slogen schrieb:
Klar 1 Qubit ist viel "leistungsfähiger" als 1 Bit. Ja, aber wie arbeitet man damit....
Eigentlich genau so wie mit einem normalen PC. Es gibt Prozesse, in denen ein Quantencomputer schneller ist. Die realistische Zukunft ist, dass ein PC Quantenkomponenten (bspw an einer Schnittstelle wie PCIe) angebunden hat und bestimmte Prozesse damit berechnet, während andere normal von CPU und GPU berechnet werden.
Konkret profitiert man von Qubits bei komplexen Berechnungen, die viele Informationen gleichzeitig verarbeiten müssen. Ein Qubit kann bspw den Status 0 und 1 gleichzeitig annehmen (Superposition), während ein normales Bit 0 oder 1 hat. Bei 4 Bit kann ich also
eine Zahl von 0 bis 15 (2^4=16) speichern. Bei 4 Qubit hast du 2^4=16 Zustände
gleichzeitig vorliegen. Du kannst also 16 Informationen statt einer "ablegen". Es hängt jetzt also nicht mehr davon ab, die "richtigen" Informationen im Speicher abzulegen, da der mit den Qubits prinzipiell riesig ist, sondern die "richtigen" Fragen an den Speicher zu stellen. Damit knackt man etwa Verschlüsselungen in Minuten statt in Jahrzehnten, weil in einem genügend großen Quantenspeicher jedes erdenkliche Passwort ja bereits gespeichert ist, wenn Superposition vorliegt. Wenn ich also einen öffentlichen Schlüssel in einem WLAN abfange und die Response vom Empfänger kenne, wenn die Verbindung gelungen ist, kann ich diese Information in einem Quantencomputer so verarbeiten, dass er mir den privaten Schlüssel ausspuckt.
Das hilft aber nicht bei jeder Art von Berechnung, weshalb es Prozesse gibt, bei denen binäre PCs schneller oder gleichschnell bleiben werden.
Zum Thema: Ich freue mich, dass es in dem Bereich ein konkretes Produkt gibt, auch wenn ich AWS zutraue, nur eigene Interessen damit zu verfolgen. So richtig erklären sie ja auch nicht, wozu man den Quantenchip jetzt braucht. Solange kein großer Chiphersteller mit dabei ist, klingt es erst einmal nach Marketing.