Volker schrieb:
Und nebenbei wird dann ja Intel in den USA anscheinend vor den Bus geworfen.
Jetzt einmal abgesehen von den mannigfaltigen politischen Implikationen für jede Zukunft.
Ist ja nicht so, als hätte Intel selbst nicht
mehr als genug Zeit,
Geld und
jede Menge Möglichkeiten in all den Jahren bekommen, um ihre Chancen auf eine eventuell glorreichere Zukunft immer wieder permanent zu vermasseln und vorsätzlich Potential gegen die Wand zu fahren, während sie dem Geldverbrennen frönten.
Nicht Trump oder die US-Regierung hat Intel aufgegeben, sondern die eigene Chef-Etage hat Intel verraten.
Abgesehen davon ist Intel
mit weitem Abstand eines der am meisten subventionierten US-Unternehmen aller Zeiten. Davor kommt eigentlich nur noch Tesla und Boeing – Der andere unfähige, korrupte US-Schuppen.
Irgendwann muß halt Jeder einmal der Realität ins Auge sehen und akzeptieren, daß Intel durch
ihre stete Unfähigkeit ihren penetranten Unwillen aus kapitalen Fehlern zu lernen, vollkommen idiotisch und fast manisch an ihrem x86 festhält (und währenddessen alles Andere gekonnt ignoriert), heute nur noch eine eher untergeordnete Rolle spielt.
Man hat ja die ganzen letzte Jahre hindurch seit Gelsinger wunderbar mit ansehen können, daß Intel gar nicht
wirklich gewillt ist, tatsächlich ihren Stand als Auftragsfertiger auszubauen. Sie wollen eher bloß unverbindlich kostenloses Geld auf Staatskosten haben, aber das war es dann auch schon.
Ansonsten hätte Intel ja nicht schon wieder praktisch jedes Projekt auf "irgendwann in ferner Zukunft" verschoben, faktisch abgesagt und wäre mit den meisten Plänen zurück gerudert.
Man sieht ja am
CHIPS & Science Act seit Jahren wie der Hase läuft, zumindest wie es Intel gerne hätte.
Beide, Intel (für eine Unzahl an Standorten) und TSMC (für Arizona) haben unter Anderem Geld bekommen.
Ich mein, hat Intel nicht genau dasselbe erhalten und sogar den größten Teil der Zuschüsse bekommen?
Oh, Moment, ich kann mir vorstellen, was passiert ist…
- TSMC hat die Anreize genutzt, um tatsächlich etwas zu bauen, und hat die Fabrik-Bauten wie 2020 offiziell versprochen schlicht und ergreifend konsequent durchgezogen und in Betrieb genommen.
- Der zwielichtige Andere hat immer nur vorgegeben, dies von Anfang an zu versuchen, nur um die finanziellen Anreize vor allem dazu zu nutzen, ihre ohnehin schon gezinkten Bücher und Bilanzen noch mehr zu frisieren, sich in der Zwischenzeit höchst-medial mit Schönfärberei zu beschäftigen und zu hoffen, dass Niemand jemals etwas merkt oder fragt, wohin das Geld überhaupt geflossen ist, und klammheimlich immerzu darauf zu spekulieren, damit am Ende sogar durchzukommen ...
Gott sei Dank ist das für die kriminelle Bande bei Intel nach hinten losgegangen!
Weil tun wir nicht so, als ob Intel
jemals all das tatsächlich hätte bauen wollen, was Intel anfangs ankündigte, als Gelsinger in seiner lahmen Bettelorgie mit dem Taiwan-Spektakel schamlos um den Globus rannte.
Intel hatte doch nie die Absicht, tatsächlich zu bauen, wie behauptet!
Ihr Management hoffte nur, durch eine globale Möchtegern-Tournee mit Kriegsanleihen im eigenen Land,
wie damals™ zu Kriegszeiten bei Boeing & Co,
kostenloses und unverbindliches Geld zu kriegen, um hoffentlich genug monetäre Aufmerksamkeit als bröckelnde ehemalige, aber immer noch privilegierte Amerikanische Halbleiter-Ikone zu bekommen, das ist doch im Grunde alles …
Es ging Intel wahrscheinlich um nichts Anderes, als ihre sinkenden Gewinne und die sich im freien Fall befindlichen Einnahmen auf Kosten der Steuerzahler kompensieren zu können nur um noch ein paar Jahre
länger die eigenen Millionen-Gehälter der Chef-Etage zu kassieren, bis der Laden vollkommen gegen die Wand geklatscht ist – Die +100.000 Mitarbeiter waren Intel doch eh immer egal, werden halt gekündigt.
In dem Moment, als die US-Regierung auf die Idée kam, nach erreichten Meilensteinen zu fragen und am Ende sogar die insgesamte Subventionssumme kürzte (weil Intel über ein Jahr konsequent mauerte), geriet Intel's Geschäftsführung in Panik und ihr Management rennt seitdem wie ein kopfloses Huhn umher.
Während Intel bloß lauthals medial am plänkeln war, hat TSMC die Anreize tatsächlich genutzt und ihre Fab im Rekord-Tempo hochgezogen, ist sogar Monate eher als eingangs geplant fertig geworden, erreicht jetzt bereits eine bessere Yield und höhere Ausbeute als am Heimatstandort und die TSMC-Fabrik in Arizona ist schon Stand jetzt für bis Ende 2027 vollends ausgebucht.
Wieso bekommt Intel sowas nicht hin?
Weil sie es wahrscheinlich gar nicht wollen!
Toms
Hardware.com -
TSMC's Arizona chip fab production is sold out through late 2027
Der Bequemlichkeit halber alle weiteren Quellen von
TechPowerUp.com …
TSMC ist eben nicht Foxconn. TSMC hat 2020 versprochen, ihre Farbik in Arizona hoch zu ziehen, genau das haben sie auch getan. Die TSMC-Farbik ist seit Januar online – Monate eher, als ursprünglich geplant. Und ihr Fab-Komplex liefert sogar
höhere Yield-Raten als die eigenen hoch-modernsten TSMC-Fabriken am Heimat-Standort in Taiwan.
Währenddessen hat Intel die meisten ihrer Ausbaupläne bereits klammheimlich wieder beerdigt und ihr CapEx reduziert, tut aber trotzdem seit Jahren so, als würde alles im Zeitplan sein …
Ich denke Jeder mit einem Funken Weitsicht und mehr als 3 Gramm Grips, kann sich jetzt schon ausmalen und an einem Finger abzählen, was das alles für Intel und ihre Foundry-Ambitionen bedeutet.
- Die TSMS-Fab in Arizona von 2020, welche jetzt online kam, war das Todesurteil für Intel's Foundry.
- Die jetzigen $100 Mrd. USD von TSMC als amerikanisches Großprojekt waren der letzte Sargnagel für Intel's Auftragsfertigung und irgenwas 18A – Warum sollte irgendjemand Intel buchen, wenn sie TSMC direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite haben?!
Jede Wette: Es ist jetzt nur noch eine Frage der Zeit von wenigen Monaten bis maximal 1–2 Jahren, bis Intel einfach komplett das Handtuch wirft und ihre 18A wegen "mangelnder Nachfrage" an IFS-Kunden abmurkst.
Natürlich wird Intel das verklausulierter kommunizieren, weniger offensichtlich verkünden und ihre 18A wie 20A als
"Test-Vehikel für interne Forschungszwecke" aus dem Fokus holen, aber das Ergebnis ist das Selbe.
Intel wird damit also wahrscheinlich für immer auf ihren älteren Prozessen wie ihre goldenen 22nm (22FFL, Intel 16), 14nm±, 10nm™ (aka Intel 7) und Intel 4/3 kleben bleiben.
18A ist damit praktisch Geschichte und abgehakt. Wahrscheinlich wird es bestenfalls ein paar Mal zu Demonstrationszwecken oder als Machbarkeitsstudie zum Nachweis der prinzipiellen Realisation eingesetzt, aber das war es dann auch schon – Der Rest wird in Zukunft zu 100% von TSMC kommen.
Die kürzliche Verschiebung der Ausbaupläne in New Albany in Ohio ist doch praktisch ein stillschweigendes Eingeständnis, daß da einfach Nichts mehr kommt:
Intel's Auftragsfertigung hat fertig!
ComputerBase: Verschiebung auf 2031: Intel fährt Vorzeige-Fabrikbau in Ohio in den Sand
Die wenige Tage später angekündigte "Langzeit-Partnerschaft" mit TSMC,
mit 30% an ausgelagerten Wafern zusätzlich und einer Strategie, welche in Zukunft
permanent externe Fair Play-Foundries für die Produkt-Sparte von Intel vorsieht, damit hat Intel eigentlich nichts anderes getan, als durch die Blume zu sagen, daß sie nicht länger am Wettrennen an der Spitze teilnehmen werden und zumindest ihre Prozesse 18A und 14A
nicht mehr kommerziell als Volumen-Fertigung aufrechterhalten werden.
Es soll stattdessen in Aller Zukunft
permanent zu TSMC oder Anderen Auftragsfertigern (wie Samsung, GlobalFoundries, UMC, SMIC & Co) ausgelagert werden, zumindest am oberen Ende …
Diese nun schwammig als
Langzeit-Partnerschaft deklarierte Vereinbarung, ist im Grunde nichts anderes, als daß Intel hier versucht, eine einfache und durchaus übliche Langzeit-Vereinbarung über die Lieferung von Wafern (→
Wafer-Supply Agreement) in eine Art nebulösen, hochentwickelten Technologietransfer oder Lizenzvertrag umzudeuten, um die Auswirkungen auf ihren Aktienkurs zu verringern.
Kurzum: Intel wird weiterhin permanent outsourcing zu TSMC betreiben, diesen Anteil ausgelagerter Wafer unter entsprechenden Liefervereinbahrungen und einem faktischen
Wafer-Supply Agreement mit und von TSMC beziehen und Intel's Geschäftsführugn hat nicht länger das Bestreben, die Anzahl und Menge ausgelagerter an externe Auftragsfertiger zu verringern, geschweige denn einzustellen.
TechPowerUp.com
Intel Confirms Long-Term TSMC Partnership, About 30% of Wafers Outsourced to TSMC
Es ist auch praktisch zu 99% gesetzt, daß es zumindest Intel's
14A niemals als regulären Prozess geben wird, weil dazu Intel in aller Zukunft das Geld fehlt – Höchstwahrscheinlich kommt nicht einmal 18A wie geplant, aber das dürfte zum jetzigen Zeitpunkt nach all den Verschiebungen ohnehin Niemanden mehr wirklich wundern, zumindest Niemanden, der durch die ständigen Nebelkerzen von Intel's Marketing blickt.
Die Verschiebung der Ausbaupläne von New Albany, in Ohio auf nunmehr 2030 respektive 2031 bezeugen doch schon, daß Intel jetzt bereits durch die Blume wissen läßt, daß aus ihren 14A-Prozess nichts mehr wird.
Die erwähnte
Fab 27 in New Albany, Licking County war explizit für 14A geplant …
Intel geht damit in Zukunft einen ähnlichen Weg wie GlobalFoundries –
Bloß der nächste Fabless-Designer.
Natürlich mit dem kleinen aber gravierenden Unterschied, daß Intel kein Geschäft als Auftragsfertiger besitzt.
Vielleicht bringt aber Intel's seit zwei Jahrzehnten andauerndes Scheitern ihrer Foundry-Ambitionen sie schlußendlich dazu, endlich einzusehen, daß man selbst mit den älteren Prozessen Geld verdienen kann, wenn der Haufen endlich mal über die obligatorischen Schatten springt, und am Ende wenigstens der Automobil-Branche, dem Photovoltaik-Sektor oder der allgemeinen Halbleiter-Industrie ihre größeren aber alten Prozess-Volumina zur Verfügung zu stellen.
Volker schrieb:
Also unabhängiger wird die USA letztlich nicht, nun hat man erstmal 8 Fabs von Intel in Ohio gegen 3+3 Fabs von TSMC getauscht.
Alles was Trump immer wieder sagte, war, daß er in erster Linie
Amerika wieder zu altbekannter Größe verhelfen und das Land zu alter Stärke aufrichten wolle – Niemand sprach je von
Intel …
Das ist die harte Realität, auch wenn das für Manche schwer zu akzeptieren ist.
Abgesehen davon hätte Intel aufgrund ihrer innerbetrieblich penetrant institutionalisierten Vertuschungskultur auch niemals das Zeug dazu gehabt, tatsächlich ein ernstzunehmender Auftragsfertiger zu werden.
Weil Intel hatte praktisch zwei Dekaden Zeit dazu, eben genaus das zu beweisen – Sie sind bis heute über ihre ewigen Märchen und Yields
nicht ins Reine gekommen, und versuchen weiterhin die Öffentlichkeit nach Strich und Faden zu verar… Naja, ihr wißt, was ich mein.