@e-ding:
Nun zunächst mal wuchs ein Großteil der Vietnamesen in einem anderen System auf. Das ist hoffentlich bewusst. Auch ist denke ich klar, dass im Gegensatz zu den billigen Arbeitskräften für die deutsche Industrie da auch eine andere Intention dahinter stand. Wenn man natürlich vorwiegend Fachkräfte ausbilden will bzw. sie erst herholt, dann ist das ein Unterschied als wenn ich mir Hilfsarbeiter ins Land hole.
Weiterhin ist auch da bei weitem nicht alles Gold was glänzt, aber wir reden hier von einer viel kleineren Gruppe, d.h. es fällt viel weniger auf, selbst wenn der Prozentsatz an Kriminalität ähnlich hoch sein sollte. Vietnamesen hatten hierzulande eher weniger Gelegenheit in ihrem Kulturkreis verhaftet zu bleiben, dazu war weder das politische System ausgelegt, noch zunächst tatsächlich eine Möglichkeit ein familiäres Umfeld aufzubauen.
Jetzt also haben wir direkt den Unterschied, dass zumindest die Mehrheit der Vietnamesen, die im Land geblieben sind, sehr viel mehr assimiliert sind und zudem auch akzeptierter sind. Das kann man vielleicht auch noch zum Teil auf die Mentalität schieben, wäre aber auch zu kurz gegriffen.
Es ist denke ich eine Binsenweisheit, dass gerade die türkisch-stämmige Bevölkerung zahlreicher und die Problematik viel zu spät angegangen wurde. Man hat einfach zugelassen, dass sich eine Art Parallelgesellschaft entwickelt. Oft eben kein Ersatz für ein richtiges Wertesystem, mitunter eine Pervertierung des alten. So fördert man dann eben Abgrenzung und Ausgrenzung.
Es geht mir auch gar nicht so sehr um den Faktor, wer ist bereit zu Integration, wer nicht. Mich interessiert mehr das warum und warum nicht. Die Bundesrepublik hat sich an ihrem Gastarbeitersystem lange Zeit gütlich getan. Jetzt merkt man die Probleme. Es geht ja nicht direkt um die Einwanderer von heute, sondern um die, die seit Jahren hier leben. Natürlich ist die kulturelle Hürde größer als z.b. von Italien. Aber das alleine ist es eben nicht. Man hat zu schnell, zu viel und wie gesagt mit zu wenig Sinn für morgen agiert.
Es ist natürlich trotzdem schwierig Schuld zu verteilen, denn natürlich gibt es Angebote, natürlich gibt es Möglichkeiten. Die Strukturen jetzt zu durchbrechen ist schwierig. Aber der Witz ist, das mittlerweile mehr und mehr das Bewusstsein da ist, das was im Argen liegt. Statt aber endlich die Chance zu ergreifen, kommen die Sprüche wie vor 30 Jahren. Abschieben, abgrenzen und keinesfalls als einen Teil der Bevölkerung dieses Landes akzeptieren. Kulturerhalt um jeden Preis, egal wie wenig man damit noch zu tun hat. Wenn sich 10 Millionen in diesem Land am Deppenfernsehen aufgeilen, dann ist da nur noch ein Schatten, der natürlich weder als Ideal noch als Leitbild agieren kann.
So und um nun auf das Thema zurückzukommen: Erst durch die Verweigerung Konzepte durch zuziehen oder erstmal zu finden, gibt es den Nährboden für erhöhte Kriminalitätsraten. Natürlich ist das Bewusstsein der Medien und der Bevölkerung erst recht geschärft. Aber es zeigt das Beispiel Frankreich was passiert, wenn man die Minderheiten sich weiter selbst überlässt. Frankreich hat dieses Problem länger und massiver noch ignoriert, selbst wenn es massenhaft Beispiele von gut integrierten Migranten gibt.
Die Sarkozy-Regierung (der ja früher Bürgermeister von Paris war), die sehr ähnlich Parolen vertrat wie hier einige, ist grandios damit gescheitert, Gelder für Sozialprojekte zu kürzen. Diese hat man nach und nach, diesmal nicht so Öffentlichkeit heischend wie bei der Streichung, wieder eingeführt. weil es half. Es muss sich drum gekümmert werden. Klar ist es einfach zu sagen: Macht mal. Nur, es funktioniert so nicht. Das Problem kannst du nicht aussitzen, nicht durch härteres Durchgreifen ändern. Du musst die Werte, die nicht mehr vermitteln werden, weil soziale Strukturen versagen oder fehlen, wieder dorthin bringen. Nicht Leitkultur verkünden und dann "bitte haltet euch doch dran".
Man muss erstmal wieder die Grundlagen einer Gesellschaft durchsetzen. Dann kann man sich über Leitkultur Gedanken machen. Solange das Gefühl vermittelt wird, dass es sich gar nicht lohnt diese Werte wieder anzunehmen, dass es auch scheißegal ist, was man tut, das man immer "der Türke" sein wird.
Genau diese Bild vermittelt dieser Thread. Mit der Begründung hinterher geschoben, dass dies die eigene Schuld sei, das man alles in einen Topf wirft. Es wird absolut null differenziert und dieses Thread ist ein Spiegelbild dieser Ressentiments.
Ist das alles und das zuvor genannte eine Entschuldigung für Verbrechen und Kriminalität. Nein. Aber es ist ein Grund. Und ich hoffte es ginge hier darum die Gründe zu erörtern und nicht Phrasen auszutauschen. Denn die kenne ich, die kennt ihr zur Genüge.
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Wie gesagt - 40 Prozent im Jahr 2010. Minderheit definiere ich anders.
Totaler Bullshit, da wirfst du ja alles durcheinander. Die Statistik, dass wir 40 Prozent Emigranten im nächsten Jahr in Deutschland haben, wäre ja zu schön. was es dann noch mit Kriminalität zu tun hat, das geht mir eh nicht ein. Zumal du da ja auch echt jeden mit einbeziehen müssest, selbst Deutsche mit "Migrationshintergrund", die seit über einem Jahrhundert in Deutschland leben. Man ey, es ist doch wohl nicht zuviel verlangt, dass du den Wikipedia-Artikel auch mal zu Ende liest. Am Ende erzählst du hier noch, dass jeder mit dem Namen Kowalski eine dreifache erhöhte Wahrscheinlichkeit hat kriminell zu werden.
Wenn du auf der Grundlage das Fass hier aufgemacht hast, ist da eh nichts mehr zu retten. So eine dummdreiste Nummer, ich fass es nicht. Wenn du ernsthaft so von "dem Deutschen" ausgehst, dann muss ich echt an mich halten, dir nicht eine bestimmte Ideologie vorzuwerfen.