keshkau
Commodore
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Als die Proteste/Unruhen in Tibet begannen, reagierte die chinesische Führung schnell und konsequent. Ausländer wurden ausgewiesen, Internetleitungen wurden gekappt und die Zensur griff durch. Die Faktenlage ist dünn. Daher kann man nicht ohne Weiteres beurteilen, ob nun auf friedliche oder gewalttätige Demonstranten oder auf Plünderer geschossen wurde. Ein bitterer Beigeschmack bleibt trotzdem, zumal man sich an das Vorgehen im Juli 1989 auf dem Platz dem Himmlischen Friedens erinnert. http://de.wikipedia.org/wiki/Tian'anmen-Massaker
Nun ist der Deutsche Olympische Sportbund keine politische Organisation, wie auch DOSB-Präsident Thomas Bach betont, der sich als Florettfechter und Sprecher der Aktiven schon 1980 gegen einen Boykott der Spiele in Moskau aussprach.
Boykottgegner argumentieren, dass ein Boykott keinen Einfluss auf die Innenpolitik Chinas habe. Die Frage ist aber auch, ob eine Teilnahme etwas ändern würde. Wenn die Sportler und die Weltpresse rund um das olympische Dorf kaserniert und isoliert werden, kann die Staatsmacht im Lande immer noch ungehindert schalten und walten, wie sie will.
Mir drängt sich ein wenig der Vergleich mit den Spielen 1936 in Berlin auf. Hätte das Ausland den Spielen nicht besser fernbleiben sollen, um ein Zeichen zu setzen?
Aktuell gefragt: Können Athleten sich darauf beruhen, nur Sportler zu sein und keine Politiker? Setzt man als Sportler kein Zeichen durch seine Teilnahme? Der Leistungssport in Deutschland ist nicht losgelöst von der Politik, weil er massiv gefördert wird (Bundeswehr, Sporthilfe usw.). Wenn deutsche Sportler nach Peking reisen, könnte das als ein politisches Signal verstanden werden. Will man dieses Risiko eingehen?
Für die betroffenen Sportler wäre ein Boykott eine persönliche Katastrophe. Das bestreitet niemand. Aber soll die Diskussion deshalb schon beendet sein? Ich wünsche mir, dass handfeste Gründe für oder gegen einen Boykott auf dem Tisch liegen, bevor diese Frage „aus dem Bauch heraus“ entschieden wird.
Man kann es sich einfach machen und sagen: "Klar fliegen unsere Sportler dahin. Ich will schließlich die Wettkämpfe sehen." Zugegeben, das wollen viele. Aber um jeden Preis?
Nun ist der Deutsche Olympische Sportbund keine politische Organisation, wie auch DOSB-Präsident Thomas Bach betont, der sich als Florettfechter und Sprecher der Aktiven schon 1980 gegen einen Boykott der Spiele in Moskau aussprach.
Boykottgegner argumentieren, dass ein Boykott keinen Einfluss auf die Innenpolitik Chinas habe. Die Frage ist aber auch, ob eine Teilnahme etwas ändern würde. Wenn die Sportler und die Weltpresse rund um das olympische Dorf kaserniert und isoliert werden, kann die Staatsmacht im Lande immer noch ungehindert schalten und walten, wie sie will.
Mir drängt sich ein wenig der Vergleich mit den Spielen 1936 in Berlin auf. Hätte das Ausland den Spielen nicht besser fernbleiben sollen, um ein Zeichen zu setzen?
Aktuell gefragt: Können Athleten sich darauf beruhen, nur Sportler zu sein und keine Politiker? Setzt man als Sportler kein Zeichen durch seine Teilnahme? Der Leistungssport in Deutschland ist nicht losgelöst von der Politik, weil er massiv gefördert wird (Bundeswehr, Sporthilfe usw.). Wenn deutsche Sportler nach Peking reisen, könnte das als ein politisches Signal verstanden werden. Will man dieses Risiko eingehen?
Für die betroffenen Sportler wäre ein Boykott eine persönliche Katastrophe. Das bestreitet niemand. Aber soll die Diskussion deshalb schon beendet sein? Ich wünsche mir, dass handfeste Gründe für oder gegen einen Boykott auf dem Tisch liegen, bevor diese Frage „aus dem Bauch heraus“ entschieden wird.
Man kann es sich einfach machen und sagen: "Klar fliegen unsere Sportler dahin. Ich will schließlich die Wettkämpfe sehen." Zugegeben, das wollen viele. Aber um jeden Preis?
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