man eine Leitung in der Wand verfolgen kann. Gleiches gilt auch auch für das Festlegen der Heizschlangen im Boden.
Wenn du absolut von der Aussenverlegung nicht abzubringen bist, dann würde ich um wenige Euronen ein Eloktrorohr vorsehen. Das meist färbige Kabel sieht auch nicht so schön aus wie das graue Rohr (gebe es auch eckig als Installationskanal mit etwa 2x2cm.
 
Zuletzt bearbeitet:
Fußbodenheizung verläuft nicht in den Ecken des Raumes. Da gibt es Installationszonen. Es besteht also die Möglichkeit durch die Decke zu bohren (ganz weit am Rand, so das es die Fußleiste noch verdeckt)

Rauswärts bohren ist wassertechnisch und isolationsmäßig gesehen gar nicht zu empfehlen.

EDIT: oder du gehst hinter den Türrahmen durch und nagelst es Aufputz (das ist aber die häßlichste Variante - 90m sollten nicht überschritten werden)

Nilson schrieb:
Evtl gibt es auch ein Kaminschacht, den man nutzen könnte.
Da musst du aber mit dem örtlichen Kaminkehrer reden, denn da kann es ganz schnell sehr teuer werden. Kamin darf nicht angebohrt werden etc.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

Ist das tatsächlich so problematisch? Sollte ein wenig Silikon o.Ä. das Problem nicht beheben?

ich bin natürlich auch kein Fachmann, habe mich aber vor Kurzem erkundigt, weil Rollos an den Fenstern (Kunststoffrahmen) angebracht werden sollten. Aussage fast aller Fachleute dazu: Um Himmels willen nicht anbohren oder sowas! Das macht die Isolation zunichte, kann Schimmel verursachen, Nässe kann eindringen und und und. Daher hätte ich gesagt: bei einem kompletten Durchbohren dürfte das Problem eher schlimmer als besser werden.

Aber wie gesagt: ich bin auch kein Fachmann!

VG,
Mad
 
@Madman1209 - das ist korrekt, denn nicht etwa Regen ist das Problem (der tritt ja immer nur sporadisch auf) sondern Schwitzwasser, durch den Temperaturunterschied. Das gibt häßliche Flecken und Schäden an Wänden.
 
Hoikaiden schrieb:
Da musst du aber mit dem örtlichen Kaminkehrer reden, denn da kann es ganz schnell sehr teuer werden. Kamin darf nicht angebohrt werden etc.
Bei uns haben sie da das Kabel für den Kabel-TV-Anschluss durchgelegt. Deswegen kam ich drauf.
 
Das Cat5-Kabel kommt von der anderen Doppelhaushälfte aus, ebenfalls aus dem ersten Stock (keine Ahnung warum, die ganze Familie hat gefühlt wenig Ahnung von IT). Ursprünglich sollten in die zweite Doppelhaushälfte mal mehr Familie als nur mein Freund rein...da die aber Internet nicht interessiert, hat man einfach nur ein Cat5-Kabel in das Zimmer im 1. Stock gelegt, wo mein Freund rein sollte. Da der mittlerweile Mitte 20 ist und die Doppelhaushälfte ansonsten leersteht, darf er auf unbestimmte Zeit die komplette Doppelhaushälfte nutzen.

Da er aber schon mehrere internetfähige Geräte hat, würde er halt gerne überall hin Kabel verlegen.

Keine Fußbodenheizung in den Ecken ist ein guter Tipp. Das werde ich ihm auch mal so weitergeben.
 
Hi,

doofe Frage, aber: ist Telefon in jedes Zimmer gelegt? Darüber lassen sich theoretisch auch 100MBit realisieren. Eventuell wäre das eine Möglichkeit.

Ansonsten würde ich wirklich auch sagen: durch den Boden an einer Stelle, wo sicher keine Heizung ist. Sollte das kleinste Problem sein das rauszufinden.

VG,
Mad
 
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was für Neandertaler die vorherigen Familienmitglieder waren, die dort residierten...denn nein, Telefon gibt es in seiner Doppelhaushälfte gar nicht. Gefühlt hatten die nur Handys.

Ok, dann werde ich mich mal weiter für "durch-den-bohren" schlau machen und ihm das so weitergeben. Vielen Dank soweit!
 
Also ich hab das ganze von uns auch über die Außenwand gelegt (vom Keller bis unters Dach).

Ich habe im Keller neben dem Kellerfenster ein kleines Löchlein gebohrt in welches ein Kabelrohr reinging
(in etwa so eins: https://www.amazon.de/Kopos-Elektro...79743625&sr=8-1-fkmr0&keywords=Kabelrohr+RJ45 ) nur entsprechend kürzer ;) )
Dort das Kabel durch. Das Kabel durch einen eckigen Schacht an der Hauswand entlang (gut das die Wand weiß war.. sonst hätte ich den Schacht streichen dürfen) ( https://www.amazon.de/Hama-Kabelkan...TF8&qid=1479743743&sr=8-5&keywords=Kabelkanal ) und oben wieder durch ein Rohr nach innen gelegt. Dann entsprechend das Verlegekabel auf ein patchfeld im Keller und oben aufgelegt. Die Löcher habe ich soweit und so gut wie es ging wieder zugeschmiert und das Rohr wenigstens etwas mit Silikon aufgefüllt. So ist das Kabel eigentlich vor den Ausseneinflüssen wie Sonne, Wasser etc. gut geschützt und hält jetzt problemlos seit mind. 5 Jahren ;) Das Kabel hat in etwa 25 bis 30 Meter.
 
ascer schrieb:
Er weiß nicht ob, und wenn ja wo, Leerrohre liegen.

Das lässt sich ja leicht herausfinden. Wenn welche vorhanden sind (wovon ich ausgehe - denn keine Telefonverkabelung und keine Leerrohre wäre schon sehr ungewöhnlich), dann kommen sie (ggf. auch hinter installierten Leisten/Blenden/in Kanälen versteckt/...) grob in der Nähe des Sicherungskastens aus der Wand oder Decke. Wenn er diese dann gefunden hat, befestigt er einen Staubsauger mit Gaffatape an einem Leerrohr seiner Wahl; dort im Haus, wo es dann laut jault und pfeift, ist das andere Ende dieses Rohres - da kann er wortwörtlich nach Gehör gehen.

Wäre natürlich die "schonendste" Lösung.
 
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