Eine grauenhafte Entwicklung.
Als ich mit fotografieren angefangen habe musste ich bei jedem Bild entscheiden ob ich von den 36 Bildern des Films eines für das Motiv verwenden will. Es wurde über Bildaufbau und Tiefenschärfe nachgedacht. Ich bin mit max 3-4 Filmen aus 3 Wochen Urlaub zurückgekommen. Der Wechsel von analog zu digital brachte erstmal nur deutlich mehr Bilder bis ich mich selbst dazu gezwungen habe mir wieder mehr Gedanken über die Bilder zu machen.
Heut fahren Freunde für eine Woche weg und haben 1500 Bilder gemacht. Größtenteils mit dem Handy. Es wird kein Gedanke an das Bild selbst "verschwendet" nur stumpf draufgehalten. Und wenn die Bilder den Freunden präsentiert werden wird sich gewundert warum das so ganz anders aussah als in der Realität. Oder sie überblenden es mit ihren eigenen Erinnerungen und der Zuschauer fragt sich alleine ob das dort wirklich so trist ausgesehen haben mag.
Ich werde dafür belächelt wenn ich nach dem Urlaub bei den Bildern ganz grob aussortiere, sie nachbearbeitet und dann vielleicht 30% der Bilder überhaupt übrig bleiben von denen vielleicht eins so gut ist, dass ich es rumzeigen würde.
Kollege tourt momentan jedes Wochenende zu Konzerten oder Festivals und macht dort auch fleissig Bilder. Es stellen sich dabei dann 2 Fragen
1. Schaut man sich die Bilder jemals wieder?
2. Ist es in der Situation nicht besser ist die Musik zu genießen statt unscharfe Bilder von Campino aus der 10 Reihe zu machen?
Sicherlich gibt es auch Leute die mit einem iPhone grandiose Bilder machen können. Aber das ist vielleicht 1 von 100000...
Was ich in den letzten Jahren gelernt habe ist, wenn Freunde aus dem Urlaub zurück sind und sie fragen ob man nicht nen Kaffee trinken mag "sie hätte ja so viel zu erzählen" wähle ich immer einen neutralen Ort ohne Steckdose für ihr Notebook. Wobei mir die Anschaffung von Tablets die Taktik aktuell etwas verhagelt
Vashem schrieb:
Die Qualität ist keines Falls vergleichbar mit ner gescheiten Digitalkamera, aber das is den meisten wohl egal. Hauptsache schnell mit Instagram "bearbeiten" und auf Facebook posten.
Was nur die meisten nicht begreifen ist, dass man mit Instagram seine Bilder nicht "nachbearbeitet"... man kaschiert nur seine Unfähigkeit schöne Bilder zu machen mit einem Sephiaschleier und verziert die Müll mit Glückskeksweisheiten.